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Gonsenheim, 27. Dez. Gestern wurde ein ver⸗

chwer gegen die Sittlichkeit vergangen hat. 7

Wiesbaden, 22. Dez. Drei Falschmünzer aus Groß⸗Gerau, bei welchen man falsche Einmark- und Zehnmarkstücke gefunden hat, wurden heute Vormittag in das hiesige Landgerichtsgefängniß eingeliefert; sie gehören zu der Ruppert'schen, etwa 9 Mann starken Bande, welche bekanntlich hier abgeurtheilt werden wird. ö Ludwigshafen, 28. Dez. Auf dem Schifferstadter Bahnhof ist in der letzten Nacht eine Postcassette mit 11,000 Mark Inhalt gestohlen worden. Der Thäter

ist unbekannt. Urach, 26. Dez. Nach demSchw. M., ist aus dem Basaltwerk 5 dem Eisenrüttel bei Dottingen der Pfund Patronen gestohlen worden. Untersuchung ist im Gange. Nürnberg, 28. Dez. Auf dem Bahnhof Lichten⸗ fels wurde der Oberstationsmeister Wentzel von einem Bahnzug überfahren und sofort getödtet. Saarbrücken, 23. Dez. Aus den Sprengstoff magazinen zweier beim Erweiterungsbau des St. Johanner Güterbahnhofes beschäftigter Bauunternehmer wurde in der vergangenen Nacht eine nicht unbeträcht⸗ liche Menge Dynamit, Dynamit⸗Patronen und Spreng⸗ kapseln mittelst Einbruchs gestohlen. Zu welchem Zwecke und von wem der Diebstahl verübt wurde, ist zur Zeit noch unbekannt. Mittweida, 23. Dez. Fünf Generationen einer Familie waren am Sonntag bei einer Taufe zugegen: Die Ururgroßmutter, zwei Urgroßväter, Urgroßmutter, Großvater und Großmutter und die Eltern des Täuf lings, des Erstlingskindes des jungen Ehepaares. Wien, 23. Dez. Zwischen Holitz und Pardubitz

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aus Zerg. Der Kutscher wurde ermordet. Lüttich, 23. Dez. In der Kohlengrube Pigquette stürzte eine Gallerie auf eine Strecke von 500 Metern Die Zahl der Verunglückten ist noch unbekannt. Die Rettungsarbeiten sind in vollem Gang.

Paris, 24. Dez. Gestern Abend ist ein Sack mit 80,000 Fres. Werthstücken, welche von einem Wechsel agenten an die Elsaß-Lothringen'sche Bank aufgegeben worden waren, auf dem Ostbahnhofe beim Umladen der Colli abhanden gekommen. Von dem Diebe fehlt jede Spur.

Angouls me, 27. Dez. Vor dem Schwurgericht der Charente begann heut? unter großem Zudrange die Verhandlung gegen die wegen der Ruhestörung in Aigues Mortes Angeklagten.

Johann Michael Schäfer, Groß b. Seminardirektor, 5.

Am 20. Dezbr verschied nach längerem Leiden der

mit dem 1. April d. J. in den Ruhestand getretene Großh. Seminardirektor Johann Michael Schäfer, ein Mann, dessen Bedeutung für die Entwickelung unseres hessischen Volksschulwesens im Laufe der letzten zwanzig Jahre allgemein bekannt und anerkannt ist. Wir glauben daher den Wünschen unserer Leser sowohl, als auch allen denen, die sich für das hessische Volksschulwesen interessiren, entgegenzukommen, wenn wir in nachfolgen den Zeilen in gedrängter Kürze ein Bild des Heimge gangenen folgen lassen. Schäfer ist am 1. Dez. 1824 u Breitenbrunn, einem kleinen Dörfchen im Kreise örbach geboren. Nachdem er den ersten Unterricht in seinem Heimathsorte mit gutem Erfolge genossen, be reitete er sich bei Lehrer Veith in Kirchbrombach auf den Lehrerberuf vor. Bald darauf wurde er, was bei dem damaligen Mangel an Lehrkräften nicht allzuselten vorkam, als Lehrgehilfe an verschiedenen Orten des Odenwaldes verwendet. Im Jahre 1842 trat Schäfer in das hiesige Schullehrer-Seminar ein, in dem er sich als tüchtiger und begabter Schüler besonders auszeichnete, so daß ihm im 2. Jahre seiner Seminarzeit gestattet wurde, den Unterricht in der Morell'schen Fabrikschule zu übernehmen, wodurch er sich sein Mittagessen ver diente, was ihm bei seinen geringen Mitteln sehr zu statten kam. Seine erste Anstellung erhielt er im Jahre 1844 in Laudenau, im Kreise Bensheim, wo er, wie Schreiber dieser Zeilen selbst erfahren, im Jahre 1874 noch in sehr gutem Andenken stand. Seinen guten Leistungen hatte er es zu danken, daß er im November 1845 als Lehrer an die Vorschule zu Michelstadt be

