zum genannten Termine nicht umgeackert sind,
Besonders wird bemerkt, daß auch die mit Stoppelrüben eingesäten
Friedberg den 19. August 1890. 3244
Erledigt. Die Ausschreiben gegen Wilhelm Gelßler von Heuchelheim und Anton Pfeifer von Heldenbergen.
Friedberg den 18. August 1890.
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Ober Erlenbach, Bereinigungsbezirk 1 J N. Nachstehenden Beschluß der Vollzugs-Commission bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß:— g f Saͤmmtliche Stoppeläcker müssen bis längstens 15. Oktober l. J. ordnungsgemäß umgebrochen sein; bei denjenigen f
wird solches von der Vollzugs Commission auf Kosten der Saͤumigen veranlaßt.
Aecker bis zum 15. Oktober wiederum gestürzt sein müssen.
Parzellen, welche b
Der Vollzugs⸗Commissär: Dr. Wallau.
Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer.
Deutsches Reich.
Kiel, 18. Aug. Die ganze Manöverflotte ist heute nach Alsen abgegangen, wo die Vor— übungen stattfinden.
Fulda, 19. Aug. Zu der morgen begin— nenden Bischofsconferenz, woran nur preußische Bischöfe, einschließlich derjenigen von Mainz und Freiburg, theilnehmen werden, erscheinen alle Bischöfe persönlich, mit Ausnahme des Bischofs von Paderborn, für welchen ein Vertreter er— scheint. Auch für den erledigten Erzbischofssitz von Gnesen-Posen wird ein Vertreter erscheinen. Den Vorsitz führt der Erzbischof von Köln. Morgen früh findet eiue Andacht an der Boni— faciusgruft statt. Die Verhandlungen werden geheim gehalten.
Hamburg. Der Pester Abgeordnete Abranyi erläßt folgende Erklärung:„Gegenüber der Ab— leugnung der„Hamb. Nachr.“ halte ich meine Behauptungen aufrecht; da ich die Quelle der Ableugnung kenne, werde ich gegen dieselbe zu— ständigen Ortes die erforderlichen Schritte thun.“ Die Angelegenheit wird nun aber noch verwickelter; denn der„Budapesti Hirlap“ hat jetzt selbst telegraphisch, in Kissingen, betr. den Empfang Abrany's angefragt und nach einer weiteren Pester Meldung folgende Drahtantwort erhalten: „Herr Abranyi mir unbekannt, mir niemals ge— meldet, also auch von mir nicht empfangen worden. Fuürst Bismarck.“
Kaiserslautern, 19. August. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl für Miquel er hielten bis jetzt Brunk 5600, Grohé 4700 und Rüdt 1700 Stimmen. Demnach dürfte eine Stich wahl nöthig werden.
Karlsruhe, 18. Aug. Der Großherzog traf gestern in Weinheim zur Theilnahme am Abgeordnetentage des badischen Militärvereins— verbandes ein und wurde am Bahnhof von den Spitzen der Behörden festlich empfangen. Der Großherzog nahm an den Verhandlungen Theil Bei der Enthüllungsfeier des Kriegerdenkmals hielt der Großherzog eine Aunsprache an die Krieger; er ermahnte dieselben in Treue an Kaiser und Reich festzuhalten. Man dürfe die Vergangenheit nicht vergessen, um für die Zu— kunft stark zu sein.„Wir müssen auf Vorposten sein“, schloß der Großherzog seine Ansprache. Die Krieger stimmten dem Großherzog jubelnd zu. Am Abend verließ der Großherzog unter brausenden Hochrufen des Publikums Weinheim.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Pest. Wie die „Budapester Correspondenz“ meldet, wird sich, einer Einladung des Kaisers Wilhelm folgend, mit dem Kaiser Franz Joseph nicht blos der Minister Graf Kalnoky, sondern auch der Chef des Generalstabes, Baron Beck, zu den Schluß— manövern nach Preußisch Schlesien begeben.
Belgien. Mons, 18. Aug. In den Stein— kohlengruben von Frameries wird wegen Herab— setzung des Lohnes gestreikt.
Italien. Rom. Der italienische Minister— präsident Crispi beabsichtigt angeblich anfangs September nach Berlin zum Besuche Caprivi's zu reisen.
Serbien. Belgrad. König Milan von Serbien will wieder heirathen; die Erkorene ist die in Paris lebende Wittwe des Generals Barrios. Barrios war Präsident der Republik Guatemala und hat als solcher so gute Geschäfte gemacht, daß er seiner Frau fünfzig Millionen hinterlassen konnte. Eine solche Summe kann dem nicht reichen, stets des Geldes bedürftigen, König nur gelegen kommen.
