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n, 1390.

Samstag den 28. Juni.

75.

Lberhessischer Anzeiger.

6 Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

noncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ei e g N f 95 f., ein Beleg kostet 9 Pf. A auswärtigen Einsendern doweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets 1 Post 1 25

Ir Voranschläge werden Sie besorgt sein.

Friedberg den 27. Juni 1890.

Wir benachrichtigen Sie, daß Ihnen die definitiv abge iter Bezugnahme auf die Vorschriften in§ 17 der Voranschlags-Instruktton, it dem Original⸗Exemplar gleichzustellen und das Original alsdann dem Gemeinde-Einnehmer zu übergeben.

In 8 4, Zeile 9, und§ 6, Zeile 2, Fad⸗Nauheim ist zu lesen§ 57 anstatt§ 6.

Amtlicher Theil.

etreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg für 1890/91. Das Großberzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

schlossenen Voranschläge in den ersten Tagen zugehen werden und empfehlen Ihnen

das in Ihrem Besitze befindliche 3. Exemplar des Voranschlags

Friedberg den 24. Juni 1890.

Für ordnungsmäßige Ausführung Dr. Braden.

des in Nr. 74 des Oberhessischen Anzeigers veröffentlichten Ortsbaustatuts für die Stadt

5 Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ernannt und verpflichtet wurden: Wilhelm Bruder, Heinrich Welter IX, Wilhelm Koppel und Johann Wilhelm Jacobi von Rodheim

8 Feldgeschworene. n, Aug Steckbrief. Gegen die Sophie Schmidt, geb. am 15. en 1 schuldigung, daß sie, in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorthell zu verschaffen, am 18. April l.

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führen und sofort Nachricht anber gelangen zu lassen.

chmidt daselbst dadurch beschädigt habe, daß sie durch Vorspiegelung falscher Thatsachen einen Irrth tethete, sich auch 2 Mark Miethgeld aushändigen ließ und sich sodann unter dem Vorgeben, sie wolle hin in Diensten gestanden, ihren Koffer holen und werde am nächsten Tage in ihren Dienst eingehen, von elt antrat, noch den Miethpfennig zurückerstattete, Haftbefehl erlassen worden.

Es wird ersucht, die ꝛc. Schmidt

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Mal 1872 zu Waldfenster, ist von Großherzoglichem Amtsgericht Vilbel unterm 3. Juni 1890, wegen der

J. zu Massenheim das Vermögen des Valentin Wilhelm

um erregte, indem sie sich zu dem Genannten als Dienstmagd ver⸗ sich bei dem Mühlenbesitzer Draeser zu Stierstadt, bet dem sie bis Massenheim entfernte, jedoch weder den Dienst zur verabredeten

zu verhoften, Großherzoglichem Amtsgericht Vilbel vor

aden Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Wilhelm Dietrich von Würzberg im Odenwald, zuletzt Dienstknecht auf Hof Hasselheck, 1 u Christian 3 ntnet aus Reutlingen, zuletzt Dienstknecht in Dorbeim Ausschreiben vom 29. März l. J. gegen Georg Nachtigall von Allertshausen, bringe ich hiermit in Erinnerung.

Unerledigte frühere Ausschreiben. Mein Der Steckbrief vom 10. März 1890,

fel a Erledigt.

11 Lontad Franz Martin Brod von Vilbel, durch Gendarm Grles in Viibel.

gegen Wilhelm Brand von Stadthagen, durch Gendarm Hofmann in Groß Karben; das Ausschreiben gegen

Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer.

Errbetlat. Friedberg den 25. Juni 1890. r Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des ledigen Jakob Wex don Ober-Mörlen wird gebeten. 77 1 Bad⸗Nauherm den 26. Juni 1890. Der Stellvertreter der Staatsanwaltschaft * Schnittspahn, Forstmeister. en u

1 Deutsches Reich.

N. Friedberg, 26. Juni. Se. Kgl. Hoheit mi ber Großherzog nebst den beiden Prinzessinnen, zuitbal 9. He., und Gefolge besuchten heute Vormit⸗

dr. Bee, aag die giesige Taubstummenanstalt. keiten Die Allerhöchsten Herrschaften nebst Vefolge sind heute Mittag 12 Uhr mit Extra⸗

ug nach Romrod abgereist. Da offizieller Ab⸗

7 seies 5 1 hied nicht befohlen war, so war nur Kreisrath % n, br. Braden am Bahnhof erschienen, dessen beide Aletin. Töchterchen Blumensträuße überreichten.

