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leichterungen hinsichtlich der Zahlung der Ver pflegungsanleihen bewilligt.

Amerika. Rio de Janeiro. Nach Tele⸗ grammen desB. R. aus Rio Grande ist der theilweise Aufstand in dieser Provinz wie⸗ der ausgebrochen. Die Stadt Rio Grande wird von den Aufständischen, deren Anführer General Sarawa und Pelotas sich dort aufhalten, be⸗ lagert. In Bage ist der Eisenbahn⸗Verkehr unterbrochen. Die Aufständischen nehmen einen Feldzug auf.

Australien. Auckland, 11. Inli. Der heute aus Samoa eingelaufene Postdampfer meldet einen Zusammenstoß zwischen den beiden Parteien als unmittelbar bevorstehend. Matoafa rücke gegen Apia vor, wo die Geschäfte gänz lich eingestellt seien.

China. Shanghai. DemStandard wird gemeldet: Es wird behauptet, die Man darine Hankow und Sungpu seien mitschuldig an der Ermordung der beiden schwedischen Missionäre; sie verweigern die Leichname der⸗ selben herauszugeben wegen ihrer scheußlichen Verstümmelungen.

Aus Stadt und Land.

k. Friedberg. Im Anschluß an den M- Artikel der vorigen Nummer desOberh. Anzeigers sagt der Wohnungsausschuß des Gustav-Adolf-Festeomites allen den Bewohnern Friedbergs herzlichen Dank, die in so großer Zahl Wohnungen für Festgäste zur Verfügung gestellt haben. Doch die meisten Gäste hatten Hotel⸗ quartier gewünscht, oder sich selbst bei alten Freunden einlogirt, so daß der Ausschuß nicht in die Lage kam, die freundlich gebotenen Quartiere sammt und sonders in Anspruch zu nehmen.

d. Friedberg, 12. Juli. Bei günstiger Witterung findet Morgen, 10 Uhr Abends, in Bad-Nauheim, östlich von der Terasse, Feuerwerk statt.

Bingen, 8. Juli. In der Nähe des Ortes Büdesheim wurde vorgestern Mittag eine Frau vom Blitz erschlagen. Die Frau war mit ihrem Manne, der eine Sense trug, auf dem Heimweg begriffen, als das Gewitter losbrach. Der Blitz schlug in die Sense ein, sprang von dieser ab und auf die neben ihrem Manne gehende Frau über, die sofort todt zusammen brach. Der Mann war nur längere Zeit betäubt.

Allerlei.

Frankfurt. In Niederrad wurde eine aus neun Köpfen bestehende Diebsbande gefänglich eingezogen. Derselben werden verschiedeue Einbrüche, u. A. auch der bei Schünemann auf dem Forsthaus zur Last gelegt.

Bayreuth, 10. Juli. In der Stadt Weiden ist die Gasfabrik explodirt. Es sind 10 Häuser abgebrannt.

Trier. Bei einem Neubau im Gartenfeld wurde ein prächtiger Mosaikboden freigelegt. Die Museums Verwaltung hat die vollständige Ausgrabung des an scheinend in bedeutendem Umfange erhaltenen Bodens in die Hand genommen. Die Farben des den Boden umrahmenden dreifachen Frieses sind sehr frisch und schön erhalten. Der dritte Fries enthält hübsche Figuren.

Siegen, 7. Juli. Ein schreckliches Unglück ereignete sich heute Nachmittag in dem benachbarten Kreuzthal. An einer scharfen Kurve der Marburg⸗-Kreuzthaler Sekundärbahn erfaßte der von Hilchenbach kommende Zug den hinteren Theil eines gerade die Schienen passirenden Kremsers. Von den sieben Insassen desselben, die das Läuten des Zuges nicht gehört hatten, sind vier schwer verletzt worden, während die drei übrigen mit leichteren Verletzungen davongekommen sind. J

Besonders schrecklich war das Schicksal einer jungen Dame, welche von der Lokomotive ca. 80 Meter mitgeschleift wurde.

Gera. In einem dicht bei der Stadt gelegenen Kartoffelfelde wurde der Koloradokäfer in großen Massen entdeckt.

Budapest. Privaten Berichten zufolge soll die Cholera in den nordöstlichen Comitaten an der galizischen Grenze stärker auftreten, als die offiziösen Corresponden zen melden; die energischen Maßnahmen der Regierung erfüllen jedoch die Bevölkerung mit Vertrauen.

Rom, 10. Juli. Gestern Vormittag entgleiste ein Eisenbahnzug zwischen Pisa und Livorno. Vom Zug begleitungspersonal wurde ein Mann getödtet und zwei verwundet. Die Reisenden blieben unverletzt.

Chicago, 10. Juli. Gestern wüthete auf dem Michigansee und in in Chicago ein heftiger Sturm. Auf dem Michigansee kenterten mehrere Boote. 30 In sassen werden vermißt.