berger als Berather und Freund treu zur Seite stand. Steinberger war es auch, der den jungen, strebsamen Mann in seiner Ausbildung ganz besonders förderte und ihm den Gedanken nahe legte, sich für das Real⸗ lehrerexamen vorzubereiten. 1846 bestand Schäfer das Staatsexamen; er wurde dann in Michelstadt provisorisch an der städtischen Schule verwendet und später an der 2. Knabenschule definitiv angestellt. Nebenbei bereitete er sich, unterstützt von Direktor Steinberger, für das Reallehrerexamen vor, das er im Mai 1855 in Darm⸗ stadt bestand. Im Jahre 1860 wurde Schäfer an die ate Lehrerstelle nach Alsfeld berufen und schon im August 1864 zum Direktor dieser Anstalt ernannt. Nach einer Jjährigen erfolgreichen Thätigkeit als Direktor dieser Anstalt wurde er Ostern 1873 zum Direktor an das hiesige Schullehrer⸗-Seminar berufen, an dem er ibanzig Jahre wirkte und mit Ostern 1893 in den wohlverdienten Ruhestand trat, dessen er sich leider nicht mehr lange erfreuen sollte. Die Uebernahme der Seminar

hochgeehrt fühlte, doch mit einigen unangenehmen Em⸗ pfindungen verknüpft. War es doch sein von ihm hoch⸗ verehrter Lehrer und Freund, Direktor Steinberger, der damals gegen seinen Willen unter hier nicht näher zu erörternden Umständen aus dieser Stelle geschieden war. Gerade die Pietät, die Schäfer in allen Stücken Steinberger gegenüber bezeugte, sagten der Umgebung deutlich, welche Gefühle Schäfer für den väterlichen Freund und Rathgeber aus früherer Zeit auch jetzt noch hegte. Nun begann eine segensreiche Thätigkeit Schäfers auf dem Gebiete des Volksschulwesens. Schon bei der Berathung des neuen Volksschulgesetzes war Schäfer mit thätig gewesen. Nach Inkrafttreten des selben im Jahre 1874 galt es, dasselbe in die Praxis zu übertragen. Commissionssitzungen zur Ausarbeitung der Lehrpläne für Volksschulen und Seminarien fanden statt, zu denen Schäfer stets zugezogen wurde, ja für die Reorganisation der Seminare war Schäfer das Referat uͤbertragen worden. Ebenso wurde Schäfer alsbald in die neugeschaffene Kreisschulcommission er wählt, wo ihm die beste Gelegenheit gegeben war, die neue Schulorganisation in's Leben einzuführen. In dieser Körperschaft verblieb Schäfer bis zu seinem Tode. Seine Hauptthätigkeit entfaltete er jedoch im Schullehrer Seminar selbst. Hier galt es vor allen Dingen, den unter Steinberger entstandenen Conflikt im Lehrercol legium wieder beizulegen, da er wohl einsah, daß ohne gemeinsame Arbeit mit allen seinen Lehrern eine er folgreiche Thätigkeit unmöglich sein werde. Und es ge lang ihm in kurzer Zeit nicht blos eine äußere Einig⸗ keit, sondern sogar eine gewisse geistige Einheit inner halb des Lehrercollegiums herzustellen, die es ihm er möglichte, Erfolge in seiner Anstalt zu erzielen, die all seitige Anerkennung fanden. Namentlich waren die Konferenzen, die allwöchentlich abgehalten wurden, ein Mittel um diese innere Einheit des Lehrercollegiums herzustellen; ebenso blieb auch der zweite, gemüthliche Theil derselben nicht ohne Einwirkung auf die gemein same