—. ̃ ̃ wA———.—
schaften werden heute abend hierher zurückkehren, mit der Prinzessin Heinrich von Preußen.
— Außer der Königin von England, welche am 23. April hier eintrifft, werden wie bereits mitgetheilt und zwar am 25. April, Kaiser Wilbelm und außerdem Kaiserin Augusta Victoria, die Kaiserin Friedrich sowie Prinz Heinrich von Preußen am hiesigen Hofe ertwartet. Voraus- sichtlich wird sich der Großherzog im Laufe des Monats Mai auf einige Wochen nach Friedberg begeben, um auf Aurathen der Aerzte die Sool⸗ bäder von Bad⸗Nauheim zu gebrauchen.
— Der Amtsrichter Bötticher in Grünberg wurde zum Amtsrichter in Friedberg und der Gerichtsassessor Dr. Blum von Darmstadt zum Amtsrichter in Grünberg ernannt, dem Buͤrger— meister Wetzel II. zu Ober⸗Abtsteinach das Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift„Für langjährige treue Dienste“ verliehen.
— Milltärdienstnachrichten. Saddatz, Unteroff, vom 4. Gr. Inf. Regt. Nr. 118, Eberhardt, Frhr. von Hacke, v. Zangen, Unteroff. vom Gr. Feld Art. Regt. Nr. 25 zu Portepeefähnr. befördert; v. Steinwehr, Oberstlieut. vom 3 Gr. Inf. Regt. Nr. 117, in das 1. Hans. Inf.⸗ Regt. Nr. 75, v Trotha, Major vom 4. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 118, als Bat. Komm. in das 3. Gr. Inf. Regt. Nr. 117 versetzt; v. Zawadzky, überz. Major, aggr. dem 4. Gr. Inf Regt. Nr. 118, in dies. Regt. wieder ein: rangirt; Dudy, Rittm. von der Gr. Traln-Komp. als Komp. Chef in das Bad. Trainbat. Nr. 15 versetzt; Wagner, Vieewachtm. vom Landw Bez. Frankfurt zum Sek.⸗Lleut. der Res. der Or Train Komp. befördert; Seederer, Major vom 2. Gr. Drag. Regt. Nr. 24, als etatsm. Stabsoff. in das 2. Rhein. Hus. Regt. Nr. 9
t.
n Der Kaiser trifft Mittwoch in Hagenau ein und wird Donnerstag nach Straß— burg weiterreisen. In Straßburg bleibt der Kaiser bis Freitag Nachmittag.
— Der Kaiser schenkte an Major Wißmann eine Batterie von acht Feldgeschützen.
— Wie die„Börsenzeitung“ hört, theilte Reichskanzler v. Caprivi verschiedenen Abgeord— neten, u. A. auch Bennigsen mit, daß nach Ansicht des Kaisers für die Aufhebung des Welfenfonds zur Zeit kein Anlaß vorliege.
— 22. April. Die Unterrichtscommission des Abgeordnetenhauses beschloß, die Staats regierung um einen Gesetzentwurf zu ersuchen, durch welchen der Beginn und das Ende der Schulpflicht für den preußischen Staat derartig geregelt würde, daß für den Beginn das vollendete sechste, für das Ende das vollendete vierzehnte Lebensjahr als Altersgrenze gelte. Der dem Abgeordnetenhause zugegangene Gesetzentwurf, betreffend die Einstellung von Leistungen aus Staatsmitteln für römisch katholische Bisthümer und Geistliche, bestimmt, daß die seit dem 22. April 1875 durch die Einstellung der Leistungen auf gesammelten Beträge dem allgemeinen Staats— fonds anheimfallen. Dagegen sollen vom 1. April 1890 ab aus dem allgemeinen Staatsfonds für kirchliche Zwecke der katholischen Kirche zur Zah— lung einer Jahres-Rente 560,480 M. verwendet werden. Ueber die Verwendung erfolgt eine Vereinbarung zwischen dem Cultusminister und den kirchlichen Oberen. An den Bestimmungen des Gesetzes über die Vermögensverwaltung der Gemeinden vom 20. Juni 1875, sowie über die Aufsichtsrechte des Staates vom 7. Juni 1876 ist nichts geändert. Das Sperrgesetz wird, wie in neuester Zeit alle kirchenpolitischen Gesetze, zuerst dem Herrenhause zugehen. Bischof Kopp soll sehr versönliche Instruktionen erhalten haben.
