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Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.
Als Rechner wurden bestellt: 1. Peter Georg Klein zu Holzhausen v. d. H. für die kath. Kirchenkasse daselbst. zu Bönstadt für die Kasse der dasigen israelitischen Religions⸗Gemeinde.
Krie
gs gerichtliches
Durch kriegsgerichtliches unterm 21. Juni 1893 bestätigtes Erkenntniß vom 17. Juni 1893 ist der N ö rg der K 1. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 31, geboren am 6. Juli 1870 in Ober⸗Wöllstadt, Kreis Friedberg, in contuwaciam für fahnenflüchtig erklär in eine Geldstrafe von einhundertsechzig Mark verurtheilt worden.
Altona den 26. Juni 1893.
Erledigungen.
Peter Werner von Wehrheim; Dora Hofmann von Würzburg; Heimbrecht und Vogel in Bad⸗Nauheim; Johann Leonhard Peter von Ober⸗Rodenbach,
Erkenntniß.
Musketier Johannes Georg Müller der 3. Com
Königliches Komandantur⸗ Gericht.
Therese Bauer von Limburg; Elise Möser von Staden, durch die Gend durch Gendarm Steinbach in Friedberg; Karl Gottlieb Schaub von
Johann Streck von Obernhausen, nicht Strack von Hünfeld, durch Wachtmeister Will und Gendarm Held in Vilbel; Joseph Gottfried Braun, durch die Gend
Heimbrecht in Bad⸗Nauheim und Keller in Rockenberg. 8 5 f Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird Friedrich Köhlmann,
geboren am 31. Oktober 1845 in Schönber
zchönberg Friedrich Karger, geboren am 3. Februar 1872 in Bretzingen(F. 88/93); Peter Becker von Erkshausen(N. 395/93); Franz Feser von Wernfeld(V. 241— Valentin Kreuzer von Pfordt(N. 397/93); Heinrich Figge von Eppenhausen(335/93).
Ausschreiben.
Einhält ein dunkelgestreifter Rock, eine silberne Cylinderuhr, das Zifferblatt an zwei Stellen gesprungen, Verdächtig ist Johann Henkel, geboren am 11. Dezember 1849 in Weiskirchen.
gestohlen. gebeten(B. 327/93). Steckbriefe.
29. Mai 1893 in Nieder-Wöllstadt an ein Paar Schnürschuhen, 2. Siegmund Mutzbauer, geboren am 6. Juli 1872 in F 0 ü il Um Nachricht vor Zuführung wird gebeten(V. 415/93).
verletzung und Bedrohung festzunehmen. Friedberg den 24. Juni 1893.
In der Nacht vom 18. auf 19. Juni 1893 wurden den am Gefängnißbau zu Butzbach beschäftigten Taglöhnern Johann Visofki und Hein 1 M. 85 Pf. baares Geld und ein Portemonaie mit 90 Pf. Ir Um Durchsuchung, Beschlagnahyie, Verhaftung und Nachrich
1. Gegen den Wilhelm Wirsig, Dienstknecht von Seedorf, ist von Großh. Amtsgericht Friedberg Haftbefehl wegen Diebstahls, begang erlassen worden, um dessen Vollzug, Durchsuchung und Beschlagnahme gebeten wird(F. Forst oder Haidmühle, Gemeinde Weiher, ist auf Grund Haftbefehls Großh. Amtsgericht Vilbel wegen
Der Großhedonuche Amtsanwalt: Lebrecht..
Deutsches Reich.
Berlin. Dem Bundesrathe geht in der allernächsten Zeit eine Mittheilung über die für den Reichstag bestimmten Arbeiten zu. Außer der Militärvorlage, welche bereits nach dem Antrag Huene umgearbeitet wurde, scheint ein weiterer Arbeitsstoff nicht vorbereitet.
— Der Bund der Landwirthe petitionirt beim Reichskanzler um Beigebung von land— und volkswirthschaftlich gebildeten Beamten an die deutschen Gesandten, fortdauernd, zur Be— richterstattung über die landwirthschaftlichen Pro— duktions⸗ und Handelsverhältnisse.
— 26. Juni. Die Kürschnerarbeiter be— schlossen heute bei dem morgen beginnenden Generalstreik einen Minimallohn von 25 M. für die Gesellen, 18 M. für die Stepperinnen und 14 M. für die Gehülfinnen sowie 10 ½ stündige Arbeitszeit zu verlangen.
