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Betreffend: Die Festsetzung der ortsüblichen Tagelöhne, sowie des durchschnittlichen Jahresarbeits⸗ verdienstes land⸗ und forstwirthschaftlicher Arbeiter. g 1 5 g 5 Das Großberzogliche Kreisamt Friedberg an die Großberzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

In Gemäßheit des§S 3 der Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 30. September 1890(Reg.⸗Bl.

Nr. 40) hat eine Erneuerung der obigen Festsetzungen zu Ende dieses Jahres stattzufinden.

Wir veranlassen Sie, nach Anhören des Gemeinderaths bis zum 1. Januar k. J. zu berichten, ob und eventuell welche Ver⸗ änderungen der für Ihre Gemeinden dermalen geltenden Sätze angezeigt erscheinen und aus welchen Gründen.

Betreffend: Das Gewicht des Brodes.)

Friedberg den 19. Dezember 1893.

Friedberg den 19. Dezember 1893.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Großh. Gendarmerie des Kreises.

Der Artikel 186 des Polizeistrafgesetzes bestimmt: g Bäcker und Brodhändler, welche entweder Brod verkaufen, dem

das Gewicht mangelt, zu welchem sie dasselbe

boten haben, oder in deren Gewerbslokalen dergleichen zu leicht ge gebackenes Brod sich vorfindet, verfallen neben Confiscation des zu leicht gebackenen Brodes in eine Strafe von 1 bis 10 fl.

Die Bestimmungen sind so auszulegen, daß ein Brod nur dann als vollwichtig zu betrachten ist, wenn es zur Zeit des Verkaufs bezw. einer von Ihnen vorgenommenen Revision der Gewerbslokale das vor

zum Verkäufe ausge

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keine

daß das beim Backen 1

geschriebene Gewicht hat, einerlei wie alt das Brod ist.

des später verdunstenden Wassers ist, und daß das Verhältniß der Brod- zu den Getreide-Preisen ein für die Bäcker äußerst günstiges ist.

nothwendige Mehrgewicht lediglich das Gewicht

Ur. Braden.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 18. Dez. S. K. H. der Großher zog ist gestern von Coburg hierher zurückgekehrt. S. K. H. der Großherzog und die Prinzessin Alix werden über die Weihnachtsfeiertage bei dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen in Kiel verweilen. Wie aus Koburg gemeldet wird, würde die Verlobung S. K. H. des Großherzogs mit der Prinzessin Victoria von Koburg in den nächsten Tagen offiziell be kannt gegeben.

Berlin. DieNationalztg. erfährt zu verlässig, daß die Nachricht, die Regierung plane die Konservirung der Zuckerprämie über den festgesetzten Zeitpunkt hinaus, unbegründet sei und mit Unrecht für offizibs gehalten worden ist.

18. Dez. Der deutsche Gesandte in Athen ist von seiner Regierung beauftragt worden, gegen die Einziehung der den Staatsgläubigern ver pfändeten Einkünfte zu protestiren; auch der französische und der englische Vertreter erhoben Einspruch. DieNordd. Allg. Ztg. schreibt dazu: So lange es sich nur darum handelt, daß ein Staat seine Schulden nicht bezahlt, die er vielleicht etwas leichtsinnig eingegangen ist, trifft das Risiko die Leute, welche die be treffenden Papiere angeschafft haben. Anders verhält es sich, wenn ein Staat wie Griechen land in rechtswidriger, willkürlicher Weise sich über Abmachungen pure hinwegsetzt, welche bezwecken, den Gläubigern eine bestimmte Sicher heit zu geben. Aus diesem Grunde beauftragte die kaiserliche Regierung, ebenso wie die fran zösische, ihren Vertreter in Athen zunächst zu formellem Protest.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Prag, 19. Dez. In dem benachbarten Rakonitz wurde heute Abend das Haus des Advokaten r. Wolf durch eine Dynamitexplosion vollständig zerstört. Die Mauern sind zerrissen, Thüren und Fenster wurden herausgehoben; auch die Nachbarhäuser sind furchtbar zugerichtet worden. e. Wolf, sowie dessen Frau und zwei Töchter wurden in ihrer Wohnung ohnmächtig aufgefunden, jedoch unbeschädigt. Dr. Wolf erzählte, daß er nach dem Abendessen einen Brandgeruch verspürt habe, unmittelbar darauf sei eine furchtbare Explosion erfolgt. Da gestern aus einem hiesigen Pulververschleiß 32 Kilogramm Dy namit gestohlen woren sind, nimmt man ein anarchistisches Attentat an.

