zeugniß eines Gymnasiums berechtigt zu saͤmmt⸗ lichen Fakultätsstudien und zur Zulassung zu den solche Studien voraussetzenden Prüfungen für den Staatsdienst, den Kirchendienst einschließ lich, und für den medieinischen Beruf; ebenso berechtigt es zur Zulassung zum höheren Berg., Bau⸗, Maschinenbau-, Schiffbaus, Post-⸗ und Forstfach. Für die Studien auf technischen Hoch— schulen ist das Reifezeugniß eines Gymnasiums durch den Nachweis über hinreichende Fertigkeit im Zeichnen, in der Mathematik und den Na— turwissenschaften zu ergänzen; 2) das Reifezeug niß der auf neun Jahreskurse berechneten rea— listischen Schule berechtigt zum Studium an den technischen Hochschulen und zum Un wersitäts— studium der Mathematik und Naturwissenschaften, sowie zum höheren Berg-, Bau-, Maschinenbau-, Forst⸗ und Postfach. Für die unter 1) ge⸗ nannten Fakultäts Studien und Prüfungen ist das Reifezeugniß solcher realistischer Schulen zu ergänzen durch den Nachweis hinreichender Bil⸗ dung in den alten Sprachen. 3) Das Reife- zeugniß einer sechsklassigen höheren Schule be— rechtigt zum Eintritt in den gesammten Sub— alterndienst. Für Schüler neunstufiger Anstalten genügt zu demselben Zweck die Reifeprüfung für Obersekunda; 4) die Berechtigung zum einjäbrig— freiwilligen Heeresdienst gewährt das Reifezeug— niß einer sechsstufigen böberen Schule sowie die mit Erfolg bestandene Prüfung am Schlusse von Untersekunda der neunstufigen Anstalt; 5) für einzelne staatlich geordnete Berufszweige, welche bestimmte Fachkenntnisse erheischen, bleibt die Einrichtung besonderer Zulassungeprüfungen an— heimgestellt; 6) der Unterrichtsverwaltung bleibt anheimgestellt, bei besonders guten Gymnasial— reifeprüfungs Zeugnissen von der realen Ergän— zungsprüfung und bei besonders guten Oberreal— schulreife Zeugnissen von der gymnasialen Er— gänzungsprüfung theilweise oder gänzlich abzu— sehen; 7) um dem Inhaber eines Reifezeuagnisses einer neunklassigen höheren Schule die Zulassung zu den Staatspüfungen zu ermöglichen, wozu sein Reifezeugniß nicht berechtigt, hat derselbe wäbrend seiner Studienzeit ein Fachexamen ab— zulegen; 8) bei einer unumgänglichen Neurege— lung des Berechtigungswesens ist die möglichst gleiche Werthschätzung der realistischen Bildung mit der humanistischen anzustreben. In dem Schlußworte dankte der Kaiser den Mitgliedern der Conferenz für die gehabte Mühe. Es sei aufgefallen, daß er bei E öffnung der Conferenz der Religion nicht erwähnt habe. Er habe ge⸗ glaubt, seine Ideen und Gedanken über die Relegion lägen so sonnenklar vor Aller Blicken, daß sie Jeder— mann bekannt wären. Er halte es für selbst— verständlich als preußischer König und Summus episcopus der evangelischen Kirche für seine hei— lige Pflicht, dafür zu sorgen, daß das religiöse Gefühl und der Funke christlichen Geistes in der Schule gepflegt und gemehrt würde. Die Schule möge die Kirche achten und ehren, die Kirche möge der Schule bei ihren Aufgaben helfen, dann werde es gelingen, die Jugend zu den Anforderungen des modernen Staatslebens heranzubilden.„Wir befinden uns in einem Zeupunkt des Durchgangs und Vorwärtsschrei⸗ tens in ein neues Jahrhundert. Von jeher haben meine Vorfahren bewiesen, daß sie den Puls der Zeit fühlend, voraus erspähten, was kommen würde, dann sind sie an der Spitze der Bewegung geblieben, die sie zu leiten und zu neuen Zielen zu führen entschlosseu waren. Ich glaube erkannt zu haben, wohin der neue Geist und das ablaufende Jahrhundert zielen und bin entschlossen, wie beim Anfassen der sozialen Re— formen, so auch bei der Heranbildung des jungen Geschlechts die neuen Bahnen zu beschreiten, die wir beschreiten müssen. Es wird Ihrem Gefühl Genugthuung gewähren und Ihnen eine Freude sein, daß ich Sie ausgesucht habe um neue Bahnen festzustellen. Ich danke Ihnen Allen. Auch möchte Ich Ihnen noch einen Artikel mittheilen, der so bemerkenswerth und so schön geschrieben ist, in jeder Weise meine Gedanken wiedergebend, daß ich die Hauptsätze vorlesen
möchte.„Der Kaiser verlas einen„Mißverständ— nisse“ betitelten Artikel des„Hannover'schen Courier“ vom 14. d. M. und fuhr dann fort:„Bevor ich schließe, möchte ich noch auf den Grundsatz meines Hauses: suum cuique eingehen, daß beißt,„Jedem das Seine“ und nicht:„Allen dasselbe“. Das ver⸗ folgen wir auch hier. Bisher hat der Weg, wenn ich so sagen soll, von den Thermopylen über Cannae nach Roßbach und Vionville ge— führt, ich führe die Jugend von Sedan und Gravelotte über Leuthen und Roßbach zurück nach Mantinea und den Thermopylen. Ich glaube, das ist der richtige Weg, den müssen wir mit der Jugend wandeln.“ Hierauf wurde eine Cabinetsordre verle— sen, in welcher es heißt, die Einführung des neuen Unterrichtsplanes sei für den 1. April 1892 beab⸗ sichtigt. Der Kaiser hält bei der erheblichen Steigerung der Anforderungen an die Leistungen der Lehrerschaft auch eine Regelung der Rang— und Gehaltsverhältnisse des Lehrerstandes für unerläßlich und wünscht auch darüber Bericht. Fürstbischof Kopp dankte im Namen der Conferenz.
