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en Vortrag, den die zahlreiche Versammlung mit ge⸗ spanntester Aufmerksamkeit angehört und mit reichem Beifall belohnt hatte, schloß sich, auf Wunsch des Vor⸗ tragenden eine ca. ½stündige Diskussion an. Professor Ur. Weiffenbach eröffnete, nach lebhafter Danksagung an den Redner, die Debatte mit der Erklärung, daß er in weitgehender Uebereinstimmung mit dem Inhalt des Vortrags sich wisse, aber in einem Punkte sich von dem Vortragenden geschieden fühle, nämlich in der zu günstigen Beurtheilung der Sozialdemokratie. Er, der Vorsitzende, vermöge mit dieser Partei solange nichts gemein zu haben, als sie 1. das Christenthum schmähe und in ver— ächtlicher Weise als„Privatsache“ erkläre, 2. sich durch unverhüllte Vaterlandslosigkeit auszeichne. Hut⸗ macher Schmidt von hier suchte dem Vortragenden und Professor Dr. Weiffenbach gegenüber das Programm der Sozialdemokratie zu rechtfertigen. Cand. theol. brenn weist dem gegenüber in trefflicher Aus⸗ einandersetzung an den einzelnen Punkten des sozialistischen Programms das Gefährliche und Widerchristliche an dieser Partei nach. Pfarrer Velte äußert Bedenken wegen der neuen„christlichen“ Partei als einer Vereng⸗ ung des christlichen Gedankens! Lic. Dr. Dieckmann sieht die relative Berechtigung und die Bedeutung der Sozialdemokratie darin, daß sie den an sich christlichen, aber von den andern Parteien vernachlässigten Gedanken einer gerechten Ausgleichung zwischen Reich und Arm zur Geltung zu bringen suche, und tritt dafür ein, daß man in wirthschaftlichen Fragen auch als Christ in manchen Punkten der Sozialdemokratie beipflichten könne, ohne der Partei als solcher, namentlich bezüglich ihrer Stellung zum Christenthum, Gefolgschaft zu leisten. Zuletzt setzt sich der Vortragende in einem zusammen⸗ sassenden Schlußwort mit den einzelnen Einwendungen auseinander und vertritt, unter einigen Concessionen, im Wesentlichen den Standpunkt seines Vortrags.— Den Abschluß des so sehr anregenden Abends bildete ein geselliges Zusammensein, wobei musikalische Genüsse die Zuhörer erfreuten, und der Vorsitzende in einem Toaste auf den Vortragenden diesen als ein vor zu großer Schläfrigkeit glücklich bewahrendes belebendes Flement, als einen wahren„Hecht im Karpfenteich“ gochleben ließ: was noch eine anregende Gegenrede des Hefeierten hervorrief, der mit einem freundlichen„Auf Wiedersehen“ schloß. Erwähnt sei noch, daß die Candi— daten des Predigerseminars in dankenswerther Weise zor dem Vortrage und nach der Diskussion je einen Thor sangen.
r. Bad⸗Nauheim. In der vorigen Woche sind 465 Kurfremde, im Ganzen jetzt 7804 Personen hier ungekommen.
Freienseen, 3. Aug. Eine entsetzliche Ueberrasch—
ung wurde der Frau des hiesigen Lehrers Wiegold
zorgestern Abend zu Theil. Dieselbe war am letzten Sonntag Nachmittag zum Besuch einer Freundin nach Slpenrod gereist. Ihr Mann gab ihr noch ein Stück Wegs das Geleite. Als die Frau vorgestern Abend eimkehrte, befremdete es sie, daß ihr Mann nicht zur Übholung erschienen war. Als sie das Wohnzimmer be⸗ wat, strömte aus dem angrenzenden Schlafzimmer ein
penetranter Leichengeruch hervor. Hier lag auf einem Bette, völlig angekleidet, der Lehrer Wiegold als Leiche. Ein Herzschlag hatte seinem Leben jedenfalls schon in
der ersten Nacht nach dem Weggang seiner Frau ein Ende gemacht.
Worms, 1. Aug. Heute Mittag zwischen 1 und 2 Uhr ging hier ein heftiges Hagelwetter nieder, wobei Hagelstuͤcke in der Größe von Taubeneiern fielen.
Allerlei.
Wesel, 5. Aug. Ein zur Sprengung unterminirter Theil der Festungsmauer stürzte unvermuthet zusammen. Ein Arbeiter, Vater von 8 Kindern, blieb todt.
