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mächte eben vertraulich sondiren über die Ein⸗ berufung einer europäischen Konferenz nach Konstantinopel. Aufgabe der Konferenz sei die Lösung der bulgarischen Fürstenfrage in Ge⸗ mäßheit des Berliner Vertrages.

Pest, 29. Mai. In der heutigen Sitzung des Oberhauses kam es bei der Berathung des Gesetzes über die Gehaltserhöhung der Volksschullehrer an Gemeinde- und konfessio⸗ nellen Schulen zu stürmischen, im Oberhause noch nicht dagewesenen Scenen. Graf Zichy und sein Anhang stellten einen Vertagungsan trag, welcher abgelehnt wurde, worauf Zichy nebst sämmtlichen katholischen Bischöfen den Saal verließ.

Prag, 29. Mai. Am Freitag Abend fan⸗ den bei der Ankunft des für das Reichsraths⸗ mandat kandidirenden jungczechischen Agitators Schamanek vor dem Bahnhofe Straßenexcesse statt. In einer gestern abgehaltenen Volksver⸗ sammlung, in welcher über die Propaganda für das allgemeine Stimmrecht berathen wurde, erhoben, als der Referent das Verhalten der Jungczechen tadelte, diese einen großen Lärm,

welcher in eine Schlägerei ausartete. Die Ver⸗ sammlung wurde hierauf polizeilich aufgelöst. Belgien. Roubaix, 30. Mai. Bei der

Verhaftung eines Anarchisten, der auf einem Ball revolutionäre Lieder sang, widersetzte sich die Menge den Polizei-Agenten, welche mit Waffen vorgehen mußten. Mehrere schwere Verletzungen kamen dabei vor.

Frankreich. Paris, 29. Mai. In der Deputirtenkammer wurde bei der Berathung des Gesetzentwurfs über die Wahlkreise mit 289 gegen 259 Stimmen ein Amendement an⸗ genommen, wonach das Mandat der Deputir ten unvereinbar ist mit jedem besoldeten öffent⸗ lichen Amte, ausgenommen das der Minister, Unterstaatssekretäre und der Hochschulprofessoren.

30. Mai. Kriegsminister Loizillon wohnte in den drei letzten Tagen des Mai den Manövern des 2. und 3. Armeekorps bei und nimmt im Beisein Carnots eine Revue ab.

Dänemark. Kopenhagen. Der Kron prinz⸗Regent erließ eine Verordnung wegen der Veranstaltungen zu einer schnellen Mobilisirung der Kriegsmacht.

28. Mai. Eine gestern bei Odense auf Fünen abgehaltene, von etwa 1800 Theil⸗ nehmern besuchte Versammlung von Landwirthen hat die Bildung einer allgemeinen dänischen agrarpolitischen Partei beschlossen, deren Haupt⸗ zweck die Herabsetzung der Industrieschutzzölle und die Revision der Gesindeverordnungen sein soll. Die agrarpolitsche Bewegung auf Fünen und Jütland hat sich schon seit längerer Zeit entwickelt und organisirt.

Großbritannien. London. Im Unter⸗ hause wird die Regierung wegen der in Ir⸗ land zunehmenden Attentate interpellirt werden. Innerhalb 6 Wochen kamen 6 Verbrechen in der Grafschaft Limerick vor.

Portugal. Lissabon. Die Blätter de⸗ mentiren das Gerücht von einer bevorstehenden Ministerkrisis.

Spanien. Madrid. Der Ministerrath hat den Handelsverträgen mit der Schweiz, Schweden und Holland seine Zustimmung ertheilt.

Italien. Rom, 25. Mai. Die Kammer hat mit 145 gegen 75 Stimmen ein Budget provisorium bis Ende Juni bewilligt.

30. Mai. Der Senat tritt heute zu⸗ sammen. Senator Coneiglio reichte seine Ent lassung als Direktor der Bank von Neapel ein.

Serbien. Belgrad. Nach den Skupsch tinawahlen soll eine theilweise Umgestaltung

dritte Lesung statt. Der Schluß der Sobranje erfolgt voraussichtlich am Montag.

Rußland. Petersburg. Der Pariser Korrespondent derTimes behauptet, der Aufenthalt v. Giers' in Wien habe die Be⸗ ziehungen Oesterreichs zu Rußland nicht ge⸗ bessert. Der Czar sei unzufrieden über den Empfang Stambulows durch den Kaiser, darum verzichte er auf eine Zusammenkunft. Der Gesundheitszustand Giers' sei noch be⸗ sorgnißerregend, die Verhandlungen wegen der Zusammenkunft seien deshalb aufgeschoben.

Die Aufhebung der jüdischen Konsistorien in den baltischen Provinzen ist endgültig be⸗ schlossen und wird demnächst durchgeführt werden.

