Berichterstattern der franzoͤsischen Blätter den Zutritt zum Informationsbureau verweigert, während derselbe den Correspondenten anderer Blätter auch ferner gestattet sei.
— 22. Juli. Die Hinausschiebung der Abreise des Königs nach Monza findet ihren Grund in der Lage der auswärtigen Politik. Catalani, Legationsrath bei der italienischen Bot⸗ schaft in London, und Reßmann, in gleicher Eigen— schaft bei der Pariser Botschaft thaͤtig, haben mit dem König über die tunesische Frage conferirt.
Türkei. Constantinopel. Die Pforte be— absichtigt Osman Ghazi nach Armenien zu sen— den, um dort ein allgemeines Verfolgungs- und Unterdrückungssystem der Räuber und Unruhe— stifter zu inauguriren.
Serbien. Belgrad. Einer Meldung des „Videlo“ zufolge beschaͤftigte sich die Synode in ihrer letzten Sitzung mit der Ehescheidung des Königs Milan und der Königin Natalie und erklärte den Scheidungsspruch als vollkommen legal. Königin Natalie wird infolge des Be— schlusses des Synode Belgrad verlassen und sich nach Bessarabien begeben.
Rußland. Petersburg. Der Zar nahm endgiltig das Schiedsrichteramt zwischen Frank— reich und Holland bezüglich Guyanas an.
Egypten. Kairo. Osman Digma wurde nach Depeschen von hier gezwungen, sich nach Omdurman zurückzuziehen. Die eingeborenen Stämme, die seine Armee bilden, gingen in voller Auflösung auf Tokar zurück, nachdem 400 Mann bereits Hungers gestorben waren.
Amerika. New Vork, 22. Juli. Der Senat begann die Berathung der Mac Kinley Bill.
Mexiko, 21. Juli. General Czeta schlug die 9000 Mann starke Armee von Guatemala in blutigem Kampfe mit schwerem Verluste, ver— folgte die geschlagene Truppe und marschiert jetzt gegen die Hauptstadt. Es heißt, Honduras sei mit Guatemala gegen Salvador verbündet.— Die Gesandtschaft von Guatemala bestreitet trotz aller Berichte, nach welchen die Truppen von Guatemala von denen San Salvadors geschlegen sein sollen, daß überhaupt Feinseligkeiten herrschten.
Buenos-Aires. Gegen vier höhere Offiziere wurde Untersuchung wegen Landesverraths einge—
leitet. Die allgemeine Lage ist ruhig. Aus Stadt und Land. Friedberg. Bei der letzten Eroberung des Südens
der ostafrikanischen Küste war auch unser Landsmann, Lieutenant Scheibel von hier, betheiligt. In dem Berichte des Commandanten S. M. S.„Carola“, Corvetten— Kapitän Valette, heißt es unter anderem:„Ich erwähne lobend die vorzügliche Leitung des Feuers S. M. S. Carola durch den Batterteoffizier, Lieutenant zur See Scheibel.“
C. 7. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom
21. Juli. In die Commission für die Veranlagung der Gewerbesteuer werden gewählt die Gemeinderäthe C. Damm, E. Hirsch, L. Waas, als Ersatzmitglieder die Gemeinde— räthe E. Engel und J. Koob Auf ein Schreiben des Lehrers Werner betr. einen in letzter Sitzung ge— faßten Beschluß soll ablehnender Bescheid gegeben werden. — Die Abschluß⸗Rechnung des Wasserwerks für 1889/90, welche der Vorsitzende vorlegt, soll zunächst unter den Mitgliedern der Wasser- und Gaswerks⸗Commission eir culiten.— Für die bei Herstellung einer Anlage um das Müller⸗Denkmal gehabte Mühewaltung wird Lehrer Heyland durch den Vorsitzenden der Dank des Gemeinde— raths ausgesprochen und Auszahlung der entstandenen Kosten M. 55.50 angewiesen. Von dem Verkaufe und Ankaufe eines Faselochsen nimmt der Gemelnderath Kennt— niß und genehmigt dieselben. Butzbach. Bel ver am 17. Juli stattgehabten Wahl eines Bürgermeisters wurde der seitherige Beigeordnete Joutz mit 234 Stimmen zum Bürgermeister auf die Dauer der nächsten 9 Jahre gewählt. Der Gegenkandidat, Ge— meinderath C. Flach III., erhielt 106 Stimmen. Insge— sammt waren wahlberechtigt 388 Einwohner, hiervon machten 341 von ihrem Stimmrechte Gebrauch—
Höch st i. O. Heute Nacht um 1 Uhr wurde die Tochter des Bürgermeisters zu Hemsbach, welche von einer Tanzmusik nach Hause ging, von einem Steinhauer— gesellen durch einen Stich ins Herz ermordet. Der Mörder hatte vorher seine frühere Geltebte ebenfalls auf dem Tanzboden gestochen und sich entfernt und erscheint es nicht ausgeschlossen, daß der Unhold sein Opfer ver— wechselt hat.
