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stürmisch und unbequem. Der russische Bot⸗ schafter Baron Mohrenheim erhielt deshalb die Anweisung, den Festen in Toulon ebenfalls nicht beizuwohnen.

Großbritannien. Manchester, 1. Okt.

Die Polizei zerstreute eine von der Anarchisten⸗

gruppe Manchesters einberufene Versammlung. Dabei wurde die Polizei angegriffen, einige Polizisten wurden verwundet und 4 Anarchisten verhaftet.

Spanien. Madrid, 3. Okt. Mauren griffen gestern Vormittag die Forts bei Melilla an, weil der Bau neuer Forts be

7 2 S 8 2 5 5 5 5 8 21 gonnen wurde; 8 Soldaten wurden getödtetGoldener Drache in Königswinter ist eingestürzt. 3

Die Verluste der Marok- Personen wurden dabei getödtet und drei verwundet. Spanien wird von Zwei Personen sind noch unter dem Schutt begraben.

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und 33 verwundet. kaner sind sehr erheblich. Marokko sofortige Genugthuung verlangen. Man glaubt, der Sultan werde eine Armee absenden, um die Kabylen in der Umgebung von Melilla zu züchtigen, welche das spanische Lager trotz des Widerstandes der marokka nischen Behörden angriffen.

Italien. Rom. DieAgenzia Stefani dementirt auf das Entschiedenste die Gerüchte von einer Ministerkrisis.

Serbien. Belgrad, 3. Okt. König Alex⸗ ander ist gestern von Abazzia zurückgekehrt und heute zu den serbischen großen Manövern nach Kragujewatz abgereist. Auf seinen persönlichen Wunsch begleitet ihn General Leschjanin, was vielfach bemerkt wird, da derselbe schon längere Zeit pensionirt und hervorragendes Mitglied der liberalen Partei ist. Paschie begibt sich morgen zur Uebernahme seines Postes nach Petersburg.

Bulgarien. Sofia. Die Nachrichten über einen angeblichen Zwist zwischen dem Fürsten und Stambulow und das Gerücht von der Demission des letzteren sind absolut unbegrün det. stand irgend eines Zwiespalts oder einer Mei nungsdifferenz.

Amerika. Buenos-Aires, 2. Okt. Einem Privattelegramm zufolge sind die Bemühungen des diplomatischen Korps in Rio de Janeiro, eine friedliche Lösung herbeizuführen, ohne Er folg geblieben. Mello ließ gestern während des ganzen Tages die Forts bombardiren. Die Lebensmittelpreise seien so hoch wie bei einer Hungersnoth. In der Stadt herrsche Panik.

Rosario hat kapitulirt und die Anführer der

Aufständischen sind gefangen.

Während die bei Rio de Janeiro statio nirten fremden Kriegsschiffe kein neues Bom bardement gestatten, und der aufständischen Flotte angezeigt haben, daß sie die Beschieß ung mit Gewalt verhindern würden, haben derKöln. Ztg. zufolge der deutsche Vertreter in Rio und der Befehlshaber der deutschen Schiffe Befehl, mit größtem Nachdruck für die Wahrung der deutschen Interessen einzutreten, sich aber aller Schritte zu enthalten, die einem militärischen Eingriff und dadurch der Partei nahme für die eine oder die andere Seite gleichkommen könnten. Es wird ferner ge meldet, daß Dr. Alem verhaftet und die Revo lution hier nahezu unterdrückt sei.

Siam. Bangkok, 1. Okt. Zwischen Frank reich und Siam wurde heute ein endgültiges Abkommen getroffen. Die Unterzeichnung des selben findet am 3. d. M. statt, an welchem Tage der französische Spezialgesandte de Villers nach Saigun abreisen dürfte.