Rußland. Narwa, 17. Aug. Kaiser; Wilhelm ist heute Mittag unter dem Salut des russischen Geschwaders in Reval eingetroffen und wurde an der Landungsbrücke vom Großfürsten Wladimir, vom deutschen Botschafter General v. Schweinitz, vom Grafen v. Pourtales, vom Generalmajor v. Villaume und den Mitgliedern der deutschen Colonie empfangen. Die Ehren— wache stellte das Wyborg'sche und das Peters— burger Grenadier-Regiment. Der Hafen, der Bahnhof und die Gebäude waren auf das präch— tigste geschmückt. Die massenhaft anwesende Be— völkerung jauchzte den Kaiser jubelnd entgegen. Um 12¾ ͤ Uhr erfolgte die Weiterreise hierher mittelst des kaiserlichen Separatzuges.— 18. Aug. Kaiser Wilhelm, Prinz Heinrich, Reichskanzler v. Caprivi und das übrige Gefolge sind gestern Abend 8½ Uhr hier eingetroffen und wurden am Bahnhofe von dem Zaren, dem Thronfolger, den Großfürsten, dem Großherzog und Erbgroß— herzog von Hessen und großem Gefolge begrüßt. Hierauf erfolgte die Fahrt nach der Polew— zew'schen Villa, wo die Kaiserin von Rußland den Gast begrüßte. Sodann fand das Diner und hierauf Feuerwerk am Wasserfall statt. Ueberall war großartiger, jubelnder Empfang. Anläßlich der Regimentsfeier des Preobraschenski— Regimentes fand heute Mittag Feldgottesdienst und Parade statt, welchen das russische Kaiser— paar, Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich, sowie Großherzog und Erbgroßherzog von Hessen beiwohnten. Nach dem Gottesdienst erfolgte ein zweimaliger Vorbeimarsch des Regiments vor den Monarchen, welche sodann das Lager besuchten und das Dejeuner einnahmen.— 19. Aug. Die allerhöchsten Herrschaften sind um neun Uhr morgens nach Jamberg zum Manöverterrain ge— fahren und bestiegen dort die Pferde. Die Avantgarde des Westecorps von Kobiliaky ist heute früh gegen Jamburg, welches das Ostcorps besetzt hielt, vorgegangen. Das Gros des West— corps folgte von Narwa aus. Das Ostcorps wird sich hinter den Fluß Luga zurückziehen und das Westcorps morgen den Uebergang bei Jam— burg forciren.
Amerika. Newyork, 18. Aug. Privat— polizisten beschützten einen Eisenbahnzug gegen Ausständige von Albany, auf welche die Polizisten grundlos schossen. Die Ausständigen plünderten darauf den Zug und wollten die Polizisten auf— hängen. Die Letzteren mußten verhaftet werden, um sie vor der Wuth der Ausständigen zu schützen.
Aus Stadt und Land.
bd. Bad Nauheim. In der vorigen Woche sind 442 Fremde hier eingetroffen, im Ganzen jetzt 7195 Personen.
Darmstadt. Im Interesse der Tourtistenwelt wird wiederholt auf die vom Odenwaldelub vorgenom— menen farbigen Wegbezeichnungen im Odenwald und auf die im Jult d. J. herausgegebene, jene Marktrungen veranschaulichende Karte aufmerksam gemacht. Eine um— fassende und systematische Bezeichnung von Touristenwegen ist es, wie keine andere Gebirgsgruppe bis jetzt sie auf— zuweisen hat. Sie ist geschehen zu dem Zweck, um die außerhalb noch wenig bekannten Schönheiten auch des inneren Odenwaldes den Naturfreunden zugänglich zu machen. Die erste Auflage von 1000 der vom Club selbst verlegten Karte ist beinahe vergriffen, eine zwelte (unveränderte) in Darstellung. Wer die Karte mit bei— gefügter Erläuterung zu bezlehen wünscht, möge sich mit brieflicher Bestellung an den Schriftführer des Gesammt— vereins, Bürgermetistereisekretär Daub zu Darmstadt, wenden. Die Karte kostet unaufgezogen 80 Pf., aufge— zogen M. 1.—, in elegantem Golddruck-Einband M. 1.50
Allerlei.
Würzburg, 19. Aug. Vom 9, bayerlschen Infanterie Regiment, welches sich gestern auf dem Marsche zum Magöver befand, liegen in Folge der großen Hitze 17 Mann schwer krank im Spital in Marktbreit. Nach
offieleller Angabe sind 2 Soldaten an Herzlähmußg gestorben.
