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Staaten werden durch die Brausteuer nicht; direkt berührt, immerhin sei zu wünschen, daß die Militärvorlage eine solche Reduktion er⸗ fahre, daß die Brausteuererhöhung überflüssig werde. Gamp(Reichsp.) billigt von den Steuervorlagen nur die Bbrsensteuer ganz. Rösicke(wild) meint, der Durchschnittsver⸗ dienst würde durch die Steuererhöhung so ge⸗ ring, daß viele Brauereien, namentlich kleinere und mittlere, eingehen würden. Die hohen Dividenden einzelner Brauereien seien nicht maßgebend. Kapitalskräftige Brauereien wür⸗ den wahrscheinlich nach dem Eingehen der kleineren Brauereien die Steuer auf den Ver⸗ brauch abwälzen; das Bier würde alsdann entweder theurer oder schlechter werden. Er weist ferner auf die ungünstigere Lage des norddeutschen Brauereigewerbes gegenüber dem bayerischen hin und bemängelt einzelne Be⸗ rechnungen in den Motiven der Vorlage. Red⸗ ner erwartet die Ablehnung derselben. Maltzahn betont die Nothwendigkeit der Steuererhöhung, auch wenn ein Theil davon von den Konsu⸗ menten getragen würde. Die Regelung der Uebergangsabgabe werde noch vom Bundes⸗ rath erfolgen.

Berlin. Der Gesetzentwurf über die Re⸗ form des Wahlrechts ist dem Abgeordneten⸗ hause zugegangen.

DieKreuzztg. meldet aus Peters⸗ burg, der Großfürst⸗Thronfolger werde sich zur Theilnahme an der Vermählungsfeier der Prinzeß Margarethe nach Berlin begeben.

Einer Blättermeldung zufolge erfolgt die Konstituirung der neuen Nationalpartei in den nächsten Tagen in Berlin

Hauptmann Miller und Lange halten in einem Telegramm an dieBresl. Morgenz. die Aechtheit der Welfenquittungen aufrecht. Die Sache sei einem schweizerischen Parlamen⸗ tarier übergeben worden.

Trier. Der Kaiser befahl, ihm über den Prozeß Stöck, bei welchem es sich um die Entführung eines evangelischen Mädchens handelt, Bericht zu erstatten.

Essen, 9. Jan. Zur heutigen Morgen⸗ schicht sind auf den Zechen Neuköln, Wolfs⸗ bank und Wilhelmine-Viktoria von 1604 Mann unter Tage nur 485 angefahren, von 527 über Tage fahren 469 an; sonst arbeitet alles. Das rheinisch-westfälische Revier zählt circa 140,000 Bergleute

Gelsenkirchen, 9. Jan. Viele Arbeiter der umliegenden Zechen wollen die heutigen und die morgigen Lohnabschlagszahlungen ab⸗ warten und erst am Mittwoch Entschlüsse fassen. Heute Abend um 8 Uhr explodirten vor zwei hiesigen Hotels Dynamitpatronen. Durch die Explosion wurde materieller Schaden angerichtet, Personen sind aber nicht verletzt worden.

10. Jan. Auf die Ermittelung der

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Dynamitarden wurden vom Bürgermeister Brief an den Polizeipräfekten, wonach die

3000 Mark ausgesetzt. Vier Streikführer wur den verhaftet, darunter Mattern wegen der Aeußerung, er wünsche, daß Gewalt gebraucht werde. Eine hier beabsichtigte Bergarbeiter Versammlung wurde verboten und das betr. Lokal polizeilich geschlossen.

Bochum, 8. Jan. Der Streik wurde hier beschlossen und der Antrag, vorher zu kündigen, wurde abgelehnt.

Breslau, 10 Jan. Wie dieBresl. Ztg. von unterrichteter Seite erfährt, ist auf ZecheDeutschland nur ¼ der Belegschaft angefahren, sonst aber im oberschlesischen Re⸗ viere alles ruhig. Weiterer Ausstand ist nicht zu erwarten.