— 27. Juni. Bis heute sind 166 Stich—⸗ wahlen bekannt. Gewählt sind 25 Konservative, 10 Reichspartei, 35 Nationalliberale, 10 Frei— sinnige Vereinigung, 21 Freisinnige Volkspartei, 7 Süddeutsche Volkspartei, 9 Centrum, 7 Polen, 14 Antisemiten, 20 Socialisten, 7 Welfen, 1 Elsässer Protestler.
— 27. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm in zweiter Abstimmung das Wahlgesetz in der Fassung des Herrenhauses an.
Kiel, 26. Juni. Der Kaiser begab sich gestern Vormittag auf der Yacht„Hohenzollern“
nach der Flensburger Föhrde und kehrte heute nahmen.
Vormittag wieder nach Kiel zurück.
burg⸗Schwerin und den Erbgroßherzog von Oldenburg, welche eingetroffen waren und sich sofort zur Begrüßung an Bord begaben. Hierauf begab sich der Kaiser mit den fürstlichen Gästen auf den„Meteor“, um der Binnenregatta des kaiserlichen Yachtklubs beizuwohnen.
Meiningen. Einen hochherzigen Ent— schluß hat angesichts der herrschenden Futter— noth der Herzog gefaßt. Als der Fürst von dem großen Futtermangel in seinem Lande gehört hatte, hat er befohlen, daß vier hundert Stück seiner Hirsche abgeschossen und nur zwei— hundert am Leben gelassen werden sollen; ferner hat er angeordnet, daß das Futter auf den Domänenwiesen versteigert, daß seine Wild— parle geöffnet und das auf den Waldwiesen wachsende Futter den Futterbedürftigen abge— lassen werden solle.
Ausland. Oestereich-Ungarn. Wien. Der Kaiser reist am 1. Juli nach Gastein, wohin die Kaiserin bereits den Abend zuvor abreist.
— Der Pester Correspondent der„Sonn— und Montagszeitung“ erklärt die des„Budapesti Hirlap“ für unbegründet, wo— nach an dem Zustandebringen eines Kompro— misses zwischen Wekerle und Apponyi auf Grundlage der kirchenpolitischen Programme
gearbeitet werde und daß die Civilehe nach
ö 0
Hier emp- und den Wilsonskandal bezügliche Schriftstücke fing der Kaiser den Großherzog von Mecklen- beschlagnahmt.
übersandte Album der
Meldung
kommen mit Oesterreich-Ungarn über die Rhein⸗
daktion der„Cocarde“ geführt, wo eine zweite
stimmt.
spanischem Muster angeordnet werden soll. Wekerle denke an ein derartiges Kompromiß nicht und sei fest entschlossen, mit der obliga⸗ torischen Civilehe zu bleiben oder zu fallen.
Brüx, 26. Juni. Wider Erwarten trat bei der Nachtschicht unter der Belegschaft der Schächte Humboldt 1 und II, sowie Habsburg und Centrum ein Streik ein.
Dux, 26. Juni. Der Streik in den Braun⸗ kohlenwerken ist gänzlich erloschen.
Pest. Kaiser Wilhelm und der König von Sachsen treffen in Güns zu den Manövern mit großem militärischen, aber ohne politisches, Gefolge am 17. September ein. Kaiser Franz Joseph kommt dort am 16. September an.
Schweiz. Bern, 26. Juni. Die Bundes⸗ versammlung ratifizirte heute im Nationalrath sowie im Ständerath einstimmig das Ueberein—
regulirung.
Frankreich. Paris. Dupuy unterbreitete dem Präsident Carnot die Verfügung über die Auflösung sämmtlicher Arbeitergewerkvereine, welche bis zum 24. Juni die gesetzlichen Be— stimmungen über die Bildung von Gewerk— vereinen nicht beobachtet haben. Die Zahl der aufgelösten Vereine beträgt 17.
— 26. Juni. Attalin und der Polizei— direktor Goron begleiteten gestern Dueret nach seiner Wohnung, wo sie eine Haussuchung vor— Es wurden zahlreiche auf Boulanger
Hierauf wurde Ducret zur Re—
Haussuchung stattfand.
— 27. Juni. Trotz der Proklamirung des allgemeinen Ausstandes verlangen die Kutscher das Ende des Konflikts.
Großbritannien. London, 27. Juni. Die„Times“ meldet aus Rangun, daß der britische Konsul die englischen Bewohner von Siam benachrichtigt habe, die Franzosen wür— den demnächst das Land blokiren.
