— 29. März. Die gestrige Kolonialdebatte in der Kammer war sehr erregt, da General Dodds nach von ihm verlesenen Depeschen weitere 300 Mann auf 8 Monate und weitere 6 Millionen fordert, indem er erklärt, Behanzin sei nur geschlagen, er müßte vernichtet werden, damit Dahomey für Frankreich gesichert sei. Diese Erklärungen machten einen sehr depri⸗ mirenden Eindruck. Die meisten Redner for⸗ dern das Aufgeben des Hinterlandes. Die Tagesordnung, welche die Regierung verlangte, wurde alsdann mit 312 gegen 184 Stimmen angenommen.
— 29. März. Andrieux beschuldigt vor der Panamakommission die Regierung, sie wolle Arton nicht verhaften; es fänden geheime Zu⸗ sammenkünfte eines Sekretärs der Polizeiprä— fektur mit Arton in London statt. Er bietet sich an, Arton selbst zu verhaften, falls ihm
die Regierung einen Verhaftsbefehl und einen Andrieux kündigt
Die Ant⸗
Spanien. Galizien wird eine autonomistische Bewegung gemeldet.
Rußland. Petersburg. Die ohnehin schon strengen strafgesetzlichen Bestimmungen gegen die Spendung von kirchlichen Sakra— menten durch evangelische oder katholische Priester an Glaubensgenossen, die mit orthodoxen Per— sonen verheirathet sind, sollen noch Verschär— fungen erfahren. Eine darauf bezügliche Vor⸗ lage dürfte in nächster Zeit im Reichsrathe eingebracht werden.
Allerlei.
Frankfurt. Am Sonntag Mittag fanden in unserer Nähe zwei Zugbeamte durch einen Sturz vom Trittbrett den Tod. Auf der Strecke Frankfurt-Limburg stürzte ein Zugführer, zwischen Frankfurt-Kastel ein Schaffner. Letzterer wurde bei Höchst von einem vor— springenden Gegenstand erfaßt und abgerissen.
Mannheim, 28. März. Die hiesige Militär— Verwaltung prüft heute einen von dem hiesigen Kauf— mann Reindel erfundenen, angeblich kugelsicheren Stoff, welcher bedeutend billiger und leichter als die Dowe'sche Masse sein soll. Reindel war früher in der Zellstoff— Fabrik Waldhof beschäftigt.
Augsburg, 28. März. In Neuhaus bei Passau ist bei der Ueberfahrt über den Inn ein Kahn mit sieben Personen umgekippt. Fünf Personen ertranken. Die Ertrunkenen sind Bauernsöhne.
München. Die wegen des Salmdorfer Raub— mordes als verdächtig eingezogenen Schuhmacher Weiß und Dienstknecht Karg von Salmdorf sind wegen voll— ständig erwiesener Unschuld freigelassen worden.
Munster. Der westfälische Bauernverein schloß sich der Erklärung des Provinzial-Vereins in Hagen bez. des„Bundes der Landwirthe“ an. 5
Vom Wohlgeschmack der Eier. Das Ei ist eines der allerkräftigsten Nah— rungsmittel und zwar dasjenige, das nicht verfälscht werden kann, obwohl der Betrug sich
auch schon an dem Ei versuchte. Früher schätzte
man den Nährwerth eines Hühner-Eies gleich
einem Viertelpfund Fleisch und noch mehr, jetzt
soll ein Hühnerei so viel Nährwerth haben wie ein gleich großes Stück des besten Ochsen— fleisches, was uns wieder zu wenig scheinen will. Wie das Ei in seiner Größe nach den
verschiedenen Arten der Hühner wechselt, so auch Dieser hängt jedoch nicht nur von der Art der Hühner, sondern auch von deren rung Hühner, die von würzigen, kräftigen Stoffen leben, bringen auch schmack⸗ haftere Eier als solche, die wässerige Nahrung 1. Dezember 1892 sind bei allen luxemburgischen genießen; darum sind auch die Eier von Land⸗ Postämtern und Postagenturen Arbeitsnachweis—
im Geschmack.
deren Nahrung ab.