Chicago, 10. Juli. Heute Nachmittag entstand ein großer Brand in der Ausstellung. Ein Eis- und Waarenhaus, welches Restaurants und einen Obser vations-Thurm enthielt, sowie zwei Pferdeställe und eine Anstreicher-Werkstatt sind abgebrannt.

in die Flammen und kamen darin um; fünf

lit

Wächter und Angestellte verletzt. Vom Pu

Niemand zu Schaden. Die Lokalisirung des

Durs 0 so N Durch den ö 1 f Einsturz des Daches fielen einundzwanzig Feuerwehrleute noch bei weitem nicht überall bestehen. am 1 andere ist also das Eingreifen der Allgemeinheit ge wurden durch durch den Einsturz des Observationsthurms 5 Jreise 9 9 ge⸗ zerschmettert. Außerdem wurden viele Feuerwehrleute,

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gelungen und die Ausstellungsgebäude selbst blieben unbeschädigt.

Worauf erstreckt und beschränkt sich die staatliche Hilfe in der Nothstands lage?

Wer den Anfang und die Bedeutung des in Folge der anhaltenden Dürre eingetretenen und weiter zu befürchtenden Nothstandes zu ermessen sich bemüht, wird einsehen, daß die umfassendsten staatlichen Maßregeln nicht aus⸗ reichen, um alle Noth zu beseitigen. Die wichtigsten Mittel liegen zweifellos auf dem Gebiete der Selbsthilfe, und in dieser Bezieh ung wurden ja beherzigenswerthe Rathschläge bereits veröffentlicht. Es mag hier nur noch mals daran erinnert werden, wie wichtig die Stoppelsaaten zur Gewinnung von Futter für den Herbst und für das nächste Frühjahr sind. Indessen begegnet die Selbsthilfe gerade beim Kleingrundbesitz, mit dem wir im Großherzog thum Hessen fast ausschließlich zu rechnen haben, oft, und vielleicht gerade in der gegen wärtigen Nothlage mehr als sonst, recht er heblichen Schwierigkeiten und Hindernissen, zu deren Beseitigung der Staat seine Hilfe ange boten hat. Wir glauben, als wichtigsten Grund satz feststellen zu sollen, daß die Staatshilfe sich darauf beschränkt, die Selbsthilfe zu unter stützen, sie recht wirksam zu gestalten und die ihr entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen. Dabei hat die Allgemeinheit ihr Interesse in sofern zu wahren, als sie bestrebt sein muß, zu verhindern, daß einerseits die Viehbestände, die einen sehr erheblichen Theil des Volksver mögens ausmachen, und mit Rücksicht auf die Volksernährung von sehr maßgebender Be deutung sind, nicht verschleudert werden, ander seits nicht eine Ausbeutung der Noth stattfinde. Ersteres wird erreicht, indem für die Erhal⸗ tung der Viehbestände die nöthigen Hilfsmittel (Futter und Streu) beschafft werden. Der letztere Zweck wird durch Ankauf der hierbei in Betracht kommenden landwirthschaftlichen Rohmaterialien im Großen und Abgabe der selben an die Landwirthe zum Selbstkostenpreise erreicht. Daß schließlich die staatliche Hilfe nach Möglichkeit an Stelle der Selbsthilfe da eintreten muß, wo letztere nur in unvollkomme nem Maße oder gar nicht mehr in Wirksam keit treten kann, ist durchaus begründet. In diesem Sinne sind umfassende staatliche Maß regeln eingeleitet. Ein wesentlicher Theil dieser Maßregeln hat die Beschaffung der für Erhaltung des Viehstandes erforderlichen Futter- und Streumittel zum Gegenstande. Es sollen aus den Staatswaldungen nicht nur außergewöhn liche Streumengen zur halben Taxe abgegeben, sondern auch ihre Futterquellen den Viehbe sitzern zur Verfügung gestellt werden. Wir verweisen in dieser Beziehung auf die seitens des Großh. Ministeriums der Finanzen, Ab theilung für Forst- und Kameralverwaltung getroffenen Anordnungen. Indessen werden auch selbst bei der denkbar stärksten Inan⸗ spruchnahme des Waldes die bestehenden Be dürfnisse nur zum kleinen Theile Befriedigung finden können. Es ist also noch Zukauf von Streu- und Futtermitteln in erheblichem Um fange nothwendig. einzelne, namentlich der kleinere Betriebsunternehmer, kann diesen

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Selbstkostenpreise abgegeben werden. tracht kommen bei diesen Ankäufen von Streu⸗ mitteln nur die Torfstreu, von Futtermitteln die gebräuchlichsten und geeignetsten Kraftfutter⸗ mittel, wie Mais, Palmkernmehl, Baumwoll⸗