Etsenach, 16. Aug. Eine starke wellenförmige Er bewegung ist gestern an einzelnen Stellen Thürin wahrgenommen worden. Der Stoß erfolgte 7 Minu vor 12 Uhr Mittags. In Folge der hervorgerufen Erschütterung stürzte in einem Flußspath-Bergwerk unmil Liebenstein ein Schacht von über 200 Meter ein. Wenig
Minuten vor dieser Katastrophe waren noch 10 Arbeite und der Leiter der Grube in dem Schacht beschäflig gewesen. 11
Spandau. Wie der„A. f. H.“ erfährt, wurde in der Trainkaserne dahier der Ausbruch der Ruhr festgestell Doch hat man sofort Maßregeln getroffen, um der W verbreitung vorzubeugen. Die von den Kranken benutz Strohsäcke hat man verbrannt und die Zimmer grün lich gereinigt und desinfieirt. Statt des Wassers sol Kaffee oder Thee getrunken werden. 1
Wesel. Ein entsetzliches Unglück hat sich in der kathi lischen Schule zu Spellen bei Wesel zugetragen. Der„ref, Ztg.“ schreibt man darüber: Ein Knabe hatte ein von einer Sprengranate berrührendes Stück Schieß baumwoll mit in die Klasse gebracht, während des Unterrichts da— mit gespielt, in Folge dessen dasselbe zur Explosion ge. langte. Die Wirkung war fürchterlich; der Knabe wat sofort todt, der Unterleib war ihm aufgerissen. Zwee seiner Mitschüler sind schwer, fünf andere weniger schwer verletzt worden. Zufällig saß der Knabe, welcher die Patrone mitgebracht, am Fenster, so daß der größere Theil der Sprengstücke seinen Weg nach draußen gefunden hat. Die Fensterscheiben sind an mehr denn 25 Stellen durchlöchert. Das Schulzimmer bietet einen fürchterlichen Anblick. Das Blut bedeckt die Wände und ist bis an die Decke gespritzt. Wie der Knabe in den Besitz des Spreng⸗ mittels gelangt, ist nicht bekannt, und wird auch, da der Tod ihm den Mund für immer verschlossen, schwerlich ermittelt werden.
Breslau. Auch hier ist die Influenza wieder zun Ausbruch gekommen. In der neuesten Nummer der„Berl, klinisch. Wochenschr.“ schreibt darüber Professor Dr. Rosen⸗ bach in Breslau:„Nachdem bereits im letzten Drittel des Juli zwei Fälle ins Spital kamen, die von uns alz Influenza aufgefaßt wurden, hat sich im August die Anzahl der Erkrankten sehr gesteigert und es ist kein Zweifel, daß die Erkrankungen noch zunehmen. Die Fälle vertheilen sich anscheinend über die ganze Stadt und scheinen vorwiegend Frauen zu treffen, denn wir haben bis jetzt 17 wetbliche und 6 männliche Kranke in Behandlung gehabt.
Bern, 19. Aug. Gestern Nachmittag wurden bei einem heftigen Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge zwischen Neuenstadt und Neuenburg zehn Reisende zum Theil schwer verletzt, ein Maschinenführer und zwel Heizer schwer verwundet. Ein näherer Bericht steht noch aus.
Wien, 17. Aug. Die zweite Haupfaufführung bel dem Sängerfest gestaltete sich zu einer begeisterten Kund⸗ gebung für die öͤsterreichische Dynastie. Anwesend waren die Erzherzoge Karl Ludwig, Wilhelm und Rainer, sowit viele Minister und die Spitzen der Behörden. Die Musikkapelle und die Sänger intonirten die Volks hymne, wobei alle Festtheilnehmer mitsangen. Erzherzog Karl Ludwig machte einen Rundgang durch die Sängerhalle unter jubelnder Begeisterung der Anwesenden. Kalser Franz Jos brachte Huldigung seinen Dank aussprechen.
5
80,000
Personen besuchten das Fest.— 18. Aug. Heute fand!
der offieielle Schluß des Festes durch einen Commers- statt. Der Obmann des schwäbischen Bundes dankte
ef ließ durch den Bürgermeister fur die darge!
namens der deutschen Sänger für die Gastfreundschaft 1
der freundlichen Wiener. Unter wurde die Volkshymne gesungen und endete das Fest i schönster Harmonie.
Paris, 18. Aug. Der Eppreßzug von Paris nat Bordeaux ist gestern Abend auf der Brücke beim J Jonzoe entgleist. Die Maschtne und mehrere Wahl wurden von dem Damme heruntergeschleudert. Dit Locomotivführer und der Heizer sind schwer verletzt, Passagiere sind verwundet.— Es hat sich herausgestellt, daß in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag der Ver such gemacht wurde, bei Maubeuge den Paris ⸗Kölnet Abendzug zur Entgletsung zu bringen. Wahrscheinlich war es auf die im Zuge befindliche Geldpost abgesehen, Eine Schwelle war quer über die Schienen gelegt und in der Weiche war ein Kell eingesetzt. 5
Paris, 19. Aug. Seit gestern verheert ein unge heuerer Waldbrand die Forsten in der Gegend von Alz und Marseille. Truppen Abtheilungen übernahmen dit schwierige Löscharbelt. f
Oldesloe, 19. Aug. Gestern wurde im Kresst Stormarn durch ein schweres Unwetter ein großer Schaden angerichtet. Die Gegend um Bargteheide, Elchede und Steinhorst wurde namentlich durch Hagelschlag hark betroffen. An verschiedenen Orten hat der Blitz einge schlagen.* Madrid. Im Laufe der letzten Woche sind na
großer Begeisterung
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