Ausland.
Großbritanien. Kilkenny, 16. Dezbr. Parnell wurde bei seiner Abreise durch in die Augen geworfenen Kalk verletzt. Er kam hier fast blind an und ist schwer leidend. Ein Arzt wurde sofort geholt, um das Augenlicht zu er— halten
Spanien. Madrid, 16. Dez. Der Mi⸗ nisterrath berieth heute über den Bericht der Commission für die Tarif- Reform und beauftragte den Finanzminister mit dem Erlaß eines Dekrets, wodurch die Einfuhrzölle auf Weizen, Reis und Fleisch sowie etliche andere Artikel, soweit die bestehenden Verträge es erlauben, erhöht werden.
Amerika. Washington, 16. Dez. Der Ausschuß der republikanischen Senatoren lehnte den Vorschlag zu Gunsten der freien Silberprä— gung mit 30 gegen 13 Stimmen ab.
New⸗ Vork, 17. Dez. Telegramme aus Denver melden aus Rapid⸗City(Dakota): Ein Detachement Cavallerie wurde von Indianern
Rapid City geht sofort ein zweites Cavallerie— Detachement in das Indianergebiet ab.
— 17. Dez. Nachrichten aus Santiago über einen französisch-chilenischen Zwischenfall lauten heute günstiger. Es wird erklärt, Frank— reich bätte niemals daran gedacht, eine Pression auf Chile auszuüben, wie aus der Note des französischen Gesandten Hermand hervorgeht. Letzterer erhielt niemals Instructionen, ein an— deres Verhalten zu beobachten, als für seine Vorgänger maßgebend war. Die amerikanische Regierung theilt vollständig den Wunsch des französischen Cabinets, die Affaire bald erledigt zu sehen.
Aus Stadt und Land.
2 Friedberg. Wir machen nochmals auf die am Sonn⸗ tag den 21 Dezember im Musik Saale über den städttschen Pferdeställen von 8 Uhr an stattfindende Weihnachts- bescheerung und Aufführung im„Feierabend für Lehr— linge“ aufmerksam. Die Mitgliedar des„Ev. Vereins“, die Eltern und Lehrherren der jungen Leute und sonstige Freunde und Freundinnen des„Felerabends“ sind freund⸗ lichst zu dieser Weihnachtsfeier eingeladen.
p. Friedberg. Wir machen die Gartenbesitzer und Obstfreunde auf das Ausschreiben in heutiger Nummer aufmerksam, wonach Samstag den 20., Abends 8 Uhr, in den oberen Räumen der Bierbrauerei von Henn und Jamin eine Versammlung der hiesigen Mitglieder des Wetterauer Obstbauvereins stattfindet. In derselben wird ein Bericht über die Obstausstellung gegeben und das Projekt näher besprochen werden, in Friedberg einen Obstmuttergarten für die Provinz einzurichten, an welchem dann die Baumwärterkurse und kürzere Kurse für Privat⸗ interessenten abgehalten werden sollen, In weiteren Kreisen der Provinz findet dleser Gedanke lebhaften Anklang. Der Prästdent des landw. Provinzialvereins, Graf Solms Laubach, hat auf der letzten Ausschußsitzung in Gießen denselben mit Wärme vertreten. Ueber die Auf— bringung der Mittel sind Verhandlungen im Gange. Die Stadt Friedberg hat die große Bedeutunng dieses Unter⸗ nehmens insbesondere für die Stadt und den Kreis er— kannt und vier Ortsmorgen Landes in bester Lage an
angegriffen und verlor 2 Offiziere und 50 Mann Todte. Die Indianer wurden mit be— trächtlichen Verlusten zurückgeschlagen. Von;
der Kreuzung der Oberrosbacher und Oberwöllstädter Landstraße zur Verfügung gestellt. Nähere Mittheilungen werden in der Versammlung gemacht werden. Außerdem wird Landwirthschaftslehrer C Reichelt der besonders in Rücksicht auf oben angeführte Pläne vom pomol. In⸗ stitut in Reutlingen hierhier an die Ackerbauschule be— rufen wurde, über das Wurzelleben der Pflanzen sprechen. Es wäre zu wünschen, daß die Friedberger ihr Interesse an dem Wetterauer Obstbauvereln, der seinen Sitz in ihren Mauern hat, lebhaft bekunden würden durch zahl⸗ reiches Erscheinen; es wird auch beabsichtigt, einen Ortsverein, und zwar ohne besondere Beiträge, zu bilden, wie solche bereits in Butzbach, Vilbel, Gießen u. a. O. als Unterglieder des großen Gesammtvereins entstanden sind. Der Ortsverein könnte dann auch die Beschaffung tüchtiger Gartenarbetter, woran großer Mangel sich bemerkbar macht, ins Auge fassen.