saatmehl und Erdnußmehl. Nimmt man an, daß bei thunlichster Vermeidung, bezw. Ein⸗ schränkung der Strohstreu die vorräthigen und zu erntenden Strohmengen im Großherzogthum ausreichen werden, um den Magen der Thiere auszufüllen, also den Bedarf an Rauhfutter zu decken, so kann, eine genügende Anwendung von Kraftfutter vorausgesetzt, vom Ankauf von Heu vorerst abgesehen werden. Besonders wirk⸗ sam wird die Selbsthilfe sich durch den Anbau von Stoppelfutter für den Herbst und von zeitigem Frühjahrsfutter für 1894 zu bethätigen haben. Sehr zu beachten wird dabei sein, daß auf einen guten Ertrag dieser Futterfelder nur gerechnet werden kann, wenn, abgesehen natür lich von der zum Aufgehen erforderlichen Feuchtigkeit, der Boden sehr reich ist an leicht⸗ löslichen Pflanzennährstoffen. Die Anwendung von Jauche und von künstlichen Düngemitteln ist daher unbedingt nothwendig. Nun handelt es sich sowohl bei den Sämereien, als auch bei den künstlichen Düngemitteln darum, daß sie zur Stelle sind, wenn die Stoppeln frei ge⸗ worden und ein Niederschlag das Gelingen der Saaten erhoffen läßt. Die staatliche Hilfe greift daher auch nach dieser Richtung ein, in dem die zum Anbau von Stoppelfutterpflanzen erforderlichen Sämereien und künstlichen Dünge⸗ mittel im Großen angekauft und an die Land wirthe zum Selbstkostenpreise abgegeben wer den. Es ist nun wahrscheinlich, daß gerade zur Zeit des Nothstandes die Kapitalkraft mancher Landwirthe derart geschwächt ist, daß die baare Zahlung für die staatlich beschafften Rohmaterialien nicht erfolgen kann. Es sollen daher in derartigen Fällen nach Prüfung der in Betracht kommenden Verhältnisse die zu zahlenden Beträge unter Bürgschaft der Ge meinden gestundet werden, und zwar bis zum 1. Dezember 1894 unverzinslich und von da ab gegen Berechnung eines bis zu 2 pCt. zu ermäßigenden Zinses. Selbstverständlich muß die Creditgewährung auf die Fälle der thatsäch⸗ lichen Bedürftigkeit beschränkt werden, damit die Gelder zu weiteren Operationen Verwendung fin den können. Endlich sind auch Fälle der äußersten Noth denkbar, in welchen die Existenz durch die oben beschriebenen Maßregeln allein nicht geschützt werden kann, in welchen die Rückzah⸗ lung des vollen oder selbst eines ermäßigten Preises nicht möglich erscheint. Obwohl im allgemeinen an dem Grundsatze festgehalten werden muß, daß der Staat keine Geschenke geben soll, so wird in Fällen dieser Art, welche selbstredend einer eingehenden Prüfung be dürfen, das Maß der staatlichen Beihilfe doch weiter zu gehen haben, indem der Preis der bezogenen landw. Rohstoffe theilweise oder selbst ganz erlassen wird.

Handel und Berkehr. Friedberg, 11. Juli. Fruchtpr. Weizen M. 17.00 bis 00.00, Korn M. 16.80 00.00, Gerste M. 15.50 bis 00.00, Hafer M. 18.0000.00. Alle Preise ver⸗ stehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. Friedberg, 12. Juli. Buttermarkt. Butter

Ankauf entweder gar nicht oder doch nur sehr unvortheilhaft besorgen. Auch liegt die Ge- fahr der Ausbeutung der Nothlage entschieden vor. Würden überall zum Zwecke des ge meinsamen Ankaufs Genossenschaften(landw. Consumvereine) bestehen, so würden nach dieser

markt kostete:

kostete per Pfund M. 1.10 1.30, Eier 1 Stück 6 Pf., 2 Stück große 13 Pf. Gießen, 11. Juli. Auf dem heutigen 8 Butter pr. Pf. Mk. 1,05 1,20, Eier per Stück 6 Pf., 2 St. 11 Pf., Käse pr. St. 58 Pf. Tauben pr. Paar Mk. 0,70 0,90, Hühner pr. Stu N 1,101.50, Hahnen pr. Stück Mk. 1,702.00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 6068 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch

Seite hin der staatlichen Hilfe wesentliche Auf- per Pfund 30 bis 40 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund

Wir haben aber in That⸗

gaben kaum erwachsen. der augenblicklichen Nothlage mit der

sache zu rechnen, daß die landw. Consumvereine, ausgebreitet sie im Großherzogthum sind, 18.30 M., Erbsen 20.00 M., Linsen 00.00 M., Wicken

Hier boten, indem die erforderlichen Streu- und Futtermittel durch den Staat im Großen an gekauft werden und an die Landwirthe zum

6070 Pf., Kalbfleisch pr. Pfund 3540 Pf., Hammel⸗ fleisch per Pfund 40 bis 70 Pf.

Grünberg, 8. Juli. Fruchtpreise. Weizen 16.60 M., Korn 14.80 M., Gerste 14.40 M., Hafer

00.00 M., Lein 00.00 M., Kartoffeln 5.10 M., Samen 23.00 M. i

Frankfurt, 10. Juli. Fruchtbericht. Weizen hie, und Wetterauer 17.25-17.50 M., kurhessischer 172 bis 17.30 M., norddeutscher 00.00 00.00 M., russischer 18.50 19.50 M., La Plata 17.25 17.75 M., Kansas

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