3 8
2
1
2 —
——
Maßregeln zur sofortigen Besetzung von Chantaboun.. Holland. Amsterdam, 7. August. Der
König und die Königin von Sachsen, die hier zum Besuch eingetroffen sind, begaben sich heute vom Haag nach Schloß Loo. Um ein Uhr trafen dieselben auf der Station Apeldorn ein, woselbst sie von der Königin und der Königin⸗ Regentin empfangen wurden. Von hier er— folgte die Fahrt in offenem Wagen nach dem Schlosse.
Großbritannien. London, 7. August. In den Grafschaften Fife und Kinroß haben heute insgesammt 7000 Bergleute gekündigt, weil die Grubenbesitzer sich weigerten, ihnen eine 25prozentige Lohnerhöhung zu gewähren.
— 8. August. Nach einer Reutermeldung aus Simla wird sich der Generalsekretär des indischen Departements der Auswärtigen An— gelegenheiten, Mortimer Durand, Ende August von Peschawur nach Kabul begeben, um mit dem Emir von Afghanistan über Grenzregu— lirungsfragen zu konferiren, welche einen münd— lichen Austausch erfordern.
Cowes, 7. Aug. Die„Hohenzollern“ mit dem Kaiser Wilhelm an Bord verließ Vor— mittags um 8 Uhr den Hafen. Bei der Ab⸗ fahrt der„Hohenzollern“ gab das englische Kriegsschiff„Neptun“ den Ehrensalut. Als die„Hohenzollern“ an dem Schloß Osborne vorbeifuhr, senkte sich die Kaiserstandarte zum Abschiedsgruß, von dem Schloß Osborne wurde der Gruß in gleicher Weise erwiedert. Die deutschen Kriegsschiffe die vorausgefahren sind, treffen mit der„Hohenzollern“ bei Beachyhead zusammen.
Spanien. Madrid, 8. Aug. Der ita⸗ lienisch⸗spanische Handels- Vertrag ist gestern unterzeichnet worden.
Italien. Rom. Die„Agenzia Stefani“ erklärt kategorisch die Behauptung der„Hamb. Nachr.“, daß Italien mit Rußland ein Sepa— ratabkommen geschlossen habe, für vollständig unbegründet.
Türkei. Constantinopel. Der„Times“ wird aus Alexandrien berichtet:„Der Sultan ließ dem Khedive in Constantinopel bedeuten, daß die wichtigen Fragen, welche das Verhält— niß zwischen Egypten und England berührten, ihn selbst, nicht den Khedive angingen. Der Sultan mißbillige jede Störung des gegen— wärtigen Regimes, die durch ein Eingreifen Egyptens herbeigeführt werden könnte.“
Serbien. Belgrad, 8. Aug. Der Unter- suchungsausschuß hat gestern das Verhör mit den angeklagten Ministern beendet und wird in den nächsten zwei Tagen sein Elaborat der Skupschtina unterbreiten. Wie in radikalen Kreisen verlautet, hält er nicht nur alle Punkte der Anklage aufrecht, sondern ist in seiner Mehr— heit auch für die Inhaftnahme der früheren Minister, die von ihm in der Skupschtina be— antragt werden wird.
Rußland. Petersburg, 6. August. Die Erhöhung des finnländischen Zolltarifs gegen Deutschland wird dieser Tage erwartet.
— Der„Pol. Corr.“ wird gemeldet, daß ein Ukas erschienen ist, welcher die Aufhebung
Aus Stadt und Land.
d. Friedberg. Der am letzten Sonntag Nach⸗ mittag vom evangelischen Arbeiterverein unter Leitung von Dekan Meyer unternommene Familien- Ausflug nach dem Ossenheimer Wäldchen ist wiederum auf's Beste verlaufen. Vorträge, Gesänge und Kinderspiele wechselnden unter einander ab. Der Rückmarsch in geschlossenem Zuge mit Gesang erfolgte gegen 7 Uhr. Die Betheiligung am Ausfluge hätte, wenn man die starke Zunahme des Vereins innerhalb Jahresfrist be⸗ rücksichtigt, etwas zahlreicher sein können. Auf die Ziele und Wichtigkeit der evang. Arbeitervereine hat Pfarrer Naumann aus Frankfurt in seinem am Donners⸗ tag Abend im Pfälzer Hof gehaltenen Vortrag hinge⸗ wiesen und derselben mehrmals mit Begeisterung er⸗ wähnt. Hoffen wir im nächsten Jahre auf eine zahl⸗ reichere Betheiligung.
