ausgewiesen.
Joseph Goͤbel von Lindenholzhausen, Kreis Limburg a. d. L.,
wurde aus dem Großherzogthum Hessen auf die Dauer von 5 Jahr n
Deutsches Reich.
Darmstadt. Dem Kanzleirath Mendel zu Darmstadt wurde die Krone zum Ritterkreuz II. Kl. des Philippsordens, dem Fabrikarbeiter Kling J. zu Lampertheim das„Allgemeine Ehren⸗ zeichen mit der Inschrift für Verdienste“ verliehen.
— Milltärdienstnachrichten. Die Barmst. Zeitung vom 27. März enthält eine große Menge von Versetzungen, Beförderungen ze. ꝛc., zu deren vollständiger Wiedergabe uns leider der Platz mangelt. Wir heben nur diejenigen heraus, von denen wir alnehmen können, daß sie unseren Leserkreis näher interessiren dürfen. Kuehne, Hauptm., bisber Comp Chef, vom 2. Gr. Inf. Regt. Nr. 116, Bickel, Hauptm. à la s. des Gr. Inf. Regts. Nr. 117, Loos, Hauptm. à la s. des Inf.-Regts. Nr. 18, wurden zu überzähligen Majors befördert; Walter, Hauptm. vom 3. Gr. Inf. Regt. Nr. 117, zum Comp. Chef befördert; Frhr. Schenck zu Schweins berg, Major und persönl. Adj. des Prinzen Heinrich von Hessen ein Patent seiner Charge verliehen; Weber, charakteris. Hauptm. vom Gr. Feld Art., Regt. Nr. 25 zum überzähl. Hauptm, befördert; Hauß, Major, aggr. dem 2. Gr. Inf. Reg. Nr. 116, unter Stellung zur Dispos. zum Bezirksoffizier bei dem Landw. Bez. I. Cassel, v. Helmolt, Pr. Lt. zur Dispos. unter Verleihung des Char als Hauptm., zum Bezirksoff. bei dem Landw. Bez. Worms ernannt; Müller, Pr. Lt. vom 2. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 116, zum Hauptm, und Comp.“ Chef, ernannt; v. Hombergk zu Vach, Major zur Disp. und Comm. des Landw.⸗Bez. I. Darmstadt, ein Patent seiner Charge verliehen; Herpel, Hauptm. und Comp.“ Chef vom Inf. Regt. Nr. 187, der Abschied bewilligt.
Berlin, 26. März. Der Kaiser besuchte im Laufe des Vormittags den Grafen Herbert Bismarck im Auswärtigen Amte. Der Groß herzog von Hessen ist heute nach Darmstadt zurückgereist. Die Rückkehr des Großherzogs und der Großherzogin von Baden wird am Freitag erfolgen. Der Kaiser empfing heute Vormittag um 11 Uhr den Fürsten Bismarck. Die Audienz währte/ Stunden. Dem Fürsten wurde auf der Fahrt zum Schlosse, besonders aber auf dem Schloßplatze, seitens einer großen Menschenmenge eine großartige Ovation darge— bracht, welche sich wiederholte, als Fürst Bis⸗ maick nach der Audienz zum Großherzog von Baden fuhr. Bismarck hat nach der„M. Allg.“ Ztg.“ eine Dotation mit dem Hinweis abgelehnt, daß eine solche gerade zu der Zeit, wo die Arbeiternoth Tagesfrage sei, für ihn unannehmbar sein müsse.— 27. März. Der Kasser verlieh dem Staatsminister Grafen Herbert Bismarck das Kreuz der Großkomthure des Hausordens von Hohenzollern. Der Kaiser empfing heute die Grafen Alvensleben und Herbert Bismarck. Die mit Alvensleben angeknüpften Verhandlungen wegen der Uebernahme des Staatssecretariats des Aeußern sind gescheitert und begibt sich Graf Alvensleben auf seinen Brüsseler Posten zurück. Wie verlautet, ist der badische Gesandte hlerselbst, Frhr. v. Marschall, nunmehr für die Stelle des Staatssekretärs des auswärtigen Amts in Aus— sicht genommen.
— 26. März. Im Abgeordnetenhause verlas heute der Vicepräsident ein Schreiben des Reichs— kanzlers v. Capeiwi, mittheilend, daß der Kaiser das Abschiedsgesuch des Grafen Herbert Bis— marck genehmigt und ihn(Caprivi) zugleich zum
Minister des Aeußern ernannt habe. Gerüchte, welche über den bevorstehenden Rücktritt des Ministers v. Bötticher verbreitet waren, sind völlig irrig und widersprechen den Thatsachen vollkommen.
Chemnitz, 27. März. In der Webwaaren⸗ fabrik von Dürfeld(Alt Chemnitz) stellten 200 Weber und Weberinnen die Arbeit ein.
