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„Bah, es ſind Wölfe, die die Fährte eines Hirſches angenommen haben,“ meinte Paul.
„„Ich ſage Dir, die Indianer ſind's, die zurückkom⸗
men, und uns nun ganz ſicher ausgemacht haben.“
„Schnell zurück nach dem Kanot! flüſterte der Trap⸗
per.„Stille! nicht einen Athemzug oder wir ſind verlo⸗ ren. Nimm Dich in Acht vor den dürren Stangen, und ſondire Deinen Weg immer mit der Spitze Deines Mo⸗ caſſins, bevor Du den Fuß aufſetzeſt. Ha!“ r ner Behutſamkeit hatte ich nämlich meinen Fuß auf einen dürren Zweig geſetzt, und dieß verurſachte einen Ton, wie das Kniſtern einer Elektriſirmaſchine, wenn man das Hand⸗ gelenke mit dem Conductor in Berührung bringt. Die Indianer hielten beinahe gerade unſerem Verſteck gegen⸗ über und pflogen eine kurze Berathung.
„Wir ſind nicht endeckt,“ flüſterte mir Paul raſch zu und kneipte mich voller Vergnügen in den Arm;„ſie haben unſere Fährte verloren.“
„Eine Minute ſpäter hörten wir das ehrbare Trio ſich an den Baumzweigen hart zu uns heranſchleppen und nach einem günſtigen Punkte zum Landen herumfühlen. Als ſie dieſen gefunden, ſtiegen ſie an's Ufer und ließen ſich etwa auf Piſtolenſchußweite von uns nieder.
„Was kitzelt Dich denn ſchon wieder?“ fragte ich Paul beinahe aͤrgerlich; willſt Du denn Deinen Skalp mit Gewalt los werden?“
„Du haſt den hagern langen Jungen in's Bein ge⸗ troffen, und er ſchickt Dir für dieſe Aufmerkſamkeit ſo eben des Himmels Segen zu!“ ſagte Paul heiter, wel— cher etwas von der Indianerſprache verſtand.„Stille! »Meilenſtiefel' ſpricht!... Ah, recht gut, mein Junge! der Einfall iſt gar nicht ſo übel!“ fuhr Paul nach einer Weile fort;—„er behauptet, wir ſeien noch nicht vor⸗ übergekommen und ſie wollen nun ein Tau von Moſebaum⸗ rinde drehen, um es von einem Ufer zum andern auszu⸗ ſpannen. Da glauben ſie, das werde unſer Kanot über⸗ ſtürzen, oder jedenfalls ihnen zeitige Anzeichen von unſerer Annäherung geben. Der Gedanke iſt neu, gar nicht übel und macht den Schurken alle Ehre. Höre nur, wie ſie die jungen Bäume ſchälen!“
In dieſem kritiſchen Augenblick hörte ich plötzlich einen leichten Schritt neben mir und dann ein Geräuſch, als ob auf einmal ein ganzes Volk Rebhühner ſich erhöbe. Unwillkürlich fuhr ich nach dem Stecher meiner Büchſe und kehrte die Mündung dem unſichtbaren Gegner zu; allein ſeine ſich entfernenden Schritte verkündeten mir, daß die Gefahr vorüber ſei;— es war nur einer der India⸗ ner geweſen, der einen jungen Mooſebaum geſchält. Ein halbſtündiges tödliches Schweigen folgte, und ich begann ſchon zu hoffen, die Indianer könnten die Verfolgung auf⸗
Trotz mei⸗
gegeben und ſich entfernt haben. Ich theilte Paul meine
Muthmaßung mit.
„Kein Gedanke!“ ſagte er;„ſie ſind hart hinter uns her, wie lauernde Wildkatzen auf dem Sprung. Wir ha⸗ ben nur Eine Ausſicht auf Entkommen: einen Verſuch machen, uns in den Beſitz ihres Bootes zu ſetzen und es zu verſenken.... Halt, Einer iſt hinrei⸗ chend zu dieſem Vorhaben, und wenn Du gehen willſt, ſo nimm dieſes Meſſer. Das Kanot liegt etwa zehn Schritte rechts von Dir unter dem Ufer. Mach' nur ein rechtes Loch in den Boden!“
„Ein Loch, groß genug, um Deinen Kopf hindurch zu ſtecken,“ verſetzte ich und wand mich wie ein Boa Con- ſtrictor davon.— Dreimal blieb ich unterwegs ſtehen und
lauſchte, weil ich beſorgte, auf den am Boden ausgeſtreck—
ten Körper eines der Indianer zu treten, welche— wie
ich wohl wußte— nicht weit entfernt ſein konnten; aber nicht der leiſeſte Ton ſchlug an mein Ohr. Weiter tap⸗
pend, fügte es der Zufall, daß ich meinen Fuß gerade dem fob
Meilenſtiefel' auf die Bruſt ſetzte, der, anſtatt emporzu— ſpringen und mir ſein Meſſer in die Bruſt zu ſtoßen, ſich nur murrend ſchüttelte und etwas vor ſich hin brummte, was ich nicht verſtand.