Trier, 5. Aug. Ueber Mosel- und Saargegend entluden sich heute schwere Gewitter, die von Hagelschlag begleitet waren. In den Weinbergen und auf den Feldern wurde großer Schaden angerichtet.
Salzburg, 4. August. Auf der Dampftramway Salzburg-Berchtesgaden explodirte heute während der Fahrt der Locomotivkessel, wodurch der Heizer getödtet und der Maschinist verwundet wurden.
Budapest, 4. Aug. In der zumeist von Serben bewohnten Gemeinde Rudnici ist die epidemische rothe Ruhr ausgebrochen. Ueber 100 Personen sind erkrankt. Vorkehrungen gegen die Verschleppung der Krankheit sind getroffen worden.
Budapest, 4. Aug. In Nevesinje schlug der Blitz während einer Exerzierübung in eine Gruppe von Offi⸗ zieren des 84. Regiments. Der dem Generalstabe zu— getheilte Oberstlieutenant Kratochwill wurde sofort ge— tödtet; Generalmajor Weißmann, Oberst Stingl, Oberst— lieutenant Rohn und Hauptmann Auer wurden leicht gestreift. Auch wurden zwei Pferde erschlagen.
New-⸗Pork, 5. Aug. Nach dem„Newyork Herald“ wurde gestern Abend um 6 Uhr in Leicester nach einem heftigen Gewitter eine 5 Sekunden andauernde Erderschütterung in der Richtung von Südwest nach Nordost verspürt.
Handel und Berkehr. Friedberg, 5. Aug. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.20 1.40, Eier 1 Stück 6 Pf., 2 Stück große 13 Pf.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 8.: Tannhäuser. Große Preise. Mittwoch den 9.: Flick und Flock. Große Preise. Donnerstag den 10.: Bajazzo. Cavalleria rusticana.
Große Preise. Freitag den 11.: Flick und Flock. Große Preise. Samstag den 12.: Flick und Flock. Große Preise. Sonntag den 13.: Lohengrin. Große Preise. Montag den 14.: Flick und Flock. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 8.: Der Fall Clemenceau. Gew. Preise. Mittwoch den 9.: Heimath. Gewöhnliche Preise. Donnerstag den 10. Geschlossen. reitag den 11.: Der Talismann. Gew. Preise. Samstag den 12.: Zum ersten Male: Eine Palast⸗ revolution. Lustspiel in 4 Aufzügen von Skowronnek. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 13.: Zum ersten Male wiederholt: Eine Palastrevolution. Gewöhnliche Preise.
Bekanntmachung. An der Stadtseite des Bahnhofsgebäudes ist ein Briefkasten angebracht worden. Friedberg den 5. August 1893. Kaiserliches Postamt. .
Reimann.
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Mittwoch den 9. Aug., Abends 7½ Uhr: Ges. Zuskft.
Gießen. Auf dem am 1. und 2. d. Mts. dahier abgehaltenen Viehmarkt waren aufgetrieben: 1038 Stück Geld Cours. Rindvieh und 510 Schweine. Infolge der eingetretenen Frankfurt am 5. Aug. 1893. nassen Witterung und der günstigen Aussichten auf eine Geber. Nehmer Futterernte war der Handel lebhaft und die Preise bei 1 M 5 sämmtlichem Vieh höher wie bei den vorhergehenden M. pf. Pf. Märkten. Nächster Markt am 15. d. M. 20⸗Frankenstücke 16. 22 16. 19 Gießen, 5. Aug. Auf dem heutigen Wochen⸗ 1250 in ½ 16. 21 16. 17 markt kostete: Butter pr. Pf. Mk. 1,15—1,25, Eier Dollars in Gold. 4. 19. 18 per Stück 6 Pf., 2 St. 11 Pf., Käse pr. St. 5—8 Pf., Ducaten ö 9. 70 9. 65 Tauben pr. Paar Mk. 0,60 0,80, Hühner pr. Stück„ al maro 9. 70 9. 65 Mk. 0,90— 1,50, Hahnen pr. Stück Mk. 0,60— 1,00, Englische Sovereigns 20. 40 29. 36 Enten Mk. 1.80—2.00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 56—64 Russ. Imperial 16. 70 16. 65
Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfund 36 bis 46 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund 60—70 Pf., Kalbfleisch pr. Pfund 46—50 Pf., Hammelfleisch per Pfund 40 bis
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