.
Lloyds Lohmen, Generalkonsul Delius und die beiden Adjutanten des Prinzen geladen waren. Nach dem Essen reiste Prinz Heinrich nach Kiel weiter.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Das Zei— tungsgerücht über eine bevorstehende Zusammen— kunf des österreichischen und russischen Kaisers entbehrt jeder Begründung.
Mährisch-Ostrau, 24. Sept. Auf den Gütt— mann'schen Steinkohlengruben in Orlau haben saͤmmtliche Bergleute die Arbeit eingestellt. 800 Arbeiter zogen nach Peterswald, später nach Michalkowitz und erzwangen auch dort die Ar— beitseinstellung. Militär ist von Troppau ein— getroffen. Die Streikenden wurden zurückgedrängt. Militärpatrouillen durchziehen die Stadt. Die Arbeiter fordern achtstündige Arbeitszeit. Wei—
teren Nachrichten zufolge gewinnt der im östlichen
Theil des hiesigen Kohlenreviers ausgebrochene Streik an Ausbreitung. Das gestern Mittag aus Troppau und Teschen berufene Militär be— setzte die Schächte und zerstreute die Ansamm— lungen der Streikenden, die auf mehreren Gruben gewaltsam die Arbeit verhinderten. Die Ursache des Ausstandes ist darin zu suchen, daß die Grubenarbeiter des östlichen Reviers nach dem letzten Streik nicht die gleichen Bedingungen er— hielten als im hiesigen Revier. Dieser neue Streik war schon im August geplant. In der letzten Nacht trafen noch 1000 Mann Infanterie aus Krakau ein. Man schätzt die Zahl der aus— ständigen Kohlenarbeiter auf 5000.
Frankreich. Paris. Nach einer Blätter— meldung hob der Minister des Aeußern, Ribot, in der Beantwortung einer Anfrage der Handels— kammer zu Bordeaux, betreffs der M'Kinleybill, hervor, die Regierung wolle den Tarifkampf ver— meiden. Es sei Sache des Parlaments, sich über etwaige Maßnahmen gegenüber der Bill auszu— sprechen. Er hoffe, daß die gerechte Regelung der Schwierigkeiten möglich sein werde.
Großbritannien. Tipperary, 25. Sept. Die heutige Verhandlung gegen O'Brien und Genossen wurde durch Hin- und Widerreden der beiderseitigen Advokaten ausgefüllt und schließlich auf Morgen vertagt.
Amerika. Washington. Die Tarifconfe— renz figirte den Zoll für Champagner auf acht Dollars per Dutzend Quarts, den Zoll für Wein und Cognac auf 2½ Dollars per Gallone. Für Gemälde, Statuen und sonstige Kunstwerke ist der Zoll auf 15 pCt. herabgesetzt worden.
Australien. Melbourne. Die Schafscheerer von Neusüdwales und Queensland haben auf Anrathen der Gewerkvereine einen Streik be— gonnen. Viktoria ist von demselben noch unbe— rührt. Die Direktoren der Brokenhill-Berg— werke schlossen ein Abkommen mit den Arbeitern.
Aus Stadt und Land.
P. Friedberg. In Bezug auf unsere Obstaus stellung und den Obstmarkt dürfte es nothwendig sein, darauf hinzuweisen: daß beide Unternehmungen vollstän— dig getrennt von einander sind, daß zur Ausstellung nur 3 Slück von jeder Sorte eingeliefert zu werden brauchen, von besonders werthvollen nur 1 Stück, daß Spalierobst auf Verlangen wieder zurückgeliefert wird. Es scheinen dies bezügeich mehrfach mißverständliche Auffassungen hier— über zu herrschen. Auf den Anmeldescheinen zur Aus stellung kann aber, wie in den Bestimmungen besonders betont ist, auch die verkäufliche Menge angegeben werden, um Liebbaber von kleineren Posten feinen Obstes auf die Adressen hinzuweisen. Diese Einrichtung wird ge— eignet sein, den direkten Verkehr zwischen Consumenlen und Produzenten zu fördern, namentlich für Tafelobst höhere Pireise erzielen lassen und damit der weiteren Verbreitung des Anbaues von solchem Vorschub leisten. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß Jeder die Ausstellung zur Erlangung von Sortenkenntniß benutzen und sein Bestes zeigen möge. Bereits ist ein lebhafter Besuch von auswärts angemeldet, wie auch fremde Preis— richter die Ausstellung besuchen werden.
