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nachdem Schröder nachgewiesen hat, daß dieser Zu. schuß zu dem Fonds, aus dem die fraglichen Unterstütz

ungen gezahlt werden, als vollständig ausreichend er

scheint. Der Antrag Schönberger, Pfannsttel und Muth, betreffend die Uebernahme der Kosten der Fort bildungsschulen auf die Staatskasse, wird zur Zeit für erledigt erklärt, da nach den Erklärungen des Staats- mintsters die Frage bei dem nächsten Budget in Erwäg ung gezogen würde. Die Eingaben wegen Abschoffung der Hundesteuer für Schäferhunde und Revision der Hundesteuer hat die 2 Kammer seiner Zeit der Regie rung zur Berücksichtigung überwiesen. Die 1. Kammer hat den Beitritt zu diesem Beschlusse abgelebnt, die 2 Kammer beharrt auf ihrem früheren Beschluß. Der An⸗ trag Jöckel auf Erhöhung des Stempels der Jagd woffenpässe wird für erledigt erklärt, da nach der Er klärung der Regierung dieser Gegenstand mit der dem nächstigen Vorlage des Finanzgesetzes seine Erledigung finden wird. Zur Berathung kommt weiter der Gesetz entwurf betr. die Abänderung des Einkommensteuergesetzes welches die Einführung der Selbsteinschätzung der Steuer pflichtigen erster Abtheilungen bezweckt Zur General- debatte ergrelft das Wort Ministertalratb Bau, indem er dem Hause die Annabme des Entwurfs emrfieblt und erklärt, die Regierung sei berelt, geeigneten Falls auf weitergehende Anträge einzugehen. Hirsch bält die Selbsteinschätzung für verfrüht; er hätte gewünscht, doß die Reglerung einer Revistion der gesammten Steuerge setzgebung näher getreten wäre. Hechler ist der Mei nung, daß der Ueberschuß, der sich infolge der Deklara tlonspflicht ergeben würde, zur Erleichterung der Ge bäudesteuerpflichtigen verwendet werden solle. Die weitere

Berathung wird auf morgen vertagt.

Dem Schulamtsaspiranten Mönnig aus Ilbes⸗ hausen wurde eine Lehrerstelle zu Frischborn übertragen. Gestorben sind: Der Ständehausverwalter Becker zu Darmstadt; der Schullehrer Dickler zu Sauer Schwaben heim; der Schullehrer Buch zu Dreieichenhain; der kath Pfarrer Reitmeyer zu Mainz.

Berlin, 1. Febr Reichutag. Das Haus setzt vie Berathung der Anträge Ackermann über die Abzahlungsge⸗ schäfte, den Haustrhandel ꝛc fort. Ackermann begründet die Anträge, die im Interesse des seßhaften Gewerbes noth⸗ wendig seten. Die Regierungen müßten festsetzen, in welchen Gegenden Hausirhandel getrieben werden dürfe Schädler(Centr.) weist auf die Klagen über die De tallreisenden hin. Der Betrieb der Kolportage⸗Romane sei gänzlich zu verbieten. Schneider(freis.) meint, durch Annabme der Anträge würden die guten Elemente aus dem Hausirhandel heraus getrieben Der Hausi handel habe einen besonderen Werth, weil dabei das Prinzip der Baarzahlung herrsche Strombeck(Centr) erklärt, er könne nicht für den Antrag stimmen. Man dürfe nicht elnzelne Mißstände verallgemeinern und da mit den ganzen Hausirhandel treffen. Im Eichsfelde würden gegen 2000 Hausirer ruinitrt werden. Holtz mann(nat.⸗lib) bekämpft gleichfalls die Beschränkung des Hausirhandels. Bock(Soz) bemerkt, den kleinen Hausirhandel wolle man treffen, aber die großen Ver sandthäuser, welche die kleinen Gewerbetreibenden schwerer schädigen, lasse man unberührt. Clem m(nat. lib.) gibt zu, daß der Hausirhandel das seßhafte Gewerbe schädigt. Die vorliegenden Anträge selen aber zu weitgebend. Blehl(Centr.) bemerkt, in Bayern sel der Hausir handel zu einer wahren Landplage geworden. Wenn man die Hausirer veranlasse, seß haft zu werden, so wür den die Konsumvereine überflüssig sein Stolle Soz) bestreltet die Zunahme des Hausirhandels Die Waaren der Hausirer seien keine Schundwaaren. Oesterreich aus genommen, werde der Housirhandel nirgens so beschränkt wie in Deutschland. Schrader(dfr.) behauptet, die Anträge bezweckten nur eine Belästigung und würden den Kreisen nicht helfen, denen sie helfen sollten. Der Antrag Ackermann, betreffend Einschränkung des Hausir handels, wird darauf abgelehnt. Für den Antrag Acker mann betreffend die Konsumvereine stimmten 58, da gegen 57 Mitglieder. a

Der Entwurf zum Reichsseuchengesetz liegt dem Vernehmen nach dem Kabinet des Kaisers vor und dürfte in allernächster Zeit zur Beschlußfassung an den Bundesrath gelangen.

