für Darmstadt Obly und Wolfskebl, für Mainz Jost und Ullrich Offenbach, für Offenbach Justiz⸗ rath Dr. Weber, für Gießen Rechtsanwalt Metz— Gießen, für Friedberg Rechtsanwalt Joͤckel⸗Fried— berg, für Alsfeld Fabrikant Grünewald Alsfeld, für Worms Fabrikant Reinhard-Worms, für Bingen Redacteur Pennrich- Mainz; ferner Bür⸗ germeister Kredel Michelstadt, Erster Staatsan— walt Arnold-Darmstadt, Brauereibesitzer Schon— berger-Großbieberau, Sparkasseurechner Lautz— Großumstadt, Rechtsanwalt Metz-Darmstadt, Brand-Versicherungsrath Hechler-Darmstadt, Schriftsteller Wasserburg-Mainz, Apotheker Dr.
Vogt⸗Vußbach, Frhr. v. Nordeck zur Rabenau-
Friedelhausen, Bürgermeister Zinßer Schlitz, Bürgermeister Muth-Salz, Landwirth Sturm— fels-Ulfa, Bürgermeister Möllinger-Pfeddersheim, Professor Dr. Büchner und Dr. Schröder, beide in Darmstadt.
— Dem Ministerialkanzleidiener Koch wurde das silberne Kreuz des Philippsordens verliehen, der Fußgendarm Rüffer in Oppenheim zum Amtsgerichtsdiener in Herbstein, die Steueramts— aspiranten Fuchs dahier, von Grolman dahier, Koch zu Pfungstadt, Kriegk dahter und Schäfer zu Hochheim wurden zu Steuerassessoren, die Hilfsbremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen Sehrt aus Reinhardshain und Noll aus Boben— hausen zu Bremsern ernannt und der Minster— ialkanzleidiener Koch auf Nachsuchen in den Ruhe— stand versetzt.
Berlin, 12. Mat. Reichstag. Auf der Tagesord⸗ nung steht die erste Lesung des Nachtragsetats für Ostafrika. Staatsseeretär Frür. v. Marschall führt aus, wie die deutsche Politik in Ostafrka auch ferner noch in der Unterdrückung des Selavenbandels und in der Einfüh— rung des Cbristentbums und der Civilisation in Afrika gipfele. Was bisber erreicht worden sei, könne nur befriedigen. überall suchten die Häuptlinge Friedensverträge mit Deutschland abzuschließen. Im Ganzen und Großen seien auch die finanziellen Resultate, trotz der gegentheiligen Nachrichten, die men in der Presse zuweilen verbreitet habe, nicht ungünstige zu nennen; der Betrag der Aus- fuhr beziffere sich bereits auf 1 Million Mark. Emin Pascha, den das Reich für seine colontalen Zwecke gewonnen bätte, sei durch sein außerordentliches organi satorisches Talent in erster Linie für die Colonialpolitik berufen. Der Staatsseeretär erließ noch die bündige Erklärung, daß die deutsche Regierung sich mit der englischen Regierung in vollem Einverständniß über alle colonialen Maßnahmen befände. Ebenso bob der Staats- secretär hervor und dementkrte damit alle in jüngster Zeit aufgetauchten Gerüchte, daß die Regierung keines, wegs beabsichtigte, irgendwelche mit Opfern verknüpfte Eroberungszüge in Afrika zu veranstalten, sondern nur das bereits Erworbene festbalten und beschützen wolle. Nach einigen ande en Rednern sprach der Reichskanzler v. Caprivi. Er begann mit dem Bekenntaiß, daß er früher der Colonialpolitik durchaus ablehnend und nicht blos aus Gründen seines Ressorts gegenübergestanden habe, knüpfte aber sofort die Erklärung daran, daß es nach dem jetzigen Stande der Dinge nur Eines gebe: Fortzuschreiten, wolle man nicht Verlust an Ehre und Geld reskiren. Die Rede wurde allsettig gut aufgenommen. — 13. Mai. Die Berathung wird in der beutigen Sitzung fortgesetzt. Von Major Wißmann tst eine Depesche eingelaufen, welche die Eroberung Lindt's nach vorangegangenem Bombardement meldet. Major Liebert, dessen Erscheinen in der gestrigen Sitzung gewünscht wurde, um sachverständige Aufklärung über die ostafri kanische Verhältnisse zu geben, meint, der Besitz und die Aus beutung der Ostküste Afrikas versprächen außerordent— lichen Erfolg. Die Anstellung Emin's sei nach seiner praktischen Erfahrung von größtem Werthe; die Missionen seten ein hochbedeutender Faktor in der colonialen Ent— wickelung. Die militärische Herrschaft an der Küste von Deutschostafrika set sicher begründet. Das angelegte Kapital werde reichlichen Nutzen bringen. Die Vorlage wird der Budget Commission überwiesen.