Arbeit in der Anstalt. Schäfer zeichnete sich stets durch ein gemüthvolles Wesen, durch Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit aus; und wenn es in einem viel köpfigen Collegium auch nicht ohne manche Zwischenfälle abgeht, so blieb die Einigkeit unter seiner wohlwollen den Behandlung doch stets gewahrt. Den Schülern trat er als väterlicher Freund gegenüber; am liebsten nannte er sie seine Kinder, überhaupt war es seine An- sicht, daß das Seminar nur eine Familie darstellen solle, eine Ansicht, die auch in den gemeinsamen Zu sammenkünften der Schüler mit den Seminarlehrer familien ihren Ausdruck fand. Was unter den ge gebenen Verhältnissen erreicht werden konnte, das darf man wohl sagen, wurde erreicht. Ja es wurde durch die energische Thätigkeit Schäfers erreicht, was fast unmöglich schien, indem unter seiner Leitung das Seminar zu einem dreifachen erweitert wurde. Um nämlich dem immer stärker werdenden Lehrermangel in Hessen rasch und gründlich abzuhelfen, wurden Parallelklassen in der Anstalt errichtet, so daß das Seminar in seiner größten Ausdehnung 318 Zöglinge zählte, die in 7 Klassen unterrichtet wurden. Und das alles wurde er reicht durch Hinzufügung von nur 3 weiteren Lehr kräften und die Mithilfe der an der Anstalt bereits thätigen Lehrer. Denkt man an die Arbeitskraft des Direk tors und der Lehrer die hierbei aufgewendet werden mußte, so war das eine Reihe friedlicher Kriegsjahre; schade, daß unser Gesetz eine doppelte Anrechnung solcher Kriegsjahre nicht kennt. Daß bei solchem anstrengen den und verantwortungsvollen Berufe die Kräfte des so rüstigen Mannes vor der Zeit aufgebraucht werden mußten, ist leicht verständlich. Leider trat Schäfer zu spät in den wohlverdienten Ruhestand, da ihm nach so thatenreichem Leben einige Jahre der Ruhe wohl zu gönnen gewesen wären. Alle aber, die Schäfer in seinem besten Thun gekannt haben, oder wer, wie Schreiber dieser Zeilen, eine Reihe von Jahren ge meinsam mit ihm gearbeitet hat, der wird dem zustimmen. Schäfer war ein tüchtiger Lehrer, ein umsichtiger that kräftiger Direktor, ein wohlwollender Vorgesetzter und, was vor allem hier betont werden muß, ein ganzer Mann, dessen Andenken bei Allen, die ihn gekannt, in Ehren gehalten werden wird.

Handel und Verkehr.

Zurücknahme und Umtausch gelöster Fahrkarten. Abgesehen von den Fällen, in welchen nach der Ver⸗ kehrsordnung der Umtausch gelöster Fahrkarten und die Rückforderung des gezahlten Fahrgeldes gestattet ist, hat die Verkaufsstelle Fahrkarten, welche noch nicht durchlocht sind und über deren Nichtbenutzung keine Zweifel bestehen, bis zum Abgang des Zuges, zu welchem sie gültig sind, gegen Erstattung des Preises zurück⸗ zunehmen. In gleicher Weise können auch unbenutzte und noch nicht durchlochte Fahrkarten unmittelbar nach Abgang eines Zuges, zu welchem sie Giltigkeit hatten, zurückgenommen werden. Ist bereits Gepäck auf die betr. Fahrkarten abgefertigt, so muß vor Zurücknahme derselben die Regelung der Gepäckfracht stattfinden.

Weihnachts⸗Botschaft.

