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verhaftet worden. Es verlautet ferner, es sei! ein Dekret unterzeichnet worden, wodurch die Verfassungsartikel, welche die Freiheit der Bürger garantiren, außer Kraft gesetzt werden. Jeder Verdächtige kann sofort verhaftet werden.
Amerika. Washington, 10. November. Gestern wurde ein Auslieferungsvertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Schweden-Nor— wegen unterzeichnet.
Aus Stadt und Land.
k. Nad⸗Nauheim. Als Schöffen für die Sitz⸗ ungen am hiesigen Amtsgericht sind für 1894 gezogen worden: 1. K. Lack, Schuhmacher zu Dorheim, 2. H. Reuß!., Landw. daselbst, 3. J. Rack, Landw. zu Nieder⸗Mörlen, 4. H. W. Möbs., Landw. daselbst, 5. K. Schweitzer., Landw. zu Ober-Mörlen, 6. P. H. Jeckel, Landw. daselbst, 7. G. König(., Schuh⸗ macher daselbst, 8. K. W. A. König, Schuhmacher da⸗ selbst, 9. K. Wagner 1., Wagner zu Schwalheim, 10. G. Jörg, Landw. daselbst, 11. H. Wolf(11., Gastw. zu Steinfurth, 12. H. W. Alles, Landw. daselbst; als Hülfsschöffen: 1. J. A. Th. Andreas, Kaufm., 2. G. Fr. Aletter, Kaufm., 3. J. Baumann, Tapezier 4. H. Blensdorf, Hoftapezier, 5. A. Reich(l., Rentner, alle in Bad⸗Nauheim.
Nidda. Der 40 Jahre alte Meier Daub von Nidda besuchte am 30. Okt. den Ortenberger Kalten Markt und ist seitdem verschwunden. Er wurde zuletzt in der Wirthschaft von Allendorf in Ortenberg gesehen, von wo er sich um 7 Uhr Abends entfernte. Es ist wahrscheinlich, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Sein Vater bietet demjenigen 50 Mk. Belohnung, der ihm über den Verbleib seines Sohnes eine bestimmte Aus— kunft geben kann.
Allerlei.
Kassel. Der Zuchthäusler Biermann, der vor kurzem aus dem hiesigen Zuchthaus entsprang, und trotz der Gewehrschüsse des Postens scheinbar entkam, ist als Leiche im Fuldafluß geländet. Er ist vom Posten an⸗ geschossen worden und hat dann den Tod in den Wellen gefunden.
Nürnberg. Vor einiger Zeit wurde über einen in der hiesigen Stadtbibliothek gemachten werthvollen literarischen Fund berichtet, wobei die Vermuthung aus— Glen ef wurde, das gefundene Buch sei von Hanns
achs geschrieben. Diese Muthmaßung hat sich voll⸗ ständig erfüllt, genaue Vergleiche und Studien haben ergeben, daß das Buch nicht nur von Hanns Sachs geschrieben ist, sondern auch unter Anderm 14 von ihm verfaßte, bis jetzt unbekannte Meistergesänge enthält.
Essen a. d. Ruhr, 10. Nov. Der Raubmörder Uebelgünne, der am 27. Februar den Händler Grüne— baum aus Herbede bei Sprockhövel ermordete und be— raubte, wurde heute hingerichtet.
Berlin, 11. Nov. Auf dem Stadtbahnhof Char— lottenburg fuhr heute früh ein Zug aus Westend auf den haltenden Südringzug. Zwei Wagen des letzeren und der Schutzwagen des ersteren wurden beschädigt. 3 Personen wurden leicht verwundet. Als Ursache wird der Nebel angegeben.
Schneidemühl, 11. Nov. Der Senkbrunnen ist 1 75 Nachmittag 2 Uhr in die Erde versunken; die Bohr— öcher sind in Folge dessen verstopft, es quilt kein Wasser mehr hervor.
Preßburg, 8. Nov. Eine Bestie in Menschenge— stalt ist der Bauer Paul Horvath in der Ortschaft Nadas, welcher sein eigenes 5jahriges Söhnchen, gegen das er eine heftige Abneigung empfand, lebendig verbrannte. Er sperrte das arme Kind in eine in seinem Hofe stehende Strohhütte, welche er sodann mit einem Kienspan in Brand setzte. Das jammervolle Schreien des Kindes rührte den Unmenschen nicht, er ließ es lebend verbrennen.
Mailand, 10. Nov. Auf der kaum hergestellten Eisenbahnlinie Florenz-Bologna ist in Folge heftiger Regengüsse in der vergangenen Nacht neuerdings eine lange Strecke zerstört worden. Der Regen dauert an und es werden daher weitere Unglücksfälle befürchtet.