Allerlei. Köln, 21. Juli. Kohlbecher, der angebliche Lust— mörder der Katharina Lethen, wurde verhaftet und heute Nacht nach Düsseldorf eingebracht. Derselbe bestand ein
in Kummersdorf bei der traurigen, durch das Zerplatzen elner Granate herbeigeführten Katastrophe verwundet ward und sich in der Bergmann'schen Klinik befindet, dürfte, wie dem„Berl. Tageblatt“ gemeldet wird, in etwa zwei Monaten völlig wiederhergestellt werden. Die Verletzungen bestehen hauptsächlich in einem Bruch des rechten Beines und Hautabschürfungen.
Hamburg, 22. Juli. Auf der Elbe stießen gestern unweit Otterndorf der schwedische Dampfer„Hilding“ und der englische Dampfer„Persian Prince“ zusammen, wobei ersterer sofort sank. Zwei auf dem Dampfer be dienstete Kellnerinnen ertranken. Die übrige Mannschaft und der Lootse wurden gerettet.
Kiel. Prinz Heinrsch hat sich bereit erklärt, das Protectorat über den in der Bildung begriffenen deutschen Marinebund zu übernehmen. Der Bund soll nach dem Muster des deutschen Kriegerbundes eingerichtet werden, nach Möglichkeit alle in Deutschland bestehenden Marine⸗ vereine umfassen und seinen Sitz in Kiel haben. Dünkirchen. Nach einer Mitthellung von hier sollen in der Nähe der Orkadischen Inseln 13 franzö— sische Fischerboote mit 51 Mann in Folge des Sturm wetters zu Grunde gegangen sein.
Wien, 22. Juli. Infolge eines Wolkenbruches und anhaltenden Regens fanden an der südtiroler Südbahn— strecke Vilngeß-Klausen Erdabrutschungen statt, wodurch der Bahnkörper 80 Meter lang unfahrbar wurde. Da der Tuchenbach durch seinen Austritt die Station Klausen überschwemmte, mußte der Gesammtverkehr der Strecke Brixen Waldenbruck eingestellt werden. Durch dieses neuer— liche Hochwasser wurden die Wlederherstellungsarbelten des Bahndammes bei Branzoll gestört.
Christtlania, 22. Juli. Die Stadt Hammerfest, bekanntlich die nördlichste von Europa, ist in der Nacht vom Sonntag auf Montag zum großen Theile nieder— gebrannt.
Konstantinopel. Der Ingenieur Gerson, welcher von tscherkessischen Räubern gefangen genommen worden war, ist nunmehr freigelassen worden
Shanghal. Von hier wird Hochwasser gemeldet. Zahlreiche Dammbrüche setzten den größten Theil der Provinz Shautung fast bis Peking unter Wasser.
Handel und Verkehr. Friedberg, 22. Juli. Fruchtpr. Weizen M. 23.00 bis 00.00, Korn M. 18.00 18.590, Gerste M. 16.00 bis 00.00, Hafer M. 18.00—18.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund.
Friedberg, 23. Juli. Buttermarkt. Butter kostet per Pfd. M. 0.95— 1.00, Eter 1 St. 7 Pf., 2 St. gr. 13 Pf.
Frankfurt, 21. Juli. Viehmarkt. Der heutige Markt war mit 445 Ochsen, 30 Bullen, 470 Kühen, Stieren und Rindern, 196 Kälbern, 219 Hämmeln, 218 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 66 bis 70, 2. Qual. M. 61—64, Bullen 1. Oual. M. 54 bis 56, 2. Qual. M. 50 52, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 64-66, 2. Qual. M. 50— 54, Kälber 1. Qual. pro 1 Pfund Schlachtgewicht 65—70 Pf., 2. Qualität 55 60 Pf., Hämmel 1. Qual. 64 66 Pf., 2. Qual. 46—48 Pf., Schweine 1. Qual. 65 66 Pf., 2. Qual. 62 64 Pf.
