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Gablonz a. d. N., 23. Nov. In der Maschien⸗ fabrik von John in Tiefenbach explodirte eine Bombe unter ähnlichen Umständen wie jüngst in der hiesigen Fabrik von Mahla. Menschen wurden nicht verletzt.

Paris, 23. Nov. In Chateaudun löste sich gestern ein großer Felsblock von einer Anhöhe ab und stürzte auf ein Haus nieder, welches er zertrümmerte; 8 Per⸗ sonen wurden hierbei verschüttet und getödtet.

Rom, 25. Nov. In Folge anhaltenden Regens steigt der Tiber bedeutend. Viele Punkte der Campagne sind überschwemmt.

Ein Mahnwort. 5

Der Sommer ist zu Ende, und bald kehrt der Winter ein mit seinen kurzen, trüben Tagen und langen Abenden und Nächten. Der Mensch muß sich bald wieder mehr an die Stube gewöhnen, die Spaziergänge beschränken sich zumeist auf den Sonntag; bieten doch die kurzen Tage nicht einmal Zeit genug, die Tagesarbeit zu pol⸗ lenden, geschweige zu einem Spaziergang in frischer, freier Luft. Die sitzende, hockende Lebensweise gewinnt wieder die Oberhand. Die körperlichen Gebrechen, als B. Athemnoth, Brustbeklemmungen und Brustschmerzen, schlechte Verdauung, Hämorrhoidalbeschwerden, Schwin⸗ delanfälle u. s. w., welche im Sommer durch Spazier⸗ gänge, Spiele und Baden so ziemlich beseitigt waren, gewinnen bald neue Nahrung, und hohläugig, mit blassen Wangen, krummen Rücken, flacher Brust legt so mancher sein Winterkleid ab. Daher ist es unsere Pflicht, immer und immer wieder auf die Stätten zu verweisen, wo der Mensch auf's neue aufathmet, neue Kräfte und neuen Muth zur Ausübung seines Be rufes sammelt, wo die Schaffensfreudigkeit immer wie⸗ der beseelt wird, es ist der Turnplatz! Alt nnd jung kann nicht genug an das Wort Schiller's, welches der roße Dichter auf dem Sterbebette aussprach:Sorget für eure Gesundheit; denn ohne sie vermag man nichts erinnert werden. Der Turnplatz allein ist die Stätte, wo den hereinbrechenden Schäden, die jeder Beruf mit sich bringt, ein nothwendiges Gegengewicht geboten wird. Durch die Leibesübungen, durch das Turnen wird der Umlauf des Blutes befördert, die Athemthätigkeit er⸗ höht, und der Stoffwechsel beschleunigt, und die Kraft⸗ leistungen des ganzen Organismus werden dadurch wiederum erhöht; auch die Körperwärme, die allen Stubenhockern sogar im Schlafrock am Ofen fehlt, wird vermehrt. Gerade die heranwachsende Jugend in ihrer Entwickelung kann nicht genug auf den Turxplatz ver⸗ wiesen werden. Wir sind verpflichtet, unserer Schul⸗ jugend, die unter der Last geistiger Anstrengungen oft zusammenbrechen möchte, einen starken Träger des Geistes zu geben; wens sana in çorpore sano nur in einem gesunden Leibe wohnt eine gesunde Seele! Noch mehr als der männlichen fehlt der weiblichen Schuljugend, besonders in den höheren und mittleren Ständen, eine genügende Muskelbewegung. Die Maäd chen sitzen nicht nur täglich 5 6 Stunden bei vorge neigter Haltung in der Schule. Nein, auch zu Hause verbringen sie die meiste Zeit in sitzender, oft kläglicher Stellung. Sowie die Schularbeiten beendet sind, wird das Stick- oder Häkelmuster ergriffen, und nachher wo möglich noch eine Klavierstunde abgesessen. Die unan⸗ . Folgen zeigen sich dann bald. Blutarmuth, Bleichsucht, Schwächezustände, Anhäufung von venosem Blut und sonstige, hier nicht zu bezeichnende Leiden ge hören heutzutage leider nicht zu den Seltenheiten bei unseren Mädchen. Kann sich bei einem Mädchen der Oberkörper entwickeln, welches die meiste Zeit in ge⸗ bückter Stellung verharrt, stets mit gesenktem Kopfe und vorgeneigten Schultern einhergeht? Die meisten Müt ter der sogenannten besseren Stände erziehen gutge⸗ artete, gebildete und kluge, aber vielfach kranke Töchter. Aus diesem Grunde müßte aller Orten hinreichend auch für die Einführung des Mädchenturnens Sorge ge tragen werden; denn:Wo schwächliche Mädchen, da kranke Mütter, da ein späteres siechendes Geschlecht! In unseren Jünglingen und Lehrlingen sehen wir den künftigen Wehrstand heranreifen. Konnen ohnmächtige,