Barcelona. Eine noch während der Nacht nach dem Bombenattentat bei den bekannten Anarchisten
Barcelonas und der nächstgelegenen Fabrikstädte vorge-
nommene Haussuchung hat neben einer Anzahl von Bombentheilen, Explosivstoffen und Chemikalien auch
„In den Michaelisferien und nach dem Schulbeginn haben die Familienväter wieder einmal, wie gewöhnlich nach der Beendigung des Schuljahres, empfunden, welche Ansprüche die Manie der neuesten Auflagen an ihren Geldbeutel stellt. Daß von Zeit zu Zeit eine neue Auflage eines Schulbuches erforderlich ist und angeschafft werden muß, versteht sich von selbst. Was wir aber jedes halbe Jahr mit Kopfschütteln nicht nur, sondern mit Aerger, mit berechtigtem Unwillen erleben, das ist die Verschwörung der Schulbücherfabrikanten und der Verleger gegen die Taschen der Väter! Und statt dieser Verschwörung entgegenzutreten und die ohnehin schwer belasteten Steuerträger zu schützen, schreibt die Oberschulbehörde ohne jede Rücksichtnahme die neuesten Auflagen vor, und die müssen dann gekauft werden. Man versuche einmal, dem jüngeren Sohne die Schul— bücher seines um ein Jahr älteren Bruders, in dessen Klasse er versetzt worden ist, zu geben. Nicht ein Buch kann er brauchen, alle sind Makulatur und die neueste Auflage muß be— schafft werden! Und man vergleiche doch die Unterschiede zwischen den in unglaublich kurzer Zeit auf einander folgenden Auflagen. Ein oder zwei Seiten mehr, einige Absätze wegge— lassen, andere hinzugefügt, im übrigen fast genau derselbe Inhalt: Das ist die neueste Auflage! Die Direktoren und die Lehrer der höheren Lehranstalten können gegen die Ver— fügungen von oben nichts machen, obgleich sie einsehen, welche unnöthige Last den Eltern auf— gebürdet wird. Das Schulgeld ist ohnehin hoch, und da nimmt die Oberschulbehörde so wenig Rücksicht und zwingt wegen geringer Unterschiede die Eltern jedes halbe Jahr zu neuen unnöthigen Ausgaben! Wir haben zu unserer Zeit genau so viel, vielleicht mehr ge— lernt und haben dieselben Schulbücher jahre— lang benutzt oder sie vom Antiqur gekauft. Heute gibt es kaum mehr einen antiquarischen Schulbuchhandel; denn wer kauft noch Schul— bücher, die nach einigen Monaten total ver— altet sind? Und auch die Buchhändler erleiden fortwährend mit neuen Büchern aus demselben Grunde den größten Schaden. Die Bürger— schaft sollte sich dieser Sache gründlich an— nehmen und einmal feststellen, worin die Noth— wendigkeit besteht, die Väter, die ohnehin für die höhere Schulbildung ihrer Söhne große Opfer zu bringen haben, zu Gunsten der Schul— bücher-Verfasser und Verleger zu besteuern. Kein einsichtiger Vater wird sich gegen noth— wendige Ausgaben sträuben; was aber jedes halbe Jahr in„neuesten Auflagen“ geleistet werden muß, übersteigt bei weitem jede ge— rechtfertigte Anforderung! Pater familias.“ Im Ganzen passen diese Angaben auch für hiesige Verhältnisse.
Wie muß ein Schuh beschaffen sein, damit man gut darin gehen kann?
Auf diese Frage gibt der„Hausdoktor“, eine Wochenschrift für naturgemäße Lebens- und Heilweise, folgende namentlich für unsere Schuh— macher beachtenswerihe Antwort:„Er muß nach dem Fuße gearbeitet sein.“ Das geschieht
Briefe zutage gefördert, in denen Londoner Anarchisten
scheinbar an die Anarchisten der ganzen Welt versandte Instructionen ertheilen, nach denen man die reichsten und einflußreichsten Klassen der Gesellschaft am besten
dadurch terrorisire, daß man Dynamitbomben unter sie Als solche
in den größten vornehmsten Theatern werfe. werden namentlich für Attentate die große Oper in Paris, der Covent-Garden in London, das Berliner und Wiener Opernhaus u. s. w. genannt.
„Die neuesten Schulbücher-Auflagen.“ „Eine Schraube ohne Ende!“
So lautet die Ueberschrift eines Artikels des Hamburgischen Correspondenten vom 17. Ok— tober d. J., den ein dortiger Sortiments— buchhändler, unter sehr entschiedener Zustimmung zu seinem Inhalt, der Redaktion d. Buchh.⸗ Börs.⸗Bl. zur Weiterverbreitung im Buchhandel und im Publikum eingesandt hat:
aber unter Beobachtung einer ganzen Reihe von Einzelpunkten, welche sind: 1) Die Brand— sohle darf nicht schmäler sein als die Fußsohle, die man von dem auf ein Papier gestellten Fuß abgezeichnet hat. 2) Die äußere Sohle muß rechts und links noch etwa breiter sein als die Brandsohle. 3) Der Schuh muß für jeden Erwachsenen 2 Centimeter länger sein als die Fußabzeichnung. 4) Der Schuh darf an der Spitze nicht schmäler sein als der Fuß. Die Fußspitze darf kaum merk⸗ lich schmäler sein, als die Ballenstelle, damit die Zehen bequem Platz haben, wodurch dem Entstehen von Hühneraugen vorgebeugt wird.