Aus Stadt und Land. pb. Friedberg. Der Oberhessische Obstbauverein erhielt bei der Ausstellung des Deutschen Pomologen-

vereins in Breslau den höchsten Staatspreis, die große genten,

silberne Staatsmedaille, sowie die goldene Ausstellungs medaille, ferner ein Diplom für Leistungen auf den ver schiedenen Gebieten des Obstbaues. Die nächste Ver sammlung und Ausstellung des Deutschen Pomologen⸗

vereins findet in 3 Jahren in Kassel statt und ist dem

Kasseler und Oberhessischen Obstbauverein die führung derselben übertragen worden. Gießen. Schwurgericht vom 2.

von Hopfgarten, wegen Verbrechens im Amte. D

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frage nach mildernden Umständen, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gefängnißstrafe von einem Jahre und sechs Monaten nebst Kosten verurtheilte, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannte.

Allerlei.

Pforzheim, 3. Oktober. erschlug nach derKl. Pr. die Ehefrau des Gastwirths Faas ihren eigenen Gatten mittelst eines Beiles. Als Grund werden Familienzwistigkeiten angegeben. Ehe bestand erst seit Mai.

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Als der That verdächtig wurde der Ehemann in Haft

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Stambulow persönlich dementirt den Be-

Kreuznach, 29. Sept.

Zahlreiche heim wurde gestern Abend der Gastwirth Seibel von erklärte er:mir fällt halt nix ein. einem Gast im Streite durch vier Messerstiche getödtet.

Reihe

Der Thäter wurde verhaftet.

Königswinter, 1. Okt. Ein Theil des Hotels

Hannover, 3. Okt. Die Ehefrau des Optikers Pohl verstarb in Folge Vergiftung durch Blausäure.

genommen, bei welcher Gelegenheit derselbe versuchte,

sich mit einem Revolver zu erschießen, dann aber einen vergeblichen Vergiftungsversuch ebenfalls durch Blau-

säure machte. Pohl ist heute, nachdem er so weit wieder hergestellt ist, ins Gefängsniß eingeliefert worden.

Brüssel, 2. Okt. ein Brand aus, welcher den größten Theil der Kavallerie⸗ Kaserne, genannt Schülerkaserne, vernichtete. Der Brand entstand während der Aufspeicherung von Stroh und Futter. Die Pferde wurden alle gerettet. Ein Ver⸗ lust an Menschenleben ist nicht zu beklagen.

Brüssel. Ueber die Plünderung eines Schlosses wird unter dem 1. d. Mts. gemeldet: Vier vermummte Räuber drangen bei hellem Tage in das einsam gelegene Schloß Thelis la Combe bei Tournai, knebelten die Schloßherrin sowie deren Diener und raubten alles Baargeld, alle Werthpapiere und den Schmuck im Be- trage von 150,000 Fres.

Rom, 1. Okt. In Folge starker Regengüsse steigen die Flüsse Arno und Reno. Die Bahnverbindung zwischen Bologna und Florenz ist unterbrochen.

Rom. Bedenkliche sittliche Zustände in Italien, namentlich Mittelitalien, verrathen folgende Zahlen aus den jüngsten Publikationen der königl. Generaldirektion für Statistik: Im Jahre 1892 kamen auf je 1000 Ge- burten in der Provinz Rom 237, in der Provinz Ferrara 309, in der Provinz Forli sogar 342 uneheliche. In letzterem Gebiet also je das dritte Kind ein außer- eheliches!

Rom, 3. Okt. Wie amtlich festgestellt, starben an

Bord des PacketbootesCarlo auf der Hin- und

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oder Vergehens gegen die Disziplin mit Stuben

Rückreise zwischen Genua und Rio de Janeiro 201 Personen an der Cholera. Gegenwärtig befinden sich 19 an Bord Erkrankte im Lazareth zu Asinara.

Neapel, 1. Okt. An Bord der Panzerschiffe Affondatore undItalia wurden einige Cholerafälle festgestellt. Die Schiffe sind deshalb nach Asinara zur Quarantäne geschickt worden. Die Entsendung eines Geschwaders nach Tarent unterbleibt.