1.. Darmstadt, 25. Juni. In der heutigen Sitzung

ler zweiten Kammer wird zunächst 1) über den Antrag ESchröder und Genossen, betreffend Uebernahme aller Echulkosten auf den Staat berathen. Der Antrag geht dehin, die Reglerung solle a) Erhebungen wegen dieser Foage anstellen und das Ergebniß mittheilen und, b) Vor⸗ läge in der obigen Richtung machen. Die Erhe: bangen der Regierung liegen nun vor. Der Ausschuß bantragt:unter Berücksichtigung dieser Mittheilungen zauf dem Wege der Uebernahme der Schullasten der bemeinden auf den Staat, namentlich bezüglich der ämeren Gemeinden, welter voranzugehen. Der Aus- souß antrag wird mit allen gegen 7 Stimmen angenommen 2 Abg. Much hat die Errichtung eines Amtsgerichts i Freiensteinau beantragt. Der Ausschuß beantragt Aslehnung des Antrags, jedoch eine Erleichterung der Lartetien in derart, daß dieselben vorher brieflich das Uitbringen der nöthigen Akten zu dem Amtstag in F elensteinau verlangen könnten. Dleser Ausschußantras rd angenommen. 3) Die Regierung fordert 762,000 M. ils Leistung des Staates zu den von Mainz durchge⸗ ührten Ufer: und Strombauten. Dle Vorlage wird nach fürgerer Debatte angenommen. 26. Junk. Es kommt uc Berathung: 1) Der Antrag Jöckel dabingehend, daß ii Erbnachfolger von Immobilien die Ingrossatton im Mundbuch auf ihren Namen binnen bestimmter Frist bei S rafe zu erwirken haben. Der Ausschuß beantragt statt 7 zesen, daß die Erben in geeigneten Fällen zur Mahnung . go E. Uebergänge im Grundbuch von Amtswegen veranlaßt 5 rden sollen. Der Antrag Jockel wird abgelehnt, der sschußantrag angenommen 2) Der Antrag Osann betr. Erwerbung der hessischen Ludwigsbahn

fügt

. Sclulas

en Gen.,

70 Einvernehmen mit Preußen und den gedeihlichen Be⸗

8 2b ver hessischen Bahnen überhaupt, beantragt der . usschuß wegen des Fortgangs der Verhandlungen mit

P ußen und der Erklärung der Reglerung vorerst für

dee,

erledigt zu erklären. Der Ausschußantrag wird ange nommen. 3)(Ist ohne direktes Interesse für unseren Leserkreis.) 4) Die erste Kammer war dem Beschluß 2. Kammer, daß die Kosten des Kreisveterinärarztes auch dei Privatfaselbesichtigungen in der Körkommission auf den Staat fallen sollten, nicht beigetreten. Es erfolgte Beharren auf dem Beschluß der 2. Kammer. 5)(Ist ohne Interesse für unseren Leserkreis.) 6) Die erste Kammer hat zum Antrag Schröder, betr. Herabsetzung der Stempel auf Immobilien im Allgemeinen den Regierungs⸗ vorschlägen zugestimmt und ist dadurch in Widerspruch zu den Beschlüssen 2. Kammer getreten. Für Veräußer ungsstempel sollen darnach ¼j% ꝓdes Werthes(Be schluß der 2. Kammer 3,10), für Hypothekenstempel 2/10% (2. Kammer 3 20%ͥ), für Testamente 3 M., 5 M. und 10 M.(2 Kammer 6 M. und 3 M!) festgesetzt werden. Es erfolgt Beitritt zu den Beschlüssen der 1. Kammer, jedoch soll für Hypotheken unter 30,000 M. nur 3⅝0% erhoben werden. 7) Abg. Haas berichtet über den Be⸗ schluß erster Kammer zu den Erhebungen über die Lage der Landwirthschaft, wonach der Beschluß der 2. Kammer abgelehnt wird, daß Parzellen vermessungen vorläufig sistirt werden sollen. Es wird Beharren beschlossen. 10) Die erste Kammer hat das Gesuch wegen Zuschüssen zur deutschkatholischen und israelltischen Religionsgesellschaften abgelehnt. Die 2. Kammer beschließt bei Empfehlung der künftigen Bewilligung zu bleiben.