Spanien. Madrid, 26. Juni. Die Kam⸗ mer hat den Handelsverträgen mit der Schweiz, Holland und Schweden und Norwegen zuge—
Sevilla, 26. Juni. Die Explosion einer Dynamitbombe richtete gestern große Verheer— ungen an. Personen sind nicht umgekommen, der Schaden ist beträchtlich.
Türkei. Konstantinopel. Der Sultan hat das ihm kürzlich vom Czaren als Geschenk russischen Schwarze— Meerflotte dem Marineminister mit dem Auf— trage übermitteln lassen, daß nach diesem Muster ein Album der türkischen Flotte her— gestellt werde.
Serbien. Belgrad. Der Finanzminister erklärte in der Skupschtina, die Einnahmen des Staates im verflossenen Jahre seien in Folge
der traurigen politischen Verhältnisse, die seit
dem 13. April geherrscht haben, von 59 an 53 Millionen zurückgegangen. 3 Der Groß
Rußland. Petersburg.
Thronfolger wird sich Ende Juni über nach London begeben. a — Dem Vernehmen nach ist die de
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Antwort auf die im April übergebenen ha N politischen Gegenvorschläge Rußlands hier ein
gegangen; dieselbe bezeichne die von ruf
Seite angebotenen Concessionen als un nügend. 1 97 — Die Antwort, welche die russische Regie rung auf die englischen Reklamationen wege; der im Vorjahre durch russische Kreuzer as geblich unrechtmäßig erfolgten Ergreifung vg 6 englischen Fischerbarken im Behringsmeen ertheilt hat, lautet dahin, daß in 4 Fällen Aufgreifung berechtigt gewesen sei, und für die übrigen 2 Fälle sich die russische Regie rung zum angemessenen Schadenersatze an de Schiffseigner und die Bemannung bereit e klärt hat. 12. Amerika. Rio de Janeiro, 26. J Ein Komplott, welches das Arsenal in Sam Anna in die Luft sprengen wollte, wurde nos rechtzeitig entdeckt. Es wurden ein Lieutenan; und zwei Sergeanten verhaftet. 3
Aus Stadt und Land. 2
Friedberg. Unter Verweisung auf die bete Annonce in heutiger Nr. des„Oberh. Anz.“ mach wir nochmals auf den Vortrag des Reallehrers Dieckmann über„das Evangelium und die Ehe“ auf merksam und sprechen die Hoffnung auf recht zahle Besuch der Vereinsgenossen aus. Wie schon ern sind auch die Frauen und Jungfrauen der Vexein mitglieder, und als Gäste, auch der„Ev. Vereinigung nicht angehörende andere Evangelische bei der Monat Versammlung herzlich willkommen. 1
Friedberg. Die Vorbereitungen zum Guste Adolf-Feste nehmen ihren ununterbrochenen Fortgang. so daß man bei hoffentlich gutem Wetter einem schönes Feste am 4. und 5. Juli entgegensehen darf. N wird die evang. Bevölkerung die Mittheilung, daß dis Liebe der hiesigen Glaubensgenossen zur Bestreitung den Kosten rund 250 M. gesteuert hat, erfreuen. Ein vorauz⸗ sichtlich verbleibender Rest wird als Geschenk der Fes gemeinde dem Vereinsvorstand übergeben werden. Interesse besserer Uebersicht über die Zahl der einge⸗ laufenen Anmeldungen wird dringend gebeten, die— wie man vernimmt— zahlreichen rien bei Rentner Vogt dahier baldmöglichst zum Zweck der Ein, tragung in die Liste des Comités anzuzeigen. Ebenso wollen die auf Tischkarten zum gemeinsamen Festessen Reflec tirenden sich gefälligst recht bald im„Hotel Trapp oder bei Rentner Vogt anmelden. 1
C. T. Friedberg. Die seit Mai hier bestehendes Bahnsteigsperre, die mit Rücksicht auf die durchaus un genügenden Raumverhältnisse unsers Bahnhofs daß reisende Publikum eine Erleichterung bedeutet, ist ein Erschwerung, ein Hemmniß für diejenigen, welch Correspondenz in den Bahnpostwagen werfen Zur Wahrung dieses Verkehrsinteresses, welches die erwähnte Anordnung in ganz einseitiger We nachtheiligt wird, hat sich eine hiesige Firma nas ander an das Betriebsamt in Cassel, an die Direl Hannover und an das Ministerium der öffentlichen beiten in Berlin gewandt. Ihr 2 5 denj freies Betreten zu gestatten, die Briefe, Postkarten ogl. vorzeigen, um sie in den Bahnpostwagen zu orf ist leider überall abschlägig beschieden worden.


