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Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Landesausschuß der tionalliberalen Partei und die nationalliberale action der II. Kammer veroͤffentlichen eine udgebung, aus der wir hervorheben, da der zum zu beschränkt, um dieselbe ganz zu bringen: e Fortbildung unseres directen Steuerwesens Grund der mit den Steuergesetzen gemach— Erfahrungen führt zu Aenderungen, insbe— dere in der Richtung der Einführung der eclarationspflicht bei der Einkommensteuer ster Abtheilung, sowie größerer Berücksichti— ing der Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen d weiterer Entlastung der unteren Klassen inn iter Weiterführung entsprechender Progression d Frau. bach oben. Die auf dem vorigen Landtag mehr⸗ 0 3 u ausgesprochene Forderung nach Entlastung echüteh Gemeinden soll unter anderem durch Ver . Keim. nderung ihrer Schullasten, sowie durch Er— hihung der besonderen Zuschüsse für die Anlage n Kreisstraßen und den Bau von Schulhäu— an verwirklicht werden. Die vermehrte Für— ge für die Entwickelung der Landwirthschaft d des Gewerbewesens hält die Partei für
en dauernden Bestandtheil ihrer Aufgaben. Ir die Landwirthschaft wünsche sie eine noch läftigere Einwirkung des Staats als bisher. ür die Hebung des Handwerkerstandes sei ins— gondere durch Vermehrung und reichlichere
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gelegenheiten besserer Fachbildung zu sorgen. indeter. Die Partei hält den Staat für berufen, alle 2„ Haßunahmen zu ergreifen, welche die genossen—
shaftliche Vereinigung der Landwirthe und der Jewerbetreibenden zu Erwerbs- und wirthschaft hen Zwecken fördern. Ebenso sei es eine uchtige Aufgabe des Staates, der Besserung der materiellen Lage der im Staatsbetrieb ste— henden Arbeiter besondere Fürsorge zu widmen, ad mit aller Kraft für Wohlfahrtseinrichtungen ud Verkehrserleichterungen der Arbeiter einzu— Aten. Die Lage der Beamten und Bedienste— n des Staates, insbesondere die der unteren Hassen wird den künftigen Landtag zu beschäf— gen haben. Die Revision der Verwaltungsge— ide wird auf diesem Landtage zum Abschluß ge— lacht werden müssen. Endlich hält die Partei kran fest, daß die Frage der Verstaatlichung dir Hessischen Ludwigsbahn ihre baldige Lösung fͤden möge. — Der Baumeister Diehm aus Lauterbach wurde um Kreis bauassessor, der Hilfsbremser bei den Ober⸗ issischen Eisenbahnen Elfert aus Frelenseen zum Bremser kannt und der Gymnasiallehrer br. Dinges zu Bens m auf Nachsuchen in den Nuhestand versetzt.
Berlin, 19. Nov. Der heute Nachmittag mn Palais der Kaiserin Friedrich stattgehabten jundesamtlichen Trauung der Prinzessin Vic⸗ bria mit dem Prinzen Adolf von Schaumburg— lppe folgte die kirchliche Trauung durch Con⸗ Istorialrath Dryander in der Schloßkapelle. Das kalserpaar und alle Mitglieder des königlichen hauses sowie die fürstlichen Gäste waren bei N feierlichen Handlung anwesend. Bei dem
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rauf folgenden Galadiner brachte der Kaiser es Hoch auf die Neuvermählten aus.
— 19. Nov. In der heutigen Sitzung der Ar— Hiterschutz Commission sprachen sich die social—
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ic, Amokratischen, deutschfreisinnigen und klerikalen 3 geordneten gegen die im§ 153 enthaltenen 0 Strafbestimmungen aus. Die Socialdemokra— ei beantragten, die Bestimmungen, desselben 1 60h. grade ius Gegentheil zu verkehren, die Deutsch—
de Abschwächun—
steisinnigen wünschten weitgehen
, n derselben, während die Centrumsmitglieder e Vorschriften gestrichen resp. durch eine Re⸗ selution aufgehoben sehen wollten, dahingehend,
rieb. ien Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die ge—
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n Arbeitern unter Festsetzung von
Anerkennung beruflicher. orma
Ausland. Oesterreichngarn. Wien, 19. Nov. Die österreichisch-ungarische Zolleonferenz beendigte gestern ihre Berathungen. Der„Presse“ zufolge wurden alle auf die geplanten Verhandlungen mit Deutschland sich beziehenden Fragen einge— hend erörtert und ist eine Verständigung darü— ber erzielt worden.
