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Auf Antrag des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeind Innern und der Justiz vom 21. Oktober 1893 zu Nr. M. J. 29782

zu Gambach:

§. 1. Dem Vorstand ist jeder

zu führen.

§. 2. Beim Eintritt in die Synagoge hat Jeder sich sogleich auf den ihm Das unnöthige Hin⸗ und Hergehen, das Ein⸗ und Ausgehen aus der Synagoge ohne triftigen Grund wird als den Gottesdienst störend, auf das Ernstlichste untersagt und darf die Synagoge erst dann verlassen werden, wenn das Schluß-Kadisch-Gebet vorgetragen ist.

§. 3. Nur schulpflichtigen Kindern, oder solchen,

bestimmten Platz zu begeben.

zurückgelegt haben, ist der Eintritt in die Synagoge gef

ihnen anzuweisenden Plätze einzunehmen.

4. Damit die Andacht der Gemeinde nicht gestört wird, Den Gebeten, welche ausschließlich von dem Vorbeter vorge⸗ tragen werden, hat die Gemeinde nur in stiller Andacht zu folgen, insbesondere soll kein Anwesender bei dem Schluß eines Gebet⸗Abschnittes oder beim Vorlesen der des Abschnittes mit lauter Stimme beten.

wesende leise beten.

Thora den Schluß laute: §. 5. Bei Gesängen und Wechselgesängen soll Friedberg den 26. Oktober 1893.

Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Norddeutschen Verf betrieb im Großherzogthum unter den üblichen Bedingungen auf Widerruf ertheilt. sellschaft und beabsichtigt den Betrieb der Haftpflichtversicherung,

Friedberg den 29. Oktober 1893.

in der Synagoge Anwesende Gehorsam schuldig und hat sich den Anordnungen desselben sogleich und willig zu unterziehen, es bleibt jedoch jedem Gemeindemitglied unbenommen, wenn es sich durch Anord⸗ nungen des Vorstandes beeinträchtigt fühlt, späterhin geeigneten Orts Beschwerde

Bekanntmachung. bestimmen wir hiermit

Synagogen⸗ Ordnung.

viel weniger die Vorträge §. 6.

und Sicherheit genommen Vorstand hat

8 7.

maßgebend. welche das 6. Lebensjahr§. 8. tattet und haben diese die stand beauftragt ist.

§. 9. m Freitag

soll jeder An⸗ 1 8. 10. 1

Niemand dem Chorleiter 1 bis 5 Mark geahndet.

Bekanntmachung.

bis nach Beendigung des Gebetes stehen zu bleiben. Niedersetzens bei anderen Gebeten und Gesängen ist die Anordnung des Vorstandes

e zu Gambach und mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des

zur Erhaltung der Ordnung in der Synagog:

oder Vorbeter vorgreifen, noch den Gesang durch überlautes Mitsingen stören, noc

des Vorbeters mitsingen.

Bei Gesängen, welche von einem Chor neu eingeübt werden, hat die Gemeinde bei Vortrag desselben in solange nicht mitzufingen, bis solche Kenntniß

hat, wie sie zu singen und zu respondiren hat. Der

diesbezügliche Anordnung zu treffen. Bei dem Gebete für den Landesherrn hat sich Jeder zu erheben und

Bezüglich des Aufstehens und

8 Außer dem Rabbiner und Vorbeter darf Niemand die Funktion des Vorbeters übernehmen, wenn er nicht für jeden Fall speziell hierzu von dem Vor⸗

Abend, Samstag Morgen sowie an den Festtagen darf

kein Gemeindemitglied in der Synagoge ohne Hut als Kopfbedeckung erscheinen. Zuwiderhandlungen Synagogen-Ordnung oder Widersetzlichkeiten gegen die Anordnungen des Vorstands oder des von Letzterem ernannten

gegen die Paragraphen der vorstehenden

Commissärs werden mit einer Polizeistrafe von

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

icherungsverein in Rostock die Zulassung zum Geschäfts⸗ Der Verein ist eine auf Gegenseitigkeit gegründete Ge⸗ der Unfallversicherung und einer Sterbekasse.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Bekanntmachung an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Rentamtsbezirks Friedberg.