P. Friedberg. Der Redakteur des Schulboten für Hessen, Joh. Schmitt in Darmstadt, ist am 6. Aug. ds. Is. in der Universitätsklinik zu Heidelberg ver⸗ schieden. In Neckarsteinach, wohin er sich am 22. v. Mts. in Begleitung des Obmanns des Landeslehrer— vereins, Backes, zur Theilnahme an einer Bezirks⸗ Lehrerversammlung begeben hatte, erkrankte er plötzlich an einer Lungen- und Unterleibsentzündung so heftig, daß eine Heimreise nicht mehr thunlich erschien und der Tod seinem arbeitsreichen Leben bald ein Ziel setzte. In ihm verliert die hessische Lehrerschaft einen um das Schul⸗ und vornehmlich Vereins wesen hochverdienten Mann.
k. Friedberg. Gegenwärtig ist die Fleckenbil⸗ dung auf der Sonne eine sehr lebhafte, es vergeht kein Tag, wo nicht neue Flecken entstehen und andere ver⸗ gehen. Bekanntlich bilden dieselben in der Regel zwei Zonen, die auf beiden Seiten des Sonnenäquators von Ost nach West über die Sonne ziehen. Die Verthei⸗ lung der Flecken auf diese beiden Zonen ist oft eine sehr ungleiche, im laufenden Sommer überwiegen entschieden die Flecken in der südlichen Zone an Zahl und Größe. Augenblicklich ist in derselben ein Fleck von solcher Große vorhanden, daß er mit bloßem Auge gesehen werden kann. Nach ungefähren in der Eile heute Mit⸗ tag, 7. August, angestellten Messungen nimmt er etwa den 190. Theil der Sonnenoberfläche ein, übertrifft also die ganze Erde nicht weniger als 60 mal an Aus⸗ dehnung. Trotz dieser kolossalen Größe erscheint er ohne Fernrohr wegen der ungeheuren Entfernung der Sonne nur als schwarzer Punkt. Er befand sich heute Mittag im unteren Theil der Sonnenscheibe ungefähr in der Mitte und wird, wenn er nicht kleiner wird, noch einige Tage sichtbar sein, wobei er sich wegen der Umdrehung der Sonne langsam nach der rechten Seite bewegt. Das Fernrohr zeigt an ihm an beiden Seiten zwei Gruppen großer schwarzer Punkte, die sogenannten Kerne, die umgeben und verbunden sind durch eine graue Masse, den Hof oder die Penumbra.
Gießen. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden in der Kaplansgasse, nach dem G. A., zwei Studenten unvermuthet von zwei Menschen angefallen. Die Angefallenen wurden durch Messerstiche verletzt, dem einen außerdem die Uhr entrissen. Trotz sofort erstatteter polizeilicher Anzeige konnte man den Thätern bis jetzt nicht auf die Spur kommen.
n. Mainz. In der Zeit vom 12.—20. August tagt hier der Central-Verbandstag des 23,000 Mitglieder zählenden Deutschen Bäckerverbands Germania. Der⸗ selbe wird aus allen Gauen Deutschlands zahlreich be⸗ sucht; auch aus Oesterreich, Holland, England, Rußland, der Schweiz u. s. w. sind Vertreter angemeldet. Gleich— zeitig sindet in der Stadthalle eine internationale Aus⸗ stellung für Bäckerei, Conditorei und verwandte Ge— werbe statt.