hühern im allgemeinen schmackhafter als f 3 5 0 after als von stellen— es de bie sie Gänsen und Enten. Bei den Landhühnern si 5 houses de tiaval, wie sie amtlich Bei den Landhühnern sind heißen— eingerichtet worden und zwar in
joder die Eier brienige ihner N 5 27 23
wieder die Eier derjenigen Hühner besser und folgender Weise: diejenigen Arbeitgeber
würziger, welche freien Lauf auf Matten u. s. w. g 5 g io zarto Nis ttcho N 8 f 2 5 83 5
haben. wo sie zarte Blättchen und Insektenschreiben ihr Gesuch auf eine Postkarte, welche
verzehren, wodurch der Dotter hochgelb und! dem Postamt in Luxemburg als Hauptvermitt—
wird. Es ist doch, die nur Kleie, Kartof- dem Ei keinen aro-
von feinem Aroma klar, daß Hühner,
feln u. s. w. genießen, matischen Geschmack beibringen können. gesperrte Hühner sollten daher immer reichlich mit Grünem bedient werden, sonst bleibt der Dotter nur blaßgelb, ohne Aroma. Schmack⸗ hafter sind im allgemeinen wieder die kleinen Eier. Den ersten Rang hierin behaupten die Eier des Perlhuhns, das auch ein ausgezeich⸗ netes Fleisch besitzt. Die Eier desselben haben eine so harte Schale, daß mit einem Perlhühnerei eine Menge von Hühnereiern geschlagen werden können, was da gerne praktizirt wird, wo auf, Ostern das sog. Eierklopfen Brauch ist. Seines Wohlgeschmackes wegen wird auch das Pfauen⸗ und Fasanenei gerühmt, wenn solche in natür- lichen Verhältnissen leben. Nachtheilig auf den Werth des Eies wirkt der Genuß von vielem rohen Fleische und verdorbenen Speisen. Hin- gegen das Legen und den Werth des Eies be⸗ fördernd ist ein wenig Salz und selbst etwas Pfeffer dem Futter beigegeben.
Aus Gesagtem geht hervor, daß der Mensch es in seiner Macht hat, das Legen nicht bloß zu befördern, sondern auch den Werth der Eier zu vermehren.
1
Eeine Stunde vor dem Polizeirichter
schildert ein Bericht aus Berlin, wie folgt: „Unter den aus dem Polizeigewahrsam Vor— geführten waren fast alle Stände vertreten: ein Graf D., Sproß einer begüterten Adels— familie im Osten des Reiches, auf deren Be— sitzungen der als Richter fungirende Assessor einmal Gast gewesen zu sein sich erinnerte; ein sozialdemokratischer Schriftsteller K., der behauptete, noch jetzt Mitarbeiter des„Vor⸗ wärts“ zu sein; ein ehemals steinreicher Bäcker— meister, der eine durchaus formgewandte Ver— theidigungsrede hielt, eine Anzahl Kaufleute, Kellner, ein ehemals fürstlicher Leibkoch, ein gewesener Gendarm, ein um sein Patent ge— kommener Schiffskapitän, ein Schauspieler und drei Athleten, eine Reihe von Männern, die sich„Arbeeter“ nannten, ferner ein holländischer Offizier a. D., ein Malaie, der als Schiffs— knecht und„Menschenfresser“ gearbeitet zu haben nachweisen konnte u. s. w. Unter den weib— lichen Angeklagten befanden sich: eine„dreimal geschiedene Frau“, eine ehemalige Konzert— sängerin, eine Lehrerin, eine Kartenlegerin, eine Gastwirthsfrau, eine ehemalige Gärtnerei— besitzerin, die davongelaufene Tochter eines höheren Staatsbeamten, eine Frau Lieutenant, verschiedene Näherinnen, eine ehemalige Diako— nissin, eine Anzahl Ladenfräulein, Dienst— mädchen u. s. w. Viele dieser Personen machten nicht den Eindruck, als ob sie arbeitsscheu seien, doch die Zeugen— meist Polizeibeamte— bekundeten, daß sie bettelnd betroffen worden waren. Nur wenige von ihnen konnten ihre Freisprechung erlangen, Freiheitsstrafen wurden gar manchem zudiktirt. Die Strafe
der Arbeitslosen ist gar groß und der Winter so hart.“ Und trotzdem lassen sich die Be— thörten unseres Volkes nicht warnen, sondern ziehen, wie die Mücken dem Lichte, den unzäh—
lige Opfer verschlingenden Großstädten zu.
Arbeitsbörsen!
