Ausgabe 
22.4.1890
 
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Betreffend: Schluß des Schuljahres; Entlassung und Aufnahme der Schüler in der Volksschule. f 5 f Die Großberzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an die sämmtlichen Schulvorstände des Kreises. 9 Da allgemein das neue Schuljahr am ersten Montage im Monate Mai eines jeden Jahres beginnen soll, so finden diesmal die Ferien

wischen den Schuljahren in der Woche vom 27. April bis zum 4. Mai statt. f 70 5 8 Die Entlaffung der Schüler erfolgt also Samstag den 26. April l. J., auch in den Orten, in welchen die Kinder bereits frühet J eine g

wie in katholischen Gemeinden am weißen Sonntage, coufirmirt worden sind und die Aufnahme der schulpflichtigen Kinder, welche Jyng der Civilstandesbeamte ohne Verzug zur Mittheilung an die Lehrer, bezw. Oberlehrer genau mit Angabe der Eltern und Geburtstage ver zeichnen wird, Montag den 5. Mai l. J. Wir erinnern Sie an sorgfältige Beobachtung der hierüber bestehenden gesetzlichen Vorschriften,

Sollte an einigen wenigen Orten noch eine Schulprüfung nach dem 275 d. Mts. von uns angeordnet und hierdurch in den Ferien ein kleine Abweichung nöthig werden, so lassen wir den betr. Schulvorständen in den nächsten Tagen hierüber besondere Verfügung zugehen.

Dem landwirthschaftlichen Verein für die Provinz Rheinhessen wurde gestattet, in Verbindung mit der im Herbste d. J. zu Mainz stattfindenden landwirtschaftlichen Ausstellung 40,000 Loose auszugeben und müͤssen mindestens 50% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf

von Gewinngegenständen verwendet werden.

8 egen den Kaspar Ritter, geboren zu Wallenrod am 29. Oetober 1852, wohnhaft in Gröningen, ist von Großherzoglichem Amtsgericht Vilhe unterm 1 5 der Anschuldigung, 500 5 am 8. März l. J. zu Rodheim v. d. H in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen das Vermögen des Landwirths Balthasar Holl VII. daselbst dadurch geschädigt habe, daß er durch Vorspiegelung falscher oder Entstellung oder Unterdrückung wahrer Thaß 1d sachen einen Irrtbum erregte, indem er sich zu dem Genannten auf ein Jahr als Knecht vermiethete unter dem Versprechen, er werde am 9. März nach Abbolung selng 0 Kleider seinen Dienst antreten, sich auch 3 Mark Miethgeld behändigen ließ, jedoch seinen Dienst zur verabredeten Zeit weder antrat, noch das Miethgeld zurückerstattete, Haft ö Es wird ersucht, den ze. Ritter zu verhaften, Großberzoglichem Amtsgericht Vilbel vorführen und sofort Nachricht anher gelangen zu lassen. 15

Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Jakob Blatz von Nieder-Mörlen, Taglöhner, zuletzt bet der Betonbaugesellschaft Duck

und Cie. in Duͤsseldorf beschaftigt, sowie Konrad Rausch von Oder-Ohmen, zuletzt als Taglöhner in Friedberg beschäftigt. 1 ö a Unerledigte frühere Ausschreiben. Den unterm 6. Dezember v. Ju gegen Theodor Kempf von Ober Erlenbach erlassenen Steckbrief bringe ich in Erinnerung.

Die Ausschreiben vom 10. Dezember 1889 gegen Michael Schlicht von Frankweiler, vom 5. Dezember 1889 gegen Heinrich Klein von der Kröge bei

fehl erlassen worden

Erledigt.

Genehmigte Verloosungen.

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Friedberg den 20 April 1890.

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Battenberg und vom 30. November 1889 gegen Heinrich Haßler von der Kröge bei Battenberg, durch Gendarm Jöckel in Bad Nauheim. i% n Friedberg den 16. April 1890. Der Großherzogliche Amtsanwalt. 1 srbeff

4 l Krämer 14 a segontet Deutsches Reich. nicht Kottgefunden baben, wird ee Pos. 26: beschlossen, die am 1. Mai feiernden Arbeiter 0 Npbe Darmstadt, 18. April. Der Großherzog Das Vermessungswesen solle mit dem Landeskulturwesen auch am 2. und 3. Mai nicht zu beschäftigen. J nichl

und der Erbgroßherzog trafen heute nachmittag aus Oberbessen wieder hier ein. Die Herzogin von Edinburg traf mit der Prinzessin Beatrix gestern nachmittag, von Coburg kommend, hier ein, stieg im Neuen Palais ab und nahm mit den Großherzoglichen Prinzessinen den Thee ein. Der Herzog von Edinburg kam mit dem Painzen Georg von Wales ebenfalls nachmittags von Stuttgart hier an und reiste mit der Herzogin über Mainz nach England weiter.

Die Königin von England wird am 24., Kaiser Wilhelm zu ihrem Besuche am 25 hier eintreffen. Der Kaiser kommt aus dem Elsaß, die Königin aus Aiz les Bains.