1—*— sich Bänder und Gelenke bewegen können.
½ Centimeter 3
5) Ueber dem Ballen und den Zehen muß der]? Schuh ebenfalls genügend Raum bieten, damit] 2
5 glue.
6) Am Rist(„Reuen“) und in der Fers er gut anschließen, weil hier die Bänder und N* lenke sich nicht dehnen. 7) Der Schuh darf nur einen niederen breiten Absatz haben.
Y Sein Oberleder muß ganz weich sein das Ame Innere des Schuhes vollständig glatt. 9) Der J Fuß braucht einen rechten oder linken Schuh viel nöthiger als die Hand einen rechten oder linken Handschuh(damit ist das vielfach üb
7
Haug Wef
liche„Umwechseln“ der Kinderschuhe verworfen) ett ö und hat das tägliche Waschen so nothwendig 1 als das Gesicht. 10) In einem Schuh oder
Stiefel, welcher keinen Luftzugang zum Fuße der verein
gestattet, wird man sich niemals wohl befinden. Der tief ausgeschnittene Schuh oder ein Stiefel zum Schnüren ist deshalb allem Modeschuhwerk vorzuziehen.„Das sind die 10 Gebote ge— sunder Füße.“
Denstag del Mittwoch de Talismal Donnerstag Freitag den Eamstag den Sonntag de Ermäßig Male: 2 Das Ver Montag den Dienstag den
Brandsalbe.
Ein bei den schwersten Brandwunden schon vielfach erprobtes, höchst einfaches Mittel wird auf folgende Weise bereitet: Man läßt 1 Pfund reines Rindsschmalz in einer Messingpfanne
flüssig werden(hierbei ist darauf zu achten, I Leensag den
daß das Schmalz nicht zu heiß wird) und Tante. vermengt dann dasselbe mit 1 Kochlöffel voll 1 feinem Mehl und etwas Provenceröl(für 10 Pfennig). Nachdem die Masse erkaltet ist, wird sie auf grobe Leinwand gestrichen und 2 Ui. auf die betreffende Brandwunde gelegt. Werden 1 die Umschläge tagsüber 3—4mal gewechselt, eu so wird selbst bei den gefährlichsten Wunden in kürzester Zeit völlige Heilung eintreten und jeglicher Schmerz baldigst beseitigt sein.
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Oelflecken aus Dielen zu entfernen.
Der Fleck wird mit grüner Seife bestrichen, mit Spiritus übergossen und dieser sodann angezündet. Selbstverständlich muß man sich mit den Kleidern von der Flamme fernhalten. Nach dem Verlöschen wird sofort mit der Bürste, mit weichem Wasser und Seife na
gescheuert; der Fleck wird vollständig ver“ Siam schwunden sein, Petroleumflecke lassen sich eben“ cher so entfernen. Ju be de Hof- Auszug georg), aus dem Civilstandsregister der Stadt Friedberg. Getraut:
10. Oktober. Der Finanz- Aspirant Georg Friedrich
Heinrich Lang zu Friedberg mit Bertha ae
Trumpfheller zu Friedberg. Fiawefon
22 1 Der Tapezier Eduard Luckau zu Fried⸗ 3 berg mit Elisabethe Anna Hoffmann zu kumien⸗ i 5 5 g ascherun 29. 5 er Fabrikarbeiter Philipp Linkmann zu Friedberg mit Katharina Mühling zu Nach Bad⸗Nauheim. 100 f ach Geboren: N eegleg 3. Ottober. Dem Schlosser Gottfried Heckner 1 Sohn Ka 3. 1 Dem Kaufmann Franz Fourier 1 Tochter. iert 4. 7 Dem Schriftsetzer Peter Wilhelm Lenhart gen. 1 Sohn. Fra 5.. Dem Schneider Heinrich Wollrab! Tochter. 88 Dem Lackirer Peter Karl Jörges 1 Sohn. 6. 1 Dem Rechtsanwalt Johann Friedrich Christian Keller 1 Tochter. 4 8. 5 Dem Dienstknecht Karl Emmerich Leißner 1 Sohn. 1813 1 Dem Schuhmacher Johann Georg Lang 1 Tochter.
20. 8 Dem Schriftsetzer Johann Heinrich Philipp Lang 1 Sohn.
26. 3 Dem Postschaffner Friedrich Ludwig Engel 1 Tochter.
26. 8 Dem Zahntechniker Adam Winkler eine Tochter.
27. 5 Dem Hofschlosser Heinrich Diener 1 Sohn.
28. 5 Dem Fruchthandler David Bar Krämer 1 Sohn. 8
Gestorben:
1. Oktober. Fanny Hirschhorn, geb. Hirschhorn, 88 Jahre alt.
4 5 Die Taglöhnerin Katharina Nieß.
9. 8 Der Rentner Johann Friedrich Ludwig von Helmolt, 73 Jahre alt.
22. Der Großh. Gerichtsvollzieher Karl König, 37 Jahre alt.
25. Der Hausirer David Schneider, 48 Jahre alt.
5. Der Schuhmacher Heinrich Hach, 80 Jahre alt.


