1893.
Donnerstag den 2. Februar.
14.
Oberhessischer Anzeiger.
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Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch
und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, ö Donnerstag und Samstag.
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Der Vorstand. ——
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Ersatzmän
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a. für den Steuer⸗Commissariats⸗
Bezirk Friedberg zu Mitgliedern:
1. Heinrich Weith IV. zu Nieder-Wöllstadt,
2. Georg Steinhäußer zu Friedberg,
3. Johannes Jacobi VIII. zu Rodheim v. d. H., 4. Carl Guth zu Vilbel,
5. Bürgermeister Wörner zu Bad⸗Nauheim, 6. Bürgermeister Schmid zu Reichelsheim,
zu Ersatz⸗ Mitgliedern:
1. Wilhelm Buff zu Nieder⸗Wöllstadt, 2. Bürgermeister Steinhäußer zu Friedberg,
Friedberg den 31. Januar 1893.
Annoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 10 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von aus⸗ wärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen. —j—————
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
3. Bürgermeister Alles zu Nieder-Florstadt;
b. für den Steuer⸗-Commissariats⸗ Bezirk Butzbach zu Mitgliedern: Apotheker Vogt sen. zu Butzbach, Georg Geck zu Melbach, Bierbrauer Melchior zu Butzbach, Pachter Reif zu Steinfurth, Bürgermeister a. D. Jeckel zu Ober⸗Mörlen, zu Ersatz⸗Mitgliedern: 1. Louis Christ zu Griedel, 2. Johannes Braun III. zu Kirch⸗Göns;
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Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird. Anna Schlereth, geboren am
Friedberg den 31. Januar 1893.
Scheld oder Scheldt von Langenstein(V. 16/93); Philipp Böff von Offenbach(F. 37/92).
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Wahl der Einschätzungs Commissionen für die Veranlagung der Einkommensteuer und Kapitalrentensteuer. b a 1 Es wird hiermit zur Kenntniß der Kreisangehörigen gebracht, daß von dem Kreistag des Kreises Friedberg zu Mitgliedern und nern der oben genannten Kommission für den Kreis Friedberg gewählt worden sind:
c. für den Steuer⸗Commissariats⸗ Bezirk Büdingen a als Mitglied: Martin Hammel zu Staden, als Ersatzmitglied: Bürgermeister Braun zu Staden;
d. für den Steuer⸗Commissariats⸗ Bezirk Hungen f als Mitglied:
Gemeindeeinehmer Scherrer zu Wölfersheim,
als Ersatzmitglied: Gemeindeeinnehmer Klein zu Wohnbach. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
23. Januar 1866 in Waldfenster(V. 870/92); Johannes
Der Großherzogliche Amtsanwalt: Lebrecht.
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Deutsches Reich.
Darmstadt, 31. Jan. 2. Kammer. Heute trat
dle 2. Kammer zu mehrwöchigen Verhandlungen wiever zusammen. mathungen über die Vorlage wegen Erbauung der Wormser Brücke gediehen seten. daß die Reglerung in dieser Frage thue, was in ihren Kräften stehe. Vereinbarung mit der hessischen Ludwigsbahn erforderlich, er glaube jedoch, daß in der gestrigen Verhandlung eine prinzipielle Einigung über eine Eisenbahnbrücke zu Stande gekommen set, daß neben dieser eine besondere Straßen brücke zu erbauen sein werde, davon werde sich das Haus wohl überzeugen. der Zustimmung zur Verausgabung von 123,000 Mark
zur Herstellung einer elektrischen Beleuchtungsanlage in
Dad⸗Nauheim zu Lasten des Kurfonds wird genehmigt,
nachdem Finanzminister Weber erklärt, daß es sich hler
um eine definitive Anlage handle und Weith dieselbe befürwortet hatte.
Reinhart fragt an, wie weit die Be⸗ Finanzminister Weber versichert,
Die besonderen Umstände machten eine
Die Vorlage wegen Ertheilung
Gegen die Aufnahme von Ausnahme estimmungen in die der Hessischen Ludwigsbahn zu er— 10 7 Konzession zum Bau und Betrieb einer Neben ahn Flonheim Wendelsheim wird kein Widerspruch er hoben, jedoch beantragt Michel, daß die Ludwigsbahn gagehalten werden solle, die Zufuhrstraße zur Statton Vendelsheim als Kreisstraße zu erbauen. Der Gegen— tand wird nochmals in die Kommission zurück verwiesen.
