Beilage.
Obethessischer Anzeiger. 1
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i Deutsches Reich. Berlin. Der Kaiser wird, wie es heißt, „ Jun n bis Ende dieser Woche in Kiel bleiben und
sicherem Vernehmen nach werde der Kaiser gegen Ende des Monats nach Potsdam zurück— 5. Jun: kehren und an einem der ersten Tage des Juli tär⸗ Cg den Reichstag persönlich eröffnen. Der„Reichs-
4 fl anzeiger“ publizirt eine kaiserliche Verordnung. lu, wonach der Reichstag auf den 4. Juli einbe— rufen wird. Die„Voss. Ztg.“ verzeichnet das
Ju 90 7*— 1 f 0 Vd he 0 voraussichtlich erst Sonntag Abend wieder im en Mun 0 Neuen Palais eintreffen.
der I Berlin. Die„N. A. 3.“ theilt mit,
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den Finanzministern der Bundesstaaten über Zoll- und Steuerfragen stattfinden sollen.
— Nach der„Nordd. Allg. Ztg.“ hat der Eisenbahnminister zur Linderung des befürchte— ten Stroh- und Futtermangels für die in Be— kracht kommenden Objekte auf den preußischen und elsaß⸗lothringischen Eisenbahnen vorüber— gehend die Frachttarife bedeutend ermäßigt. Kiel, 21. Juni. Der Kaiser begab sich beute Vormittag vom Bord der Pacht„Hohen ollern“ zur Besichtigung des Nordostseekanals
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%, auf einer Dampfpinasse nach Holtenau und gekocht der d N etzte darauf die Reise nach Lebensau fort. 5 2 0 Lachdem er den Grundstein zu der Hochbrücke ae, ei Lebensau gelegt hatte, begab er sich nach
Dana ALbnigsföhrde, wo das Frühstück eingenommen Pang vurde. und bester Ou 4
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 21. Juni. die heute auf Schloß Fischhorn stattfindende Trauung des Erbgroßherzogs von Luxemburg nit der Prinzessin von Braganza wurde nach ner zwischen den Verlobten getroffenen Ver— Anbarung nach katholischem Ritus durch den Erzbischof von Salzburg vorgenommen, nachdem er erforderliche päpstliche Dispens für die bonfessionell gemischte Ehe, nach vorhergegan— ener Sicherstellung der katholischen Kinderer— 1 950 fehung, erlangt worden ist.
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Montenegro ab, angeblich in wichtigen Staats— seschäften.
1 Graz, 22. Juni. 13
5 0 4 Lozialisten wurden gestern verhaftet.
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03. sitens der Polizei eine Versammlung aufge—
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lr: bla“ nehrere Pesonen. Später wurde Militär ust 9) G0 giquirirt. 5 l f 1 5 eng Frankreich. Paris. Die Besserung in f 150 m Befinden des Präsidenten Carnot ist so 1 ae, zeit fortgeschritten, daß die Veröffentlichung 1, Ir Bulletins eingestellt wird. i ag Spanien. Madrid, 21. Juni. Zwei Jul Miarchisten, welche an der Wohnung Canovas * 1 ie Bombe niederlegten, wurden durch das nem q frühe Platzen derselben zerschmettert. Der s Zul Sthaden an dem Gebäude ist unbedeutend.
derber, e 21. Juni. In der Umgegend von
Brnragossa brach eine Meuterei aus; 100 Ar⸗ ter gingen mit Steinwürfen und Revolver— iüßen gegen das Haus der Unternehmer vor. de Gendarmerie stellte die Ruhe wieder her,
Gerücht, daß im Falle der Annahme der Militärvorlage im Herbst Konferenzen zwischen
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Remington-Gewehre sollen für
beschlagnahmt; dieselben Marocco bestimmt gewesen sein.
Aus Stadt und Land. Friedberg. Sonntag den 25. Juni feiern Spengler K. Frick und seine Ehefrau Margaretha, geb. Reuß das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die Jubilare sind beide noch sehr rüstig. 0
d. Friedberg. Das Ober⸗-Rosbacher Kirschenge— schäft geht noch immer flott. Seit 8 Wochen passiren täglich 10—12 Fuhren à 50 Körbe unsere Stadt um per Bahn nach Norden befördert zu werden. Einer so reichen Kirschenernte weiß man sich in Ober-Rosbach kaum zu erinnern. Berechnet man den Korb durch— schnittlich mit 3,50 M., so ergibt solches schon die nette Summe von annähernd 90,000 M. für die Gemeinde.
d. Gießen. Im Hotel Prinz Karl tagte heute unter dem Vorsitz des Grafen Solms-Laubach der Aus— schuß der landwirthschaftlichen Vereine für die Provinz Oberhessen. Einziger Gegenstand der Berathung bilden— ten die Maßregeln zur Abhülfe des gegenwärtigen Nothstandes der Landwirthschaft, besonders der großen f Es wurde freudig begrüßt, daß die Großh.