DieNordd. Allg. Ztg. versichert auf das bestimmteste, die Meldung derDüsseld. Ztg. über eine kaiserliche Botschaft an die Volksvertretung wegen der Militärvorlage ent behre ebenso sehr jeder Begründung wie alle sonstigen Gerüchte über bevorstehende aller höchste Kundgebungen zur Militärvorlage.

DerStandard will von hier aus von neuen Begegnungen des deutschen Kaisers mit dem Zaren und dem Großfürsten-Thronfolger erfahren haben. Bei der Anwesenheit des russischen Thronfolgers in Berlin sei nicht nur eine Begegnung des Zaren mit dem Kaiser Wilhelm im nächsten Sommer, sondern auch ein zweiter Besuch des Großfürsten⸗Thronfolgers am Berliner Hofe besprochen worden.)

6 Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Hier ver lautet, Ludwig Tisza, der ungarische Minister

am kaiserlichen Hoflager, werde bald zurücktreten. sich die Unreifsten am meisten hervortzun. Den eigent-

Belgien. Brüssel. Ein Lokalblatt kündigt einen Kongreß der Arbeitslosen Belgiens an. Die Arbeitslosen in Gent, Mons, Löwen und allen großen Industriecentren hätten der ergangenen Einladung zugesagt, die Arbeiter würden barfuß kommen.

Frankreich. Paris, 2. Febr. In der heutigen Kammersitzung wird der Minister des Auswärtigen, Develle, auf eine Anfrage Lafonts wegen Egyptens Antwort ertheilen. Die Ant⸗ wort wird lauten, England in friedlicher Weise erledigt werden wird.

Die Panama⸗Kommission nahm den Bericht der Subkommission über die Unternehmer entgegen. Darnach hätten die Unternehmer einen Gewinn von 77 Millionen gehabt.

Demnächst werden endgiltige Entschei⸗ dungen über die Regelung der Verhältnisse in Dahomey getroffen werden; man wartet zu diesem Behufe die Ankunft des Gouverneurs der Kolonie Benin, Ballot, ab, der in Ge⸗ meinschaft mit General Dodds hierüber um⸗ fassende Studien gemacht und einen aus⸗ führlichen Bericht erstattet hat.

Großbritannien. London, 1. Febr. Die Kaiserin Friedrich ist heute auf der Yacht Viktoria und Albert in Cowes eingetroffen.

Die Parnelliten werden einen Antrag auf Amnestie zu Gunsten der irländischen politischen Verbrecher im Parlamente einbringen.

Italien. Rom. Außer dem General v. Los, der als Specialgesandter des Kaisers Wilhelm hierher kommt, werden zum Bischofs⸗ Jubiläum des Papstes auch Kaiser Franz Josef, die Königin⸗Regentin Christine von Spanien, König Georg von Sachsen, Prinz⸗ Regent Luitpold von Bayern, die Königin Viktoria von England und der Sultan außer⸗ ordentliche Botschafter nach Rom entsenden, um dem Papste die Glückwünsche ihrer Sou⸗ veräne zu überbringen. Die französische Regie⸗ rung wird damit ihren ständigen diplomatischen Vertreter beim heiligen Stuhle betrauen.

Spanien Madrid, 1. Febr. Nach einer Meldung aus Madrid ist der König an den Masern erkrankt.

Rußland. Petersburg. DerNewyork Herald meldet, der deutsche Kaiser habe ein Telegramm aus Petersburg erhalten, welches von einem Attentatsversuch auf den Czaren meldete.