Wir ersuchen Sie in Ihren Gemeinden auf Gras- und Holzgelder, die Beiträge der Gemeinden ꝛc. zu den Forstdienerbesoldungen, nebennutzungen in den ersten 20 Tagen d. Mts. zu entrichten sind, gegenfalls d

Friedberg den 1. November 1893.

ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen, daß die zu Martini d. J. fälligen Zeitpächte, sowie die Beträge für bezogenes Handholz und Wald as Beitreibungsverfahren eintritt.

Großherzogliches Rentamt Friedberg. Roßmann.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Dem evang. Pfarrer Nebel zu Groß Gerau wurde der Charakter alsKirchenrath ver liehen, der 1 Dieffenbach aus Grünberg zum Oberförster in Jägersburg, der Finanzaspirant Lipp aus Alsfeld zum Kalkulator bei dem Ministerium ernannt, der Hauptsteueramtsdiener Göbel in Darm stadt in den Ruhestand versetzt.

Potsdam, 30. Okt. Der Herzog von Coburg reiste von dem Kaiser bis zum Bahn hof begleitet, heute Abend wieder ab.

Berlin. DerReichsanzeiger veröffent licht eine kaiserliche Verordnung, wonach der Reichstag zum 16. November einberufen wird.

Der dem Bundesrath zugegangene Etat des Reichsamts des Innern für 1894/95 ver⸗ langt eine Direktorstelle für dieses Amt, ferner 1,100,000 M. als erste Rate für das National- denkmal Kaiser Wilhelms auf der Schloßfrei heit in Berlin. Es handelt sich um den Begas'- schen Entwurf. Die Bildhauerarbeiten sollen, abgesehen von der Architektur und den schwie⸗ rigen Fundamentirungs-Arbeiten insgesammt 8 Million M. betragen.

Der Reichszuschuß zu der Invaliditäts und Altersversicherung für das nächste Etats Jahr beträgt 13,960,000 M., nur 1,2 Mill. mehr als im Vorjahre. Der Ueberschuß von 1892 93 der im nächsten Etat als Einnahme einzustellen ist, beträgt nur 1,1 Mill. gegen 4,1 Mill. im vorigen und 15,3 Mill. M. im vorvorigen Jahre.

Die Vorgänge des gegenwärtig sich ab spielenden Hannover'schen Spieler-Prozesses, in den viele Offiziere verwickelt sind, erregt die ernsteste Aufmerksamkeit der Militärverwaltung bis zu den höchsten Stellen, und es steht fest, daß, abgesehen von allgemeinen Maßregeln, ein sehr strenges Vorgehen gegen die in dem Prozeß als Zeugen kompromittirten Offiziere zu er warten ist. Man rechnet auf eine sehr um fassende Verabschiedung.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 29. Okt. Heute Vormittag versammelten sich sämmtliche Minister, darunter auch der kranke Ackerbau minister Falkenhayn bei Taaffe und begaben sich dann in die Hofburg, wo

um 11 Uhr das Zeichen zur Abfahrt. unter dem Vorsitz des Kaisers ein Minister-lange das Land sichtbar war, auf der Kom⸗

dauerte. Nach dem Schluß des Ministerrathes erging an das Präsidium des Reichsrathes die Botschaft, daß der Reichsrath auf kaiserlichen Auftrag vertagt wird. Die Demission Taaffe's wurde vom Kaiser noch nicht angenommen. Taaffe dürfte nunmehr selbst noch mit den Führern der Parteien verhandeln, um ein Coalitionsministerium zu bilden. Erst wenn er in dieser Beziehung keinen Erfolg haben sollte, dürfte die Demission Taaffe's angenommen werden.

Mährisch-Ostrau, 31. Okt. In Folge der wegen gefährlicher Drohung vorgenommenen Verhaftung eines Bergarbeiters des Tiefbau schachtes, der wegen Dienstvergehens entlassen war, fand Abends eine Zusammenkunft vor dem Schacht statt, welche durch den Bezirks hauptmann unter Gendarmerie- und Polizei⸗ Assistenz zerstreut wurde. Die Nacht war ruhig. Zur Frühschicht fuhren 90% der Belegschaft an.

