Auf dem„Internationalen socialistischen ogreß“ vom Juli v. J. in Paris, auf welchem drain K zahlreiche Vertreter der deutschen Social
1 enokratie, u. a. die Führer Bebel, Grillen— * er, Singer, Liebknecht, Meister, Dietz, J jgesend waren, wurden nach einer Rede Bebels
rium* ende Beschlüsse damals angenommen:„Be⸗ nber 1 blänkung der Arbeitszeit auf acht Stunden; eic Jabor der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren;
* n gechränkung der Arbeitszeit für jugendliche Ar— geer und Arbeiterinnen von 14 bis 16 Jahren sechs Stunden; Verbot der Nachtarbeit mit zahme der Betriebe, deren Natur sie bedingt; ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 6 Stunden in jeder Woche fur alle Arbeiter.“ e diesen Beschlüssen den moͤglichsten Nachdruck geben, wurde damals ferner der Antrag an— Hommen, daß am 1. Mai 1890 die Arbeiter 10 ine große Kundgebung veranstalten
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t Länder ei alten.
Weimar. Die„Weimarische Zeitung“ theilt Telegramm des Kaisers vom Samstag(ver- mtulich an den Großherzog von Sachsen) mit, ulcher lautet:„Besten Dank für freundlichen Dief! Habe in der That bittere Erfahrungen, ar schmerzliche Stunden durchgemacht. Mir (o weh ums Herz, als hatte ich meinen Groß ober noch einmal verloren. Es ist mir aber
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bn Gott einmal so bestimmt; also habe ich es
* tragen, wenn ich auch darüber zu Grunde an gen sollte. Das Amt des wachthabenden Off.. ers auf dem Staatsschiff ist mir zugefallen; Ir Kurs bleibt der alte, und nun mit vollem Lampf voran! Wilhelm.“
Breslau. Die„Schlesische Zeitung“ er rt, der Redakteur des hiesigen socialdemokra⸗ ichen Organs, Reichstagsabgeordneter für Halle, Anmert, sei wegen Majestätsbeleidigung verhaf⸗
worden.
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Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Das„Tag⸗
15 batt“ schreibt, Kalser Wilbelm babe den Wunsch berher gelangen lassen, daß die für den Herbst n plante Entrevue mit dem Kaiser Franz Joseph füher stattfiude infolge des Rücktrittes Bismarck's. . Schweiz. Basel. Das Gesetz über die i cpligatorische Krankenversicherung der Arbeiter vit bis zu 2200 Francs Einkommen ist vom Lasler Volk mit 5015 gegen 2291 Stimmen verworfen worden. Dänemark. Kopenhagen. Im Folkething klärten in Beantwortung einer Juterpellation Grafen Holstein der Kriegsminister und ter Marineminister, socialdemokratische Arbeiter Pnnten keine Austellung in Staatswerkstätten Chalten, da sie fremdem Willen unterworfen seien. Belglen. Brüssel, 25. März. Der hie— sge deutsche Gesandte, Graf v. Alvensleben, vurde telegraphisch nach Berlin berufen. Schweden. Stockvolm, 25. März. Die Fronpeinzessin von Schweden traf gestern in Nizza ein. f Frankreich. Paris, 25. Maͤnz. In der Fammer brachte der Soctalist Boyer einen An— gag ein, in welcher er die Wahl einer interna— onalen Commission behufs Regelung der Ar— beiterfrage und Herbeiführung einer gleichmäßig prischreitenden Abrüstung anregt. Großbritannien. London, 24. Marz. Das Unterhaus nahm in erster Lesung die srische Pachtgüter⸗Ankaufbill an, wofür 33 Millionen Pfund erforderlich sind, die durch einen Garantie— fonds gesichert werden. f— 25. Marz. Die Königin begab sich heute in Begleitung des Peinzen und der Prinzessin Heinrich von Battenberg nach Aixzeles-Bains.
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11 0 2 Italien. Neapel, 25. Marz. Heute be⸗ tm Les gann die Schwurgerichtsverhandlung gegen Ca— 45„ barol, der am 13. September 1889 einen Stein
fen 4 uf Crispi geschleudert hatte. Auf den Antrag 700 ben der Aerzte, welche eine neuerlsche Untersuchung 1 655* des Gelsteszustandes Caparoli's für nothwendig 10 utrklärten, wurde die Verhandlung vertagt.