C. T. Friedberg. Gemeinderaths-Sitzung vom 22. Sept. Vorschläge der Friedhofseommission bezüglich Aenderung der Tarifsätze in El. 1 und II, Instanphaltung des neuen Leichenwagens zꝛc, werden von dem Vorsitzen den mitgetheilt; die Beschlußfassung hierüber soll in einer folgenden Sitzung stattfinden.— Auf Ersuchen des Ge— meinderaths wirb der Vorsitzende einen Zusatz zu dem Ortsbaustatut formuliren in Betreff der Bebauung des
Stadttheils zwischen Haingraben und Kalserstraße.— Die Verhandlungen mit Bierbrauer Chr. Frick wegen Erwerbung eines Brunnens haben zu keinem Ergebniß geführt, da der zuerst geforderte Preis bedeutend erhöht worden ist; es soll deshalb ein neuer Brunnen auf städtischem Grundstück erbaut werden.— Schulgeld für 1889 90, welches nach dem hierüber vorgelegten Ver— zeichniß nicht eingegangen ist, soll niedergeschlagen wer— den.— Die Befahrung der Bismarck-Straße durch die Dampfwalze wird gutgehelßen— Von Mittheilungen, welche der Vorsitzende über verschiedene unsere Stadt— schule berührende Angelegenheiten(Berufung des Lehrers Hessinger von Wimpfen hierher, Pensionirung des Lehrers Werner ze.) macht, nimmt der Gemeinderath zur Kenntniß.
r. Bad- Nauheim. Der hiesige Turnverein wird Sonntag den 28. Sept, sein Abturnen halten und nach demselben einen Ausflug nach dem Teichhaus veranstalten.
g. Vilbel, 26. Sept. Heute Früh, etwa um 3½ Uhr, erscholl Feuerruf. Die Scheuer des Commandanten der freiwilligen Feuerwehr, welche an Bäckermeister Grimmel vermiethet und voll mit Frucht angefüllt war, stand hell in Flammen. Durch das energische Eingreifen der hiesigen Löschmannschaften und durch die herrschende Windstille war es möglich, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Inhalt der Scheuer ist versichert, die Entstehungs ursache des Feuers unbekannt.
Gleßen. Die zweite Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen am 23. September hatte die Anklage des Meinetds gegen Hartmann Schüßler von Rendel zum Verhandlungsgegenstande. Der Angeklagte wurde von Strafe und Kosten freigesprochen.— In der Schwurgerichtssitzung vom 24. September wurde der Angeklagte Johannes Feller von Schneppenhausen, wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit, zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren verurtheilt.
Allerlei.
J. Homburg v. d. H. Die Arbeiten und Vorberei— tungen zu der vom 27. September bis 5. Oktober dahter stattfindenden Ausstellung des Vereins nassauischer Land— und Forstwirthe, Section für Obst- und Gartenbau, sind in vollstem Gange und nahen ihrer Vollendung. An— meldungen und Zusendungen von Ausstellungs-Gegen— ständen sind aus sämmtlichen Kreisen des Reg. Bezirks Wiesbaden so reichlich eingelaufen, daß diese Ausstellung wohl die großartigste und gleichzeitig lehrreichste sein wird von allen, welche die Seetion bisher veranstaltet hat.— Außer Obst, welches in den verschiedensten Sorten und in Mengen vertreten ist, werden Obstbäume, Rosen, Coni— feren, Topf- und Zierpflanzen, Blumenbindereien u. s. w. ausgestellt. Ferner mit Werkzeugen und Geräthen für Obst⸗ und Gartenbau, sowie zur Obstverwerthung ist die Ausstellung reichlich versehen, sodaß im eigentlichen Sinne das Nützliche mit dem Lehrreichen hier vereinigt sein wird. Die Eröffnung der Ausstellung findet in feierlicher Weise Samstag den 27. September, Vormittags 11 Uhr statt. Samstag Nachmittag um 3 Uhr wird der Verein zur General Versammlung in dem Speisesaale des Kurhauses zusammentreten. Der Lokalverein Homburg wird eine Prämiirung und Verloosung, das Loos à 25 Pf., mit der Ausstellung verbinden.
b. Frankfurt. Von Dienstag den 30. September ab gibt Buffalo Bill mit seiner Indianer Truppe, Cowboys, Büffeln, Ponnies, wilden Pferden ꝛc. eine Reihe von Vorstellungen im Palmengarten zu Frankfurt a. M., welche nicht verfehlen werden wie überall, ihres ganz außer— ordentlichen Aufgebols von Sehenswerthem halber, viele Schaulustige anzuziehen. Die Darstellungen selbst sind höchst interessant. Man wohnt dem Ueberfall einer Dili— gence durch Indianer und der Vertheidigung der Cow— Boys gegen die Wilden, dem Ueberfalle eines Farmer⸗ dorfes bei, dem Einfangen der wilden Pferde durch Lasso— werfen, wobei man die Gewandtheit und Sicherheit der Cow Boys bewundern muß, den verblüffenden Schieß— proben der Cow Boys und einer amertikantschen Schützin, der kleinen Oakley u. s. w. u. s. w. Kurz, es ist ein Schauspiel, welches wirklich sehenswerth ist und den Be— sucher mit Befriedigung und Wohlgefallen erfüllen muß.
Stuttgart, 24. Sept. Die hier tagende General— versammlung des evangelischen Bundes richtete an den Kalser ein Huldigungstelegramm, in welchem die Ver sammlung die volle Bereitschaft ausspricht, an der Lösung der soelalen Frage mitzuwirken. Wie und auf welchem Wege solches geschehen könne, bilde den Hauptgegenstand der diesmaligen Berathungen.
