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Der Akademiker und Deputirte Mezieres wird am Montag das goldene Buch überreichen, welches der französische Theil Lothringens der russischen Botschaft anbietet. Das kunstvoll gebundene Buch enthält Adressen, hat ein Ge⸗ wicht von etwa 60 Kilogramm und liegt auf einem künstlerisch ausgestatteten Tische. 4

21. Okt. Der Erzbischof von Paris erließ einen Hirtenbrief, der besagt, er erkenne in der patriotischen Vereinigung des französischen und russischen Volkes den Segen Gottes. Der Bischof von Montpellier schrieb gleichfalls vor, in allen Kirchen Gott für die russische Freund schaft zu danken. 7

21. Okt. Die Verhandlungen zwischen Frankreich und England bezüglich der Errichtung einer neutralen Zone in Siam haben in dieser Woche begonnen, sind aber noch nicht über das Anfangsstadium hinaus gediehen. g

Montcresson, 21. Okt. Mittags fand die Trauerfeier für Mace Mahon statt. An dem Leichenzuge nahmen die Civil und Militär⸗ behörden des Departements, Deputakionen der Offiziers⸗Corps aller Waffengattungen und eine große Menschenmenge theil. Dem von Unter⸗ offizieren auf einer Bahre getragenen Sarge folgte eine zahlreiche Geistlichkeit. Truppen defi⸗ lirten vor dem Sarge, der darauf zum Bahnhof geleitet wurde, um nach Paris überführt zu werden.

Großbritannien. London, 21. Okt. Die Bergleute von Durham haben sich gegen einen Strike erklärt und eine fünfprozentige Lohnerhöhung angenommen.

Italien. Rom. DieTribuna schreibt: Die von der LondonerTimes geäußerte An nahme, daß die von Giolitti angekündigte pro gressive Steuer auf persönliche Einkommen der italienischen Bürger auch die auswärtigen In

haber italienischer Rente treffen könnte, beruhe auf einem Irrthum. Die neue Steuer treffe nur reine Effektiveinkommen der italienischen Bürger; die Zinsen der vom Staate kontra- hirten Schulden würden der Steuer nicht unter liegen.

21. Okt. Lord Vivian, der englische Botschafter, ist an den Folgen einer Erkältung heute früh gestorben.

Tarent, 20. Okt. Aus Anlaß der Abfahrt des englischen Geschwaders herrschte schon in den ersten Morgenstunden auf dem Schifffahrts kanal eine lebhafte Bewegung. Die Truppen hatten am Kanal Aufstellung genommen. Die Musik-Corps derselben spielten während der Vorüberfahrt des italenischen Geschwaders. Als sich letzteres in Bewegung setzte, wurden Salut⸗ schüsse mit den englischen Kriegsschiffen ge wechselt. Eine zahlreiche Menschenmenge in Booten auf dem Kanal und auf den Terrassen der Häuser begrüßte durch Zurufe und Tücher⸗ schwenken die Abfahrenden auf's Lebhafteste, während die englischen Offiziere sich an Bord eines jeden Schiffes aufgestellt hatten und die Grüße in militärischer Weise erwiederten. Die Menge begab sich später nach dem Corso Victor Emanuel, wo dieselbe verblieb und den Platz erst verließ, als das Geschwader außer Sicht gelangte.

Spanien. Madrid, 20 Okt. Die Königin unterzeichnete ein Dekret, in dem sie einen außergewöhnlichen und unbegrenzten Kredit für die Campagne gegen die Mauren genehmigte. Die Ausgaben betragen bereits 24 Millionen.

Rußland. Petersburg, 20. Okt. Der Kaiser und die kaiserliche Familie sind heute Abend in Gatschina eingetroffen.