29. Mai. Der Kaiser ist in Begleitung der kaiserlichen Familie gestern Abend von Moskau nach Petersburg abgereist.

Warschau. Sämmtlichen Katholiken und Juden in Kongreßpolen wurde befohlen, frei⸗ willige Beiträge zum Bau einer griechisch-ortho⸗ doxen Kirche in Warschau zu leisten.

Amerika. New⸗York. DieNew-⸗Pork⸗ Times meldet aus Washington, der Präsi⸗ dent Cleveland hätte auf eine Anfrage ge äußert, er wünsche gewiß die Aufhebung der Shermanakte, sähe aber bei der jetzigen Finanz lage keinen Grund, den Kongreß vor dem Herbste einzuberufen.

Allerlei.

Köln, 29. Mai. Heute explodirte in der auf der Hohestraße belegenen Apotheke ein Benzinballon und richtete furchtbare Verwüstungen an. Der Besitzer und dessen Ehefrau wurden angeblich schwer verletzt und ins Hospital überwiesen. Scherben von großen Spiegel⸗ scheiben bedeckten die Straße. Das Unglück wurde durch Unvorsichtigkeit eines Laufburschen verursacht, der mit einem brennenden Licht dem Ballon zu nahe kam.

Hamburg, 29. Mai. Die Cholera-Kommission des Senats theilt mit, ein Comptoir⸗Bote in der Neu⸗ stadt, welcher seit 8 Tagen an leichten Durchfällen litt, begab sich am 27. d. Mts. wegen Choleraerscheinungen in ärztliche Behandlung und starb am Mittag desselben Tages. Die bakteriologische Untersuchung ergab gestern Cholera.

Berlin, 27. Mai. Wie man aus Potsdam meldet, hat gestern Mittag in der dortigen Kaserne der fünften Eskadron der Gardes du Corps eine Dynamitexplosion stattgefunden. In der Montirungskammer lag zwischen den gewöhnlichen Munitionspatronen eine Dynamit⸗ patrone, wie sie zum Sprengen von Eisenbahnschienen benutzt werden, von der eine Zündschnur herabhing, die der Quartiermeister abzuschneiden sich anschickte. Dabei erfolgte die Explosion: dem Quartiermeister wurden zwei Finger abgerissen, ein Unteroffizier wurde am Auge verwundet, ein Gefreiter büßte das Gehör ein.

Berlin, 29. Mai. Zwei Amerikaner, ein angeb

licher Kürschner Glower aus San Francisko und Com- missionär Harden aus Washington wurden heute hier verhaftet. Es wurden bei ihnen Einbrecherwerkzeuge efunden. Man bringt beide mit den jüngsten Died stahlen bei Juwelieren, sowie mit dem Diebstahl des Portefeuilles des chilenischen Gesandten auf der Fahrt von Verviers nach Köln, in Verbindung.

Berlin, 29. Mai. Der Distanzmarsch Berlin⸗Wien hat heute früh 6 Uhr vom Tempelhofer Felde aus be⸗ gonnen. Es starteten 15 Herren, darunter 3 Oester⸗ reicher und 2 Berliner, der Rest rekrutirt sich aus ver⸗ schiedenen Orten Deutschlands.

Villeneuve, 29. Mai. Eine Feuersbrunst äscherte eine große Fabrik ein. 300 Arbeiter wurden arbeitslos.

Montpellier, 28. Mai. In dem Dorfe Mon⸗ tarnand sind einige choleraartige Fälle konstatirt wor den. Es herrscht eine drückende Hitze.

London, 28. Mai. In dem Lager von Alder⸗ shot ist das Scharlachfieber ausgebrochen, bei den dort liegenden Regimentern sind sehr zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle vorgekommen.

Vier empfehlenswerthe Bienenpflanzen für unsere Gärten.

Wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß alle im Garten gezogenen Bienenpflanzen für den Imker fast nur den Werth des Ver⸗ gnügens haben, da nur sehr wenig Gärten

des Kabinets erfolgen. Der bisherige Kriegs minister Frassanovie geht als Gesandter nach

Rom.