Der Gymnasial-Lehrer Professor Dr. Reis in Mainz und der Reallehrer Heiß in Alzey wurden auf Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer Dienste in den Ruhestand versetzt und der Gymnasial Lehrer Sauer zu Worms wurde entlassen

17. April. Kammer. Die Berathung über die Erhebungen über die Landwirthschaft wird fortgesetzt und zwar über die nachfolgenden 28 Anträge des Sonder Ausschusses berathen: Der Antrag, die Regierung möge der Förderung der Zuchtgenossenschaften und des Vieh prämtirungswesens jede Berücksichtigung zu theil werden lassen, wird angenommen; der Antrag auf Einführung einer gleichmäßigen Fleischbeschau ebenfalls; zur Hebung des Molkereiwesens sollen ausreichende Mtttel gewährt werden; ferner sollen Ekhebungen über den Zustand der vom Staat bewirthschafteten Wiesen, sowte Düngungs versuche auf denselben stattfinden; auf die Erhaltung der kleinen Brennereien soll mit allen Mitteln, insbesondere beim Bundesrath hingewirkt werden; es soll Förderung der Hausindustrie in den ärmeren Landesthetlen, Unter stützung der landwirthsch. Versuchsstation und ausreichende Streuabgabe aus den Staatswaldungen eintreten; ein Beitrag für Prämitrung ganzer Wirthschaften wird abge lehnt; bet Bestätigung neuer Fideikommisse soll stets das Bedürfnaß der betheiligten Gemeinden nach landwirth schaftl. Besitz berücksichtigt werden; ebenso das Bedürfniß der Gemeinden bei Erwerbung durch den Fiskus. Die Anträge des Ausschusses 1016 beziehen sich auf die landwirthschaftlichen Rechts- und Besitzverhältnisse; die selben werden ebenfalls angenommen. 18. April. Die Berathung über die Landwirthschaft wird fortgesetzt und zwar bei Gruppe III, Versicherung. Pos. 17-19, Durch⸗ führung staatlicher Hageloersicherung wird angenommen. Antrag 20, die Steuern betreffend, will einen Kostenvor anschlag für Neuaufstellung der Grundsteuer-Kataster, wird ebenfalls angenommen; ebenso pos. 21: Die Regierung soll die landwirthsch. Winterschulen und Haushaltungs⸗ schulen der Oberen landwirthsch. Behörde unterstellen und staatlich organtstren. Die Anträge 22: zur Durchführung größerer Kulturunternehmen(Feldbereinigung, Wiesenver besserung, Bachregultrung, Dralnage) sollen finanzielle Bethülfen gewährt werden; 23: eine Aenderung des Bach⸗ gesetzes zwecks Bildung von öffentlichen Wassergenossen⸗ schaften im Falle schon bestehender älteren Meltorationen soll vorgelegt werden; 23a. bel Korrektion von Flussen möge nicht im einseitigen Interesse der Schifffahrt das Vorland preisgegeben werden; 24: es sollen Maßnahmen zur Beschaffung eines ausreichenden kulturtechnischen Unter personals getroffen werden, werden angenommen. Pos. 25: Die Anwendung des Gewann und Parzellen vermessungs⸗ gesetzes von 1884 in den Landestheilen soll eingestellt werden, wo Feldberetnigungen in größerer Zahl noch

(Feldbereinigung) unter der landwirthsch. Behörde ver einigt werden, wird angenommen. Die Anträge: pos. 27: für eine landwirthschaftliche Statistik sowie 28: für einen Zjährigen Bericht der Oberen landwirthsch. Behörde über den Stand der Landwirthschaft sollen Anordnungen getroffen werden, werden angenommen. Es folgt der Zusatzantrag Osann und Metz, 29: Die Regierung zu ersuchen, der wuchertschen Ausbeutung alle Aufmerksamkeit zuzuwenden und ihr entgegenzutreten und ein Gesetz vor zulegen, wonach die zivilrechtliche Verfolgung des Wuchers schon allein bei einem Mißverhältniß von Kapital und Zinsen zulässig sei, werden angenommen. 19. April. Antrag 30 und 30a werden abgelehnt, pos. 31: die Regierung soll dahin wirken, daß die Einquartirungs kosten gerechter geordnet und daß zur Erntezeit größerer Militär-Urlaub gewährt werde, wird angenommen; 32: die Kretsschulbehörde soll dahin wirken, daß größere Befreiung vom Unterricht in der Erntezeit eintvete, wird abgelehnt, ebenso 33, 34 und 35 Hiermit ist das Gesetz in erster Berathung erledigt Die Reglerungsvorlage, betr. Bewilligung eines Betrages von 350,800 M. zur Erbauung eines neuen Badehauses ꝛc. zu Bad-Nauheim zu Lasten des Kurfonds, wird einstimmig genehmigt, ebenso 3900 Mark zur Erbauung eines Bedürfnißhäus chens in der Nähe der Trinkhalle daselbst. Betreffs der Besteuerung des Haustierhandels und der Wanderlager wird der Antrag der Ausschußmehrheit, hinztelend auf Veranstaltung einer Prüfung der in Betracht kommenden Tar fsätze, gegen 6 Stimmen, der Antrag der Ausschuß minderheit, der eine Prüfung der Tarifsätze, in der Rich tung einer Erhöhung der Steuersätze wünscht, gegen 11 Stimmen angenommen.

