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111 werden bewilligt. Titel 12— 21 fordern erste Raten für Schiffsneubauten. Hahn(kons.) empfiehlt den Bau eines Ersatzes für„Preußen“ mit der Begründung, es handle sich darum, das in mehreren Jahren unbrauchbare Schiff zu ersetzen. Staatssekretär Hollmann betont namentlich die Nothwendigkeit eines Ersatzes für die „Preußen“. Es handle sich dabei nicht um eine Ver⸗ mehrung der Flotte, sondern um die Erhaltung der be⸗ stehenden und empfiehlt baldigste Inangriffnahme des Ersatzbaues. Der Bau der Panzerfahrzeuge W und X sei dungend nothwendig. Reichskanzler v. Caprivi befürwortet den Ersatzbau von der„Preußen“ und be. tont, die Kriegführung zur See müsse Deutschland doch recht wertb sein. Die Panzerschiffe müßten die Küsten schützen. Nachdem Jebsen gesprochen, welcher bereit ist, in der nächsten Session die Kreuzerkorvette K zu be— willigen, wenn sich die Korvette J bewährt habe, wird über den Antrag Hahn betreffend Ersatz der„Preußen“ abgestimmt und derselbe abgelehnt. Titel 13— 21 wer den nach Antrag der Kommission erledigt. Korvette K wird also auch in diesem Jahre abgelehnt. Der ordent liche Etat wird debattelos erledigt, Vom außerordent lichen Etat werden Titel 1—3 ebenfalls ohne Debatte erledigt. Titel 4 zum Baue zweier Trockendocks 1½½ Millton wird abgelehnt. Der außerordentliche Etat und die Einnahmen werden bewilligt. Der Marineetat ist so mit erledigt.— Die Militärkommission berteth heute die Organtsatsonsfragen der Artillerte und Kavallerie. Henze frug an, was die Regierung für nothwendig und was ste für nicht unbedingt nothwendig halte. Reichskanzler v. Caprivi erklärte, die Militärverwaltung betrachte die Milttärvorlage als untrennbares Ganze und könne Erklärungen über die Einzelheiten der Vorlage nicht ab geben. Payer(V. P.) betonte, die Regierung könne doch über das negattve Resultat der Kommission nicht zweifelhaft sein. Richter erklärte, die Freisinnigen würden bis auf eine verschwindende Ausnahme keine Er höhung der Präsenzstärke bewilligen. Dasselbe versichert Lieber für das Centrum. Die Etats des Rechnungs hofes, des allgemeinen Pensionsfonds, sowie des Reichs und Invalidenfonds werden sodann ohne Debatte er ledigt“— 9. März. Reichstag. Zweite Lesung des Militäretats. Beim Kapitel 14, Titel 1 Kriegsmintsterium, fragt Richter den Kriegs minister, aus welchen Mitteln die Kosten für die gewaltige Agttation zu Gunsten der Milttärvorlage bestiitten werde und wer dafür verant wortlich sel. Kriegs mintster v Kaltenborn⸗Stachau: Die Mllitärverwaltung habe dafür keinen Nickel ausge⸗ geben. Richter nimmt an, daß diese Gelder aus den geheimen Fonds entnommen werden. Der Kriegsmintister widerspricht dem. Major Keim set allerdings in das auswärtige Amt kommandirt, doch wozu, wisse der Kriegs minister nicht.(Heiterkeit) Bebel bringt die Be schwerden über die sog. schwarzen geheimen Listen vor, worin beim Eintritt n die Armee die Angebörigen der sozlalistischen Partel behufs besonderer Kontrole aufge führt werden. Auch aus den Militärwerkstätten seien soztaltstische Arbeiter ausgeschlossen, wenn sie nicht einen Revers unterschreiben, daß sie nicht Sozlalisten sind In einer solchen Zwangslage werden die Arbetter zum Heucheln und Lügen erzogen. Kriegs minister von Kaltenborn Stachau tutt den Ausführungen Bebe es entgegen Die Aellttärverwaltung beschäftige nach wie vor keine soztaldemokratische Arbeiter Den Besuch von Lokalen zu regeln, sel Sache des Befehlshabers, welcher für dite Disziplin verantwortlich sel Grillen berger spricht ausführlich über Boykottirung öffentlicher Lokale seitens der Militärverwaltung. Vollrath klagt über die Kon kurrenz seitens der Militärkopellen gegenüber den Coil mustken. Titel 1 wird bewilligt, desgleichen Kapitel 14 bis 17. Bet Kapitel 18 betr Milttärjusttzverwaltung bezeichnet Marquardsen die Reform der Milltärstraf prozeßordnung für sehr dringlich. General Lieutenant Spitz erwiedert, die Milstäverwoltung sei bestrebt, eine Mllitärstrafprozeßordnung zu schaffen, welche nach Mög lichkeit dem bürgerlschen Verfobren entspricht.