Daß es zur Beseitigung der sozialen Noth ganz besonders auf Herstellung des Arbeits— nachweises im allergrößten Maßstabe ankommt, ist keine Frage mehr. Mit einem sehr beachtens— werthen Versuche ist in dieser Hinsicht der Staat Luxemburg jetzt vorangegangen. Seit dem
ist bald abgesessen und was dann?„Die Zahl,
Hier werden sämmtliche G Am Abend, nach Eingang de st, wird eine Zusammenstellung
lungsamt zugeht. suche registrirt. letzten Tagespo
Ein⸗ aller eingegangenen Gesuche gedruckt und am allen Postämtern zugestellt.
folgenden Tage Die Postämter hängen die betreffende Liste an den Schaltern auf. Man verspricht sich von dieser Einrichtung, durch die Jeder vom Stand
des Arbeitsmarktes Kenntniß nehmen kann,
großen Nutzen für das Land. Handel und Verkehr.
Frankfurt, Centner 100 M., wurzel 40—80 Pf., Eier das Stück das Pfund 45 Pf., Endiviensalat 12 Pf., Eskar. Meerrettig 10—20 Pf., Zwiebeln gelbe pr. Pfd. 10 bis 12 Pf., neue rothe Kartoffeln das Pfund 14— 15 Pf. Weißkraut 20—30 Pf., Rothkrant 15—30 Pf., Spinat 50— 70 Pf., Blumenkohl 40—60 Pf., Karotten per Portion 15 Pf., Kopfsalat deutscher 610 Pf. fran⸗ zösischer 12—18 Pf., franz. Sellerie 50 Pf., Sellerie⸗ köpfe das Stück 5—20 Pf., Grünkohl 40-60 Pf. Kohlraben 4—6 Pf., frische Spargel das Pfund 23 M., Wirsing 12—20 Pf., Lattichsalat 20-40 Pf., Radieschen 6 Pf., Chalotten das Pfund 50 Pf., Maus- kartoffeln das Pfund 8—10 Pf.
Eisenbahn-Abfahrten von Friedberg. Neue Zeit.
350 487 521»60ʃ
912 925 110 101
605„630 808 908.
507 727 921 1105„120 100
2 403 538 652 81 880
1025 117 1246.
503 625 922 220 6% 845.
1. bis 3. Klasse, fette Zahlen
5—8 Aebeß 20
0 607 8 Nach Fraukfurt n Nach Nauheim— Gießen
Nach Hanan sind Schnellzüge mit nur mit 1. und 2. Klasse.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Osterfest. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. 1. Festtag. Gottesdienst in der Stadtlirche. Nachmittags 1¼ Uhr: Herr Candidat Heußel. Gottesdienst in der Burglirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Velte. Abends 5½ Uhr: Herr Pfarrer bor. Weiffenbach. 2. Festtag. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9: Uhr: Herr Pfarrer br. Smend. Abschiedspredigt. Nachmittags 11 Uhr: Herr Candidat Heyl. Gottesdienst in der Burglirche. Abends 502 Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
Katholische Gemeinde. Charsamstag 7 Uhr Taufwasserweihe; gegen 8 Uhr Hochamt. Von 3 Uhr an Beicht. An beiden Osterfeiertagen Morgens 6 Uhr Beicht; um 7 Uhr Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Andacht.
Am ersten Feiertag ist nach der Mittags-Andacht Gelegenheit zur Beicht.
29. März. Wochenmarkt. Butter der das Pfund 1.20 1.40 Mk., Schwarz⸗ dkahe
20 Pf.
Geld- Cours. Frankfurt am 29. März 1893.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstücke 16.% 3 in y 1 Dollars in Gold 17 Ducdte n.. 60 „ dl marro 65 Englische Sovereigghnss 20. 42 20. 38 Russ. Imperial 16. 70 16. 66
G. L. DͤAUBE& Co.,
Central-Annoncen-Expedition der deutschen und ausländischen Zeitungen, Central-Bürcau Frankfurt a. M., sowie lu allen übrigen grösseren Städten des ln- und Auslandes, halten sich bestens empfolilen zur Vermittelung von Inseraten in alle Zeitungen, Localblätter, Reisebücher, Kalender nete, des la- und Auslandes, unter Zusicherung promptestet, billigster un gewissenhaftester Bedienung;
und Arbeiter, welche Arbeiter resp. Arbeit suchen,
auch stehen dieselben den P T. luserenten gerne mit ihren auf langjährigen Erfahrungen sich basstrendeu Rathsch ägen in Insertious angelegenheiten zur Ver- fügung. hei grösseren Aufträgen wird der höchst- mög lichste Rabatt bewilligt Ausführliche Zeit-
ungsestaloge und Kosteuvorahschläge gratis
1 1
1 7
rügen, 7
1
Mit geng
1 1 f 3
ulld ein
90
Gill
Forderu un den J Krebs I iind binne fi bei Ref schligt wer
Maue ut and gebr Tante, Gagen, se Friedl
155