Frankfurt, 22. Juli. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo altes M. 6.00 6.80, neues M. 5 00- 5.80, Stroh pro 100 Kilo MN. 6.00 7.00, Haferstroh M. 4.80, Butter 50 Kilo M. 80—85, Eier 100 Stück M. 4—8, Erbsen 100 Kilo M. 16—23, do. geschälte M. 20— 30, Linsen M. 18-41, Grünekern M. 22— 28, Kartoffeln das Malter M. 0.00— 0.00, neue Kartoffeln per 50 Ktlo M. 5 006.00, Zwiebeln per Ctr. M. 00— 00, Heidel⸗ beeren per Liter 10— 12 Pf., Rüböl(raff.) 50 Kilo 30 Mark.
Verloosung.
Mailänder 45 vire⸗Loose vom Jahre 1861. Serien- und Gewinn⸗Ziehung vom 1. Juli 1890. Heim⸗ zahlung ab 2 Januar 1891. Serien: 74 282 530 551 740 1070 122 1334 1414 1421 1432 1524 1548 1550 1618 1634 1663 1757 1925 1926 2106 2183 2386 2408 2619 2876 2944 2968 2989 3003 3117 3150 3273 3302 3330 3360 3383 3408 3471 3521 3566 3586 3629 3858 3915 3955 4095 4228 4280 4308 4351 4414 4470 4534 4542 4615 4722 4759 4864 4969 5050 5081 5255 5285 5366 5383 5415 5486 5556 5626 5657 5795 5835 5839 6015 6021 6075 6100 6117 6394 6640 6847 6894 7016 7187 7323 7696 7739 7765 7873 7976. Gewinne: Ser. 1550 Nr. 1, Ser. 1634 Nr. 3, Ser. 1663 Nr 6, S. 2408 N. 11, S. 2876 N. 6, S. 2989 N. 6, S. 3003 N. 15, S. 3360 N. 10, S. 3853 N. 19, S. 4308 N. 39, S. 4351 N. 9, S. 4351 N. 19, S. 4615 N. 44, S. 4759 N. 31, S. 5081 N. 43, S. 5835 N. 30, S. 6075 N. 21, Ser. 6847 Nr. 18, S. 7696 N. 45, Ser. 7765 Nr. 26 à 1000 Ltre, S. 1757 N. 19, S. 3302 N. 30 à 600 Lire, Ser. 3150 Nr. 33, Ser. 5486 Nr. 15, Ser. 7739 Nr. 8 4 300 Lire, S. 1070 N. 28, S. 2408 N. 45, S. 3150 N. 48, S. 3383 N. 21, S. 5556 N. 29, S. 7696 N. 20 à 250 Lire, S. 551 N. 34, S. 2183 N. 17, S. 3003 N. 26, S. 3150 N. 28, S. 3586 N. 44, S. 5415 N. 31, S. 6075 N. 41, S. 6100 N. 21 à 200 Lire, S. 282 24, S. 530 N. 41, S. 1414 N. 27, S. 1421 N. 18, 3408 N. 21 32, S. 3566 N. 46, S. 4864 N. 20, 5486 Nr. 2, S. 7696 Nr. 47 à 100 Lire, S. 74 46, S. 530 N. 28, S. 551 N. 16 24 35, S. 740 2, S. 1432 N. 11, S. 1663 N. 7 41, S. 1925 8, S. 2619 N. 8, S. 2944 N. 48, S. 2989 N. 45, 3117 Nr. 37, S. 3360 N. 50, S. 3408 Nr. 34, 9471 N. 38, S. 3521 N. 11, S. 3955 N. 30 43,
GG SSS
langes Verhör, leugnete aber die That. Berlin. Graf v. Monts, der auf dem Schießplatz
Ser. 4095 Nr. 25, S. 4280 N. 10, Ser. 4470 Nr. 46, Ser. 4534 Nr. 45, S. 4542 N. 37, Ser. 4615 Nr. 36,
S. 4722 N. 4, S. 4759 N. 50, S. 4864 N. 10 Ser. 4969 Nr. 26, S. 5255 N. 24, Ser, 5285 Nr. 47 S. 5866 N. 10, S. 5626 N. 25 39, S. 5657 N. 12 2, Ser. 5835 Nr. 28, S. 6015 N. 31, Ser. 6117 Nr. 4„ 0 6