Darmstadt, 16. Dezember. Gestern Abend gegen 7 Uhr wurde in dem Hause Ludwigstraße Nr. 3 in einen Mansardenstübchen ein 67jähriges Fräulein Ma— rlanne Duft auf einem Stuhle in unmittelbarer Nähe des Ofens sitzend, todt, in theilweise verkohltem Zu⸗ stande, aufgefunden. Bis jetzt hat man noch keine An⸗ halts punkte dafür zu entdecken vermocht, auf welche Weise der entsetzliche Unglücksfall sich ereignet hat.
Mainz, 14. Dez. Der beute dahter abgehaltene Katholikentag war von elrea 8000 Personen aus allen Theilen des Großherzogthums besucht
Allerlei.
Coni, 16. Dez Fünf Alpenjäger unter dem Befehl eines Lieutenants wurden auf einem Ausflug bei Saccarello von einer Schneelawine verschüttet; bis jetzt sind zwei Leichen aufgefunden
Brüssel, 17. Dez. In einer Kohlengrube in Hornu stürzte der Fahrstuhl, in welchem sich 18 Arbeiter be— fanden, infolge Reißens eines Seltes in die Tlefe. Nach den bisherigen Nachrichten sollen alle todt sein.
Edinburg, 16. Dez. Während eines gestern sich plötzlich erhebenden rasenden Sturmes an der Ostküste Schottlands gerieth die Fischer⸗Flotte in große Gefahr. Vier Fischer ertranken bel Gourdon.
New Pork. Nach einem Telegramm aus San Fran⸗ elseo wüthet die Cholera fürchterlich in Guatemala. Ueber 12,000 Personen sind erkrankt.
Quebeck, 18. Dez. Nach einer Meldung des„Reu⸗ ter'schen Bureaus“ stürzte der Expreßzug Haltfax⸗Mon⸗ treal von der Levisbrücke herab und sämmtliche Wagen gertethen unter Wasser. Die Zahl der Todten und Schwer— verletzten ist groß.
Handel und Berkehr.
Butzbach, 17. Dez. Wochenmarkt. Butter kostet per Pfd. 115—0.00 M. Käse per Pfund 45—46 Pf., Eler 1 Stück 9 Pfg.
Frankfurt, 18. Dez Fruchtbericht. Hies. Weizen⸗ mehl Nr. 0 M. 33.00-34.00, Nr. 1 M. 31.00-32.00, Nr. 2 M. 27.75 28.75, Nr. 3 M. 27.00- 28.00, Nr. 4 M. 23.00 bis 24.00, Nr. 5 M. 18.0000. 00, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 58.50- 60.50, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 27.75 28.75, Roggenmehl loco hier Nr. 0 M. 28 50— 29 50, Nr. 0/1 M. 27.0— 28 00, Nr. 1 M. 23 75 21.75.(Ins- geheim soll unter unserer Notiz gehandelt sein.) Obige Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig jedoch auch loco auswärtiger
— 3 4 Sodener Mineral- Pastillen, morgens u. Abends genommen beben der Schleim und heilen die Schleimhaͤute. Erfolg sieher. Zu haben in allen Apotheken und Drougerten à 85 Pf die Schachtel 4917
Bekanntmachung.
Am Sonntag den 21. Dezember wird die Packet⸗ Annahmestelle während des ganzen Tages zum Verkehr mit dem Publieum offen gehalten.
Friedberg 17. Dezember 1890.
Kaiserliches Postamt.
Die Christbescheerung für arme Kinder
im Hospitale dahter findet Sonntag den 21. Dez., Nachmittags ½5 Uhr, statt,
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. 4. Advent. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Freundlieb. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin. Am zweiten Weihnachtsfesttag Abendmahl in der Burg 991„ nach dem Vormittagsgottes dienst des ersten esttages.
Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht.
Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; ¼7 Uhr: Austheilung
der heil. Communton. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
FFC Einen Zuchtbullen
(Berner-Bastard), 1½ Jahr alt, hat zu verkaufen Mel bach. 4930 Ernst Kleberger.
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