Kiel. S. M. Kanonenboot„Iltis“, Komm. Kap.⸗Lieut. Graf v. Baudissin, ist am 6. März in Chefoo angekommen und beabsichtigt am
9. März nach Chemulpo auf Korea in See
zu gehen. Karlsruhe. nun trotz der offiziösen Ableugnungen neu ge— bildet. Staatsminister und Ministerpräsident Turban und der Finanzminister Ellstädter sind ausgeschieden, ersterer wird Präsident der Ober— rechnungskammer. Wirkl. Geh. Rath Nokk, der jetzige Leiter des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts ist zum Staats— minister und Ministerpräsidenten ernannt wor— den. Der Staatsrath Eisenlohr, der Leiter des Ministeriums des Innern bleibt.
Ausland.
Belgien. Brüssel. Das soziäalistische Hauptblatt„Peuple“ fordert die Arbeiter auf, zu den Waffen, gegebenenfalls auch zu Dyna— mit zu greifen um das allgemeine Stimmrecht zu erzwingen. Die Regierung beschloß die strafgerichtliche Verfolgung des„Peuple.“
— 8. März. Die Congoregierung rüstet einen Zug von 6000 Bewaffneten zwecks Säube—
rung des ganzen Congogebietes von Arabern aus. Hauptmann Ponthier wird Oberbefehls— aber.
g Frankreich. Paris, 8. März. Der Senat zog in seiner gestrigen Sitzung den Vorschlag in Betracht, daß alle widerrechtlich erhaltenen Panamagelder wiedererstattet werden müßten. Der Konflikt zwischen Senat und Kammer ge⸗ winnt an Heftigkeit. Die Nachricht, der Senat nehme einen Theil des von der Kammer votirten Budgets nicht an, erregt großes Aufsehen.
Großbritannien. London. Die„Mor⸗ ningpost“ sagt, Michel Hicks werde ein Amende⸗ ment bezüglich der Home-Rule einbringen, dieselbe auf 6 Monate zu vertagen, was eine Verwerf— ung derselben bedeute.
Italien. Rom, 9. März. In dem Palaste Odescalchi wurde vor der Thür des Ministers Brin eine Dynamitbombe gefunden. Auch vor dem Thore des Gefängnisses Carceri nuove wurde eine Bombe mit brennender Lunte entdeckt.
Spanien. Madrid, 8. März. Zahlreiche Arbeiter durchzogen die Straßen Castellons unter den Rufen„Es lebe die Republik.“ Die Gendarmerie vertrieb die Manifestanten.
— Das definitive Resultat der Wahlen steht nunmehr fest. Die Ministeriellen haben 301 Sitze, die Opposition 144 erhalten. Die Republikaner feiern ihren Sieg. Die Polizei mußte wiederholt einschreiten.
Serbien. Belgrad. Der Ministerpräsi⸗ dent stellte der Exkönigin Natalie die Beseitig⸗ ung der gesetzlichen Hindernisse gegen ihre Rückkehr nach Serbien für die nächste Zeit in Aussicht.
— Nach neueren Berichten sind die Un— ruhen der Bauern im Kreise Cacak ernster ge⸗ wesen, als Anfangs angenommen wurde. Ein— zelne der Bauern waren mit Berdangewehren bewaffnet. Der Anstiftung der Unruhen ver— dächtig ist der radikale Bauernführer Ranco Tassic, welcher verhaftet wurde. Es wird ferner bestätigt, daß Dr. Ilies in Zajear ver— haftet wurde.
Bulgarien. Sofia. Die Wahlen zur großen Sobranje, welche über die Verfassungs— änderung beschließen soll, sind auf den 18. bis 30. April festgesetzt.