Line Forderung von 21,000 Mk. zur Herstellung einer
Schliffsladestelle bei Nackenheim wird ohne Debatte ge
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uhmigt. Den Verhandlungen vom 29/30. September 1686 über den Umbau des Bahnhofs in Kostel wird
die verfassungsmäßige Genehmigung ertheilt. Eine nach Rgkägliche Forderung von 70,0 M. wird für Verbesse
Hübner, ung und Umbau der von der Bahnlinie Hungen Laubach nach W. H der Friedrichshütte abzweigenden Strecke gestellt und nach einigen Bemerkungen von Sturmfels, Schön
pelt berger und des Finanzministers Weber genehmitt. I Salatöl der Antrag Erk auf Einrichtung einer Güter⸗Einlade iböl, Sa kürrichtung in der Station Ober⸗Widdersheim der ober⸗ deln hifsischen Elsenbahnen wird nach einer Bemerkung des
1 Winde Oberbauraths Mayer keine Folge gegeben. Die Kammer hüt seiner Zeit beschlossen, den Antrag Westernacher
7 uht uf Weiterführung der projektirten Bahn Rinderbügen: 5 bädingen über Düdelsheim nach Lindheim der Regie— geblt biligf, ung zur demnächstigen Erwägung zu überweisen. Die 5 Usagast Este Kammer ist diesem Ersuchen nicht beigetreten, das hl, 5 Ius beschließt, auf seinem früheren Beschluß zu be⸗ 5 it harren. Dem Gesuch der Steuerkommissariatsgehülfen den uin Regulirung ibrer Gehalts-, und Anstellungsverhält⸗
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fie, sowie den Anträgen von Hech ler auf Gehaltszu⸗ gapen für 9 Finanzaspiranten und widerrufliche Anstel⸗
lung der Steuerkommtissartatsgehülfen beantragt der Aus⸗ scuß stattzugeben. Finanzminister Weber erklärt, die
kiglerung habe von jeher diese Gehülfen mit Wohl: pillen behandelt.
Eine Anrechnung der Vordienstzeit
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widerspreche den Bestimmungen des Pensionsgesetzes. Es müsse den Gehülfen eine genügende Wohlthat sein, daß sie als Privatgehülfen vom Staat übernommen worden seten. Schröder widerspricht, daß die Anrech⸗ nung der Vordienstzeit den Besttemmungen des Pensions gesetzes widerspreche und empfiehlt die Ausschußanträge, deren Annahme erfolgt.
Berlin, 30. Jan. Der König und die Königin von Sachsen sind von hier nach Dresden zurückgekehrt. Der König von Württemberg verließ gestern Berlin wieder, um nach Stutt— gart zurückzukehren. Der Großfürst-Thronfolger von Rußland reiste gestern Abend von Central— bahnhofe ab.
— Eine Aufsehen erregende Aeußerung des Kaisers wird von der„Freis. Ztg.“ in die Oeffentlichkeit gebracht. Dem genannten Blatt zufolge hat der Kaiser dem früheren Justiz— minister v. Friedberg zu seinem achtzigjährigen Geburtstag sein Bildniß verehrt mit der Unter— schrift: Nemo me impune lacessat— Niemand reizt mich ungestraft. Friedberg ist am 27. Jan. 1813 geboren, begeht also seinen Geburtstag mit dem Kaiser zusammen.
— Zwischen dem Kaiser und dem Groß— fürsten⸗Thronfolger von Rußland soll während des Aufenthaltes des Letzteren am Berliner Hofe eines Abends eine mehrstündige Unterre— dung ohne Zeugen stattgefuuden haben. Falls dem in der That so gewesen ist, so könnte der Vorgang die politische Bedeutung des Besuches des Czarewitsch nur noch erhöhen.
— 30. Jan. Der Bundesrath hat in seiner gestrigen Plenarsitzung der Verlängerung des provisorischen Zollabkommens mit Rumänien zugestimmt.