Frankreich. Paris. Die Subcommission des Zollausschusses für Ackerbauzölle beschloß einen Zoll von 6 Frances per Metercenter auf ausländisches Brod. Die Subcommissiou für Viehzölle erhöhte den Zoll für eingesalzenes Rindfleisch und andere Fleischgattungen von 22 auf 27 Francs per Metercentner. Die Armee— commission nahm den Gesetzentwurf an, betref— fend die Verpoviantirung der bürgerlichen Be— völkerung von festen Plätzen, sowie den Gesetz— entwurf, nach welchem den hilfsbedürftigen Sol— datenfamilien für den Fall einer Mobilmachung Beistand zu leisten ist.
— 19. Nov. Der russische General Seli— verskoff wurde gestern im Hotel Baden von einem Nihilisten erschossen.
— 20. Nov. Die Untersuchung betreffs der Ermordung des Generals Seliverskoff hat bisher noch kein thatsäch liches Ergebniß erzielt. Wie aus einer an die Sicherheitspolizei gelangten Depesche hervorgeht, hat eine als Padlewski signalisirte verdächtige Person am Dienstag Abend die belgische Grenze passirt; mehrere Polizei— agenten sind nach Belgien abgereist. Großbritanien. Dublin, 19. Nov. Der Gerichtshof verurtheilte die irischen Abgeordne— ten Dillon und O'Brien, sowie zehn ihrer Mit— angeklagten zu je sechs Monaten Gefängniß. Amerika. Newyork. Infolge von Be— fürchtungen, welche der Aufstand der Sioux Indianer zwischen dem Missouri und dem Fel— sengebirge hervorruft, wurden Truppen beordert, um die Indianer an der Grenze von Dakota in Schach zu halten.
Aus Stadt und Land. S. Friedberg, 19. Nov. Bei der heute stattgefun— denen Wahl eines Mitgliedes des Vorstandes der israe litischen Religlonsgemeinde Friedberg, wurde das seitherige Vorstandsmitglied M. Reis mit großer Simmenzahl wieder gewählt.
Allerlei.
Danzig, 19. Nov. Der ehemalige Landes director Dr. Wehr wurde wegen Beihilfe zur Untreue und Unter— schlagung zu 1 Jahr, der Mitangeklagte Holtz zu 9 Mo— naten Gefängniß verurtheilt. Wehr wurde von der An klage des Betrugs in allen Fällen freigesprochen.
Rom, 17. Nov. Der italtenische Staatsanwalt Bre— savola in Borgotaro will den Londoner Frauenmörder in der Person eines jungen englischen Arztes entdeckt haben. Italienische Blätter berichten, Staatsanwalt Bre⸗ savola habe die Bekanntschaft des Engländers gelegentlich eines Ausfluges ins Trentino gemacht. Der Mörder soll seine Unthaten wissenschaftlicher Zwecke wegen be— gangen haben und über reiche Mittel verfügen. Vor un— gefähr einem Jahre set er aus London flüchtig geworden. Die englische Polizei wurde bereits von der Entdeckung benachrichtigt.
Handel und Verkehr. Frankfurt, 19. Nov. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 14— 16 Pf., gesch 16— 17 Pf., Ansen 15—25 Pf., weiße Bohnen 1620 Pf., Butter per Pfd. M. 1 10 bis 1.30, Eter das Stück 8— 10 Pf., Blumenkohl ublesiger 30 bis 70 Pfg., Zwiebeln per Gescheid 35—40 Pfg., per Centr. M. 56, Eskarol 4 10 Pfg., Endivien salat 5— 10 Pfg., weiße Rüben 10— 20 Pfg., gelbe Rüben 4—6 Pfg., rothe Rüben 12—30 Pfg., Teltower Rübchen 20 25 Pfg., Wirsing 8— 12 Pf., Weißkraut 10—15 Pf., Rothkraut 12— 20 Pf., Rosenkohl M. 0.50 90.80, Schwarzwurzel 40 60 Pfg. Obst, korbweise pr Pfd.: 12 bis
Aepfel 10 Pfg, Tafeläpfel 13 Pfg., Trauben 1825 Pf., Pfirsiche 16—22 Pfg., Kastanten pro Pfd. 12—20 Pf., ital. Kastansen 16—22 Pf., Nuͤsse 15
bis 20 Pfg.
Garantie für Neinheit und Ursprung.
