artei.
—
deren Anzah Geburt eines zy
hocherfreut
Rergard ue
geb. Kropf
Ni
tente bte
7 Berei r. Versammlag ung: Ergehus
—
L Bruun
den 18. N. n- Fest awk l n der ganzen vriedberg Aus ein
C. Sab —
packung. eli ablial
Beilage.
Obe
chessiscer Aupiger
69.
Der Mond und das Wetter.
„Wer unbefangen einen Rückblick wirft auf die vielfachen Versuche einer Wetterprognose auf Grundlage der Mondbewegungen, welche in den letzten Jahrzehnten aufgetreten sind, der sieht sich vor einem der interessantesten, aber auch einem der unerfreulichsten Kapitel aus der mensch— lichen Erkenntniß. Mit geringen Varianten sehen wir einmal übers andere denselben Vorgang sich abspielen, den man im Zeitalter der Natur⸗ wissenschaften und der Kritik, in den wir leben, kaum für möglich halten möchte: Es tritt, meist veranlaßt durch irgend ein Ereigniß, das die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenkt, ein Mann auf, der mit imponirender Sicherheit be— hauptet, daß er den Schlüssel zur Voraussicht der Witterungsänderungen gefunden habe; statt einen irgendwie stichhaltigen Beweis aus der Vergangenheit zu führen, beginnt derselbe sofort mit Wetterprognose; das Publikum ist von der fühnheit des„nichtzünftigen Gelehrten“ be— stochen und fühlt Sympathie zu demselben, da es leicht bereit ist, in ihm ein verkanntes, von dem Ring der staatlich angestellten Fachleute
niedergehaltenes Genie zu sehen; es beachtet die
zufälligen Treffer und vergißt schnell die ebenso zufälligen Mißerfolge seines Lieblings, bis es sich nach einigen Monaten oder Jahren, theils durch das erkaltete Interesse, theils durch einige
Hbesonders eklatante Mißerfolge veranlaßt, von
der Sache abwendet und von der ganzen Episode ichts Dauerndes nachbleibt, als event. eine oder die andere wissenschaftliche Untersuchung, welche ein mehr oder weniger zünftiger Gelehrter dei dieser Veranlassung gemacht hat.“ Mit diesen Worten ungefähr kennzeichnete treffend einer inserer namhaftesten Forscher auf meteorolo— gischem Gebiete vor etlichen Jahren schon den wackeligen Zustand aller der im Laufe der Zeit zuf die Mondbewegung gegründeten Blindlings— brophezeihungen. In den 60er Jahren war s der Amerikaner Saxby, in den Söer der be— züchtigte Overzier und heute ist es der vielge⸗ tannte Falb, der wieder mit seinen auf die Mondbewegungen gegründeten Prognosen nun— nehr zu einer wahren Landplage geworden ist.
Allerdings hat ja die Natur selbst durch die.
klatanten Witterungsvorzüge der allerletzten Zeit schlagend jene unbewiesenen Theorien eines Nondeinflusses desavouirt und katastrophen⸗ artig dürfte das Ende der Falb'schen Episode im Jahre 1893 werden; so war es bei Overzier, 0 war es bei Saxby und Anderen. Möchte ieser Bescheid eine recht nachhaltige Wirkung usüben. Wenn diese Mißerfolge dazu bei— ragen, im Publikum den Irrthum zu beseitigen, ils gäbe es einen andern Weg, Wissenschaft zit Erfolg zu treiben, als den des langsamen Fortbaues auf der Arbeit von Jahrhunderten, Y sind sie mit Freuden zu begrüßen. Niemals narf vergessen werden, so sagt der hochverdiente Chef der deutschen Seewarte, I). v. Neumeyer, laß die Prognose auf jedem Gebiete die letzte Lrönung eines Gebäudes ist, das erst aus Kennt⸗ lssen und Erkenntnissen aufgebaut sein muß, he dieses oberste Stockwerk aufgesetzt werden
nn. Von diesen Kenntnissen besitzen wir aber