w. Bingen. Die Generalversammlung des Pferde— zuchtvereins in Hessen für 1893 findet Sonntag den 13. August, Nachmittags 3¼ Uhr, im„Weißen Roß“ dahier statt. Tagesordnung: Protektorat; Bericht des Vorstandes über die Wirksamkeit des Vereins im Jahr 1892; Verlage der Jahresrechnung und Entlastung des Schatzmelsters; Wahl der Mitglieder des Aus⸗ schusses; Vorläufige Mittheilung des Vorstandes über den Stand der Frage der Beschaffung eines ständigen Vereinsorgans; Referent: General-Major Wernher: Bericht über die diesjährige Stutenkörung; Referent: Landstallmeister von Willich. Alle Mitglieder und Freunde des Vereins sind zu dieser Versammlung ein—
der israelitischen Konsistorien in Riga und in kurländischen Städten anordnet und verfügt,
daß die Stadt Yalta in der Krim aus der
Niederlassungszone, welche den Juden einge— räumt ist, auszuschließen und die Juden von dort auszuweisen seien.
Amerika. Buenos-Aires, 8. Aug. Kriegsminister ist mit beiden Kanonenbooten und Truppen vor Enfenada angekommen. Die Insurgenten stellten Eisenbahnen und Brücken her, damit ihre Truppen nach La Plata vor— rücken können. Die Regierung La Plata's bat um einen Waffenstillstand, bis der Kongreß die Frage der Intervention entschieden habe. Die Insurgenten sind gegenwärtig 5 englische Meilen von La Plata entfernt. Die Radikalen proklamirten eine provisorische Regierung, welche nicht anerkannt wurde. 5
Der
geladen.
Allerlei.
Kissingen. Nach der letzten Kur- und Fremden⸗ liste von Berneck im Fichtelgebirge beherbergt gegen— wärtig das Städtchen zwei„O chsenmaulsalat-Fabrikanten⸗ töchter“ aus Nürnberg.
Mannheim, 7. Aug. Bei den hiesigen Canali— sationsarbeiten stürzte heute eine Baugrube ein. Drei Arbeiter wurden verschüttet, von denen zwei verletzt, der dritte aber todt hervorgeholt wurden.
Coblenz, 7. Aug. Heute Früh nach 6 Uhr stieß auf dem Moselbahnhof Coblenz ein einfahrender Per— sonenzug mit einem vom Rheinbahnhof kommenden Güterzuge zusammen. Es sind nur wenige Verletz— ungen von Personen dabei vorgekommen.
Trier, 8. Aug. Die wegen Anstiftung zum Morde ihres Mannes zum Tode verurtheilte Frau Krickel aus Pohlbach wurde heute Morgen in der Strafanstalt durch Reindel enthauptet. Der Mörder Bläsius wurde zu
lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt.
9
Warburg, 7. Aug. In Willebaldessen sind 30 Häuser abgebrannt.
Berlin. Der bekannte Antisemit Paasch ist von den Aerzten auf Grund ihrer Beobachtungen in der Charite als vollständig geisteskrank und als unfähig für die Verhandlungen erklärt worden.
Kiel, 7. Aug. Die deutschen Kriegsschiffe„Stein“ und„Stosch“ sind nach Berichten englischer Blätter zu⸗ sammengestoßen, während sie von Cowes in die See dampften. Der„Stein“ verlor seinen Klüverbaum und einen Theil der Tackelage. Ob der„Stosch“ be⸗ schädigt worden ist, weiß man noch nicht genau, doch heißt es, daß das Schiff zwei Boote verloren habe. Der Schaden kann jedenfalls nicht bedeutend gewesen sein, da die Schiffe ihre Fahrt fortsetzten.
Wien, 8. Aug. Zwei heftige Erdstöße wurden Vormittags um 10½ Uhr in Bruck a. d. Mur verspürt.
London, 8. Aug. Durch das Kentern eines Ver⸗ gnügungsbootes bei Port Talbot in der Bay von Swansea sind gestern 23 Menschen, darunter 10 Frauen und Mädchen, ums Leben gekommen.