Aus Stadt und Land.
rr. Friedberg, 25. März. Gestern Abend sand auf dem Windeckersschen Felsenkeller dahter die General: versammlung des hiesigen Vorschuß- und Credit Vereins e. G. m. u. H., über das am 31. Dezember 1889 abge laufene Geschaͤftsjahr, das 26. selt Bestehen des Vereins, unter dem Vorsiz von Bürgermeister Ad. Steinhäußer statt. Heinrich Schmidt hier wurde zum Protokollführer ernannt und ersucht, das letzte Protokoll vom 29. Dez. 1889 zu verlesen. Nachdem dies geschehen und Niemand etwas hiergegen zu erinnern wußte, erledigte das Vor⸗ standsmitglied Jean Dörr den 1 Punkt der Tagesord- nung:„Geschäfts bericht des Vorstandes.“ Aus dem Referat war zu entnehmen, daß der Gesammtumsatz des Vereins M. 19,440,709 gegen M. 18,420,833 in 1888 betrug und ein Reingewinn von M. 25,098 15 erzielt wurde. Das Stamm Kapttal ist um M. 43,826 gewachsen und hat die Höhe von M. 327,448 erreicht. Die Mit gliederzahl ist von 802 auf 910 gesttegen. Ueber den 2. Punkt der Tagesordnung berichtet der Vorsitzende, indem er eine Anzahl Revistons- und Prüfungsprotokolle verlas, worauf die Versammlung dann dem Vorstande für das abgelaufene Geschäftsjahr Decharge ertbeilte. Der 3. Punkt:„Vertheilung des Gewinn-Saldos fand folgende Genehmigung: Die Mitglieder sollen eine Diodende von 70 0 mit M. 19777.24 erhalten. Der Hauptreserve sollen WM. 1280, der Speelalreserve M. 1000, der Hausreserve M. 1000 zugewiesen werden, dem Mobilten Conto sollen M. 106.68 abgeschrieben und der Rest mit M. 2855.45 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Weit diesen Zuweisungen betragen die Gesammtreserven M. 107,000. Das Verhältniß des eigenen Vermögens des Vereins, stellt sich gegenüber dem fremden Betriebskapttal auf 38,3200. Wegen des letzten Punkts der Tagesordnung theilte das Vorstandsmitglied Jean Dörr mit, daß laut § 47 des neuen Genossenschafts⸗Gesetzes, die General: versammlung den Mazimaleredit an einen einzelnen OGe⸗ nossen und den Höchsbetrag, der von dem Verein aufzu nehmenden fremden Gelder zu bestimmen hätte und wurde der Vorschlag des Aufsichtsraths und Vorstandes, ersteren auf M. 40,000 und letzteren auf M. 1,600,000 zu sezen,
als den ersten deutschen Landwirth, Regierungsrath Nover auf das Curatorium und das Lehrereollegtum der Anstalt, in dessen Namen Dr. v. Peter dankte und dann einige Worte der Beherzigung an die abgebenden Schüler richtete. Ste sollten der Anstalt Ehre zu machen und das Erlernte mit der Praxis in Einklang zu bringen suchen, stets aber in Bescheldenheit und Ehrerbletung ihren Eltern und Lehr⸗ herrn entgegentreten. Was sie bier gelernt, sei nur ein kleiner Bruchtheil der Summe der Wissenschaft, geeignet ihr Interesse für den Beruf, den ersten und wichtigsten im Staate, und ihr Verständniß für die Praxis zu för⸗ dern. Erst wenn sie das Können in der Praxis erlernt, sollten sie ihr Wissen zu verwerthen suchen, inzwischen aber sich bestreben, das selbe zu erhalten und zu vermehren durch rege Betheilligung an dem landwirtbschaftlichen Ver⸗ einsleben. Den Schülern der Unterklasse rief Redner sodann ein„frohes Wledersehen“ im Herbste zu und brachte zum Schluß ein Hoch auf die Eltern aus, die mit großen Opfern ibre Kinder entbehrt und so anderen Landwirthen ein gutes Beispiel gegeben hätten. Ein lebhaftes Hoch und mancher Händedruck von Schülern und deren Vätern lobnte dem Redner, der sich stets mit Eiser und Liebe seinem Berufe hingegeben batte. Die Abschiedsstunde hatte geschlagen— gewiß verließen alle Schüler Friedberg mit fröblicher und dankbarer Erinnerung an die dort ver⸗ lebte Zeit.