Budapest, 31. Okt. DerPester Lloyd schreibt: In der gestrigen Sitzung des Minister raths wurde der Vortrag festgestellt, der der Krone betreffs Regelung des Eherechts erstattet werden soll. Die Unterbreitung erfolgt un mittelbar nach der Rückkehr des Königs, der noch heute Nacht in Budapest ankommt.

Frankreich. Paris, 29. Oktober. Der Präsident Carnot empfing heute den Besuch des Großfürsten Wladimir und erwiederte denselben alsbald. Großfürst Alexei ist heute von Biarritz über Toulon und Marseille nach Cannes ab gereist.

30. Okt. Eine Depesche des Generals Dodds, datirt aus Zaganado am Ueme, dem ehemaligen verschanzten Lager Behanzin's, meldet den Vormarsch auf das gegenwärtige Lager Behanzin's. Zwei andere Kolonnen werden in derselben Richtung vorrücken.

Lens, 31. Okt. Gestern Abend wurde ein Dynamitattentat verübt gegen die Wohnung von 4 in Vendinlerreil wohnen den Arbeitern, welche Morgens die Arbeit aufgenommen haben. Es liegt nur Sachbeschädigung vor, kein Menschen opfer. ö

Toulon, 29. Okt. Nachdem Avellan Ab schiedsbesuche gemacht hatte, gab er um 2 Uhr

Avellan blieb, so

durch kannten

schwenkend. Die französischen und russisches Schiffe fuhren eine Stunde lang zusammen. dann wendeten die Franzosen, mit einer letzten Salve grüßend.

Spanien. Madrid, 29. Okt. Beim Rück⸗ zug der Besatzung der Außenforts Cabrerizas⸗ nach Melilla ist General Margallo gefallen. An seiner Stelle wird General Macias heute den Oberbefehl in Melilla übernehmen. In dem gestrigen Kampfe wurden die Kabylen. mit großem Verlust zurückgeschlagen. General. Ortega bewaffnete die Civilbevölkerung bis zur Ankunft von Verstärkungen.

31. Okt. Aus Melilla wird gemeldet, daß General Ortega gestern mit einer starken

Kolonne Infanterie und Kavallerie die Mauren

aus ihrer starken Position vertrieb und den detachirten Forts Ersatz und neue Lebensmittel zuführte. Der Konsul ersuchte den Kriegs⸗ minister, die Entsendung von Truppen bis zur Erbauung neuer Baracken einzustellen.

Italien. Spezia, 29. Okt. Das eng, lische Geschwader wurde bei der Abfahrt von. der Menge herzlich begrüßt. Die Matrosen des englischen und italienischen Geschwaders wechsel ten Hurrahrufe.

Amerika. Washington, 30. Okt. Der Senat hat die Vorlage wegen Aufhebung der Shermanakte mit 43 gegen 32 Stimmen ange nommen. Das Repräsentantenhaus wird die vom Senat angenommene Vorhees'sche Vorlage betreffs Widerruf der Sherman-⸗Akte sehr schnell. ratifiziren und der Präsident die Vorlage heute oder morgen unterzeichnen.

Ans Stadt und Land.

u. Friedberg. Im Monat September hatte. die: Herberge zur Heimath 148 Verpflegungs., 239 Her, bergsgäste und einen Einlogirer. An Arbeitsverdiensi der Verpflegungsgaste wurde 3.20 M. und im Betrieb. der Wirthschaft 333.69 M. eingenommen. Ausgegeben! wurden 313.84 M.; es wurde demnach ein Ueberschuß von 19 85 M. erzielt. Friedberg. Nach den Mittheilungen der Central stelle für die Landesstatistik betrug der Schülerbestand!

der drei Schullehrerseminarien in Hessen pro 1892/93:

in Alzey 93, Bensheim 98 und Friedberg 118.

Okt. Der Tunnel zwischen der: Fuchs' schen Mühle wurde am! Samstag durchbrochen. Dieses Ereigniß ist von den! ihre Geschicklichkeit und Aus dauer rühmlichst be⸗ Tunnel-Arbeitern festlich begangen worden.

Birkenau, 30. Hildebrand'schen und der

rath abgehalten wurde, der anderthalb Stunden mandobrücke des Admiralschiffs, seine Mütze Auch sind die beiden Portale prächtig geschmückt.

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