Bregenz, 24. Sept. Der mühevoll geschlossene See- lachendamm zwischen Lustenau und Hohenems ist vom Rhein, der infolge eines Föhnwindes neuerdings ange— schwollen ist, wieder durchbrochen worden. Lustenau ist überschwemmt.
Newyork, 24. Sept. Aus Colon wird über eine Feuersbrunst gemeldet. 150 Gebäude sind zerstört, da— runter die Bureaus sämmtlicher Dampfschifffahrts Gesell— schaften, ausgenommen diejenigen der französischen Com pagnie und der Paetfie Mail Company. Auch die Comp: tofrs der bedeutenden Firmen längs der Seefront sowie alle Hotels sind niedergebrannt.
Handel und Verkehr.
Buß bach, 24. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.10— 1.15, Käse per Pfund 45— 46 Pf., Eter 2 Stück 13 Pfg.
Frankfurt, 24. Sept. Wochenmarkt. Neue Erbsen per Pfund 15— 25 Pf., Linsen 15— 25 Pf., weiße Bohnen 16—20 Pf., Butter per Pfd. M. 1.00
bis 1.15, Eier das Stück 6—10 Pf., Blumenkohl hiesiger 20 bis 50 Pf., Carotten das Päckchen 8 bis 12 Pf.,
15 hiesiger Kopfsalat 4—6 Pf., Gurken per St. 5—0 weiße Rüben 4—5 Pf., gelbe Rüben 4—6 Pf., Endsoß salat 5— 10 Pf., Eskarol 8— 10 Pf., Wirsing 8—12 9 Weißkraut 8— 15 Pf., Rothkraut 10—20 Pf., Rosenkgf M. 0.70— 1.00, Obst, korbweise per Pfund: Presßel beeren 25 Pfg., Zwetschen 10 bis 20 Pfg., Pfirssg 35 Pf., Aepfel 12—25 Pf., Birnen 12— 14 Pf., Traube 40 45 Pf., neue Kastanien pro Pfund 40 Pf. 40-80 Pf. per 100 Stück.
Frankfurt, 20. Sept.
bis 24.00, Nr. 5 M
ie 7
10
11 Fruchtbericht. Hies. Wein mehl Nr. 0 M. 33.00— 34.00, Nr. 1 M. 31.00 32.00, M4 M. 27.50— 28.50, Nr. 3 M. 27.00— 28.00, Nr. 4 M. 2 18.00-00.00, Milchbrod- un! Brodmehl im Verband M. 58.00 60.00, norddeutsch
und westfällsche Weizenmehle Nr. 00 M. 27.00— 28.00
Roggenmehl loco hier Nr. 0 M. 27.50 28.50, Nr. 0% M. 23.00— 24.00,
M. 26 00— 27.00,
Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig jedo
NW
auch loco auswärtiger Stationen.
cd
Kirchliche Anzeigen für Friedberg,
Samstag den 27. Sept. 2 Uhr: Vorbereitungspredigt und Beichte.
Evangelische Gemeinde.
Burgklrche.
7. Sonntag nach Trinitatis.
Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach. 1
Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Velte.
Abendmahl.
Nachmittags 1¼ Uhr: Herr Pfarrer Velte. Katechismuslehre für die Mädchen.
Katholische Gemeinde.
Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht.
Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 3/47 Uhr: Austheilung der heil. Communson. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
Israelitische Gemeinde. Montag den 29. und Dienstag den 30. Sept. 1890:
Laubhüttenfest. Erster Festtag.
Sonntag Abend 5 Uhr 15 Min. Montag Morgen 8 Uhr. Montag Nachmittag 3 Uhr 45 Min.
Zweiter Festtag.
Montag Abend 6 Uhr 25 Min. Dienstag Morgen 8 Uhr. Dienstag Nachmittag 3¾ Uhr. Festesausgang 6 Uhr 25 Min. Wochengottesdienst von Mittwoch den 1. Oetober an Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 4 Uhr 30 Min,
58 5 Corseiten
von den billigsten bis zu den feinsten wieder neu ein⸗ getroffen, zu bekannt billigen Preisen empfiehlt
3712
G. F.
Ladengeschäft gehen. Offerten unter C. W. 161 an die Exped. d. Anz.
miethen.
Die sesber von Herrn Statsonsas
gehabte Wohnung
Chr.
Damen& Kinder 0
3631
Alelter.
sistenten Apt inne⸗ ist versetzungshalber anderweitig zu ver⸗
Ulrich II.
Negenmänteln
empfehlen in noch nie gehabter großartigster Auswahl, Damen⸗Regenmäntel von M. 5. an, Kinder⸗Regenmäntel„
bis zu den hochfeinsten.
Ger
äuch
1
*
75 1. 75
erte Nochen,
Geräucherte Schellfische,
Fettbücklinge, Speckbückige
Wilhelm Fertseh-
3756 bei
billigst bei
Id. Limburger Küse
3767
— p
Fr. Wagner
Obig⸗ 0
Nachmittag 3
ö
0
0
1 ba
. C
1
e
. fich belt
f 0 gab
llc
eine
14 furt
ö
kant
suc
.