Aus Stadt und Land.

a Friedberg. Zu den dankenswerthesten, von freudiger Unterstützung aller Verständigen begleiteten An trägen aus Parlamentskreisen gehört zweifellos der kürzlich vom Abgeordneten Jockel eingebrachte: Das Verbot des Wirtosbausbesuches für die fortbildungs schulpflichtige Jugend betreffend. Statt längerer Er örterung geben wir für heute etliche Leitsätze zu freund licher Erwägung 1. Der Antrag ist eine nothwen dige bisher schmerzlich vermißte Ergänzung zu den Bestim mungen über die Fortbildungsschule, insofern gerade der Wirtyshausbesuch mit allen seinen Anhängseln, ja schon die Gier darnach, den Schüler zerstreut, zum Unterricht unfreudig macht, dadurch den Unterrichtserfolg mindestens hemmt, wenn nicht ganz verdirbt, zumal da, wo die Knaben aus der Stunde direkt ins Wirths baus ziehen. 2. Besagtes Verbot ist auch die einfache Consequenz der entsprechenden Versagung gegenüber den oft viel älteren Schülern höherer Lehranstalten; die Gerechtigkeit hätte schon längst eine gleiche Behandlung beider fordein sollen. 3. Da die meisten Fortbildungsschüter direkt unter Elternobhut stehen, so könnte benanntes Verbot als ein Eingriff in Elternrechte erscheinen, allein, wenn das Elternhaus dem Wirthshauseinfluß gegenüber öfters sich machtlos erweist und in Sachen der Jugenderziehung es gar oft an Kraft und Willen fehlen läßt, so hat der Staat, welchem die Entwicklung der Jugend nicht gleich gültig bleiben kann, nicht nur Recht sondern Pflicht zum Eingreifen. Im Uebrigen werden gerade die gewissen⸗ haften Eltern diese Vorlage begrüßen. 4. Der Antrag ist im eigensten Interesse der jungen Leute gestellt. In diesen Entwicklungsjihren ohnehin zu Ausschreitungen geneigt, finden sie hierzu besonders im Wirthshause mit seinen das junge Blut auftegenden Genüssen allzuleicht Nahrung, weßhalb auch die meisten der oft beklagten Jugend, Thor- und Robheiten mit dem Wirthshause in irgend welchem Zusammenhang stehen, zumal im Allge meinen weniger die soltden als vielmehr die entlegeneren ewas anrüchigen Wirthschaften ihre Netze nach den jüngsten Bürschchen auswerfen, um sie für ihre Zwecke zeitig heran⸗ zubilden, infolge dessen denn bei Streiks und Unruhen

daß die Angelegenheit mit

lichen Burschen ist das Wirthshaus gegönnt, aber allzu⸗

früh ist ungesund und wirkt erschlaffend. Rechtschaffene Werthe und Burschen werden sich über dieses Verbot nur freuen. 5. Mit der Wirths haus angelegenheit ist zugleich die der mancherorts übel berüchtigten Spinnstube zu

regeln, indem die bisher erst in einigen Kreisen vorhan⸗

denen Bestimmungen hinsichtlich der Ueberwachung dieser Zusammenkünfte durch die Eltern, sowie die strenge Ein⸗ haltung der hierfür nicht zu verlängernden Poltzeistunde Gemeingut werden muß, da sonst das durch das öffentliche Wirthshaus immerhin noch einigermaßen controlirte Treuben sich in sittlich zweifelhafte oder gar anstößige, uncontrolirte Behausungen und Gesellschaften verpflanzt. 6. Mit der Versagung des Wirthshauses muß der nun einmal für Mittheilung, Unterhaltung, Freude und Spiel empfänglichen und bedürftigen Jugend nicht nur einiger Ersatz, sondern Besseres, Edleres geboten werden, durch Vereinigungen, in denen Vorlesen, Erzählung, Schilderung, Musik, Turnen, Volksspiel abwechselnd zu ihrem Rechte kommen. Wirkliche Freunde der Jugend, vor Allem auch Lehrer und Pfarrer, werden diese Jugenddienste nicht ablehnen. Das vorerst in dieser Hinsicht wenig Aussichts⸗ volle wird sich nach Vorgang der Städte auch auf dem Lande, je länger je mehr Eingang, Recht und Würdigkeit verschaffen, zur Wohlthat werden.

