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Samstag den 26. Juli.
MN 37.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Innoncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben),
Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen.
Annoncen von
qu Friedberg, Samstag den 26. d. Mts.,
Die Lieferung von Kies und das Anfahren von Wasser ꝛc. für das 8 an die Görbelbeimer⸗Müble soll auf dem Submissionsweg vergeben werden. Vormittags eingesehen werden, woselbst auch die Offerten bis zum 29. d.
Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
Einwalzen der Unterhaltungssteine Kostenüberschlag und Bedingungen
auf der Kreisstraßenstrecke von der Staatsstraße Fauerbach können auf dem Büreau des Bezirksbauaufsehers Zörb II. Mts., Vormittags 12 Uhr einzureichen sind
kotivführer, die Hilfsheizer Dauernheim aus Pießen und Heppert aus Gießen zu Heizern bei gesen Bahnen ernannt, der Steueraufseher Seibert n Wörrstadt entlassen, der Steuerkommissär Eteuerrath Deibel von Wörrstadt nach Friedberg, er Steuerkommissär Trapp von Fürth nach Michelstadt, der Steuerkommissär Klingelhöffer on Ober-Ingelheim nach Butzbach und der Irdentl. Professor an der technischen Hochschule Werner, auf Nachsuchen, unter Anerkennung einer Dienste in den Ruhestand versetzt und semselben die Krone zum Ritterkreuz 1. Kl. des Philippsordens verliehen.
— Militärdienstnachrichten. Wagner, Prem. Lieut. om 3. Gr. Inf. Regt. Nr. 117 wurde zum überz. auptm. befördert; Klinker, Sek. Lieut. à la s. des 1. Gr. rag.⸗Regts. Nr. 23, ist ausgeschieden und zu den Res. Off. es Regts. übergetreten; Weiner Sek. Lieut. der Inf „ Aufg. des Landw.⸗Bez. II. Darmstadt; Kraemer Sek. Lleut. der Inf. 2. Aufg., und Grau Sek.⸗Lieut. der Feld⸗Art. 2. Aufg. vom Landw.⸗Bez. Mainz, wurde der
Aͤbschied bewilligt.
Berlin. Die„Nat.⸗Ztg.“ ist in die Lage bversetzt, zu erklären, daß die in einem Artikel er„Hamburger Nachrichten“ über die Stellung Deuischlands zu Rußland und Oesterreich sich kundgebende Tendenz im schroffen Widerspruch N mit der in den maßgebenden Kreisen Deutschlands herrschenden Auffassung der Tripelallianz stehe. — die Forderung, welche der Sultan von Sansibar für die Abtretung des ihm gehörenden Tüstenstreifens erhebt, ist nach orientalischem Gebrauche so hoch, daß, wie die„Post“ aus kolonialkreisen hört, ernsthaft nicht darüber de⸗ battirt werden kann, und gemäß der betreffen— den Klausel des Vertrags vom 1. Juli d. J. ugland seinen ganzen Einfluß aufbieten muß, im eine Verständigung herbeizuführen.
Friedrichsruh, 23. Juli. Fürst Bismarck mpfing gestern wieder einen Mitarbeiter der Nowoje Wremja“, der sich mit„p“ zeichnet. Fürst Bismarck betonte sein Bestreben, auf Er⸗ haltung des Friedens hinzuwicken.
Klel. Wie die„Kieler Ztg.“ feststellt, ist uf der hiesigen Marinestation von einer Be⸗ sichtigung der Marineanlagen durch den franzö— schen Admiral Planche nichts bekannt. Hamburg. Der Aviso„Grille“ mit dem Admiralsstab an Bord wird in den nächsten Tagen in der Gegend von Helgoland recognos— tren und dann in Bremerhaven anlegen.
Ausland. Danemark. Kopenhagen. Der in Sunder⸗ and befindliche Sekretär des nationalen See— eutevereins erließ ein Manifest an sämmtliche Schiffseigner, welches einen allgemeinen am Samstag beginnenden Ausstand der Seeleute
ankündigt, bis den dänischen Seeleuten eine Abkommen
Norwegen. Molde, 23. Juli. Der Kaiser unternahm gestern einen Ausflug nach Romsdal, nach der Rückkehr wurde das Diner auf der „Baden“ eingenommen. Heute arbeitet der Kaiser an Bord und nimmt Vorträge der verschiedenen Cabinete entgegen.— 24. Juli. Der Kaiser verbrachte die letzten Tage wegen andauernden Regens an Bord. Die Rückkehr nach Bergen ist auf heute Abend 8 Uhr festgesetzt.
Belgien. Brüssel, 23. Juni. Der König nahm im Stadthause eine Adresse des Stadt— rathes zu dem 25jährigen Regierungsjubiläum entgegen und sagte, die Begrüßung des Bürger— meisters beantwortend, er habe kein anderes Streben, als dem Vaterland zu dienen. Die Parteien hätten gleichen Anspruch auf Vertrauen, dasselbe werde ihnen nicht fehlen.
Frankreich. Paris, 23. Juli. Die Morgenblätter melden, auf dem Panzerschiff „Caiman“ explodirten während einer Uebung vier Maschinenröhren; mehrere Heizer wurden schwer verwundet. Bei derselben Uebung bekam das Avisoschiff„Desaiz“ einen Leck, infolgedessen es in den Hafen zurückkehren mußte. Das Kriegsschiff„Epervier“ ist mit gebrochener Maschine von dem Mansvergeschwader nach dem Cherbourger Hafen zurückgekehrt. Die Blätter fügen hinzu, die wiederholten Schiffsunfälle seien äußerst beunruhigend und nicht geeignet, eine gute Meinung von dem Schiffsmaterial und den Schiffsingenieuren hervorzurufen.
