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Intelligenz-Bla
fuͤr die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen, die Kreiſe Kriedberg, Vilbel und Nidda
im Beſonderen.
M 99.
Sonnabend den 18. Dezember
1852.
Das„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ erſcheint auch im Jahr 1853, wie bisher jeden Mittwoch und Samſtag. Der
Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt,
beträgt, bei der Expedition 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr.— bei allen
zum Fürſtl. Thurn und Taxisſchen Verwaltungsbezirke gehörigen Poſtämtern nach der neueſten Verfugung pr. Jahr 1 fl. 30 kr.
und pr. Semeſter 45 kr.
*Die ſeitherigen Abonnenten wollen ihr Abonnement zeitig erneuern, damit die Zuſendung keine Unterbrechung erleidet. Durch die ſehr ſtarke Auflage des„Intelligenzblattes“ finden Anzeigen der verſchiedenſten Art die vortheilhafteſte Verbreitung. Die Einrückungsgebühren betragen für die geſpaltene Petitzeile, oder deren Raum 2 kr., die beiden erſten Zeilen zuſammen aber
werden mit 7 kr. und ein Beleg mit 2 kr. berechnet.
Friedberg.
Die Expedition des Jntelligenzblattes.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Friedrich Möll von Gambach mit Bezug auf die Ver— ordnung vom 4. Dezember 1846 als Mackler eidlich ver⸗ pflichtet wurde.
Friedberg den 9. December 1852.
Gr. Heſſ. Kreisamt des Kreiſes Friedberg. P. d. ea eo e.
Die Schweſtern. Eine Memoiren-Novelle. (Fortſetzung.)
In weniger als zwölf Monaten nach ſeiner Geburt war das arme Kind vaterlos. Ich hatte dieſes Unglück geahnt und vorausgeſehen, und Gabriele benahm ſich, wie ich erwartete, ohne Heuchelei, jedoch mit ſchicklichem Ernſt. Traurige Scenen folgten auf dieſes ernſte Ereigniß; die Miſſes Erminſtoun wünſchten Gabrielens Kind zu ſich zu nehmen, um es im Herrenhauſe zu erziehen. Der alte Herr Erminſtoun drang in Gabriele, ihre Einwilligung zu geben, und empfahl meiner Schweſter,„eine Stelle fur mich zu ſuchen,“ da er bereits einen ſo koſtbaren Haus⸗ ſtand zu halten habe; und jetzt da der gute Thomas nicht mehr am Leben, ſei in Wahrheit keine Veranlaſſung mehr, daß er Wood End Cottage noch ferner behalte. Gabriele müſſe ſich in irgend einem Pächterhauſe eine Wohnung ſuchen.
Dieß Alles war das Werk von wenigen Monaten von Einem bis zum Andern gerechnet, und die junge Wittwe, die der Familie ihres ſeligen Mannes als deſſen Frau ſtets verhaßt geweſen, ſah ſich nun von derſelben ihren
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täglichen Unterhalt nur höchſt ungern gegönnt.„Ihr Kind aufgeben?“ Gabriele konnte nur lachen, wenn ſie davon ſprachen; aber ihr Gelächter toͤnt noch jetzt in meinen Ohren nach, wiewohl es ſonſt ſo ſanft und melodiſch war wie die alten Kirchenglocken.
Wir verließen Wood End Cottage, und fanden Ob— dach in einem abgelegenen Pächterhauſe, wie Herr Ermin— ſtoun uns vorgeſchlagen; aber wir blieben doch zuſammen: und es gab Viele, welche„Schande!« über den reichen Banquier ausriefen, daß er ſeine Schwiegertochter und ſeine Enkelin ſo verſtieße. Nur gering war die Penſion, welche er uns zu unſerm Unterhalte ausſetzte; und die Miſſes Erminſtoun beachteten Gabrielen gar nicht mehr ſeit ihrer Weigerung, ſich von ihrem Kinde zu trennen. „Sie ſei nicht gebildet genug,“ ſagten ſie aus,„ihres ver— ſtorbenen Bruders Tochter zu erziehen. Sie ſei unwiſſend, ohne Erziehung, und unliebenswürdig, zu geſchweigen, daß ſie auf eine niedrige Weiſe undankbar ſei für die viele empfangene Güte; ſie habe ein kaltes Herz und ein zu⸗ rückſtoßendes Benehmen, welches ihre Zuneigung für ſie gänzlich abgeſtumpft habe.“ Sie glaubten ſich ſelbſt übel behandelt zu Erminſtoun-Hall; und die fünf Miſſes Er— minſtoun betrachteten Gabriele und ihre arme kleine Toch⸗ ter nur als unberechtigte Eindringlinge, welche ihnen nur ihres Vaters Geld ſchmälerten.
Wohl konnte Gabriele ſagen: Ich habe eine Knecht— ſchaft mit der andern vertauſcht!“ Doch hörte ich ſie dieſes Wort jetzt niemals wiederholen. Sie war ſchweigſam, ſelbſt gegen mich. Kein Murren entſchlüpfte ihren Lippen; und was ſie fühlte oder litt, wußte ich nicht. Die kleine Ella war eine blaßfarbige Blume wie ihre Mutter; aber ſo ähnlich der Mutterroſe, wie eine aufbrecheude Roſen— knoſpe.
„Was könnte ich thun?“ waren die Worte, die ich beſtändig bei mir ſelbſt wiederholte.„Ich darf nicht eine noch hinzukommende Laſt für Herrn Erminſtoun ſein. Ich