S. 6640 N. 20, S. 6847 N. 46, S. 7789 N. 10 4% S. 7765 N. 13 à 60 Lire.
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Auf alle übrigen in vor
stehenden Serien und hier nicht aufgeführten Nummern gl 50 entfällt der geringste Gewinn von 48 Lire. au ö%
Bei welcher Lebensversicherung sollen wir 1 90 uns versichern? 0 1
Die Aufstellung dieser überaus wichtigen Fragt läßt mit Recht voraussetzen, daß die Fragenden selbst sich der heiligen Pflicht bewußt und ge⸗ willt sind, durch weise Sparsamkeit nach Möge lichkeit für ihr eigenes Alter zu sorgen und füß 0 den Fall ihres unerwartet früh, oder auch später en eintretenden Todes ihre Hinterbliebenen vor all um zugroßer Schädigung zu bewahren. Aber nich 9 Ine jeder Vertreter einer Lebensversicherung ist ß der Lage, diese Frage eingehend und richtig z gude beantworten, weil er sich mit derselben nicht ge Je, nügend beschäftigen konnte; er nimmt vielmeht, hen in den meisten Fällen ganz einfach an und be aun hauptet auf Grund dieser Annahme auch mi aten einer gewissen Dreistigkeit, daß die von ihm verz. tretene Gesellschaft gerade die allerbeste sei. Dem Unkundigen weiß er dabei auch rasch einige Scheinbeweise für die Richtigkeit seiner Annahme und Behauptung zu liefern. Ein solches Treiben sollte aber sofort aufgedeckt und als Vorspiegelung falscher Thatsachen bestraft werden. Alle Lebens- versicherungs Gesellschaften zerfallen in zwei Haupt gruppen, in Gegenseitigkeits- und Aktien-Gesell— schaften. Sie stehen sämmtlich unter der Leitung eines Verwaltungsrathes, welchem die wichtige Aufgabe zufällt, in Aussicht stehende Vortheile mit klarem Blick zu erkennen und im Geschäͤfs— interesse nutzbar zu machen, drohenden Verlusten aber rechtzeitig vorzubeugen und sie abzuwenden. Wollen wir nun zur Ehre aller deutschen Gesell— schaften annehmen, daß diesen hohen Anforderungen bei ihnen gleichmäßig und auf das genauste ent-“ sprochen wird, so können sie trotzdem nicht alle a in gleichem Maße empfohlen werden, denn nut ee die Gegenseitigkeits-Gesellschaften gründen sich auf das mit dem Gefühle der Zusammengehörig: us keit verbundene Streben, gemeinsame Interessen mit vereinten Kräften zu fördern und zu wahren, und haben darum ausschließlich das Interesse der Versicherten im Auge, während die mit Hilfe des Kapitales und einiger einflußreicher Namen ge— gründeten Aktiengesellschaften neben den Interessen ihrer Versicherten auch denen der Aktionäre noch ganz besonders Rechnung tragen müssen. So haben z. B. die Aktionäre einer Gesellschaft in den Jahren 1885 und 1886 von ihrer Ge— sammteinlage 109 ¼50%, also das ganze Kapital nebst Zinsen und 1884 sogar 61½% erhalten, während die Versicherten der letzten Periode in dieser Zeit nur 4% erhalten konnten. Die Aktionäre einer anderen Gesellschaft erhielten nach einer hier vorliegenden Aufstellung in den Jahren
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1878 bis 1882 zusammen 642,000 Mark Divi⸗ 1 dende, die Versicherten aber anur 537,229 Mark. 5 1887 erhielten die Ationäre insgesammt 3,825,506 Mark und 1888 betrug die Dividende der Gründer 1053 3,879,322 Mark nach eigenen Angaben. Daß 2 unter solchen Verhͤͤltnissen die Aktien einer Ge— sellschaft gut stehen, ist kein besonderes Lob und 105 Verdienst für die Verwaltung und ebensowenig 11 ein berechtigter Empfehlungsbrief an das Publikum zig und dennoch erlauben sich die Vertreter solche. Gesellschaften, die Güte derselben mit dem Stand 1 der Aktien beweisen zu wollen. Sie betonen zt dabei auch ganz besonders gern, daß bei ihnen g die Aktionäre für außergewöhnliche Verluste auf, 0 kommen, bei den Gegenseitigkeits-Gesellschaften 0 aber die Versicherten diese Verluste durch Nach zahlungen decken müßten. Das ist ein verwerf 20 liches Aquisitions- Manöver, durch welches viele“ Personen irre geführt werden, denn wie kann
man jemanden ehrlicherweise vor einer Gefahr warnen, an welche man selbst nicht glaubt, und i die man recht gerne übernehmen möchte, weil 5 man weiß, daß mit dieser Scheingefahr eine gegründete Aussicht auf sicheren Gewinn ver 29
bunden ist. Auf Grund langjähriger Erfahrung
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