Stubenarrest. Zu den eigenartigsten Strafen gehört der Stubenarrest, der in gewissen Ständen

ver⸗

hängt wird und dessen Verbüßung darin be-

steht, daß die betreffende Persönlichkeit ihre Wohnung nicht verlassen und keine Besuche empfangen darf. Die Strafe kommt heute merkwürdigerweise nur noch bei Schülern, Offizieren, Beamten, Prinzen und Hofschau spielern vor, und die Gründe, aus denen sie verhängt wird, sind sehr verschieden. In Internaten werden die Schüler wegen Unfleißes

arrest bestraft und dürfen an den Spielen und Erholungsstunden ihrer Mitschüler nicht theil⸗ nehmen. Das Militärstrafgesetzbuch dagegen schreibt als offizielle Strafe den Stubenarrest gegen Offiziere und obere Militärbeamte vor. Dieser Stubenarrest kann die Dauer von vier zehn Tagen erreichen und dadurch verschärft werden, daß er in einem besonderen Offizier arrestzimmer verbüßt werden muß. Eine solche Verschärfung ist indeß nur gegen Rittmeister, Hauptleute und Subalternoffiziere anwendbar.

Durch-f meldet, ist auf

ericht Oktober. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen C. Hedrich 111.

Die Prinzen der regierenden Häuser können vom Familienoberhaupt, dem betreffenden Re- ebenfalls mit Stubenarrest bestraft werden, und häufiger, als man glaubt, wird selbst in Deutschland von diesem Strafmittel Gebrauch gemacht. Gar manche Unpäßlich⸗ [keit eines Prinzen, von der der Hofbericht einen Stubenarrest zurück- zuführen, der vom Regenten verfügt wurde. Besonders streng mit der Verhängung von Stubenarrest war in Preußen Friedrich Wil-

Geschworenen bejahten die Schuldfrage, sowie die Neben- helm III., und mehr als einmal bekam der geist⸗

Die

1 Im benachbarten Sobern⸗

In Lüttich brach gestern Abend

volle Kronprinz, spätere König Friedrich Wil⸗ helm IV., diese Strafe, weil er seinen Witz

nicht zurückhalten konnte. Zwei Vergehen von ihm, die ihm Stubenarrest einbrachten, haben sich als historische Anekdoten erhalten.

einer Hoftafel, bei welcher der gutmüthige, aber keineswegs geistvolle Kaiser Franz von Oeste⸗ reich den Vorsitz führte, wurden Räthsel, er⸗ zählt; als aber die Reihe an den Kaiser kam, Als die des Räthselaufgebens an den Kron prinzen von Preußen kam, stellte er die Frage, wer der größte Baumeister sei, und gab als Lösung:Kaiser Franz, denn dem fällt nichts ein. Die Belohnung für diesen Witz waren drei Tage Stubenarrest, die Friedrich Wil⸗ helm III. sofort über seinen Sohn verhängte. In einem andern Falle gab es sogar acht Tage Stubenarrest, weil der Kronprinz sich eine Verspottung der Paradesoldaten erlaubt hatte. Zu den Paraden, die damals in Berlin Unter den Linden stattfanden, erschienen die Soldaten so steif in Uniform, Gamaschen, Leder zeug und Gürtel eingezwängt, daß sie sich in der That nicht bücken konnten. Der Kronprinz, der auf der Parade vor Eintreffen des Königs erschienen war, legte ein Goldstück neben den rechten Flügelmann und forderte ihn auf, das selbe aufzuheben. Der Mann war nicht im Stande, sich in der Paradeadjustirung zu bücken, und der Kronprinz bemerkte sehr sarkastisch:Das sind preußische Soldaten, und mit denen will man Schlachten schlagen! Die Bemerkung wurde dem Könige hinterbracht und kostete die oben erwähnte Strafe. Wenig bekannt ist es, daß alle königliche Beamten, soweit sie bei Hofe beschäftigt sind, ebenso alle Hofschauspieler und Hofopernsänger unter einem besonderen Gericht stehen, welches wegen Nach lässigkeit im Dienst, wegen Insubordination,

Beleidigung von Vorgesetzten, Versäumniß und 9 9

Verspätung ebenfalls Stubenarrest verhängen darf. In jeder Hauptstadt Deutschlands findet man gewöhnlich ein besonderes Arrestlokal, welches für die Verbüßung dieser Art Stuben arrest eingerichtet ist.