Budapest, 18. Dez. Das Oberhaus nahm das Budget in der Generaldebatte an. Der Ministerpräsident erklärte betreffs der Valuta regulirung, er habe bezüglich der Durchführung und des Zeitpunkts dieselbe Anschauung, wie zur Zeit der Inangriffnahme der Operation und werde behufs momentaner Scheinerfolge nicht zu gewaltsamen Mitteln greifen. Einzelne nach theilige Erscheinungen könnten durch solche Mittel nicht beseitigt, sondern nur im Einklang mit der wirthschaftlichen Entwickelung dauernd gelböst werden. Der Justizausschuß des Abge ordnetenhauses nahm einstimmig nach einer sehr beifällig aufgenommenen Rede des Justiz ministers die Civilehe-Vorlage in der General

debatte an. Auch die der Opposition ange hörenden Ausschußmitglieder erklärten, die Vor lage anzunehmen, da die Annahme nicht als Parteifrage betrachtet werden könne. Die Spezialdebatte findet am 3. Januar statt.

Belgien. Brüssel. Beerngert verlangt für das Proportionalsystem ein entschiedenes Vertrauensvotum der Regierungspartei.

Frankreich. Paris, 18. Dez. Dem italienischen Journalisten Carotti wurde ein Ausweisungsbefehl zugestellt. DerPetite Re publique zufolge lege der Minister des Innern Listen der Auszuweisenden an; sie umfassen etwa 200 Anarchisten oder auswärtige Sozia listen, wovon die Hälfte Italiener sind. In Choisy⸗le-Roi wurden elf Personen verhaftet unter dem Verdacht, Mitschuldige Vaillant's zu sein. Die Polizei nahm Haussuchungen bei dem russischen Nihilisten Stackelberg, einen Freunde des Anarchisten Cohen, und auf der Redaktion der anarchistischen RevueEn Dehors vor. Die Polizei verhaftete den Anarchisten Merigeau, weil er verdächtig erscheint, ein Attentat vorzubereiten. Bei seiner Verhaftung versuchte Merigeau sich einer dolchartigen Stoß waffe zu bemächtigen, was durch die Polizisten verhindert wurde. In seiner Wohnung in Belleville wurden Papiere, Broschüren und eine Büchse mit Pulver beschlagnahmt. Die Büchse ist dem städtischen Laboratorium übergeben worden.

Amiens, 18. Dez. Gestern wurde im Central polizeikommissariat eine Bombe gelegt, deren Lunte abbrannte, ohne eine Explosion zu bewirken.

Italien, Rom. DieAg. Stefani? meldet: Die deutsche Regierung hat um die Zustimmung des Königs von Italien zur Er nennung von Bülow's zum Botschafter in Rom nachgesucht und dieselbe erhalten.

17. Dez. Der Ministerpräsident Crispi verfügte im Einverständniß mit dem Marine minister die Rückberufung des von der früheren Regierung nach Palermo entsandten Geschwa ders, da die dortige Lage eine derartige Ver fügung nicht erfordere. In einer dreistündigen Besprechung beriethen heute die Minister mit dem König die Lage Siziliens und die Even tualität, das Inkrafttreten des Bankgesetzes aufzuschieben. Sonnino ist dem Aufschub ge neigt, doch werden von Genua, Mailand und Turin aus Anstrengungen gemacht, um ihn von dieser Absicht abzubringen, da man dort vom Aufschub eine Verschärfung der Krise be fürchtet. Senator Rossi brachte eine Inter pellation, betreffend die Kündigung des Münz bundes ein, die er befürwortet.

19. Dez. Der Kammer wird morgen das Dekret, betreffend die Ueberwachung der Emissions.Institute, vorgelegt.

Serbien. Belgrad, 19. Dezember. Der Ministerrath beschloß einstimmig, dem Köuige abzurathen, das Begnadigungs-Recht gegen die liberalen Minister durch Unterdrückung des Prozesses auszuüben.

Griechenland. Athen, 19. Dez. Die Kammer nahm nach einer sehr bewegten Nacht sitzung die Vorlage über das finanzielle Arran

gement in dritter Lesung an.

Aus Stadt und Land. Friedberg. Der Kaufmann Montes in Caracas hat sich verpflichtet, in 2 Jahren 5000 Einwanderer für Venezuelazu liefern und zwar moͤglichst viele Deutsche. Binnen Kurzem wird man Loblieder auf Venezuela erschallen hören. Folge ihnen Niemand. Venezuela ist eine der faulen südamerikanischen Repu

Laubach, 17. Dez. Heute verstarb dahier Dekan K. Draudt. Derselbe war schon seit mehreren Wochen be⸗ urlaubt in Folge eines schweren nervösen Leidens. Der Verstorbene erfreute sich wegen der Biederkeit und Rein heit seines Charakters der allgemeinen Werthschätzuug und Verehrung.