v. Friedberg. In der Suppenküche wurden vom 3. bis 3. Januarlan Suppe verabreicht: Unentgeltlich 240% Liter, gegen Zahlung von 5 Pf. für den Schoppen 7612 Liter, im Ganzen 2207 Liter, d. i. durchschnittlich 7612 Liter. An Brod kamen 61 Laib zur Vertheilung. Einschließlich der Ueberzahlungen und Zuschüsse wurden 17,65 Mark vereinnahmt. /s. Schwalheim. Der hiesige GesangvereinCon⸗ cordia feierte in seinem Vereinslokale im Saale des Wirths Hofmann den Geburtstag des Kaisers in sehr schöner Weise. Veranlaßt wurde die Feler durch unseren neug wählten Bürgermeister, der eine Reihe von Jahren Präsident des Vereins war, sowie durch unseren neuge⸗ wählten Beigeordneten A Hofmann. Jr. Bad Nauheim. Von der Badedirektlon ist die Errichtung eines Schwimmbassins im Teich bei dem Ninisterium in Anregung gebracht worden. Die Kosten find auf 19 000 M. veranschlagt. Jr. Bad⸗Nauheim. 1. Febr. Eine wirklich erhebende Feier fand aus Anlaß der Einweihung unserer neuen Orgel am vergangenen Sonntag in der Wilhelms kirche statt. Die Kirche war bis zum letzten Platze gefüllt und mag wohl die Zahl der Festtheilnehmer an beiden Gottes diensten über 2000 Personen betragen haben Nachdem beim Vormittagsgottesdienste die Gemeinde das Ein gangslied, begleitet auf elnem Harmonium von dem Ocganisten Lehrer Wagner gesungen hatte, betrat Ober⸗ Consistortalrath Walz von Darmstadt den von Ober⸗ gärtner Ostermeyer geschmückten Altar und vollzog den eigentlichen Weiheakt. Der mit der Prüfung der Orgel betraute Seminars Musiklebrer Schmidt von Friedberg spielte hierauf ein Präludium auf der Orgel, welches in das von der Gemeinde gesungene Lied:Lobet den Herren überging. Ober ⸗Consistortalrath Walz hielt hierauf die Festrede. Am Nachmittage fand sodann ein liturgischer Gottes dienst statt. Im Anschluß an die Ein⸗ weihungsfeterlichkeiten in der Kicche fand am Nachmit⸗ tage noch eine festliche Vereinigung im Hotel Sprengel statt. Die Orgel wurde von dem Orgelbauer J. G. Förster in Lich erbaut, enthält 4 Register im 1. Manual, 1 im zweiten, 6 im Pedal, 4 Nebenzüge nebst 4 Pistons. Dieselbe ist das erste rein pneumatische Orgelwerk im e Hessen.

Mainz,. Febr. Um 10 Uhr 45 Min. Vormit⸗ tags setzte sich das Rheineis in Bewegung und treibt an der Stadt ruhig vorüber, da unterhalb der Fluß frei ist. Das Wasser steigt langsam. Von den Seiten⸗ flussen des Rheins wird jedoch überall Hochwasser ge⸗ meldet, so daß es hier auch nicht ausbleiben dürfte.

Allerlei.

Karlsruhe, 31. Jan. Auf den Schnellzug Köln; Koblenz Karlsruhe wurde gestern geschossen. 1 Reisender wurde leicht verletzt.

Kötben, 31. Jan. In der Bahnwärterbude 48 bei Köthen wurde der Hilfsbahnwärter Rettig von Zigerunern überfallen und seines Geldes beraubt.

Recklingshausen, 1. Febr. Durch eine Schlag- wetterexplosion wurden auf der ZecheGeneral Blumen thal 19 Bergleute getödtet und 18 schwer verletzt. Einer der letzteren ist bereits im Krankenhause gestorben.

Berlin, 2. Febr. Gestern wurde bier ein Doppel⸗ Raubmord verübt, ein Kind von Jahren ist dem⸗ selben bereits zum Opfer gefallen, die Mutter des Kindes wurde schwer verwundet und schwebt in Lebensgefahr. Von dem Thäter fehlt bisher jede Spur.

Nietleben, 2. Febr. Neuerdings erfolgten zwei Todesfälle Der Landrath ersuchte die Polizeibehörden des Saalekreises, vorläufig alle Versammlungen und Tanz⸗ vergnügen zu verbieten.

Breslau, 31. Jan. Der Prästdent des Herren hauses, Herzotz von Ratibor, ist gestern gestorben.

Herstal, 1. Febr. Hier ist eine ansteckende Krank⸗ heit ausgebrochen, welche den Aerzten noch unbekannt ist. Der Nachbarort Fexbe ist auch bereits angesteckt. Man glaubt, daß es sich um eine Art Trichinose handle.

Insterburg, 2. Febr. Hier wurde heute früh ein dreifaches Todesurtheil vollstreckt. Die Gutsknechte Wabulat, Bolz und August, welche vom Schwurgericht zum Tode verurtheilt worden waren, weil sie ihren

Dienstherrn, den Gutsbesitzer Reiner auf Schöneberg, ermordet und demselben vierhundert Mark geeraubt hatten,

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