Futternoth. Regierung in jeder Weise mit möglichster Beschleunig ung dem Nothstand abzuhelfen sich bereit gezeigt hat. Die Beschlüsse des Ausschusses der landwirthschaftlichen Vereine wurden einstimmig gutgeheißen. Es wurde mitgetheilt, daß seitens des Großh. Staatsministeriums bereits vor Zusammentritt der Kammer 300 Waggon Torfstreu, 3000 Sack Mais, 3000 Sack Palmmehl be⸗ stellt worden seien. Verschiedene Ausschußmitglieder be— theiligten sich an den Besprechungen, in denen praktische weitere Vorschlüäge gemacht wurden, so Provinzial⸗ Direktor Fhr. v. Gagern, v. Oven, Meinert, Backhaus, Forstmeister Stockhausen und Andere. Alle waren der Ansicht, daß für erleichterten Bezug von Streumitteln und Futterartikeln die Hülfe des Staates nothwendig sei. Von dem Landtagsabgeordneten Grafen Oriola wurde hervorgehoben, daß es gelte, rasch und energisch Hude zu schaffen, daß er nicht zweifle, daß auch der andtag bereit sein werde, den schwergeschädigten Land— wirthen, besonders den kleinen, die am schwersten be troffen sind, die nöthigen Mittel zu bewilligen. Er werde hierfür im Landtag aufs Entschiedenste eintreten. Eine der wichtigsten Beschlüsse dürfte der sein, Großh. Staatsregierung zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die Militärverwaltung in den nothleidenden Landes— theilen abzugebendes Vieh für die militärischen Con⸗ servenfabriken ankaufen lassen möge. Wir können nur wünschen, daß es der Regierung und den Kammern gelingt, möglichst dem bestehenden Nothstande zu steuern.
Mainz, 21. Juni. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern Abend in einem Hause der Janggasse ereignet. Ein Dienstmädchen leuchtete der Herrschaft die Treppe hinauf, trat dabei fehl und stürzte die Treppe hinunter, die Petroleumlampe explodirte und die Kleider des Mädchens standen sofort in Flammen. Die im Hause wohnenden Leute eilten schnell herbei, rissen dem Mädchen die brennenden Kleider in Fetzen vom Leib und brachten es dann ins Spital.
Worms, 21. Juni. In Haft kam ein 16jähriger Schlossergeselle wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, be— gangen an einem 6jährigen Mädchen.
Allerlei. Schierstein, 20. Juni. Heute Nachmittag gegen 6 Uhr ereignete sich in unserxem Orte ein schrecklicher Un— glücksfall. Ein 20jähriges Mädchen goß, da das Feuer nicht recht brennen wollte, Petroleum in dasselbe. Das Feuer schlug zurück und die Kleider des Mädchens standen sofort in hellen Flammen. Coblenz, 20. Juni. Im benachbarten Wallers— heim ist in vergangener Nacht ein Raubmord ausge— führt worden; die Wirthin Wittwe Müller, eine alte
und Füßen gefesselt, erschlagen im, Bette aufgefunden. Der Mörder ist von derzgegelbahn aus ins Haus ge⸗ drungen. Vom Thäter fehlk bis jetzt jede Spur. Augsburg, 21. Juni. Der Raubmörder Kratzer legte noch ein An e N ab. Die Hin⸗ richtung erfolgte heute früh 6 1— 8 8 A8, 0 Juni, ee benachbarten Müsen wüthet seit 2 Uhr eine Feuersbrunst, die 25—30 Häuser, darunter die Schule, zerstört hat. Die Kirche ist völlig ausgebrannt.— Stade, 20. Juni. Heute hat Scharfrichter Reindl aus Magdeburg den vom Schwurgerichte am 9. Nov. vor. Is. wegen Raubmords zum Tode verurtheilten Dienstknecht Handt hier hingerichtet. 25 Breslau, 21. Juni. Wegen der Aufforderung, einen hiesigen Metzgerladen zu stürmen, wurden weitere 7 Verhaftungen vorgenommen. Für heute stehen poli— zeiliche Maßnahmen bevor. 8 Agram, 21 Juni. Gestern Abend 10½ Uhr wurde hier ein ziemlich starkes, 4 Sekunden andauern⸗ des Erdbeben verspürt. Schaden wurde nicht ange—
22. Juni. Gestern wurde eine weitere zahl Anarchisten verhaftet. a Barcelona, 20. Juni. Auf einem hier vor baker liegenden Schiffe wurde eine Menge
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alleinstehende Frau, wurde heute Morgen, an Faden wer afprucung
richteten Gewitter großen Schaden an, mehrere Per⸗ sonen wurden erschlagen; ganze Flächen Land und Stadt— theile stehen unter Wasser. Einige leichtgebaute Häuser wurden weggeschwemmt.