Feldzuges ertragen? Ein starkes, männliches Ge⸗ schlecht zum Schutze von Haus und Herd, kräftige Männer für das theuere Vaterland zu erziehen, das muß das Bestreben jedes Deutschen sein! Und dies ist eine Haupt⸗Aufgabe der Turnvereine, der Deutschen Turnexschaft. Unser allverehrter Kaiser Wilhelm J. schrieb gelegentlich des Deutschen Turnfestes 1885 an den Ausschuß:Ich wünsche, daß die Deutsche Turner⸗ schaft immermehr werde eine bildende Pflanzstätte für die Wehrhaftmachung unserer Nation!

Der Centralausschuß für innere Mission in Berlin sucht in einem Aufruf an die Vorstände der mit ihm verbundenen Vereine für innere Mission Aufseherinnen für gefangene Frauen, die durch die Macht ihrer Persönlichkeit, und durch die Lauterkeit und den Adel ihrer christlichen Ge sinnung einen sittlich hebenden Einfluß auf die gefangenen Frauen ausüben. Es haben bis jetzt sechs Frauen, die der Centralausschuß durch einen mehrmonatlichen Kursus für diesen Beruf praktisch vorbereitet hat, in ebensovielen preußischen Frauengefängnissen ihre Anstellung gefunden, und außerdem sind zwei, die sich noch in der Vorbildung befinden, für bestimmte Stellen bereits vorgemerkt. Sechs andere be finden sich zur Zeit im Vorbilduugskursus und zwei waren zum 1. August einberufen, während andere Meldungen noch des Bescheids harren.

Es heißt in dem Aufruf unter Anderem: Es ist ein unheilsames Vorurtheil, daß dieser Dienst für gebildete Frauen zu niedrig und

zu schlecht sei. Die Wenigsten von ihnen ahnen, welch ein Feld und welch eine Welt fruchtbarer Thätigkeit in den Gefängnissen unserer christlich gebildeten Frauen harrt. Die zu solchem segensreichen Dienste Ausgestatteten sind, daran zweifeln wir nicht, in unseren Ge meinden, auch in den Kreisen der Gebildeten vorhanden, aber sie müssen gesucht werden. Sie zu suchen ist nur Aufgabe derer, die dem Werke der inneren Mission dienen wollen. Darum helft die Herzen erwärmen für den wohl opferreichen, aber Segen verheißenden Dienst in den Frauengefängnissen! Eine große Schuld ruht auf unseren gebildeten Klassen, den Verirrten und in Elend versunkenen unseres Volkes gegenüber. Hier ist der Weg, diese Schuld einlösen zu helfen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 25. Nov. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter pr. Pf. Mk. 1,00 1,05, Eier per St. 78 Pf., 2 St. Pf., Käse pr. St. 48 Pf., Tauben pr. Paar Mk. 0,60 0,70, Hühner pr. Stück Mk. 0,90 1,00, Hahnen pr. Stück Mk. 0,601,00, Enten Mk. 1.401.60, Ochsenfleisch pr. Pfd. 6268 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfund 50 bis 56 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund 60 70 Pf., Kalbfleisch pr. Pfund 5056 Pf., Hammelfleisch per Pfund 40 bis 60 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 3,50 4,50 Mark. Weißkraut pr. St. 410 Pfg., Zwiebel pr. Ctr. M. 7,008,00, Gänse per Pfund 4054 Pfg.

Bekanntmachung. Im Bereiche des unterzeichneten Postamts bestehen zur Zeit folgende amtliche Verkaufsstellen für Post⸗

wenig gestählte Gestalten die Strapazen eines langen

werthzeichen.

a. in Friedberg 25

bei Herrn Buchhändler Carl Bindernagel, Kaiserstr., Kaufmann H. Flaschenträger, 7

8 8 7 Gunderloch, Usagasse,

1 8 J. L. Pauly, Haagkstraße,

7 5* Franz Stamm, Schnurgasse, 2 Buchbinder Fr. Streckfuß, Schirngasse.

b. in Bruchenbrücken bei Herrn Kaufmann Siebmann Spier. 6. iu Nieder⸗Florstadt bei Herrn Kaufmann Abraham Adler d. in Ober⸗Rosbach bei Herrn Kaufmann Ph. Carl Zulauf, 1 8 Christian Bingmann, e. in Nieder-Rosbach. bei Herrn Hch. Hellwig, f. in Staden bei Herrn Christian Rausch, Agent. Friedberg, 25. Nov. 1893. 5 Kaiserliches Postamt 1

Reimann.