Sigmaringen, 9. Jan. Der Kaiser ist heute Nachmittag hier eingetroffen und am Bahnhöfe vom Fürsten, dem Prinzen-Thronfolger von Rumänien und den übrigen Prinzen von Hohenzollern auf das herzlichste empfangen worden. Der Kaiser begrüßte den Fürsten mit einer Umarmung. Vor dem Bahnhofe hatten alle Kriegervereine und eine zahlreiche

Menschenmenge Aufstellung genommen. Der] In der Grafschaft erick l 1 2 55 bega h mit dem Fürsten im offenen] aufständische Pächter bewaffnet die Landstraßen Wagen zum Schlosse. Der König von Ru⸗ und verhinderten die Gerichtsvollzieher, Ex⸗ mänien ist ebenfalls heute Nachmittag einge- missionen vorzunehmen. Das zur Hülfe herbei⸗ troffen und vom Fürsten, den Prinzen, den geholte Militär war unfähig, den Widerstand Gästen u. s. w. auf dem Bahnhofe empfangen zu brechen. n

worden.

leute sind angefahren. Die ZeitungDer Berg- die Grenze des Tigregebietes begeben, um mannsfreund theilt mit, daß wegen aufreizen⸗ daselbst angesichts der neuen Fehde zwischen der Thätigkeit vorläufig etwa 500, sämmtlich Ras Alula für den Kundschafterdienst mehrere agitatorische Mitglieder des Rechtsschutzvereins]befestigte Lager einzurichten. Das Gebiet längs entlassen worden sind, ferner wurden wegen der Grenze ist bereits ganz bebaut.

der schlechten Lage des Kohlengeschäfts etwa Mailand, 10. Jan. Bei eiuer gestern durch 2000 3000 Bergarbeiter bis auf Weiteres] das Zuchtpolizeigericht vorgenommenen Verur⸗ von der Grubenarbeit zurückgewiesen. Man stheilung von vier Anarchisten entstand zwischen müsse den Ausständischenzum Bewußtsein bringen, den Carabinieri und den Parteigenossen der daß man nicht ungestraft, unter Kontraktbruch, Verurtheilten ein Handgemenge. Die Anarchisten in einen frivolen Streik eintrete. eröffneten einen Steinhagel gegen die Carabinieri,

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Bodyck⸗Limerick besetzen

Italien. Rom, 10. Jan. Der Komman⸗ Saarbrücken, 10. Jan. 11,171 Berg⸗ dant von Massauah hat sich mit Truppen an

Saarlouis, 9. Jan. Die nach Bonn gereiste Deputation der Bergleute erhielt vom Oberbergamt folgenden Bescheid:Erst an⸗ fahren, dann verhandeln. Auf Inspektion 1

ist heute eine größere Zahl Bergleute ange

fahren, trotz des gestrigen Beschlusses:Weiter streiken.

St. Ingbert, 10. Jan Die Arbeiter der hiesigen Pulverfabrik streiken wegen ver⸗ weigerter Lohnerhöhung.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Nach derMontagsrevue sind internationale Ver⸗ handlungen angebahnt zu gemeinsamem ad⸗ ministrativen Vorgehen gegen die Verbreitung der Cholera.

Pest. Dem Abgeordnetenhaus ging ein Gesetzentwurf zu über das Verbot der Erzeug⸗ ung von Kunstweinen und des Handels damit.

Der Scszialistenkongreß beschloß den Achtstundentag und die Abhaltung der Mai⸗ Feier.

Dänemark. Kopenhagen. DieBerlinske Tidende bestätigt, daß der König am 22. d. Mts. nach Berlin abreisen und bis zum 27. daselbst verweilen wird.

Frankreich. Paris, 9. Januar. Graf d'Haussonville hat bereits gestern mit den her vorragendsten Mitgliedern der royalistischen Partei die Hauptpunkte der bevorstehenden Campagne gegen die Republik besprochen und das Wahlprogramm festgestellt. Ein Mani⸗ fest des Grafen von Paris steht bevor. Die konstitutionelle Rechte lehnte eine gemeinsame Wahlcampagne ab und erklärte, an der Repu blik festzuhalten.

DerFigaro meldet die bevorstehende Verheirathung des Zarewitsch mit der Prinzessin Marguerite von Orleans, der Tochter des Herzogs von Chatres. Der Papst habe den

uͤebertritt der Prinzessin zu der Orthodoxie genehmigt.

Marquis de Morss veröffentlicht einen

Antisemiten zukünftig eine Intervention der Polizei nicht dulden würden und macht die Polizei verantwortlich dafür, wenn ihre Maß⸗ nahmen Blutvergießen herbeiführte.

10. Jan. Nach einer stürmischen Sitzu g, in welcher die Differenzen zwischen Freyeinet, Loubet und Ribot in heftiger Weise zum Aus trag kamen, demissionirte das gesammte Kabinet, nachdem es vorher General Saussier umfassende Vollmachten zur Aufrechterhaltung der Ordnung ertheilt hatte. Carnot nahm die Demission an, weil Freyeinet durch Bathauts Erklärungen sehr kompromitirt ist, ebenso auch Loubet. Ribot wurde die Bildung eines neuen Kabinets übertragen. Die Lage ist überaus schwierig

und verwirrt. Es kursiren Gerüchte, Carnot

wäre entschlossen, seinerseits zu demissioniren, falls das neue Kabinet nicht sofort gebildet oder die Kammersitzung neue Zwischenfälle herbei führen werde. Die Ruhe ist vollständig ge sichert. Die Arbeiter manifestiren nicht.