Großbritannien. London, 24. Juli. Unterhaus. Fergusson erklärte im Verlaufe einer Rede, England unterhandle mit Frank— reich und Portugal wegen einer weiteren Ge⸗ bietsabgrenzung in Ostafrika, die geeignet sei, England gegen mögliche Mißverständnisse und die Gefahr eines Krieges mit irgend einer an— deren Macht zu sichern. Redner stellte in Abrede, daß hinter dem deutsch-englischen Abkommen ein welteres geheimes Abkommen bestehe. Obwohl die Regierung die Freundschaft mit Deutschland zu befestigen wünsche, sei sie von der bisherigen Politik nicht abgewichen. Die stattgehabte Anti— sklaverei-Conferenz sei ein Beweis für die Sorg falt der europäischen Mächte für die Wohlfahrt Afrikas. Er(Fergusson) hoffe zuversichllich, daß das Werk der Conserenz nicht in Folge Meinungsverschiedenheit eines der betheiligten Staatenscheitern werde. Betreffs des Protecto— rats über Sansibar dauerten die Unterhandlungen mit Frankreich fort; England werde durch sein Protectorat nicht den Handel einer neueren Macht zu behindern suchen, sondern Sansibar zur Basis für die Unterdrückung des Sklaven— handels machen. Gladstone sagte, er wolle das wegen Helgoland nicht bekämpfen,
zleiche Löhnung wie den britischen zugestanden welches für alle interessirten Parteien vortheil—
dulassen, ihren Einfluß bei den dänischen zu daß sie für die
bird. Um die englischen Schiffseigner zu ver— haft sei.
Aber die Regierung schaffe dadurch, Abtretung des Gebiets die Ge—
b Friedberg den 22. Juli 1890 Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
5 J. V.: Dr. Wallau.
l Deutsches Reich. Gunsten der dortigen Schiffer geltend zu machen, nehmigung des Parlaments einhole, einen con⸗ 1 Darmstadt. Der Heizer bei den ober— ist für Samstag eine Versammlung der Seeleute situtionellen Präcedenzfall, der ungeheuere Folgen essischen Eisenbahnen Gibb wurde zum Loko- und Schiffseigner nach Sunderland berufen. haben könne. Aus dem Grunde werde er an
der Weiterbehandlung der Bill nicht theilnehmen. Cardiff, 24. Juli. Die hiesigen Dockarbeiter verlangen eine Lohnerhöhung und Herabsetzung der Arbeitszeit, und drohen für Samstag mit einem Ausstand. Der Socialist Tillett ist hier angekommen. Die Dockdirectoren verweigern alle Zugeständnisse. Der Ausstand würde wahrschein⸗ lich die Aufhebung des gesammten Haudels im Canal von Bristol herbeiführen. Spanien. Madrid, 23. Juli. Telegramme
aus Barcelona berichten über Arbeiterunruhen in Valls. Infolge Wiederaufnahme der Arbeit
seitens einiger Arbeiter rotteten sich die Streiken⸗ den zusammen und begingen Ausschreitungen.
Die Behörden waren den Tumultuanten gegen— über ohnmächtig. Die Streikenden warfen die Fenster einer Fabrik ein. Erst die Bürgergarde konnte die Ordnung wieder herstellen.
— Der Kriegsminister wies den Gouverneur von Melilla an, weitere Augriffe der Araber energisch zu unterdrücken. Der Minister des Auswärtigen instruirte ferner den Gesandten in Tanger, eine Beschwerde an die marokkanische Regierung zu richten.
Italien. Rom, 24. Juli. Der König reiste zu den Jagden nach San Rossore ab.— Ministerpräsident Crispi hatte eine lange Unter⸗ redung mit dem deutschen Botschafter Grafen v. Solms.
Türkei. Constantinopel. Eine Meldung des Bureau Reuter aus Kanea besagt: Djewad Pascha erließ eine Proklamation, welche den in den Bergen versteckten Flüchtlingen einen letzten fünfzehntägigen Aufschub zur Rückkehr in die Heimath gewährt. In letzter Zeit sind zahlreiche bewaffnete Banditen verhaftet worden. Serbien. Belgrad, 24. Juli. König Alexander und sein Vater, König Milan, be⸗ gaben sich zu einem mehrwöchentlichen Aufent— halte nach Nisch. Protitsch begleitet die Könige, und Ristitsch geht nach Vranja, wo sich Beli— markowitsch bereits befindet. Die Untersuchung anläßlich der Ermordung des serbischen Consuls in Pristina, Marinkowitsch, bat ergeben, daß der Mörder desselben ein aus Prokuplje ausgewan— derter mohamedanischer Serbe war. Derselbe be— findet sich nebst drei Mitschuldigen in Gewahrsam. Rußland. Petersburg. Aus Batum wird gemeldet, daß die türkischen Armenier an den Kaiser von Rußland das Gesuch richteten, nach Rußland auswandern zu dürfen. Die persische Regierung bot denjenigen, die zur Auswanderung aus Armenien geneigt sind, ein Asyl an.
Amerika. New Pork. Hiesige Nachrichten kündigen an, die Minister von Costarica und Nicaragua unterzeichneten einen Bündnißvertrag mit Guatemala und forderten den General Czeta, namens der Vereinigten Staaten Ceutralamerikas auf, auf den Oberbefehl in San Salvador zu verzichten, damit die gesetzliche Ordnung in San
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