— 31. Jan. Reichstag. Der Etat des Reichsamts des Innern wurde im Reichstage heute berathen. Bei dem Gehalt des Staatssekretärs bemerkt Seipio(natl.), er könne aus eigener Erfahrung bestätigen, daß kein solcher Nothstand vorhanden, daß ein Eingreifen des Staates nothwendig erscheine. Schmidt Sachsen(Soe.) betont, die Nothlage sei in vielen Industrlebezirken sehr groß, in manchen Distrikten von Sachsen herrsche ein unsagbares Elend. Ins besondere in der Texttlindustrie seien in Folge der maschinellen Verbesserungen zahlreiche Arbeiter brod—
los geworden. Der sächsische Bundes bevollmächtigte Graf Hohenthal hebt hervor, die Ausführung des Staats-
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sekretärs, daß die schlimmste Zett der Arbeitslosigkeit überwunden sei, treffe vollkommen zu. In jedem Winter mache sich eine gewisse Arbeitslosigkeit geltend, trotzdem aber und trotz der Cholera und anderer ungünstiger Um⸗ stände könne von einem allgemeinen Nothstand keine Rede sein Alle offiztellen Berichte bestätigten, daß die Ver⸗ hältnisse sich gebessert haben, auch der soeben eingegangene Bericht für das Jahr 1892 bestätige das. Auch die Arbeiter seien, wie aus Briefen derselben hervorgehe, dieser Ansicht. Die Lebensmtittelpreise seien ebenfalls außerordentlich gefallen. Freilich muͤsse sich bet den Ar— beiltern mehr und mehr dle Ueberzeugung befestigen, daß ihre Interessen von den Interessen der Unternehmer nicht zu trennen sind. Wenn die Arbeiter unmotivirten Haß säen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie Haß ernten. Bebel weist auf die große Zahl der Bankerotte, Mora⸗ torten und Vergleiche hin, welche bewiesen, daß ein wirth— schaftlicher Riedergang vorhanden sei. Buhl(nat. lib.) bestreitet gegenüber dem Vorredner, daß es irgendwo Unternehmer gebe, die mehr als es der Konjunktur entspreche, die Löhne herabdrückten. Bebel betont, er habe nicht gesagt, daß alle Arbeiter nothleidend selen, sondern nur, daß im Allgemeinen ein Nothstand bestehe. Staatssekretär von Bötticher hebt wiederholt her— vor, daß er das Vorhandensein eines Nothstandes nicht geleugnet, sondern nur ausfuͤhrt habe, der Noth— stand sei nicht ein solcher, daß der Staat eingreifen müßte. Das Vorhandensein eines solchen Nothstandes hätten auch die Soztaldemokraten nicht nachgewiesen. Die Regierungen wollten den Dingen ehrlich auf den Grund gehen; es sei im Interesse des Vaterlands und der Arbeiter wirklich Etwas zu schaffen, während die Sozialdemokraten nur Unzufriedenheit säen wollten. (Beifall.) Bachem(Centr.) führt aus, die Sozialdemo⸗ kraten hätten auch heute kein einziges Mittel angegeben, wie den von ihnen vorgebrachten Nothständen abzu— helfen sei. Bei der Abstimmung über den Vertagungs— antrag stimmen 68 dafür, 79 dagegen. Das Haus ist also nicht beschlußfähig.— Die Militärkommission be— schäftigte sich heute mit der finanziellen Tragweite der Militärvorlage und deren Einfluß auf die Gestaltung der Reichssinanzen in den nächsten 5 Jahren. Zur Prüfung der Frage wurde eine Subkommission von 7 Mttgliedern eingesetzt. Nächste Sitzung unbestimmt.
— 30. Jan. Der„Börsenzeitung“ zufolge verlautet, die Stellung des Kriegs-Ministers v. Kaltenborn⸗Stachau sei erschüttert, weil an höchster Stelle ein energischeres Eintreten für die Militärvorlage von ihm erwartet worden sei. Derselben Zeitung geht von Fulda die unbe— stätigte Meldung zu, es bestünde ein ge— heimer Erlaß des Papstes an das Centrum betr. die Militärvorlage.
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