Amerika. Washington, 21. Okt. Man hat Grund zu glauben, daß der Antrag auf, Abschaffung der Sherman-Akte vor der Mitte der nächsten Woche angenommen werden wird.! Der Sekretär des Schatzamtes wurde ermächtigt, Obligationen bis zum Gesammtbetrage von 20 Millionen Doll. auszugeben und das gegen- wärtig im Staatsschatze befindliche Münzmetall, auszuprägen. Das auf diese Weise modisizirte Gesetz würde die Zustimmung Cleveland's finden.

momentan von einer

reduzirt wurden.

massen,

Afrika. Kapstadt, 20. Okt. Nach einer

offiziellen Depesche der Südafrikanischen Gesell⸗

schaft aus Fort Victoria haben die Streitkräfte der Gesellschaft einen lebhaften Zusammenstoß mit den Matabeles gehabt. Die Colonne von Fort Victoria schlug den Feind am 16. Okt. auf Mont Indiama zurück, während gleichzeitig die Colonne von Fort Salisbury den Feind unweit derselben Gegend schlug. Beide Colonnen rücken jetzt vereint auf Buluwayo, die Residenz Lobengulas vor. Auch die Colonne von Fort Charter nahm am Kampfe thätigen Antheil.

Aus Stadt und Land.

H. Friedberg. Der GesangvereinConcordia hält am 4. November d. J. seine erste Abendunterhal⸗ tung im Saale des Hotel Trapp. Wie bekannt steht der Verein durch seine früheren guten Leistungen in musikalischer als auch in theatralischer Hinsicht in bestem Rufe, und unterliegt es keinem Zweifel, daß bei der diesmaligen Aufführung allen Besuchern wiederum ein genußreicher Abend bevorsteht.

Darmstadt. Prinz Ludwig von Battenberg hat, wie dieD. Ztg. erfährt, eine Signal-Maschine er⸗ funden, welche wahrscheinlich von dem britischen Ad miralitätsamte adoptirt wird. Der Prinz ist augen⸗ blicklich damit beschäftigt, die Fehler, welche sich bei der offiziellen Prüfung der Erfindung herausstellten, zu verbessern.

Allerlei.

Wiesbaden, 18. Okt. Schlimme Folgen hatte ein Wortwechsel zwischen den Soldaten Bohrer aus Elsaß und Block aus Fulda heute in der Kaserne. In der Mannschaftsstube der 13. Kompagnie des Füs.⸗Regts. Gersdorff stach Bohrer beim Frühstück im Streite um ein Stück Kommißbrod mit dem Brodmesser nach Block und traf denselben so unglücklich ins Herz, daß Letzterer nach einer Stunde im Lazareth verschied.

Cassel, 20. Okt. Im hiesigen Zuchthause an der Fulda, in welchem nur schwere, zu längeren Zuchthaus⸗ strafen verurtheilte Verbrecher untergebracht werden, ist gestern Abend um 8 Uhr eine Meuterei vorgekommen, indem vier der schwersten Verbrecher den Aufseher ge meinschaftlich überfielen und einen Ausbruch unternahmen. Sie sprangen über eine Mauer direct hinunter in die Fulda, die hier sehr tief ist. Einer der Flüchtlinge, welcher nicht schwimmen konnte, blieb zurück und wurde alsbald wieder festgenommen, nachdem er flehentlich bat, doch nicht auf ihn zu schießen, er komme schon von selbst zurück. Die drei Andern schwammen hinüber und ver⸗ bargen sich auf einer kleinen Insel. Der Wachtposten eilte sofort herbei und gab 4 Schüsse auf die Schwimmen⸗ den ab, doch konnte er bei der herrschenden Dunkelheit nicht zielen. Zwei der Flüchtlinge wurden von dem alarmirten Aussichtspersonal, das mit Kähnen nachsetzte, wieder aus dem Wasser gefischt, bezw. aus dem Versteck im Weidengebüsch geholt, der Dritte, der schlimmste von Allen, ist entkommen. Er heißt Biermann und ist wegen Straßenraubes ꝛc. zu 15 Jahren Zuchthaus ver⸗ urtheilt, wovon er erst ein Jahr verbüßt hat. Bier- mann ist ein ganz gefährlicher Verbrecher, der längere Zeit die westfälische Industriegegend unsicher machte.

Offenburg, 20. Okt. Ein Eisenbahnunglück fand zwischen Appenweier und Offenburg statt. Dreißig zertrümmerte Wagen sperren die Bahn.

Detroit, 20. Okt. Bei Michigan fand ein Zu sammenstoß zweier Züge der Grand Trunkbahn statt. 25 Leichen sollen bereits unter den Trümmern her vorgezogen sein. Der Zug gerieth in Brand und wurde vollständig zerstört.