kuf dem Gebiete des Mondeinflusses sehr wenige und mei st negative, von Erkenntnissen noch veniger, und wer also auf diesem Gebiete anders arbeitet, als durch Beitrag zu diesen Funda— enten, von dem kann man von vornherein scher sein, daß er nur sich und Andre in Irr⸗ tum führt. Das Arbeiten an jenen Funda⸗ menten ist dagegen verdienstlich, erfordert aber en großes Maß von Schulung in wissenschaft— chen Methoden und von Klarheit, um nicht zu Trugschlüssen zu führen. Noch jüngst wurde Ir Wunsch bekannt gegeben, es möchten doch die vertreter der ehrlichen Wetterkunde einmal einige
Jahre lang Statistik über Fal s Prophezeihungen notiren und veröffentlichen. Wir bemerken, daß dies bereits in verschiedenen Arbeiten geschehen ist, die an Gründlichkeit gar nichts zu wünschen übrig lassen. So befaßt sich eine größere Unter— suchung des bekannten Direktors des sächsischen meteorologischen Dienstes, Prof. Paul Schreiber, mit Falbs kritischen Tagen, gestützt auf die seit langer Zeit in Sachsen gemachten Regenbeob— achtungen; die„Schweizer Lehrerzeitung“ widmet derselben einen trefflichen Artikel mit eigenen Beobachtungen und Anschauungen, In seiner mühevollen Arbeit hat Prof. Schreiber Regen— mengen für jeden Tag des Mondes(also Neu— mond, erster, zweiter u. s. f. Mondtag), nach— her aus den 27 Jahren ein Mittel hergestellt, sowie das allgemeine Regenmittel für einen Tag überhaupt. Was ergeben diese gewiß nicht an— zufechtenden Zahlen? Es zeigt sich absolut keine Regelmäßigkeit; die mittleren Regenmengen der Tage der Mondperiode schwanken ganz regellos um das allgemeine Tagesmittel. Der Tag des Neumondes, der Regenhäufigkeit haben sollte, steht unter dem allgemeinen Mittel, der Voll— mondtag darüber, aber das Maximum der Regenmeuge trifft auf den 6. Tag vor Neu— mond, also um das letzte Viertel, welches nach Falbs Theorie wenig Regen haben sollte. Es wurden ferner die Tage auf ihre Regenhäufig— keit untersucht, also darauf, wie häufig regne— risches oder trockenes Wetter zu der Zeit der Viertel oder des Voll- und Neumonds herrschte. Auch darin zeigt sich absolut nichts zu Gunsten der Falb'schen Theorien, sondern die Resultate sprechen dagegen. Um nur eins aus dieser Untersuchung zu erwähnen, theilen wir mit: Starke Niederschläge sind zur Zeit des ersten Viertels am häufigsten, zur Vollmondzeit am seltensten. Sehr starke Niederschläge sind be— sonders häufig zur Zeit des letzten Viertels, selten bei Neumond. Nach Falb'scher Theorie müßten starke und sehr starke Niederschläge zur Zeit des Voll- und Neumonds am häufigsten sein, wir haben also einfach da Maxima, wo nach Falb Minima sein sollten und umgekehrt. Die gesammten Untersuchungen in dieser ver— dienstvollen Arbeit, welche 200000 Einzelbeob— achtungen umfassen, haben gezeigt,„daß von einem Einfluß des Mondalters auf Häufigkeit und Auftreten starker Regenfälle, also auch der Gewitter, bei uns nicht die Rede sein kann“ und damit ist auch die völlige Halt- und Werth⸗ losigkeit der Falb'schen Theorie erwiesen. Eine andere meisterhafte Arbeit in dieser Sache, die uns ebenfalls so recht Aufklärung über den wahren Werth der Falb'schen Prognosen zu zu geben vermag, hat Prof. Pernter in Inns⸗ bruck zum Verfasser; erschienen ist dieselbe schon im vorigen Jahre in der Sammlung populärer Schriften, herausgegeben von der Urania in Berlin. Hier wird der ziffernmäßige Beweis erbracht, daß alle Erscheinungen, die Falb als ein Privilegium der kritischen Tage ansieht, genau ebenso oft auch an anderen Tagen ein⸗ treten; das traf den Nagel auf den Kopf. Prof. Pernter untersuchte alle Tage der drei sehr„kritischen“ Jahre 1888, 1889 und 1890, für welche Falb seine bekannten Kalender