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Ostern ein Klange bel
wige, und das Grab selber, in das wir das Liebste betten und in das wir selber zu ver—
sinken bestimmt sind, ist umstrahlt von dem
Schimmer eines neuen Morgenrothes, zu dem wir hindurchdringen sollen, wenn uns das Irdische in Staub zerfällt. Das ist die frohe, die beseeligende Osterkunde. Der Tod ist nichts Endgültiges, er ist nur Durchgang zu höherem Leben. Es gibt eine Auferstehung für uns, weil unser Heiland vom Tode auferstanden ist. Ihn hielt das Grab nicht, so wird es auch uns nicht halten. Wir hoffen, verklärt vor seinem Angesichte zu stehen; dort werden wir auch unsere Lieben wiederfinden, die uns hier ent— schwunden sind. Wir haben in Thränen gesäet, so werden wir in Freuden ernten. Wie arm, wie unselig wäre dieses Menschengeschlecht ohne solche lebendige Hoffnung eines ewigen Lebens! Der dumpfe Druck einer unermeßlichen Trauer lagert sich über der Menschen Herzen, wo diese irdische Vergänglichkeit den Kreis aller Wünsche und Bestrebungen beschließt und jeder Ausblick in die Ewigkeit abgeschnitten ist. Aber dazu dringt die Osterkunde an unser Herz, daß unsere Trauer weiche und das Gemüth sich für die selige Gewißheit öffne, daß jeder von uns zum Leben und nicht zum Tode bestimmt ist. Wie die Natur im Wandel ihrer Gestalten, so zeugt die tiefste Regung unseres Innern für solchen hohen Glauben. Die Liebe ist stärker als der Tod, sie führt die Gewähr der Ewigkeit mit sich. Nur ein Gemüth ohne Liebe, nur die Ver— schlossenheit der Selbstsucht vertraut nicht und hofft nicht; denn da herrscht der Tod. Wo aber Liebe ist, da ist auch fester Glaube und fröhliche Hoffnung. Möchte in solcher Liebe, solchem Glauben, solcher Hoffnung unser deutsches Volk Ostern feiern, damit eine herrliche Er— neuerung, ein rechter Frühling des Geistes uns allen zu Theil werde!
Literarisches.
Im Verlag von Waitz in Darmstadt ist ein Erbauungsbüchelchen„Die Charwoche“ erschienen. Es enthält für jeden Tag dieser Woche eine Betrachtung auf Grund eines biblischen Abschnitts. Das Schriftchen ist seinem reichen Inhalt nach den evangelischen Ge— meindegliedern warm zu empfehlen und kommt einem oft gefühlten Bedürfniß entgegen. die auch die stille Woche genannt wird, weil sich in ihr die Christen zur ernsten Sammlung in die Stille zurück—
ziehen sollen, wird schon Mancher eine kurze Anleitung
zur Erbauung gesucht haben, diesen Wunsch erfüllt das
Büchelchen in rechter Weise. Der Verfasser ist nicht
genannt; er ist aber ein Mann, der im Evangelium steht und der dasselbe den Lesern lieb und werth machen wird.
Das Vorkommen von Viehseuchen im Großherzogthum Hessen (während des Monats Februar 1893). Milzbrand wurde festgestellt in Viernheim, Kreis Heppenheim, am 10. und in Hattenrod, Kreis Gießen,
am 19. Februar je bei einem krepirten Rinde.
Rotz(Lungenrotz) wurde am 27. Februar in der Pferdeschlächterei zu Worms bei einem geschlachteten Pferde aus Herrnsheim, Kreis Worms, festgestellt. Da⸗ selbst stehen zwei Pferde des betreffenden Gehöfts wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung.
Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Darmstadt und Ober-Ramstadt, Kreis Darmstadt, in Bensheim, in Semd, Kreis Dieburg, in König, Kreis Erbach, in Berkach, Gernsheim und Geinsheim, Kreis Groß-Gerau, in Seligenstadt und Offenthal, Kreis Offen— bach, in Gießen, Muschenheim, und Friedelhausen, Kreis Gießen, in Erbes-Büdesheim, Kreis Alzey, in Büdes— heim, Kreis Bingen, in Schwabsburg, Kreis Oppen— heim, und in Worms. Die Seuche herrscht fort in Blödesheim und Bechtheim, Kreis Worms. Die Seuche wurde festgestellt und war am Schlusse des Monats wieder erloschen in Hüttenfeld, Kreis Bensheim, in Groß⸗Umstadt, Kreis Dieburg, in Bischofsheim, Kreis Groß-Gerau, in Heppenheim, in Mainz und Lauben⸗ heim, Kreis Mainz, in Welgesheim, Kreis Alzey, und in Nieder-Ingelheim, Kreis Bingen. Die Seuche wurde festgestellt und herrschte am Schlusse des Monats noch fort in Hähnlein, Kreis Bensheim, in Ueberau, Kreis Dieburg, in Groß-Gerau und Leeheim, Kreis Groß— Gerau, in Löhrbach, Waldmichelbach, Kocherbach und Birkenau, Kreis Heppenheim, in Sprendlingen, Klein— Steinheim und Dudenhofen, Kreis Offenbach, in Eckarts⸗ hausen und Marienborn, Kreis Büdigen, in Vilbel und Bad⸗Naubeim, Kreis Friedberg, und in Nieder-Olm, Kreis Mainz.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Stangenrod, Kreis Gießen, in Bernsfeld, Kreis Als⸗ feld, in Lißberg, Bingenheim und Dudenrod, Kreis Büdingen, und in Bad-Nau heim, Kreis Friedberg.
Handel und Verkehr. Frankfurt, 23. März. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 27.00—28.00 M., Nr. 1 24.50— 25.50 M., Nr. 2 23.50— 24.00 M., Nr. 3 22.00 22.50 M., Nr. 4 16.50 17.50 M., Nr. 5 11.50—12.50 M., Milchbrod—
In der Charwoche,
und Brodmehl im Verbande 46.00—48.00 M., Nord⸗ deutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 21.50 bis 22.50 M., Roggenmehl loco hier Nr. 0 22.50 bis 23.00 M., Nr. 0/1 20.50— 21.00 M., Nr. 1 19.00 bis 20.00 M. Obige Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stationen und bei mindestens 10,000 Kilo.
In Amerika verstorbene Hessen und Hessen⸗ Nassauer. New⸗York City, N. M. Anna Wetzler, geb. Schleckser, 76 Jahre alt, aus Hanau. Christina Weiß, 37 Jahre alt, Tochter der verstorbenen Eheleute Joseph u. Margaretha Weiß, aus Bensheim.
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8 a Brooklyn, N. P. John Dickenscheid, 63 Jahre alt, aus Gau-Algesheim. Baltimore, Md. Philipp Schmidt, 71 Jahre alt, aus Nidda. Long Green, Md. Georg Sandmann, 61 Jahre alt, aus Lauterbach. Washington, D. C. Michael Braun, 68 Jahre alt, aus Mombach.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Sonntag Palmarum. Buß⸗ und Bettag. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Velte. Gottesdienst in deu Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Gerhard. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Velte. Abends 5½, Uhr: Herr Pfarrer br. Diegel. Es wird eine Collekte für bedränkte evang. inlän— dische Diaspora-Gemeinden erhoben. Am Charfreitag Abendmahl in der Burgkirche.
Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Am Palm⸗Sonntag Morgens 6 Uhr Beicht, um 3 47 Uhr Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Weihe der Palmen, darauf heil. Messe, wobei die Passion(Leidensgeschichte) gesungen wird. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
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Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theil⸗ nahme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden unserer lieben Frau, Mutter, Schwester und Schwägerin Elisabethe Glockengießer, sowie Allen, welche dieselbe zur letzten Ruhestätte begleiteten und für die zahl—⸗ reichen Blumenspenden sagt tiefgefühlten Dank Friedberg den 24. März 1893. für die trauernden Hinterbliebenen Jacob Glockengießer.
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