Amerika. New⸗York, 9. März. Nach⸗ richten aus San Domingo zufolge wurden die Theilnehmer an der Verschwörung standrechtlich erschossen. Nur der Hauptbetheiligte, Theik, entkam nach Kingstone. Der„Newyorker Herald“ meldet aus Honduras, General Wattier, der Kriegsminister, habe den Präsidenten gestürzt und sich zum Dictator ausrufen lassen.
Afrika. Dar⸗-es⸗Salaam, 8. März. Bei Muanqwira auf dem Wege von Mpwapwa nach Tabora fand ein siegreiches Gefecht der
„ Das badische Ministerium ist leicht verwundet. todt, theils verwundet.
kaiserlichen Schutztruppe statt. Das befestigte Tembe des Häuptlings Masenta wurde nach zähem Widerstande unter bedeutendem Verluste des Feindes erstürmt. Diesseits ist Feldwebel Erttel gefallen und Lieutenant v. Bothmer wurde Zehn Askaris sind theils
Aus Stadt und Land.
r Friedberg. Durch das inzwischen veröffentlichte Programm ist der Nachweis der Riichhaltigkett ds nächsten Musikvereins Concerts erbracht. Max Bruch erscheint darauf mit einer Jugendarbeit„Birken und Erlen“, einer kleinen Composttton für Sopransolo und Chor, die ein Stückchen Waldpocsie durch Melodienretz und rbythmischen Wechsel aufs glücklichste wieder gibt. Angesichts der Namen der mitwirkenden Solisten, die durch das in früheren Coneerten hier Gebotene in bester Erinnerung stehen, ist die Erwartung auf künstlerisch ab
gerundete Leistungen wohl berechtigt
v. Friedberg. In der Suppenküche wurden diesen Winter, vom 3. Iinuar bis zum Schluß am 7. März, an Suppe verabreicht: unentgeltlich 4657 Liter, gegen Zahlung 21612 Liter, im Ganzen 488312 Liter, im Durchschnitt täglich 76½ Liter Ferner kamen zur Ver tbeilung 274 Pfd. Brod, 80 Würstchen, 55 Duͤten Kaffee, 55 Packete Cichorte. Die Einnahme für verkaufte Suppe betrug einschl. der Zuschüsse 41.95 Mark. / X. Friedberg, 9 März. Heute wurden die sterb⸗
lichen Ueberreste des Stabsarztes i. P. Dr. Steinhäußer
der Erde übergeben. Die überaus zahlreiche Betheili ung von Nah und Fern an der Leichenfeler ließ er⸗ kennen, wie beliebt und war. Nachdem der Leichenzug auf dem Friedhof ange⸗ kommen war, gedachte Dekan Meyer in trefflicher Rede der Ver dienste des Entschlafenen; er hob besonders den christlichen Sinn, die Humanität und Pflichttreue im Be⸗ rufe des Verstorbenen hervor. Hierauf legten der Krieger, verein und der israelitische Krankenverein Kränze nieder. Der Vertreter des letzteren Vereins, Kaufmann Grödel, gedachte mit Worten der Dankbarkett des Dahinge⸗ schtedenen. Das Corps Teutonia in Gießen, das durch drei Chargirte vertreten war, sowie die am Orte an säßigen a. a H H. des S. C. hatten Kränze mit Schleifen in den Corpsfarben gesandt. Nachdem der Kriegerverein 3 Ehrensalven abgegeben hatte, widmete der langjährige Assinent und Vertreter des Verblichenen, Dr. Hirsch, unter Niederlegung eines Kranzes, tiefempfundene Worte der Dankbarkelt und Anerkennung, in denen er besonders den vorurtheilslosen und gerechten Sinn des Heimge⸗ gangenen rühmte. Auch die Friedberger Aerzte hatten ihrem Collegen einen kostbaren Kranz gewidmet. Friedberg, 10. März. Gestern fand die oͤffent⸗ liche Entlassungsfeier des Schullehrerseminars in üblicher Weise statt. Was die Feier diesmal besonders ergrelfend machte, das war der Gedanke an das Scheiden des lang⸗ jährigen Direktors der Anstalt. Geh. Oberschulrath Greim richtete eine berzliche Ansprache an die Abiturien⸗ ten, in der er das Thema„Schau rückwärts, vorwärts einwärts und aufwärts“ behandelte und schließlich der Verdinste des scheldenden Direktors Schäfer gedachte, die ja amtlich und von allen Seiten, auch von alle thöchster Stelle, bereits gewürdigt worden seien, deren er aber bier als Freund des Scheidenden noch gedenken müsse Gießen, 7. März. Heute wurde vor dem Schwur⸗
gericht die Sache gegen Koppel Muͤnz von Büdingen,
wegen Melneids, verhandelt. Nach dem Ergebnisse der heutigen Verhandlung verneinten die Geschworenen die auf wissentlichen Melneld gestellte Schuldfrage, bejahten jedoch die auf fahrlässigen Falscheld gerichtete Hilfsfrage und wurde demenksprechend der Angeschuldigte in eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten und in die Kosten ver⸗ urtheilt.— 8. März. Zur Verhandlung kommt dle Strafsache gegen Katharfna Geiß von Ruppertenrod, wegen Kindesmords. Nachdem die Geschworenen das
„Schuldig“ unter Annahme mildernder Umstände ausge-
sprochen hatten, wurde die Angeklagte in eine Gefäng⸗ strafe von 3 Jahren und 6 Monaten nebst Kosten ver— urtheilt.