Der Reinerlös aus dem Verkaufe des Ge dichts mit den gleichzeitig von Vielen geschenk⸗ ten Beträgen beziffert sich auf Mk. 160.30, welche die Verwaltung unserer Suppenküche erhalten hat. Allen Gebern dankt herzlichst

irektorstelle war für Schäfer, der sich durch das Ver⸗ kbhuen, das ihm durch diese Berufung bewiesen worden,

Carl Trapp.

Neujahr 1894.

Stürmt es so sind wir da, In Noth mit Hilfe nah Dem Schiffe, bedrängt von den Wogen; Setzen das Leben ein, Rufen in's Land hinein: Helft! wo die Ernährer entzogen.

Die Rettungsmannschaft der Deutschen Ge- sellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Jede, auch die kleinste Geldgabe wird von den

Sammebbooten der Gesellschaft und von deren Ver

treter Carl Trapp mit Dank entgegengenommen.

Neujahrsgratulations-Enthebungskarten haben ferner gelöst:H. Schudt a. d. Görbel heimer Mühle, or. Weckerling, Rechtsanwalt Seyd und Frau, Seminarlehrer F. Schmidt, Seminarlehrer er. Karg, Professor Ir. Schmid, Reallehrer G. Karg, Kaufmann Jean Dörr, Pfarrer Thoebes, Carl W. A. Müller, Apo theker Mergard, Carl Trapp, Sophie Trapp, J. Gonder, Reallehrer Claus, Reallehrer Lang, Professor br. Heid, br. Nicolay, Kaufmann Fritz Hecht, Kaufmann A. Weber und Frau, C. Deicke, Kaufmann Kümmich, Kaufmann Häberle, Professor Klein, E. Huber und Frau, Fabrikant W. Haller und Frau, Ph. Vogt, Kreisthierarzt May, Steuerrath Deibel, Frau Pfarrer Velte, Professor r. Weiffenbach, Dekan Meyer, Jean Huber, Domänenrath Roßmann und Frau, Oberstlieutenant Winter und Frau.

Feierabend für Lehrlinge. In dem Verzeichniß der Gaben in voriger Nummer des Anzeigers wurde vergessen aufzuführen: ein Körb chen Aepfel von Möbelhändler Reuß.

Für die Suppenküche gingen ein: Ungenannt 50 M.; durch Bürgermeister Steinhäußer von einem Un⸗ genannten 10 M.; Ungenannt 4 M.; Frau Pfarrer Becker 3 M.; Ungenannt 5 M.

Indem wir für diese Gaben herzlichen Dank sagen, richten wir an alle Freunde der Suppenküche die dringende Bitte, diese so segensvoll wirkende Anstalt durch Zuwendung von Gaben in Geld oder Naturalien vuch in diesem Jahre kräftig zu unterstützen. Dieselbe soll Dienstag den 2. Januar k. Is. eröffnet werden, bei welcher Gelegenheit Brod zur Vertheilung kommt.

Für die Armen⸗Commission.

Velte, Pfarrer.

. 12* 2 Schriftlichen Anfragen wegen Auskunft über eine Annonee ist stets das mücpor-o beizufügen, wenn auf eine prompte

Antwort gerechnet wird. Die Exped. des Overh. Anz.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde.

Sonntag nach Weihnachten. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche.

Nachmittags Uhr: Herr Candidat Fischer.

Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Velte.

Abends 5½½,ʒ Uhr: Sylvestergottesdienst. Herr Pfarrer Ir. Weiffen bach. Neujahrsfest.

Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Hanstein.

Sylvester- und Neujahr-Collekte für die kirchliche Armenpflege.

Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr Beicht; um 7 Uhr wird die heil. Communion ausgetheilt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht. 5 Uhr: Sylvester⸗Andacht mit Segen. Am Neujahrstag Morgens 6 Uhr Beicht; um 7 Uhr Communion. 10 Uhr: Hochamt(ohne Predigt). 2 Uhr: Andacht.

Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln

hat uns den Debit des

allein ächten Cölnischen Wassers

übertragen und empfehlen dasselbe per Glas zu M. 1.75, 1/2 Dutzend 9.50, Dutzend 5 8

Die Exped. des Oberh. Anzeigers,

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7.