Handel und Verkehr. Friedberg, 4. Oktober. Buttermarkt. Bu kostete per Pfund M. 1.00 1.20, Eier 1 Stück 8 Pf,

2 Stück große Pf.

Friedberg, 3. Okt. Fruchtpr. Weizen M. 1500 bis 00.00, Korn M. 14.0000.00, Gerste M. 15,00 bis 16.00, Hafer M. 16.00 00.00. Alle Preise ver⸗ stehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund.

Gießen, 3. Okt. Auf dem heutigen 59

markt kostete: Butter pr. Pf. Mk. 0,951,00,

per Stück 7 Pf., 2 St. Pf., Käse pr. St. 58 f Tauben pr. Paar Mk. 0,60 0,80, Hühner pr. Stüc Mk. 0,90 1,10, Hahnen pr. Stück Mk. 0,50 0,00, Enten Mk. 1.40 1.60, Ochsenfleisch pr. Pfd. 6259 Pf., Kuh- und Rindfleisch per Pfund 50 bis 56 Pf., Schweinefleisch pr. Pfund 60 70 Pf., Zee Pfund 4852 Pf., Hammelfleisch per Pfund 40

60 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo 4,00 6,50 Mark, Weißkraut pr. St. 815 Pfg., Zwiebel pr. Etr. M.

7,00 8,00.

Grünberg, 30. September. Fruchtpreise. Weizen 15.00 M., Korn 14.50 M., Gerste 13.60 M., Hafer 16.40 M., Erbsen 00.00 M., Linsen 00.00 M., Wicken 00.00 M., Lein 00.00 M., Kartoffeln 0.00 M., Samen 00.00 M.

Frankfurt, 3. Okt. Fruchtbericht. Weizen hies. und Wetterauer, alter 15.50 16.00 M., neuer 00.00 bis 00.00 M., kurhessischer, neuer 15.70 bis 15.80 M. norddeutscher 00.0000.00 M., russischer 17.7519.00 M., La Plata 16.2517.00 M., Kansas 16.7517.50 M., Redwinter 16.75 17.25 M., Roggen, hiesiger, alter 13.90 14.10 M., neuer 00.00 00.00 M., ee 00.00 00.00 M., russischer. M., Gerste, hiesige 16.7519.00 M., Pfälzer 00.00-00.00 M. fränkische . M. Riedgerste 00.00 M. ungarische 18.0020.00 M., Hafer hies., neuer 16.50 17.50 M., württemberg. 00.00-00.00 M., bayerischer 17.0019.00 M., ameri⸗ kanischer weißer alter 00.0000.00 M., amerikanischer mixed 00.00 bis 00.00 M., rumänischer alter 16.75 bis 17.50 M., Mais mixed 11.9012.10 M., Donaumals 11.75 12.00 M., La Plata. M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. Weizenmehl hiesiges Nr. 0 27.0028.00 M., feinere Marken 29.00 30.00 M. Nr. 1 24.50 25.00 M., feinere Marken 25.5027.00

M., Nr. 2 23.5024.00 M., feinere Marken 24.00

bis 25.00 M., Nr. 3 21.0022.00 M., feinere Marken. 22.00 22.75 M., Nr. 4 17.0017.50 M., feinere

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Im nahen Liebenzell erste spielte auf dem Wiener Kongresse. Bei

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