Rüddingshausen. Die Leiche des seit dem 29. Nov. vermißten pensionirten Lehrers Trusheim von Wermertshausen wurde am 15. Dezbr. in einem nahen Walde gefunden. In dem Körper fanden sich mehrere Messerstiche. Es ist deshalb anzunehmen, daß derhochbe jahrte Mann das Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Mainz, 18. Dez. Es ist nunmehr auch gelungen, den Rädelsführer der in Mainz, Wiesbaden und Bischofsheim verhafteten Falschmünzerbande zu er mitteln und zwar in der Person eines von der Staats- anwaltschaft zu Frankfurt a. M. steckbrieflich verfolgten Schreiners, des Anarchisten und Falschmünzers Ruppert aus Hammelbach. Er wurde mit den 3 Falschmünzern im Bahnhof in Bischofsheim verhaftet, nannte sich aber damals Bernard und erst die Untersuchung ergab, daß man den berüchtigten Ruppert verhaftet hatte. Die Hauptverhandlung gegen sämmtliche Angeschuldigte,

Dr. Braden. 1

Daß somit die Bäcker genöthigt sind,(mit Rücksicht darauf, daß das Brod mit der Zeit in Folge der Verdunstung des darin enthaltenen Wassers, leichter wird) beim Backen ein größeres Gewicht zu nehmen, kann als eine unbillige Zumuthung nicht betrachtet werden, wenn man erwägt,

bliken, wo nichts zu holen und das Klima sehr ungesund ist. i

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etwa 9 Personen, wird in Wiesbaden stattfinden, da auch dort die Fabrikation des falschen Geldes stattgefunden hat.

Allerlei.

Frankfurt, 18. Dez. Heute verstarb hier im 57. Lebensjahre der auch in weiteren Kreisen bekannte P. Zademack, Ehrenmitglied und früherer langjähriger Regisseur des Frankfurter Stadttheaters.

Mannheim, 18. Dez. In der Nacht vom Frei⸗ tag zum Samstag wurde auf der Straße Schwetzingen Miugolsheim ein Raubmord verübt. Der Metzger Ries aus Mingolsheim hatte auf seinem Wagen einen Frem den Platz nehmen lassen, welch letzterer ihn dann unter wegs überfiel, mit Messer und Windkloben übel zu⸗ richtete, seiner Baarschaft im Betrage von 100 Mark beraubte und darauf flüchtete. Der Schwerverletzte wurde noch in der Nacht ins Akademische Krankenhaus nach Heidelberg verbracht. Die Staatsanwaltschaft fahndet nach dem unbekannten Thäter.

Karlsruhe, 16. Dez. Im Laufe eines zwischen einem Studenten und einem Schüler der hiesigen Ge werbeschule ausgebrochenen Streites ergriff ersterer einen Säbel und brachte damit dem Schüler eine so schwere Verletzung bei, daß dieser sofort den Geist aufgab.

Trier, 17. Dez. Auf dem Diedenhofener Bahnhof ereignete sich ein Zusammenstoß zweier Güterzüge und später noch die Eutgleisung eines andern Güterzuges.

Nürnberg, 16. Dez. Das oberpfälzische Schwur⸗ gericht in Amber verurtheilte den Schleifergesellen K. Gilch von Rückersrieth, der seine Frau erschlagen hatte, um seine Geliebte zu heirathen, zum Tode. 3

Bonn, 18. Dez. Auf einem wenig besuchten Platze fand man heute die Leiche eines in schlechtem Rufe stehenden Mädchens. Bei der Untersuchung ergab sich, daß ein geradezu scheußlicher Mord verübt worden war. Da dies innerhalb weniger Wochen der zweite Fall dieser Art ist, herrscht in der Stadt große Aufregung. Zwei Verdächtige wurden verhaftet.

Köln, 19. Dez. Heute wurde der Doppelmörder Am Winckel, der am 9. Okt. seine Braut vorsatzlich mit Ueberlegung, die Ehefrau Nelles mit Ueberlegung tödtete und den Ehemann Nelles ohne Ueberlegung zu tödten versuchte, wegen des ersten Verbrechens zum Tode und wegen der beiden letzten Anklagen unter Berne mildernder Umstände zu 10 Jahren Zuchthaus und Jahren Ehrverlust verurtheilt. Der Angeklagte erklärte sich mit dem Urtheil einverstanden und lachte cynisch vor sich hin.

Köln, 16. Dez. Die in der Zugasse wohnende Frau Zistermann hat heute Nachmittag ihren Mann im Streite erstochen.

Kiel, 13. Dez. In dem Dorfe Kleinsee bei dem

dortigen Kaufmann Lorenzen brach in später Abend-

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