Die Detusch-⸗Italienische Wein Import-Gesellschaft mit Central-Verwaltung in Frankfurt a. M., deren Kellereien in Berlin, Frankfurt a. M., München und Hamburg der fortlaufenden Controle von lönigl. ita⸗
welche den Ein⸗ und Ausgang der Weine zu überwachen und für absolute Reinheit und Ursprung zu garantiren haben, bietet für den Bezug reiner Naturweine den Con sumenten jede nur denkbare Garantie, hat sich doch diese Gesellschaft in dem zwischen ihr und der königlich italtenischen Reglerung abgeschlossenen Vertrage bei einer Conventtonalstrase von Rmk. 1000.— für jeden einzel⸗ nen Contraventtonsfall verpflichtet, ausschließlich und allein nur reine italienische Weine zum Verkauf zu bringen. Der Consument hat also die Gewißheit, un— ter der Etiquette der Gesellschaft auch wirkliche Weine zu kaufen und besonders Rothweine, welche thatsächlich diejenigen Bestandtheile und nichts weiter enthalten, welche stärkend auf den Magen wirken und der Gesund— heit zuträglich sind. Er läuft also keine Gefahr, unter wohlklingenden Namen Weine trinken zu müssen, welche nur aus geringwerthigen, deutschen Roth- oder Weiß⸗ weinen und ausländischen Deckweinen(wie aus spora— dischen Mitthellungen der Tageszeitungen ersichtlich, nicht immer von über allem Zweifel erhabenen Ursprunge) hergestellt sind. Beim Einkauf von Rothweinen ist also doppelte Vorsicht, besonders auch da geboten, wo es sich darum handelt, Kranken und schwächlichen Perso⸗ nen mit in der Regel recht defficilen Magen ein Stärkungsmittel zuzuführen. Selbstverständlich können sich diese Bemerkungen nicht auf jene Weinfirmen bezie— hen, welche nur anerkannt gute und reine Weine zu ent⸗ sprechenden Preisen verkaufen.
Da es sich ferner die Deutsch Italienische Wein— Import-Gesellschaft zur Aufgabe gestellt hat, nur die auerkannt besten Gewächse und Marken der einzelnen Gegenden Italiens zu führen, welche im Lande selbst von Mitgliedern der Gesellschaft sorgfältigst ausgewählt werden, mit anderen Worten, das denkbar Beste vom italtenischen Weinmarkte zu bieten, und da ferner die Gesellschaft durch aufmerksame, fachgemäße Behand— lungsweise die Weine in ihren Kellereien in Italien und Deutschland für den Consum vorbereitet, so kommen unter der Etiquette der Gesellschaft nur ganz fertige, flaschenreife Weine, deren Haltbarkeit garantirt wird, zum Verkauf; auch ist die Auswahl so getroffen, daß sie jeder Geschmacksrichtung Rechnung trägt.
Wie sehr das redliche Streben dieser Gesellschaft, Gesunden und Kranken angenehm schmeckende und wohl— bekommende Weine berühmter Rebenbezirke Italiens in fertiger amtlich geprüfter Qualität in Deutschland ein⸗ zubürgern, gewürdigt wird, dafür zeugen die vielen Anerkennungen und ehrenvollen Auszeichnungen, welche der Deutsch-Italienischen Wein-Import-Gesellschaft schon in der relativ kurzen Zeit ihres Bestehens zu Theil
wurden. 4531
1 f 5 1 1 2 Hand Wichtiger Fortschritt. du der bes rühmtesten Professoren der Chemie ist es gelungen, den seitherigen Mineralsalzgehalt der Fay's Sodener Pas- tillen ganz wesentlich zu erhöhen, ohne daß dadurch ein Zerschmelzen herbeigeführt wird. Fay's Sodener Pastillen, die nunmehr annähernd 100% Sodener Salze enthalten, sind somit von allen bekannten Quellenprodueten die gehaltreichsten, bei ecatarrhalischem Zustande und Verschleimung die wirkungsvollsten und dem mensch- lichen Organismus am zuträglichsten. Der Preis ist der alte geblieben: 85 Pf. per Schachtel(in allen Apotheken und Droguerien zu beziehen). 4530
DDD Hofraitheversteigerung.
Auf freiwilligen Antrag der Wittwe des Carl Schmidt II. soll Montag den 24. November, Vormittags 10 Uhr, auf hiesigem Rathhause die nachverzeichnete
Flur II Nr. 492 107 qm haltende Hofralthe in der Stadt versteigert werden.
Bemerkt wird, daß dieselbe in der Usagasse, einer sehr belebten Geschäftsstraße, gelegen ist und eine Bierwirthschaft darin mit gutem Erfolg heute noch betrieben wird.
Friedberg den 20. November 1890. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
Stein häußer.
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*** Güter⸗Versteigerung. Montag den 24. November, Vormittags 10½ Uhr,
sollen die Guͤterstücke des Wilhelm Reuß J. in Fried- berger, Fauerbacher und Ockstädter Gemarkung nochmals versteigert werden. Bel annehmbarem Gebot wird mit dem Zuschlag die Genehmigung ertheilt. Frledberg den 20. November 1890. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
454 Stein bäußer. Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Heldenbergen für 18902 legt vom 22. d. M. an 8 Tage auf blesiger Bürgermeisteret zur Einsicht und Entgegennahme von Ein⸗ wendungen offen.
Heldenbergea den 20. November 1890. Großherzogliche Buͤrgermeisterei Heldenbergen.
— stimmungen regele.
llenischen benotechnischen Beamten unterstellt find,
4543 Schäfer.