Großbritannien. Dublin, 9. Januar.

wobei mehrere Verwundungen vorkamen. Eine

große Zahl Anarchisten wurde sofort verhaftet.

Portugal. Lissabon, 8. Januar. Die Pairskammer verwies heute den Protest des Comités ausländischer Inhaber von Titres der auswärtigen Schuld gegen das Dekret vom 13. Juni über die Herabsetzung der Zinsen für die auswärtige Schuld an die Buͤdget⸗ kommission.

Montenegro. Cettinje, 10. Jan. In neun Gemeinden ist gegen den Fürsten von Mon⸗ tenegro eine Revolution ausgebrochen. Zwischen Volk und Militär entspann sich ein blutiger Kampf. Es gab auf beiden Seiten Todte und viele Verwundete. Das Militär stellte mit größter Anstrengung die Ruhe wieder her. Viele Popen und Bürger wurden verhaftet.

Amerika. Washington. Staatssekretär Foster erklärt in einem Gutachten über die Bill Chandler, betreffend das Einwanderungs⸗ verbot, daß die Bill keine Verletzung von Ver⸗ trägen in sich schließe.

Buenos-Aires, 10. Jan. Die Aufständischen

in der Provinz Corrientes nahmen Casera ein

und schlugen die Regierungstruppen in einem heftigen Kampfe, wobei es zahlreiche Todte und Verwundete gab. Die Gefangenen wurden füsilirt.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 10. Jan. Gestern stürzte beim Schlittschuhfahren auf der Seewiese ein Seminarist so unglücklich, daß er ein Bein brach und sich auch sonst noch verletzte.

b. Frledberg. Die Zahl der Taubstummen stellt sich im Verhältniß zue Einwohnerzahl in den einzelnen staaten fo gendermaßen: Auf 100 000 lebende Einwohner kommen Taubstumme in Holland 33,3, in Belgien 43,9, in Spanien 45,9 in Italten 53,7, in Dänemark 62,0, in Frankreich 626, in Gitechenland 61,6, in den Ver- einigten Staaten von Nordamerika 67,5, in Portugal 74,7, in Nolwegen 86,3, in D utschland ohne Preußen 93, in Finland 10,8, in Preußen 10 9, in Schweden 102,3, in Ungarn 126,3, in Oesterreich 130,7 und in der

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Trilbels Die Fal Korsoer

Ger gelegener Diebe Spsßbub sie ber die Flues

per Pfu 071

Schwetz 245,2 Die Zahl der Taubstummen scheint dem nach im abgemeinen mit der Meereshöhe zu wachsen.

a. Rodheim v. d. H., 10. Iin. Heute felerten in ungewohnter Rüstigkeit die Ebeleute Philipp Winkler IV. und Katbarina, geborene Schäfer, ihre goldene Hochzeit Hatten die Jubilare jegliche Festlichkelt schüchtern abge lehnt, so konnten sie es och nicht-wehren, daß Kinder und Kindeskinder mit Bekannten eine schlichte, doch ange messene, schöne bäusliche Feier veranstalteten, Es war ein erfreuendes Bild als die beiden Alten, im Kreise von fünf erwachsenen stattlichen Söbnen und deren Ange höcigen, den Oeuß und Segenswunsch ihrer Klichenge⸗ meinde durch deren Vertreter empfingen, unter Entgegen, nahme einer Traublbel, eines künstlertsch ausgestattet T auscheins, sowte einer huldooll von S. K. H. de Großherzog verltebenen Jubtläumsgabe Herzliche Wünsch zum zesegneten Fortgang bis zum letzten Aus, und Ein gang geleiten die Betagten.

Allerlei. 1 Mannbeim, 6. Jan En zehnjähriger Knabe hal nach derN Bad. Landeszeitung gestern drei gleiche

alterige Mitschüler, die beim Schlachthause auf dem Est

des Neckars eingebrochen waren, vom Tode des Ertrinken gelettet. 1 Ludwigshafen, 10 Jan. Auf der Eisenbahnlins nach Speyer gerietb ein Postwagen in Brand. E Relsender zog die Nothleine, wodurch großes Unglüt verhütet wurde. a Ludwigshafen, 10. Jan. Die hlesige Waggon fabrik kündigte einer Anzahl Arbeiter wegen Arbeitsmang Bonn, 10. Jan. In der verflossenen Nacht u

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