Was soll der Landwirth jetzt thun, um einer etwaigen Futternoth im Nachwinter und Frühjahr vorzubeugen?

In Folge der reichlichen Niederschläge im Nach sommer und Herbst ist allenthalben noch reichlich Futter gewachsen; Klee und Wiesen haben noch gute Schnitte geliefert, und insbesondere sind die Hilfs- und Stoppel⸗ futtersaaten, welche in diesem Jahre erfreulicherweise in großem Umfange zur Ausführung gekommen sind, mit wenigen Ausnahmen vortrefflich gerathen. Dazu kommt jetzt die Rüben- und Gemüse-Ernte, welche in den Blättern, Strünken und sonstigen Abfällen im Augenblicke große Futtermengen liefert. Es kann also Futternoth nicht die Rede sein; im Gegentheil wird sich vielfach ein Ueberfluß bemerkbar machen, welcher um so fühlbarer wird, je mehr die Viehstände mit Rücksicht auf die Futternoth im Sommer Diese Thatsache zeigt auch ihre Wir⸗ kung in dem Sinken der Kraftfutterpreise, sowie in dem Steigen der Viehpreise. Dem vorsichtigen Landwirth ist hierdurch Anlaß zu allerlei Erwägungen gegeben, und wir wollen ihm durch gegenwärtige Zeilen einige Unterstützung hierbei bieten. Die Erwägungen werden namentlich auf folgende drei Punkte sich richten: 1. Wie vermeidet man eine Verschleuderung des Herbst⸗ futters? 2. schon wieder

ergänzt werden?

oder ist ein Abwarten anzurathen? Die großen Futter⸗ ö welche sich momentan ergeben, besitzen einen außerordentlich hohen Wassergehalt. Dieser ist in mehr⸗

Sollen die reduzirten Viehbestände jetzt männischen Standpunkte aus betrachtet,

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theilig auf den Verdauungsapparat, was ja an der vermehrten sehr dünnen Kothausscheidungen zu erkenner