Bulgarien. Tirnowa, 26. Mai. Die Sobranje nahm in zweiter Lesung die Aende rung des Art. 38 der Verfassung betreffend die Religion des Thronfolgers nahezu debattelos mit Einstimmigkeit an. i

Morgen findet die

den erforderlichen Flächenraum besitzen, um darin Honigpflanzen mit sichtbarem Vortheile für die Bienen pflegen zu können, sollte doch kein Bienenzüchter es versäumen, Garten, in der Nähe seines Bienenstandes und wo es sonst Platz gibt, hauptsächlich solche Zier⸗ und Nutzpflanzen anzubauen, die zugleich Honig⸗ und Pollenspender sind. Denn es ist ihm dann

die Freude bescheert, seine Lieblinge in nächster Geschäfte nachgehen zu sehen. die mannigfaltigsten Beobachtungen machen, ohne vorher lange Strecken Weges zurücklegen zu müssen; hier kann er das an Wundern so reiche Bienen⸗Blumenleben in seinen geheimsten Zügen betrachten zu seiner Belehrung, Erbau⸗ ung und Ermunterung. Es ist ja gewiß an jedem Bienenstande, in jedem Garten ein Plätz⸗ chen übrig, wo die eine oder andere Honig⸗ pflanze gezogen werden könnte ohne viel Kosten und Mühe, und es ist doch schöner, wenn um

wachsen, als wenn daselbst nur Brennesseln und Geißfüße wuchern. Es gibt natürlich eine große Menge von Bienenpflanzen, die wir im Garten pflegen könnten; aber wir wollen hier blos einige der wichtigsten aufzählen, ohne uns an eine bestimmte Ordnung zu binden. Wir gedenken zuerst zweier altberühmter Duftstauden, die immer mehr aus unsern ländlichen Gärten verschwinden, indem sie den neumodischen Zier⸗ pflanzen aus der Stadt den Platz räumen müssen; sie heißen Ysop und Rosmarin. Beide gehören in die bei uns in zahlreichen Arten vorkommende Familie der Lippenblüthler oder Labiaten, eine Pflanzengruppe, die sich durch ihren Reichthum an feinduftendem Honig aus, zeichnet. So verdankt der schon im Alterthum weltberühmte Honig vom Berge Hymettus, von Narbonne und Pontus seinen Ruf insbe⸗ sondere den an diesen Orten wachsenden Labia⸗ ten. Pollen geben jedoch diese Pflanzen fat gar nicht ab. Um so lieblicher aber ist iht Honig. Der Ysop(Hyssopus oflicinalis) blüht vom Juni bis in den Herbst hinein mit ein seitigen blauen und weißen Blumenähren, die während dieser Zeit immer von Bienen be⸗ lagert sind. Or. Alefeld fand, daß die Bienen den Mop selbst der Melisse vorziehen. Zu Rabatteinfassungen eignet sich diese Pflanze vortrefflich; sie läßt sich leicht durch Ableger vermehren und kommt in jedem Boden fort. Früher fehlte der Hop in keinem Bauerngarten jetzt ist es eine Seltenheit, wenn man ihn am trifft, was aber sehr zu bedauern ist. Das gleiche Schicksal traf den Rosmarin(Rosmat⸗ nus ollic.). Auch ihn haben die aus der Stadt angekommenenNeulinge fast ganz verdrängt, Und doch hat er so vielfältigen Nutzen Küche und Apotheke und für die Bienen. Det gesuchte Honig von Narbonne in Südfrankreich verdankt sein köstliches Aroma vor allem dem

Nektar des daselbst wild wachsenden Rosma⸗

Freude unserer Bienen an so mancher dürren

in seinem

rins. Auch bei uns konnte diese Staude zun

Stelle, die sonst zu nichts tauglich ist, gezogen werden; denn der Rosmarin nimmt mit dem unfruchtbarsten Boden vorlieb. Die Biene holen nicht blos Honig, sondern auch Kitt von Rosmarin. Eine andere edle Gartenpflanze ist die Apothekersalbei(Salvia officinalis), diz ihre Blüthen mit dem Ysop entfaltet. Auch diese Bienenpflanze verdient unser höchste⸗ Lob. Die Blüthen honigen stark und die Honig⸗ blasen sind tief goldgelb und von aromatischen, Geschmacke. Diese Pflanze läßt sich leicht durch Samen und Sprossen vermehren. Da ihre Blätter in der Apotheke verwendet werden. ließe sich aus dem Anbau der Salbei in doppelter Hinsicht Nutzen ziehen. Die Melisse (Melissa officinalis), von den Alten Apiastea d. i. Bienenaster genannt, verdient ebenfalls einen Platz in der Nähe des Bienenstandes⸗ Ihr wissenschaftlicher Name bedeutet Honig kraut und in der That wird diese Pflanze ihres reichlichen Honigs wegen sehr stark von den Bienen besucht. Dieses Gewächs machte der Honig von Pontus berühmt. Der Anbau den Melisse erfordert wenig Mühe. Sie komm! in jedem Boden und in jeder Lage fort. Ver mehrt wird sie durch Ableger und Wurzel theile, die bald anwachsen. Als das honig reichste aller Ziergewächse kann die Rosenpapp⸗ oder Herbstrose(Alcoa rosea) bezeichnet wet

Nähe an selbstgezogenen Blumen ihrem süßen Hier kann er

den Bienenstand herum allerlei duftende Kräuter

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