Essen, 2. März. Auf der Zeche„Con— solidation“ bei Schalke sind bei der heutigen Morgenschicht 76 von 430 Bergleuten mit Schicht Eins, 75 von 410 mit Schicht Zwei, 210 von 470 mit Schicht Drei angefahren. Auf der Zeche„Hibernia“ sind Morgens 400 von 500 Bergleuten nicht angefahren. Die Zeche„Con— solidation“ theilt ihren Abnehmern mit, daß in Folge des Ausstandes die Kohlenlieferungen unmöglich seien. Auf den Zechen„Shamrock“ und„Wilhelmine Victoria“ arbeitet alles.
Kiel. S. M. Kreuzerfregatte„Leipzig“,
Ausland. Spanien. Madrid, 27. März. Im Senat verlas der Präsident einen Befehl des Kriegs- ministers, wonach ein General Daban mit zwei⸗ monatlichem Arrest belegt wird. Der Befehl rief lebhafte Protestrufe hervor. Marquis Sar⸗ doal sagte, da Daban Senator sei, so könne er nicht ohne vorgängige Genehmigung des Senats bestraft werden. Es ist die Rede davon, eine besondere Commission zur Berichterstattung über das Verfahren der Regierung zu ernennen. — 27. März. Die Kammer nahm den Gesetzentwurf betreffend das allgemeine Stimm— recht an. Barcelona. 32,000 Arbeiter ließen sich hier bisher für die Arbeiterkundgebung am 1. Mai einschreiben. Bulgarien. Sofia. Einer Meldung der „Agence Balcanique“ zufolge sind Nachrichten aus Philippopel hier eingetroffen, nach welchen dort eine Frau namens Philaretowa, eine Bul⸗ garin und warme Fa eundin Rußlands, verhaftet worden ist. Vor der Ankunft derselben in Philip— popel erhielt die Polizei aus Sofia Juforma— tionen und den Auftrag, eine Durchsuchung vor— zunehmen, da Grund zu der Annahme vorliege, dieselbe stehe in den Diensten der Verschwörer. Philaretowa wurde am Bahnhöfe von dem russischen Exconsul Garoff empfangen. Es wur— den bei ihr verdächtige Briefe vorgefunden.— Die„Agence balcanique“ meldet ferner, in der An— gelegenheit Panitza seien abermals drei Offiziere verhaftet. Es habe sich ergeben, daß zwer Pläge bestanden, nach denen es sich um die Entführung des Prinzen Ferdinand und um die danach ein⸗ zuleitende Action gehandelt habe. Griechenland. Athen, 27. März. Die Königin hat heute die Reise nach Petersburg via Odessa angetteten. Rußland. Petersburg. Nach der„Nowoje Wremja“ genehmigte der Reichsrath füngst die Reform der landschaftlichen Organisation der baltischen Gouvernements. Die Reform soll ins⸗ besondere die Adelsinstitutionen berühren und dieselben den im Reich allgemein bestehenden Einrichtungen entsprechend umgestalten. Die Land— tage werden durch Adelsversammlungen ersetzt, die Landrathscollegien, Comités, Convente aufge— hoben. Demselben Blatte zufolge schrieb das Ministerium des Innern dem protestantischen Consistorium des Zartbums Polen und den baltischen evangelischen Consistorien vor, hinfort ihte gesammte Correspondenz nur in russischer Sprache zu führen.
Aus Stadt und Land.
7 Friedberg. Wir erinnern nochmals an die Freitag den 28. März, Abends 8 Uhr im hiesigen„Saal⸗ bau“ stattfindende Generalversammlung des Evangelischen Bundes und laden alle evangelischen Gemeindeglieder zu recht zahlreichen Besuche wlederholt ein.
Gießen. Die Mörder Kreischmars haben nach ihrer Verurthellung gestanden; jetzt ist die Wittwe des Er⸗ mordeten wegen Anstiftung zum Verbrechen verhaftet worden.
Mainz, 27. März. Lieutenant Stoll von der 4. In⸗ genteur-Inspection zu Köln, ein geborener Heidelberger, welcher gestern spät Abends nach Mainz kam, überfiel den Hauptmann Salm vom Regiment 118 in der Holz. hofstraße vor der Wohnung des letzteren, und verwundete
denselben aufs schwerste durch drei Schüsse aus einem Armeerevolver in den Unterleib. Stoll, welcher vor Jahres⸗ frist Salm's Compagnie aggregiert war, entfloh und tod tete sich, eine Straße weit verfolgt, durch zwei Schüsse ins Herz. Frühere ungünstige Berschte Salm's über Stoll sollen den letzteren zur That veranlaßt haben.
Allerlei.
Oldenburg, 24. März. Von dem gestern Abend von Bremen kommenden Zuge sind vor dem hlesigen Bahnhofe drei Wagen entgleist. Zwei derselben wurden nur aus dem Geletise gehoben, während ein Wagen, der mit Passagieren voll besetzt war, ganz umktppte. Glück— licherweise sind nur leichte Verletzungen vorgekommen. Die Ursache des Unfalls ist unbekannt,
Trlest, 26. März. Heute Abend 9 Uhr 30 Min. wurde hier ein heftiger Erdstoß verspürt.