facher Beziehung nachtheilig. Einerseits wirkt er nach N

ist. Diese Wirkung wird durch den höhen Salzgehalt

einiger Futtermittel(3. B. der Rübenblätter) wesentlich unterstützt, bezw. verschärft. Auch Ansammlung von Gasen im Magen ꝛc.(Aufblähen, Trommelsucht) kommt vor und deutet auf gestörte Verdauung(3. B. nach unvorsichtiger Verabreichung jungen Klees). Wie nach⸗ theilig das unter Umständen für die Gesundheit der Thiere und für den Geldbeutel werden kann, hat leider mancher Landwirth schon bitter empfinden müssen. Andererseits ergibt sich aber hieraus auch eine ganz unvollkommene Ausnutzung der Futtermittel, die in einem futterarmen Jahre und auch deshalb um so nachtheiliger ist, weil manche dieser Futterstoffe. B. junger Klee, Rübenblätter u. dgl.) reich sind an Gro teinstoffen, den werthvollsten Bestandtheilen unserer Futtermittel. Endlich hindert der hohe Wassergehalt der gedachten Futtermittel die längere Auf n im frischen Zustande und macht im Verein mit der feuchten Herbstwitterung die Konservirung durch Trocknen in der Regel unmöglich. Unter diesen Umständen it es denkbar, und es kommt in der Praxis oft genug vor, daß viel von diesem an sich werthvollen Futter zu Grunde geht, oder doch nicht genügend ausgenutzt wird. Was kann und soll nun dagegen geschehen? Wir meinen, es müßte: 1. das wasserreiche Futter stets nur unter genügender Beigabe von Rauhfutter(be⸗ sonders Stroh) und nicht in zu großen Gaben auf ein mal verfüttert werden; 2. die Verabreichung des pro⸗ teinarmen Grünmaises neben proternreichem Grünfutter W Klee und Rübenblättern) sehr vortheilhaft für die Ausnutzung und den Erfolg des Futters sein; 3. das Grünfutter, welches im Augenblicke nicht vortheil⸗ haft verwendet und ausgenutzt werden kann, in Gruben eingemacht(eingesäuert) werden. Das Einsäuern dez Futters ist ein alt bewährtes Verfahren der Futter konservirung, welches in vielen Gegenden alljährlich mi ausgezeichnetem Erfolge zur Anwendung kommt und bei uns eine viel größere Beachtung verdient, namen lich im laufenden Jahre. Das Verfahren ist sehr ein, fach, verursacht einen kaum nennenswerthen Aufwand und schlägt bei sorgfältiger Ausführung nie fehl. Ez werden an einem trockenen, gegen Grund- und Tag, wasser geschützten, am besten etwas erhöhten Platze, welcher vom Hof bequem zu erreichen ist, Gruben aus, gehoben von ca. Im Tiefe und2 m Breite mit wenig abgeböschten Wänden. Die Länge richtet sich, nach der Menge des einzusäuernden Futters. Wichtig ist, daß Wände und Boden so glatt und rein wie mög⸗ lich herausgearbeitet werden. In diese Gruben werden nun die Grünfuttermittel am besten im Gemisch, wobei Maisstengel zu schneiden sind schichtenweise eingefahren, ausgebreitet und sorgfältig festgetreten, so daß Zwischenräume, die mit Luft gefüllt sind, nach Mög⸗ lichkeit vermieden werden. Auf letzteren Umstand komm es hauptsächlich an, und es gelingt dies thatsächlich am besten, wenn alle Grünfutterarten, wie sie sich im Herbste ergeben, im Gemenge in die Gruben eingefüllt werden Die Zwischenräume, welche beispielsweise zwischen den geschnittenen Maisstengeln entstehen, werden durch Rüben. blätter, Stoppelerbsen und-Wicken zc. vorzüglich aus, gefüllt, und das ganze Futter gewinnt an Qualitat weil ein besseres Nährstoffverhältniß hergestellt wird Manche Landwirthe meinen, das Futter durch Beigabe; von Viehsalz verbessern, bezw. konserviren zu sollen, Wir können dazu nicht rathen; einerseits ist dieser Auf, wand nicht nöthig, andererseits kann eine Steigerung des Salzgehaltes, wie wir oben gesehen haben, nich vortheilhaft sein. Von einem Landwirthe, welcher e⸗ besonders gut machen wollte und die Rübenblätter bein Einmachen gesalzen hat, erhielten wir die Mittheilung daß das Vieh das so hergestellte Futter verschmäh habe. Sind die Gruben bis zu ½ Meter über der! Erde dachförmig angefüllt und ist die Masse recht sest. getreten, so gibt man eine starke Erddecke. Je stärker: letztere ist, um so größer ist der Druck und der Luft abschluß; desto besser hält sich das Futter. Schließlic wird um die gedeckten Gruben ein Graben zum Abe fangen und Ableiten des Tagwassers angelegt. In Laufe der Zeit in Folge der Senkung der vergährem⸗ den Masse in der Erddecke entstehende Risse un Sprünge sind sogleich sorgfältig auszubessern bezw. zu: schließen. Mancher Landwirth könnte sich durch di! reichlichere Futterproduktion, welche sich im Herbste ein, gestellt hat, verleitet fühlen, behufs besserer Ausnutzung des Futters und um Futtervergeudung zu vermeiden. den redurzirten Viehstand wieder zu ergänzen, bezw. den Viehstand zu vermehren. Hiergegen lassen sich allerlei Bedenken geltend machen. Zunächst ist dies mi Rücksicht auf die Futterverwerthung nicht nöthig, wem die vorstehenden Rathschläge befolgt werden. Es 11 besser, einen kleineren Viehstand gut, als einen größeren Viehstand schlecht zu ernähren. Der Futterüberfluß ic ferner nur vorübergehend. Im Winter und Nach. winter wird sich die geringe Ernte an Heu und Stroß schon fühlbar machen, und was uns das nächste Früh⸗ jahr bringt, wissen wir heute noch nicht. Endlich in eine starke Viehhaltung im laufenden Jahre bei den hohen Marktpreisen fuͤr Rauhfutter, vom geschasts⸗ nichts Verlocken.

ö Soll das für den des, und was die Viehpreise anbelangt, so können diese Winter erforderliche Kraftfutter jetzt angekauft werden, momentan zur Ergänzung des Bestandes auch

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reizen. Wenn der Futterüberfluß des Herbstes nach⸗

lassen und der Mangel sich wieder fühlbarer machen! wird, nimmt die Lust zum Viehankauf voraussichtlich

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