Buß bach Am 20. März fand in gewohnter Weise, vom Wetter begünstigt, der Frübjahrs Fasel, Zuchtvteh⸗ und Schweinemarkt start. Prämtiit wurden:&. Für Fasel. Reine Berner Race: 1. Bürgerm Fenchel von Griedel, 2. Gg. Hahn von Bellers heim.— Berner Bastard: 1. Ernst Kleeberger von Melbach, 2. Wilh. Schneider von Bruchenbrücken, 3. Wüb. Grieb 1 von Holzheim, 4. Pachter Schwind von Nieder Wöllstadt, 5. Georg Reitz 1. von Echzell, 6. Job. Fritzel von Schwalbeim, 7 Wilb. Kost II. von Nleder Wöllstadt, 8 Bürgerm. Weltb von Nieder⸗Wöllstadt, 9. Heinr. Reitz von Echzell, 10. Joh. Holl VII. von Rodbeim, 11. G Konr. Straß⸗ heim von Griedel, 12. Vürgerm. Fauerbach von Okorden, 13. Karl Horn von Fauerbach b. Fr.— B. Für Rinder. Reine Verner, Verner Bastard, Simmenthaler, Holländer
genehmigt. Sowohl über letzteren Punkt, als auch über verschiedene andere geschäftliche Angelegenheiten wurden aus der Versammlung an den Aufsichtsrath und Vorstand Anfragen gerichtet und beantwortet. Nachdem noch der Vorsitzende die Mittheilung machte, dast der hessische Unterverband in diesem Jahre in unserer Stadt tagen würde und auch bierzu die Mitglieder im Voraus einlud, wurde die Versammlung von ihm geschlossen.
7 Friedberg. Wie aus dem heutigen Annoneentheil
stadt, 5. Jakab Gerlach IV.
ersichtlich, findet Freitag, den 28. März, Abends, im oberen Säälchen des hiesigen„Saalbaues“ die wegen ver— schtedener Hindernisse mehrfach verschobene Generalver- sammlung des Evang. Bundes nun endgültig statt. Die Vorführung einer der grundlegenden reformatorischen Schriften Luthers dürfte gewiß das allgemeinste Interesse beanspruchen, und der gerade jetzt auf den Gemüthern des deutschevangelischen Volkes lastende Druck sollte zu reich- licher gegenseitiger Aussprache veranlassen. Wir dürfen daher gewiß einen recht zahlreichen Besuch erwarten; alle Mitglieder des Evang. Bundes nebst ihren Familtenange⸗ hörigen, sowte alle Glieder der hiesigen evang. Gemeinde überhaupt sind herzlich dazu eingeladen.
W. Friedberg, 22. März. In Anwesenbeit der Mit⸗ glieder der Großh. oberen landwirth Behörde, Reglerungs rath Nover und Oeconomierath Müller aus Darmstadt, des Professors Thaer aus Gießen und der Mitglieder des Aufsichtsraths fand heute im Rathhaussaale die Prü fung der Zöglinge der Ackerbauschule statt. Eine große Anzahl von Angehörigen der Schüler und Freunde der Anstalt hatten sich hierzu eingefunden. Die Prüfung erstreckte sich auf folgende Fächer: Chemie und Ackerbau (Landwirthschaftslehrer Dr. v. Peter), Rechnen und Bo · tanik(Lehrer Felsing), Anatomie und landwirthschaftliche Betriebslehre(Landwirthschaftslehrer Engel). Die Leist— ungen der Schüler waren durchaus befriedigend, wie Reglerungsrath Nover besonders hervorhob. Daß dieses Resultat erzielt wurde, verdient um so mehr Anerkennung, als das Lehrerpersonal fast ganz gewechselt hatte. Leider verltert die Anstalt in dem abgehenden Lehrer Engel wieder einen tüchtigen Lehrer, die ganze Umgegend einen beltebten Redner in den landwirthschaftlichen Versammlungen. Aus dem von Dr. v. Peter als Stellvertreter des für das abgelaufene Semester beurlaubten Direktors Dr. Tobisch gegebenen Jahresberichte ersahen wir, daß die Anstalt in diesem Winter im Ganzen von 18 Schülern besucht wor— den ist. An mehrere Schüler der Oberklasse, die sich durch Fleiß und Fortschritte besonders ausgezeichnet hatten, wurden Bücher als Preise und an alle abgehenden An— denken vertheilt; außerdem hatte Professor Thaer 3 Bilder seines um die Landwirthschaft so sehr verdienten Groß— vaters zur Verthellung überwiesen. Zum Schlusse for- derte Kreisrath Dr. Braden die Schüler auf, die in dieser Schule erworbenen theoretischen Kenntnisse nun auch