welches mir bald zur Hand kam. Fünfmal ſtieß ich Paul's Meſſer in langem Schnitt in den Boden der leichten Barke, bis ich fühlte wie ſie Waſſer ſchöpfte; durchſchnitt dann den zähen Riemen, womit ſie an's Gebüſch gebunden war, 5 meine Priſe ruhig vor mir in den Fluß und ließ ſie all— mählig aus der Hand gleiten bis ſie von der Strömung erfaßt, davontrieb. Leichteren Herzens kehrte ich zu Paul zurück, der, als ich ihn auf die Schulter klopfte und meine Lippen ſeinem Ohr nahe brachte, mich gewaltig an def Kehle faßte und einen verzweifelten Verſuch machte, mit ein Bein zu unterſchlagen. Dieſe Begegnung überraſchte mich ſo ſehr, daß ich einen leichten Ruf des Zorns nicht unterdrücken konnte, an welchem der Trapper mich erkannte,
worauf ſeine nervige Fauſt mich losließ und wir beide uns
haſtig in der Richtung nach unſerem Boote auf- und da⸗
von machten. Raſch ſprangen wir hinein— ſo raſch ſo,]
gar, daß es beinahe umſchlug, und ſtießen es in die Mitte der Strömung. So ſchnell und leiſe unſere Bewegungen auch geweſen waren, ſo waren ſie doch der Aufmerkſam— keit der Indianer nicht entgangen, welche uns nacheilten, und unſere Ausſichten auf Entkommen von Neuem ſehr zweifelhaft machten.
(Schluß folgt.)
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Um ihn nun in dem Irrthum zu beſtärken, in welchem er befangen war, ſuchte ich nach einem Mooſebaume und ſchälte ihn mit einem einzigen Riß; dann aber ſuchte ich das Kanot des Häuptlings,
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Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Edietalladung.
(1089) Die dem Herrn Fürſten Ferdinand zu Solms⸗Braunfels in der Gemarkung Ob⸗ bornhofen zuſtehenden Grundrenten, im jährli⸗ chen geſetzlichen Geldanſchlage von 331 fl. 40 kr. 2 hlr., ſollen nach den beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen abgelöſt werden. Es werden deshalb alle, bei dieſer Ablöſung Betheiligten, Bekannte und Unbekannte, hiermit aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche um ſo gewiſſer innerhalb zwei Monaten bei dem unterzeichne⸗ ten Gerichte anzumelden, als widrigenfalls die
Auszahlung des Ablöſungskapitales mit 5630 fl. 13½ kr. an den genannten Herrn Berechtigten geſtattet werden wird. Hungen am 12. Juni 1852. Groß. Heſſ. Landgericht Hofmann. Fruchtverſteigerung zu Butzbach. (1121) Mittwoch den 14. d. M., Vormit⸗ tags 11 Uhr, werden zu Butzbach in dem Gaſt⸗ hauſe zum Heſſiſchen Hofe circa 62 Malter Korn, 20 Malter Gerſte und 6 Malter Hafer, welche auf dem ftscaliſchen Speicher daſelbſt liegen, öffentlich verſteigert. Friedberg den 1. Juli 1852. Der Großh. Heſſ. Rentamtsvicar des Rentamts Friedberg Lin deck.
Arbeits ⸗Verſteigerung. (1122) Dienſtag den 13. l. M., Morgens 10 Uhr, ſollen nachſtehende Arbeiten in hieſigem Gemeindehauſe an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden:
A
1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 64 fl. 45 kr. 2) Lieferung von 12 Bütten Kalk 18„— 3) 7 17 2 Cbkftr. Sand 9,7—„ 4) 77
7 740„ Stein 2 5— 1
50 5„ 100 Pf. Schwei⸗ nehaar 2%—
60 7„ 500 Stück Back⸗
ſteinen 5—
B.: 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 58, 2) Steinhauerarbeit von Rocken⸗ berger Steinen, veranſchl. zu 88„ 40%
Vor ſaß Geschäfte Fri.
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