Bremen, 21. April. Der Kaiser traf heute Morgen um 9 Uhr auf dem hiesigen Central— bahnhof ein, begleitet von dem Grafen Moltke und umgeben von dem gesammten kaiserlichen Gefolge. Bürgermeister Buff begrüßte den Kaiser. Unter unbeschreiblichem Jubel fuhr der Kaiser sodann durch die festlich geschmückten Straßen nach dem Hause des Senator Lürmann. Neben dem Kaiser saß der Bürgermeister Buff, im zweiten Wagen Graf Moltke und Bürgermeister Dr. Pauli. Um 10 Uyr fuhr der Kaiser in Begleitung des Bürgermeisters durch die festlich geschmückten Straßen, von der Bevölkerung und den Spalier bildenden Kriegervereinen, Gewerk— schaften und Schulen enthusiastisch begrüßt, nach
dem Freihafen, wo er auf dem Lloyddampfer „Lachs“ eine Rundfahrt machte. Nach der Rück; kehr vom Freihafen fuhr der Kaiser zur Börse, woselbst der Praͤsident der Handelskammer ihn bewillkommnete. Sodann begab sich der Kaiser zu Fuß nach dem alten Börsenplatz zur Grund⸗ steinlegung des Kaiser Wilhelm Denkmals, und besuchte sodann den Rathskeller bei der Rückfahrt zu seinem Absteigequartier. Bei dem hierauf folgenden Banket im Rathhaussaale brachte Bürgermeister Buff den Toast auf den Kalser aus. Der Kaiser erwiederte mit Worten des Dankes für den herrlichen, ihm wohlthuenden Empfang der Bevölkerung und betonte, die Tradition seines Hauses sei es stets gewesen, daß es das Herrscheramt, welches es von Gott erhalten, nach dessen Willen auszuführen habe. Die höchste Herrscherpflicht sei aber die Erhal— tung des Friedens. Nachmittags 4½ Uhr reiste der Kaiser nach Bremerhaven ab und traf dort um 6 Uhr ein. Der Kaiser begab sich alsbald durch Bremerhaven und Gesteemünde nach den Lloydanlagen.
Bremerhaven, 22. April. Bei dem gestrigen Diner an Bord der„Fulda“ hob der Kaiser in seiner Rede hervor, man solle ihm vertrauen, daß er den Frieden schützen werde; wenn in der Presse mitunter seine Worte anders gedeutet würden, solle man des alten Kaiser⸗ wortes gedenken, daß man an einem Kaiserworte nicht drehen noch deuteln solle. Sein Streben sei auf den Frieden gerichtet. Handel und Wandel könnten nur blühen, wenn sie durch den Frieden verbürgt seien.
Wilhelmshaven, 22. April. Der Kaiser ist an Bord des Lloyddampfers„Lahn“ bei starkem Regenwetter um 6 Uhr 30 Min. mit dem Uebungsgeschwader auf der Rhede hier ein⸗ getroffen, speiste im Officierstasino und über nachtet auf der Vacht„Hohenzollern“.
Hamburg. Auch das Eisenbahnbetriebsamt wird, wie der„Hamburgische Correspondent“ erfährt, alle Arbeiter, welche am 1. Mai ohne Erlaubniß nicht erscheinen oder vorzeitig die Arbeit verlassen, sofort und für immer vom Dienste entlassen.
Lübeck. Die Aufhebung des Verbots der Schweineeinfuhr von Dänemark nach Lübeck wurde heute seitens des Senats bekannt gemacht. Die „Lübecker Zeitung“ signalisirt große Schweine⸗ transporte von Kopenhagen nach Berlin.
Halle. Die Metallindustriellen von Halle, Leipzig, Braunschweig, Magdeburg, Hannover und Berlin haben sich zur Bekämpfung der Streikbewegung zu einem Verbande vereinigt. Der aus 9 Mitgliedern bestehende Ausschuß soll über die Ansprüche der Arbeitnehmer sich befinden. Bei unberechtigten Streiks wird eine Sperre der betreffenden Arbeiter für alle Fabriken des Verbandes angedroht.
Ratibor, 21. April. Von hier wird gemeldet, daß die Osterauer Arbeiterbewegung nach Preußen übergriffen hat. Die Arbeiter aus Petrzkowitz, Koblau und Ludgierzowitz erregten in Petrzkowitz Unruhen; der Amtsvorstand erbat sich gestern Vormittag militärische Hilfe, eine Ulanen— Eskadron rückte von Ratibor ab. Der Landrath und der Ober-Regierungsrath aus Oppeln be— finden sich in Petrzkowitz.
Straßburg, 19. April. Die Zahl der Streikenden in Mülhausen beläuft sich jetzt auf über sechszehntausend. Ein Zug von über vier⸗ zehntausend Arbeitern durchzog heute Nachmittag die Straßen der Stadt zu einer Versammlung im Tannenwald. Die auf der Kreisdirection versammelten Baumwollspinnereibesizer haben lt. Fr. Zt. die Herabsetzung des Arbeitstages auf 11 Stunden, unter Beibehaltung des bis— herigen Lohnes, beschlossen. Die meisten Wolle— spiuner hatten bereits ähnliche Zugeständnisse beschlossen. Für Montag wird der Generalaus. stand in allen Fabriken befürchtet.
Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 22. April.
Nach einer Meldung der Blätter aus Wagstadt
N 12
. (Schlesten) stellten die Arbeiter der Salcher'sche Fabrik infolge Aufwiegelung durch beschäftigungz lose Arbeiter die Arbeit ein und zwangen d 19 Arbeiter der übrigen Fabriken, das Gleiche zu thun. Wegen der vorgekommenen Ausschreitungen wurde Militär requirirt. Die Behörden treffen schon jetzt für den 1. Mai ihre Vorkehrunge In den westlichen Vororten werden Militärein quartierungen angeordnet, eventuell sollen noch vor dem 1. Mai Kavallerie-Abtheilungen auß mehreren Provinzstädten herangezogen werden
Pest. Wie verschiedene Blatter melden, be willigte die Regierung den Arbeitern der in de Hauptstadt befindlichen staatlichen Etablissements nämlich der Waggonfabtik und der Hauptwerk stätte der ungarischen Staatsbahnen, den 1. Maß als Feiertag. Am 1. Mai wird übrigens d gesammte Polizeimacht aufgeboten und die ganz Garnison in den Kasernen consignirt. Der Corps commandant ertheilte die strikte Weisung, bei e waigen Ruhestö rungen sofort mit größter Strenge vorzugehen.
Schweiz. Bern. Die Tessiner Regierung deren Stellung durch Veruntreuungen ihres Kassiers Scazziga vollständig erschüttert worden ist, nahm ihre Entlassung. Die ultramontane Mehrheit des Großen Rathes wird die Regie- rung aus Gesinnungsgenossen zusammenstellen Ruhe und Ordnung sind bis jetzt ungestört ges blieben. 1
Frankreich. Paris. Das an der Ost⸗ grenze vertheilte sechste französische Armeecorps unter General Miribel ist auf eine Stärke von 59000 Mann gebracht worden, um dem neuen reichsländischen Armeecorps das Gegengewicht zu halten.
— 22. April. Wie der„Temps“ berichtet, fand gestern in Kotonu ein zweistündiger Kampf der Franzosen mit den Dahomeyern statt, vor denen sich die Franzosen nach Portonuovo zurück— zogen. Die Dahomeyer folgten und kehrten schließlich wieder in ihre ursprünglichen Stel⸗ lungen zurück. Die Franzosen hatten fünfzig Leichtverwundete; aber auch die Dahomeyischeß Verluste waren beträchtlich.
Spanien. Madrid, 21. April. Auf der Promenade explodirte gestern eine Petarde; ein Vorübergehender wurde verletzt. Der Urheber“ der Ausschreitung ist unbekannt..
Italien. Rom, 22. April. Zur Audienz eines italienischen Pilgerzuges beim Papste hatten sich 5430 Theilnehmer vorgestern um 12 Uhr in der Loggia di San Pietro eingefunden, 14 Kardinäle, 33 Bischöfe und Prälaten und der ganze Hof wohnten dem Empfange bei.
Rußland. Petersburg. Bezuͤglich ds Verkaufs gewisser Pläne der Außenforts vi Kronstadt erfährt man, daß ein im russischen Marineministerium angestellter Officier Namen Schmidt dieselben veruntreut haben soll. Die „Köln. Zig.“ bringt folgende Meldung von hier:„Große Erregung in den höchsten Militär, kreisen verursacht der Verkauf des geheimen Vertheidigungsplanes von Kronstadt an einen dt am russischen Hofe beglaubigten fremdländischen Marinebevollmächtigten. Der Plan wurde füt 1200 Rubel verkauft. Das auf Zwangsarbeit in den Bergwerken lautende militärgerichtliche Urtheil gegen den Hauptschuldigen, Oberstlieute nant Schmidt, wurde in Erschießen abgeändert.
Amerika. Rio de Janeiro. Die brasiliaß nische Regierung hat den Religionsunterricht i den staatlichen Schulen aufgehoben. ö
Afrika. Sansibar. Nach einer Meldung der„Times“ hat Major Wißmann das Verbeßf des Durchzugs der Karawanen durch deutsches Gebiet aufgehoben. Wißmann geht mit dene Gedanken um, zu Anfang Mai Lindi zu besetzen
In des Aalgef Hemm
Stat 0
Aus Stadt und Land.
OC. T. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 21. April Zur Einfriedigung der Anlage am Wasserthurm ist vog Lackfabrikant Fr. Roßbach ein Zuschuß von 130 M. ge⸗
leistet worden. Der hiervon durch den Vorsitzenden i Kenntniß gesetzte Gemeinderath spricht dem Geber seineg Dank aus. Der Stadtbaumeister legt Schlußrechnung, 1 über Pflasterung und Kanalistrung der Engelsgasse vorz
die Kostenvertheilung wird mit einer kleinen Abänderung
1
3