Allerlei.
Freiburg i. B. 3. März. Ein Wunderwerk Schwarz- wälder Kunstfleißes ist im Rathhause zu Schwenningen ausgestellt Es tst dies eine Uhr, die bis zum Jahre 10999 unserer Zählung mittels 70 Figuren Stunden, Tage, Monate, Jahre zählt. Mortzens 5 Uhr marschut eine Arbeiterschar unter dem Klang des Liedes„Früh Morgens, wenn die Hähne kräh'n, heran; um 8 Uhr läutet ein Küster, Kirchgänger eilen herbet und es ertönt ein Choral. Abends 7 Uhr bläst der Trompeter der Ritterburg„Still ruht der See“ und um 9 Uhr flötet das Werk leise„Gute Nacht, du mein herziges Kind“. Nichts um 12 Uhr erscheint der Tod. Die einzelnen Stunden werden durch Figuren geschlagen, welche den menschlichen Lebensaltern entsprechen.
Augsburg, 8. März. Heute Morgen wurde eine Fabrikarbelterin in der Nähe der St. Georgskirche von einem unbekannten Mann überfallen und durch Messer⸗ stiche schwer verletzt.
Stuttgart. Das Kultus ministertum ordnete an, daß der häufige nicht genügend begründete Wechsel der Schulbücher wegen der Belastung der Eltern unterbleiben solle. Die neuen Auflagen der Schulbücher seten technisch so einzurichten, daß die alten nebenher verwendet werden können. Verdient Nachahmung!
Berlin, 8. März. Gestern Nachmittag überfielen in Friedrichshain drei Personen einen jungen Arbeiter, knebelten ibn und verletzten ihn mehrfach durch Messer⸗ stiche; die Thäter entflohen und die Poltzet hat bisher keine Spur gefunden. Der Zustand des Arbeiters ist ge ährlich.
Waldstein l. S. Im Zuchthause dahier wurde der Ausseher Paufler durch einen Sträfling ermordet, zwei andere Aufseher und ein Sträfling schwer verletzt. Es scheint eine Meuterei beabsichtigt gewesen zu sein,
Paris, 9. März. Ein englischer Pollzist nahm gestern Abend, unterstützt von einigen Pariser Poltzei⸗ agenten, den Schwindler fest, welcher von London nach Vollführung eines raffinirten Betruges mit 50,000 Pfd. Sterl. flüchtig geworden war
Athen, 8. März. Die Erzieberis des Kindes der Kronprinzessin bestieg gestern den Glebel des Parthenon, stürzte herab und wurde todt aufgehoben.
Newyork, 8. März. In der vergangenen Nacht wurde bier eine leichte Erderschütterung und zwar in der Richtung Südost-Nordwest verspürt. Auf Long Js. land machte sich die Erderschütterung stärker bemerkbar. Mebrere Personen flüchteten dort aus ihren Häusern.
Auszug aus dem Civilstandsregister der Stadt Friedberg. Getraut: 12. Febr. Der Handarbeiter Georg Hahn zu Friedberg mit Elisabetha Theiß zu Friedberg. 113 Der Kaufmann Wolf Bachrach zu Kassel mit Clara Grödel zu Friedberg. 1 Der Tapezier Emil Karl Heß zu Friedberg
mit Louise Katharina Ruf zu Friedberg,
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