Repertoir⸗Entwurf der vere inigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. 125

Dienstag den 28.: Tannhäuser. Gewöhnl. Preise.

Mittwoch den 29.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: Sohn der Wildniß.

Donnerstag den 30.: Der Freischütz.

Freitag den 1. Dezember: Geschlossen.

Samstag den 2.: Lucrezia Borgia. Ballet. Gew. Pr.

Sonntag den 3.: Nachmittags Uhr: Bettelstudent. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Bajazzo. Cavalleria rusticana. Große Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 28.: Charley's Tante. Millionär a. D. Ge⸗ wöhnliche Preise.

Mittwoch den 29.: Zigeunerbaron.

Donnerstag den 30.: Charley's Tante. lionär a. D.

Freitag den 1. Dezember: Götz von Berlichingen. Ge wöhnliche Preise.

Samstag den 2.: Zum ersten Male: Auf Triburg und Rodeck. Schauspiel in 4 Aufzügen von Klaus Asen. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 3.: Nachmittags Uhr: Charley's Tante. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Zum erstenmale wiederholt: Auf Triburg und Rodeck. Gew. Pr.

Montag den 4.: Egmont. Gewöhnliche Preise.

Gew. Preise.

Gew. Preise. Vorher: Mil⸗

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* Mittwoch den 29. Nov., Abends 3½7 Uhr: Berath. Neue

evangel. Hesanghücher mit größerem Druck

vorräthig bei Carl Bindernagel.

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schwellen, sowie eine Parthie altes Bau holz gegen sofortige Baarzahlung öffentlich meistbietend verkauft werden.

Bekanntmachung.

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Bekanntmachung.

Nachdem Joseph Kliem von Helden bergen durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom 2. Oktober l. J. wegen Verschwendung entmündigt und der Ge meinde-Einnehmer Franz Schneider von Heldenbergen als Curator für ihn verpflichtet worden ist, so wird dieses mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß ebracht, daß Rechtsgeschäste mit Joseph

Kliem rechtsgültig nur durch seinen bestellten Kurator abgeschlossen werden können.

Forderungen an Joseph Kliem sind

binnen 14 Tagen dahier anzumelden. Friedberg den 24. November 1893. Großh. Amtsgericht Friedberg.

4689 Sellheim. r e N 1685 Bekanntmachung. Am 30. November d. J. sollen auf

Bahnhof Friedberg und Nieder-Wollstadt 860 Stück alte zu Eisenbahnzwecken nicht mehr verwendbare Bahn

(Beginn

Der Verkauf beginnt Vormittags 9 Uhr auf Bahnhof Friedberg und Nachmittags Uhr auf Bahnhof Nieder-Wöllstadt.

Die Verkaufs-Bedingungen werden vor des Termins bekannt gemacht werden.

Kaufliebhaber werden eingeladen, sich zur genannten Zeit an Ort und Stelle einzufinden.

Friedberg den 24. November 1893.

Königl. Eisenbahn-Bahnmeisterei 17.

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Beien heim für 1894/5 liegt vom 28. Novbr. l. J. an acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zu Jedermanns Einsicht offen.

Beienheim den 25. Nov.

Großh. Bürgermeisterei Beienheim. 4699 Stein.

893.

SZ Kanarienvögel, sehr gut singende Hähne Su. e. Anzahl Weibchen, habe ich preisw.

und Weichen⸗ abzugeben. C. Lüdke, Versorgungshaus. 4710

Vom 1. Dezember d. J. ab fährt der zu Kindern auf sofort gesucht. Wo? Zu Personenzug Nr. 272 von Friedberg nach erfragen in der Exped. d. Anz. 4719 Hanau genau 30 Minuten früher als f

bisher, also Friedberg ab 555 und Hanau Ost an 654 Vorm. Ferner fährt vom gleichen Tage ab der Personenzug Nr. 271 in umgekehrter Richtung 4 Minuten fruher, also Hanau Ost ab 620, Friedberg an 7is Vorm. Die Abfahrtszeiten von den Zwischenstationen sind aus den ausge hängten Schalter- Bekanntmachungen er⸗ sichtlich.

Hannover den 21. Nov. 1893.

1697 Königliche Eisenbahn⸗Direktion.

2* 8 U

Der Voranschlag der Gemeinde Griedel für das Jahr 1894/95 liegt vom 28. November 1893 an S Tage lang auf dem Bürgermeisterei⸗ Büreau dahier offen.

Griedel den 25. November 1893. Großh. Bürgermeisterei Griedel.

Fenchel.

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