Comm. Cap. z. S. Plöddemann, ist am 25. März in Amoy eingetroffen.
Der Schaumwein und seine Bereitung. Als Friedrich der Große eines Tages den
gelehrten Haͤuptern seiner Berliner Akademie d 5
Wissenschaften die Frage zu beantworten gab, weshalb der Champagner schaͤume, erbaten jene sich zunächst einige Flaschen zur Probe, da sie
.
bisher noch keine Gelegenheit gehabt hätten, den
brausenden Franzosen aus eigener Anschauung
kennen zu lernen. Es ergibt sich daraus, daß die Bereitung des Schaumweines damals noch ziemlich neuen Datums gewesen sein muß, und
daß sein Konsum von seiner französischen Heimash aus sich verhaltnißmäßig langsam über andere Länder ausgebreitet hat. Gedruckt wird det
Champagner auch erst 1718 zum erstenmal er
wähnt; jedoch wissen wir, das der„Pfropfen treiber“ oder„Teufelswein“, wie man ihn gern
nannte, damals bereits seit etwa zwanzig Jahren
bekannt war. Im Jahre 1697 soll es gewesen
sein, als Dom Perignon, der Kellermeister den Benediktinerabtei zu Hautvillers in der Cam- pagne, das Geheimniß erfand, den Wein moussi⸗ rend zu erhalten und die sich entwickelnde Kohlen⸗ Unter der Regentschaft
säure an ihn zu binden. des Herzogs von Orleans wurde der schäumende Trank der eigentliche Lieblingswein bei Hofe und trat dann seinen Siegeszug durch Europa, ja durch die ganze Welt an. Seine Heimath ist, wie uns schon der Name lehrt, die sonnige, kreidehaltige Champagne. Er wird aber, wie uns ein Kenner wie M. Busch belehrt,„keines wegs in der großen Champagne, sondern nut im Departement der Marne erzeugt, wo unge— fahr 20,000 Hektar Weinberge den dazu erfor— derlichen Most liefern.“ Der beste wird auf einem Boden gewonnen, der eine glückliche Mischung von Kalk, Thon, Kreide und Sand ist. Mit Ausnahme gewisser berühmter Wein⸗ berge im Rhonethale sind die Rebenpflanzungen der Champagner-Distrikte die landschaftlich schönsten unter den bekannteren Weinbezirken Frankreichs. Man baut in der Champagne vor⸗ wiegend die schwarze Burgunderrebe an, ferner die Müllertraube, die weiße Champagnertraube und andere Arten, deren Kultur im wesentlichen die gleiche ist wie in allen Weingegenden. Ein Hauptgeheimniß der französischen Champagner⸗ fabrikation dagegen besteht in der richtigen Er⸗ fassung der Reifezeit und in der überaus sorg⸗ fältigen Auslese der Beeren. Charakteristisch ist ferner, daß der Champagner niemals das Er⸗ zeugniß einer bestimmten Lage oder Trauben⸗ sorte, sondern stets ein Gemisch aus dem Saft blauer und weißer Trauben ist; meist kommen vier Fünftel der ersteren auf ein Fünftel der letzteren. Nach dem Keltern läßt man den Most gären und schließt dann die Faͤsser, um erst im Januar des nächsten Jahres den Wein abzu⸗ ziehen und nun die eigentliche Champagnerbe⸗ reitung zu beginnen. Schon die Lokalitäten, in denen dieselbe vor sich geht, sind eine Merk— würdigkeit für sich. Es sind dies nämlich unter⸗ irdische Gaͤnge in den Kreidehügeln, die ursprüng⸗ lich entstanden sind, als man Kalksteine für den Häuserbau brach und die dann später systematisch erweitert wurden, so daß sie sich jetzt stunden⸗ weit mit bogenförmigen Gängen und foͤrmlichen Domen, in denen das ganze Jahr die gleiche Temperatur herrscht, hinziehen. Die erste Haupt; operation bei der eigentlichen Herstellung des
Weines mittelst Hausenblase folgt.
vor sich geht.
früher der Verlust nicht selten 50% und mehr
daß die sich bei der Gaͤrung bildende Hefe in Halse auf dem Kork absetzt, und täglich geschuͤttelt, Nach etwa drei Wochen, 10 bis 12 Mona seit der Kelter, geschieht das Entkorken(deger
Schaumweins besteht in dem Verstechen odet Verschneiden(coupage), der Mischung ver? schiedener Mostsorten, worauf das Klären ded Dann fuͤllt man ihn in frische Fässer und zieht ihn im Apel oder Mai mit einem kleinen Zuckerzusatz auf Flaschen(tirage), in denen nun die Hauptgaͤrung Die Flaschen müssen daher von her auf ihre Stärke untersucht werden; trotzdem aber springen im August 6—15%, während
erreichte. Die Flaschen werden dabei so gelagert
Aüdien,
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