her— ausgegeben hat. Dabei wurden aber nicht nur die Erscheinungen in Europa untersucht, sondern für die ganze bewohnte Erde wurden die Stürme, Gewitter, Regenmengen, Schneefälle oder Hagel, Erdbeben, Grubengasexplosionen ꝛc. gewissenhaft notirt und verwerthet. Die ge⸗ sammte große und mühevolle Zusammenstellung ergab in Ziffern das bezeichnende Resultat: Der von Falb für die kritischen Tage und ihre Um⸗ gebung behauptete Mondeinfluß ist entweder gar nicht vorhanden oder wenn er vorhanden ist, kann er nur sehr gering und praktisch von der untergeordnetsten Bedeutung sein; noch mehr,
wenn Falb, statt Vollmond und Neumond, einen beliebigen anderen Tag zwischen diesen als kritischen bezeichnet hätte, so würde er damit so ziemlich die gleichen Erfolge erzielt haben, wie mit seinen jetzigen„kritischen“. Das ge⸗ nügt vollständig und heißt mit anderen Worten:
s geschieht an jedem Tage des Jahres auf der Erde irgendwo etwas ungewöhnliches; wäre ein großes, zusammenhängendes Netz von meteo— rologischen Beobachtungsposten über die ganze Erde ausgebreitet, wäre bei jedem Vulkan ein Beobachter aufgestellt, würden alle Erdbeben und Grubengasexplosionen verzeichnet und das Material an eine Centralstelle gesandt mit ge— nauer Datumsangabe, so würden wir sofort ersehen, daß ein gemeines Jahr 365 kritische Tage hätte, ein Schaltjahr noch einen mehr. Es ist noch nicht so lange her, daß ein Artikel— schreiber in einer bekannten Wiener Tages⸗ zeitung sich zu folgendem Erguß verstieg:„Falbs Theorie von den kritischen Tagen ist noch vor einigen Jahren von der Gelehrtenwelt stark angefochten worden.... Wie über Bauern— regeln und all' die vielen Sprüchlein, die sich auf die Voraussage des Wetters beziehen, so haben auch ursprünglich die modernen Astro— nomen und Meteorologen über die Berechnungen des Professors Falb ein Verdammungsurtheil gefällt und dieselben den Prophezeihungen der alten Zauberbücher gleichgestellt. Es sind mehrere Jahre vergangen, seitdem der deutsche Professor mit seiner Theorie vor die Oeffent⸗ lichkeit trat und ein gewaltiger Umschwung hat sich in den Fachkreisen vollzogen, die Falb'sche Theorie hat immer mehr und mehr Anhänger gefunden und aus den Reihen der Gegner wird einer nach dem andern begehrt.“... Heute tönt es wohl anders, tempora mutantur!
Ein gut Stück Erziehung liegt in folgender nachahmenswerther Einrichtung eines ost— preußischen Gutsbesitzers. Derselbe hat nämlich Unterhaltungsabende für seine Gutsleute ein— gerichtet. An jedem Mittwoch und Samstag nach dem Abendessen versammeln sich die Leute in einem besonderen Zimmer und hören den Vorträgen des Gutsherrn zu, welche sich nicht nur auf Landwirthschaft, sondern auch auf die einfacheren Vorgänge im politischen Leben er— strecken. Außerdem werden den Leuten beleh— rende Erzählungen vorgelesen, die neuesten Er— findungen erklärt und dergleichen mehr, und dieses fesselt die Leute derart, daß sie die Abende nie versäumen.
Eine ausgezeichnete Hufsalbe
erhält man, wenn man 1 Pfund Wachs, 1 Pfund Pech, 1 Pfund Butter, 1½ Pfund Talg, 240 Gramm Terpentin-, ebensoviel Baumbl und 1 Pfund frische, kleingeschnittene Zwiebeln untereinander mengt und diese Masse in einer kupfernen Pfanne bei gelindem Fener so lange kocht, bis die Zwiebeln hart werden, worauf dann das Ganze durch Werg gegossen und aufbewahrt wird.
Bei Carl Bindernagel in Friedberg ist vorräthig:
Neuester
Für die Mittel⸗Nheingegend,
Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein-Preußen.
Preis 25 Pf.