Rom, 7. Aug. Der„Tribuna“ zufolge sind zwei von Neapel angekommene Reisende in verdächtiger Weise erkrankt; davon ist der eine gestorben.
Athen, 6. August. Die feierliche Eröffnung des Canals von Corinth ist heute erfolgt.
Arbeiterfürsorge.
Auch in diesem Jahre bieten die Jahres— berichte der beiden Fabrikinspektoren Hessens manches erfreuliche Bild, das zeigt, wie hier und da Fabrikanten sich sehr wohl ihrer Christen⸗ pflicht bewußt sind und freiwillig Einrichtungen treffen, die von reichstem Segen für ihre Ar— beiter und darum in größerem Umfange nach— ahmenswerth sind. Papierfabrikant Euler in Bensheim z. B. hat für 15 Familien Woh⸗ nungen gebaut. Für die Arbeiter der Aktien, ziegelei bei Darmstadt wurde ein zweckmäßiges Wohnhaus erbaut. Fabrikant Andras in Hirsch⸗ horn ließ ein Gebäude herrichten für diejenigen Arbeiter, welche nur Samstags nach Hause gehen. Fabrikant Heyl in Worms, welcher sehr zweckmäßig den Zahltag auf den Sams⸗ tag Vormittag verlegte, bezahlt jenen Arbeitern, für welche während der in seinem Betriebe häufig vorkommenden Schwankungen zeitweilig keine Beschäftigung vorhanden ist, ein anstän— diges, nicht zurückzuerstattendes„Wartegeld“, wodurch sie vor dem Mißgeschick der Entlassung bewahrt bleiben, von 1 M. bis 2,50 M. täglich. 1891/92 hat er an„Wartegeld“ 16,000 Mk. aufgewendet. Ferner hat er eine wöchentliche Sprechstunde eingeführt, während welcher seine Arbeiter einzeln ohne vorhergehende Anmel⸗ dung bei ihm eintreten können. Diese Firma hat nach und nach für ihre Arbeiter begründet: eine Suppenanstalt, wo Milchkaffee für vier Pfennig, Suppe mit Fleisch für 18 Pfennig zu haben ist; eine große Anzahl Familen⸗ wohnungen je mit Gärtchen; 5 Badeanstallen; eine Spar-, Vorschuß⸗, Pensions-, Wittwen⸗ und Unterstützungskasse, wie auch eine ftei⸗ willige Krankenkasse, Kindergarten, Näh- und Kochschule u. s. w. Diese Beispiele von Ar⸗ beiterfürsorge entziehen sich keineswegs der Kenntniß der Sozialdemokraten, aber in ihren Blättern sucht man sie vergebens, sie werden absichtlich todtgeschwiegen. Dort ist nur von „Ausbeutern“ und„Bedrückern“ und dergl. die Rede.
Aus dem Lager der Sozialdemokratie.
Daß für die„zielbewußten“ Sozialdemo⸗ kraten die christliche Religion keineswegs Privat— sache ist, beweist das sozialdemokratische Blatt „die neue Welt“ in Nummer 21 dieses Jahr- gangs. Seite 168 bringt dieselbe einen Ar— tikel über„Japanische Aeußerungen gegen das Christenthum“; in demselben heißt es wört⸗ lich folgendermaßen:„Der europäischen Kul- tur sind die Japaner in den letzten Jahrzehn⸗ ten allerdings mehr und mehr geneigt geworden, aber vom Christenthum und dem Treiben der christlichen Missionare wollen sie nichts wissen, was ihnen kein vernünftiger Mensch übel an⸗ rechnen wird.“ Nach solchen und ähnlichen Aeußerungen werden die Führer der Sozial- demokratie es doch auch keinem vernüftigen Menschen übel nehmen, wenn er daraus einen
Schluß zieht.
de
deten hal 15 eule Naser aß
1852 18 1 it. d d 1 . St 1.0 hei lige gesork N l nuche bun bel
n N
könn gleie end für
nich Mie