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draußen in die Praxis umzusetzen und ihren Gemeinden durch Unterstützung der Bestrebungen, die darauf aus— gingen die Landwirthschaft zu fordern, mit gutem Bet splel voranzugehen. Mittags vereinigten sich die Schüler, deren Angehörige sowie die Lehrer und Freunde der An⸗ stalt zu einem gemelnsamen Mahle im Hotel Trapp. Kreitzrath Dr. Braden brachte im Verlaufe desselben auf unseren Katser und unseren Landesherrn als Förderer und Beschüßer der Landwirthschaft eln Hoch aus, des Welteren auf die anwesenden Mitglieder der Großh. oberen landwirthschaftlichen Behörde und Professor Thaer als Gaͤste. Schulrath Schmidt toastirte in begelsterten Worten auf unseren seltherigen Kanzler, den Fuͤrsten Bismarck,
Kur gebrauchten berühmten Gemesnde
und Vogelsberger Race: 1. Bürgerm. Fauerbach von Otarben(2 Stuck, 2. Wilh. Betz von Melbach, 3. Georg Hahn von Bellersheim, 4 Fr. Bausch von Nieder Wöll⸗ von Eberstodt, 6. Gg. Ph. Gerlach Wittwe von Eberstadt, 7. Adam Bingel von Gambach, 8. W Dörr Wittwe von Griedel, 9 W. Holler von Oberhörgern. 10. W. Bopp von Belles beim, 11. Gilb. Gontrom von Oberhörgern 12. Fr. Müller von Griedel, 13. W Bopp IV von Bellersbeim, 14. Konr. Alles 1. von Eberstadt, 5. G. Marloff von Melbach,(2 Stück) 16 Gg. Konr. Straßbeim von Gitedel, 17. v Bouchen⸗ röder, Butzbach, 18. K. Bopp von Griedel, 19. Heinr. Tröster von Griedel,(2 Stück) 20 Larl Winter von Ostheim, 21. P. Schneider IV. von Ostbeim, 22. Heinr. Meßger V. von Gambach, 23. Gg. Straßheim IX. von Griedel, 24. H. Henrich von Langgöns, 25. Chr. Bill VI. Wuütwe Nieder⸗Weisel, 26. Konr Klei III. von Butzbach, Jakob Zimmer II. vor Nieder Weisel, 28. H K Bingel von Gambach, 29. W. Ubl von Steinfurtb, O M. Weil von Oppershofen, 1. B Häuser IV. von Nieder Weisel, 32. M. Schneider IX. von Ostheim, 33 G Schüß III. von Butzbach, 34. Peter Stengel I. von Ostbeim, 35. K. Haub XVIII. von Nieder⸗Weisel, 36. H J Straßbeim von Griedel. Außerdem erbielten Wegvergütung von je 3 Mark: 1. Jakob Zeiß von Gamboch, 2. Konrad Bender von Eberstadt, 3 Todtas Meßger I. von Gambach, 4. Balth. Lang von Griedel
Gießen, 23. März Die letzte Verhandlung der diesmalitzen Schwurgerichtspertode batte die Anklage gegen
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H Reibeling II. Wittwe von Ober Breidenbach, wegen
Körperverletzung ihres Kindes mit tödtlichem Ertolg, zum Gegenstand. Das Gericht erkannte auf eine Zuchthaus⸗ strafe von 4 Jahr 6 Monaten.
Allerlei.
Schweinfurt, 22. März. Durch Einsturz des Kellers in einem Neubaue wurden fünf Arbeiter verschüttet; einer davon starb sofort.
Bromberg, 24. März. Das biesige Theater ist heute Nachmittag vollständig abgebrannt.
Jsratlitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeler vom 29. März 1890. Beginn: Freitag Abend 5 Uhr 55 Min Samstag Morgen 8 Ubr. Samstag Nachmittag 3 Ubr 45 Min. Sabbathausgang 7 Ubr 10 Min Wochengottesdienst von Sonntag den 30. März an Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr 30 Min. Samstag den 5. und Sonntag den 6. April:
Pesachfest.
Beim Einkaufe von FAw's fchten Sodeuer Mineral⸗Pastillen, gewonnen aud den Salzen der zur N 0 Quellen No III.
und XVIII beachte man, ob die Schachteln mit einer Verschlußmarke versehen sind, die das Faesimsse P Herm. Fay tragt. Ce exsfliren Nachahmungen, wer also ncht getäuscht sein Will, Je- Por stchlig. Fay Fastissen sind in allen Apotheken und Droguenbandlungen d 85 Pfg. erhaltlich. uro