In den Ruhestand versetzt wurde der Steuerkommissariatsgehilfe Hardt in Lauterbach auf Nachsuchen.

Berlin. Gleichzeitig mit den Nachrichten über eine Krisis im Finanzministerium tauchte die Meldung auf, daß auch der Schatzsecretär des Reiches, von Maltzahn, zurückzutreten beab sichtige Wie jetzt verlautet, ist die Austragung dieser Angelegenheit bis zum Herbst resp. Winter vertagt worden, da es nicht unmöglich ist, daß neue Grundlagen für die Gestaltung des Reichs schatzamtes gewonnen werden sollen.

DasTagebl. verzeichnet als Gerücht aus parlamentarischen Kreisen, daß dem Reichs tag noch in dieser Session eine Vorlage im Sinne einer organischen Verbindung zwischen dem Posten des Reichsschatzsecretärs und dem des preußischen Finanzministers gemacht werden solle.

Wie derBörsenztig. von gut unter

richteter Seite mitgetheilt wird, steht es fest, daß das Reichsschatzamt im Spätherbst dieses Jahres in die Hände des Freih. v. Huene übergeht. 426 DieSchlesische Zeitung will aus angeb lich unanfechtbarer Quelle aus Berlin folgende Mittheilung erhalten haben: Fürst Bismalck soll in einer politischen Angelegenheit bereits um seinen Rath angegangen worden sein. In intimen Kreisen versichert man, daß er dem an ihn heran getretenen Wunsche in der bereitwilligsten und loyalsten Weise entsprochen habe.

Der Kaiser erhob den Reichskommissär Major Wißmann in den Adelstand. Gutem Vernehmen nach steht fest, daß Major v. Wiß⸗ mann nicht mehr im Dienste der Regierung nach Afrika zurückkehrt. Soeben treffen zuverlässige Nachrichten aus Mpuapua ein, datirt von 15. Mai, welche bestätigen, daß der König Muanga in Uganda mit Hülfe der Waniamwesi wieder zur Herrschaft gelangt ist. Die Waniamwesi bewohnen die südlich um den Victoria Nyanza gelegenen Landschaften Ukina, Ururi, Mutwa, Uduha, Usukuma, Usinja, Uwaija u. a., welche unter dem Gesammtnamen Uniamwesi zusammen gefaßt werden und sämmtlich in der deutschen Interessenzone gelegen sind.

25. Juni. Der Reichstag setzte heute die Be⸗ rathung über die Milltärvorlage fort. v. d. Decken (Welfe) ist gegen die Vorlage, weil das Septennat noch laufe, übrigens sei keine Gefahr vorbanden, welche die Vorlage etwa begründen wurde. v. Huene ist für die Vorlage, deren Forderungen durch die Reichseinkünfte gedeckt seien; die zweijährige Dienstzeit set wünschenswerth. Eine rasche Durchführung, wie Abg. Richter sie wolle, sel jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Der Reichs- kanzler erklärte, uber die Projeete der Regierungen könne er sich nicht äußern, so lange dieselben noch nicht abgeschlossen seien; eine vermehrte Entlassung der Dis- positlonsurlauber sei auch für die Zukunft beabsichtigt. Staatssekretär von Maltzahn bittet, finanzielle Erwäg ungen von der Vorlage fern zu halten, da der Nachweis nicht erbracht sei, daß Deutschland die Finanzlasten nicht tragen koͤnne. Ob und welche neue Steuern in Zukunft nothwendig würden, hänge von dem Mehrbedarf für die Ausgaben für die Alters und Invalidenversicherung ab,