Berlin. Lissaboner Blätter kündigen zum Herbst den Besuch des Kaisers Wilhelm an. Ferner ist eine Reise nach der Hauptstadt Nor wegens seitens des Kaiserpaars, wie demHann. Cour. gemeldet wird, geplant und soll dieselbe um den 25. Juat von Kiel aus auf derHoben zollern, begleitet vom Manöovergeschwader, statt finden.

19. Apr el. DemReichsanzeiger zufolge bildete die Schulfrage, sowie die Frage über Errichtung eines Denkmals fur Kaiser Wilhelm J. und für Kaiser Friedrich den Gegenstand der heutigen Besprechungen des Kronrathes.

DerBörsenztg. schreibt eingut unter richteter Correspondent, im Militärkabinet werde gegenwärtig das Diplom ausgefertigt als Gene raloberst von der Cavallerie für den Fuͤrsten v. Bismark, Herzog von Lauenburg.

Die hiesige Actiengesellschaft für Anilin fabrikation hat wegen übergroßer Forderungen der Arbeiter bis auf weiteres den Betrieb ein gestellt. Die Fabrik beschaftigt 400 Ab beiter.

Demnächst wird ein Aufruf zur Gründung eines neuen Bergarbeiter-Verbandes erfolgen, welcher gegen den socialdemokratischen nieder rheinisch-westfälischen Bergarbeiter-Verband ge⸗

richtet sein wird. Gutem Vernehmen nach sind in Preußen zum Schutze derjenigen Arbeiter, welche am 1. Mai nicht feiern wollen, seitens der Regierung Anweisungen ergangen. f

Die Cigarren- und Tabakfabrikanten haben

Die Arbeiter der Hutbranche beschlossen in einer Ser Versammlung nach der Rede des Stadtverord⸗ I unsve

neten Zubeil nur den 1. Mai zu feiern. Siche- Juden rem Vernehmen nach werden auf Grund eines. al Hamburger Senatsbeschlusses bei sämmtlichen dor, den.

tigen Staatsbetrieben diejenigen Arbeiter, welche Ru! am 1. Mai feiern, wegen Contraktbruches ent- Pd lassen werden. DieWiener Abendpost meldet,[fiche daß die Vorstände der unter staatlicher Verwal biet tung stehenden österreichischen Betriebe sich dahin ben verständigt haben, daß für die Regierung kein Inn ein Aulaß vorhanden sei, die Arbeit am 1. Mai ein Higten stellen zu lassen. Die betreffenden Vorstande. erlang sind angewiesen worden, etwaige Ansuchen der, as 90 Arbeiter um Unterbrechung der Arbeit am 1. Mal verde

abzulehnen. Zugleich sind die Betriebsleiter be auftragt worden, die Arbeiter darauf aufmerksam 1 zu machen, daß sie für eigenmächtige Arbeitsein

stellungen die Verantwortung zu tragen haben, 8 Die Amsterdamer Munticipalität leh ute das Gesuch Pert mehrerer Arbeitervereine, die Abhaltung eines boden öffentlichen Aufzuges am 1. Mal als Demon O stratton zu Gunsten des achtstündigen Normal- 501 arbeitstages zu gestatten, ab. Die Stärke der Emin-Expedition berechnet dieKreuzztg. auf 1500 Mann, darunter 860 neu angeworbene Sudanesen. Die Anwerbungen l 13 seien noch nicht abgeschlossen. Die Karawane bo 1 werde wohl zunächst nach Tabora ziehen und von] dn; dort nach dem Victoria Nyanza. 5 Ausland. Oesterreich Ungarn. Wien. Noch vor 811 dem Zusammentritt des böhmischen Landtags werden sich die deutsch böhmischen und diejenigen czechischen Abgeordneten, die für Schaffung des 105 Ausgleiches in Böhmen sind, in Prag zu einer( Sc Berathung versammeln. Auch Vertreter det wen Regierung werden an der letzteren theilnehmen, 2 Die Abgeordneten Chlumetzky, Plener und 10 Genossen beantragten einen Gesetzentwurf, die 4

Einführung von Einigungsämtern betreffend welche die Aufgabe haben sollen, eine Regelung der Lohnverträge mit den Arbeitern herbeizuß führen. 1

Mährisch Ostrau, 19. April. Mit Ausnahme von Karwin sind im ganzen Ausstandsgebiete alle Werke und Gruben außer Thätigkeit. In Polnisch⸗Ostrau fand gestern Mittag ein Zusam⸗ menstoß zwischen feiernden Arbeitern und mill tärischen Schutzabtheilungen statt. Dabei wurde acht Arbeiter durch Bayonnetstiche verwundet. Die wichtigsten Punkte des Ausstandsgebietes sind militärisch besetzt.

Dänemark. Kopenhagen, 18. April. Im heutigen Staatsrathe genehmigte der König alle administrativen Budgets und ermächtigte den