Madrid, 21. Juni. Gestern Abend stürzte ein großer Cirkus ein, wobei viele Personen verschüttet wurden. Die Zahl der Todten ist noch nicht bekannt.
Petersburg, 22. Juni. Aus Romanovw Borisso⸗ glebsk wird gemeldet: In der Auferstehungskathedrale entstand bei der Prozession, an welcher eine zahlreiche Menschenmenge theilnahm, durch plötzliche Feuerrufe eine Panik. Eine Ausgangsthür war verschlossen und hier entstand ein furchtbares Gedränge, wobei viele Personen erstickten.
Kairo, 21. Juni. Laut Nachrichten von hier ist die Cholera unter den egyptischen Pilgern in Jeddah ausgebrochen.
Peking. Die seit einiger Zeit in der chinesischen Provinz Schansi herrschende Hungersnoth, die in Folge einer langen Dürre ausbrach, hat, dem„O. Bl.“ zu⸗ folge, Tausende von Opfern gefordert. In der 122 deutenden Stadt Kuei-Hun⸗Tschang sollen allein gegen 10,000 Personen Hungers gestorben sein und auf dem Lande ist die Todesrate verhältnißmäßig noch be— deutender gewesen.
Aus dem Bericht über die Thätigkeit des Chemischen Untersuchungsamts für die Provinz Oberhessen in der Zeit vom 1. Mai 1891 bis 1. April 1892 theilen wir die folgenden Daten, die für ein größeres Publikum von Interesse sein dürften, mit: Am 1. Mai 1891 wurde das chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen als öffentliche Anstalt zur technischen Unter⸗ suchung von Nahrungsmitteln, Genußmittel und Gebrauchsgegenständen eröffnet, nachdem durch Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz die geplante Ver— bindung des Untersuchungsamts mit dem hygie— nischen Institut der Landesuniversität gut ge— heißen worden war. Wenn das Untersuchungs— amt auch in erster Linie dazu bestimmt ist, die Durchführung des Reichsgesetzes, betreffend den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen vom 14. Mai 1879 nebst seinen Ergänzungsgesetzen zu überwachen, so mußte es doch auch für Untersuchungen anderer Art wie z. B. von technischen Pro— dukten offen stehen. Der Unterzeichnete, dem die Dienststelle des Chemikers bei der ge⸗ nannten Anstalt übertragen wurde, konnte, nachdem er die ersten zwei Wochen die aller— nothwendigsten Einrichtungs-Gegenstände be— schafft und die unumgänglichsten Vorberei— tungen getroffen hatte, am 15. Mai 1891 seine praktische Thätigkeit beginnen, seit welcher Zeit also das Untersuchungsamt der öffent— lichen Benutzung zugänglich ist. Als Gebühren— tarif war der Tarif des chemischen Untersuch— ungsamts für die Provinz Rheinhessen vor— läufig ohne Aenderung adoptirt worden. Wenn die Benutzung des Amtes auch in erster Linie durch Behörden geschah, so zeigte doch die für das erste Betriebsjahr sehr rege zu nennende durch Privatpersonen auch, daß die Errichtung der Anstalt einem gefühlten Mangel Abhilfe brachte. Von Behörden, die Gegenstände zur Untersuchung einlieferten, ist in erster Linie(Großh. Bürgermeisterei bezw.) Großh. Polizeiamt Gießen, zu Mennen, welches in dankenswerthester Weise allen Wünschen des Unterzeichneten entsprach, so daß in hiesiger Stadt eine ziemlich umfassende Controle des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln ermöglich wurde. Ueber die Zahl und die Art der vom 15. Mai 1891 bis 1. April 1892 ausgeführten Analysen gibt folgendes Verzeichniß Aufschluß. Gegenstände der Unter— suchung waren: Apfelwein, Bier, Branntwein, Brod, Butter, Cacao, Cocosbutter, Dünge— mittel, Fleischwaaren, Fruchtmarmelade, Frucht— saft, Futtermittel, Gase, Geheimmittel, Gewebe, Gewürze, Gries, Honig, Kaffee ungebrannt,
Paris. Nach dem Bericht an die Sanitätsbehörde ist Cholera und Typhus im Abnehmen begriffen. London, 21. Juni. Im Westen von England
Kaffee gebrannt, Kaffeesurogate, Kochgeschirre, Leichentheile, Mehl und Kleien, Milch, Nudeln,