— 12. Mai. Im Abgeordnetenhaus wurde der Gesetzentwurf, betreffend die Fürsorge für Waisen von Lehrern öffentlicher Volksschulen in dritter Lesung angenommen.
— Am Flottenmanöver an der Ostküste von Schleswig betheiligt sich England durch Ent— sendung des aus sechs Kriegsschiffen zusammen— gesetzten Canalgeschwaders; Oesterreich sendet eine aus drei schweren Panzerschiffen und einem Aviso bestehende Escadre, und zwar sind die Panzerschiffe„Kaiser Franz Josef I.“,„Kron— prinz Rudolf“,„Kronprinzessin Stefanie“ und der Aviso„Tiger“ beordert worden. Diese Flottille wird unter dem Commando des Admi— rals v. Sterneck stehen. Der„Kaiser Franz
Der Norden sei zur Ruhe gebracht und
dem Neffen des Kaisers, Erzherzog Stefan, befehligt;„Kronprinz Rudolf“ und„Kronprin— zessin Stefanie“ sind moderne Thurmschiffe.
— 13. Mat. Die Verschmelzung der deutschen Witu-Gesellschaft mit der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft dürfte am 19. d. Mts. perfekt werden; an diesem Tage findet die Generalversammlung statt, in welcher der vom Vorstand der Witu⸗ Gesellschaft mit der deutsch ostafrikanischen Gesell— schaft vereinbarte Vertrag den Mitgliedern zur Gutheißung vorgelegt werden soll. An der Ge⸗ nehmigung ist beim Stande der Dinge nicht zu zweifeln. Der mit der deutsch ostafrikantschen Gesellschaft vereinbarte Vertrag bestimmt im Wesentlichen, daß letztere in den vollen Besitz des Eigenthums der Witu-Gesellschaft eintritt und den Mitgliedern derselben für ihre Antheil— scheine à 1000 Mark Autheilscheine der deutsch— ostafrikanischen Gesellschaft in gleicher Höhe ausfolgt.
Wirschkowitz(Schlesien), 12. Mai. Der Kaiser brach heute früh 3 Uhr, vom Grafen Hochberg und dem Oberförster Schulze begleitet, zut Pünsche ins Tschotschwitzer Revier auf, welches leider in der vergangenen Nacht durch Wilddiebe beunruhigt worden war, sodaß das Jagdergebniß geringer war, als man erwartet hatte. Die Rückkehr nach dem Schlosse erfolgte um 9½ Ubr.
Braunschweig. Prinz Albrecht von Preußen, Regent des Herzogtbums Braunschweig, soll in der letzten Zeit zu wiederholtem Male von einem leichten Schlaganfalle betroffen won den sein. Der Zustand des Prinzen gibt jedoch, wie versichert wird, zu Befürchtungen keinen Anlaß.
Hamburg, 13. Mai. Die Arbeiter der hiesigen Gasfabrik striken seit Sonntag Nacht, angeblich weil unbegründete Entlassungen vor— gefallen sind. Vergangene Nacht 12½ Uhr ist die öffentliche Gasbeleuchtung eingestellt worden. Bis dahin hatte das Gas nothdürftig gebrannt. Am Abend sandte die Stadtverwaltung der Gas— anstalt hundert Arbeiter der Straßenreinigung zur Aushilfe. Viele Läden wurden früher ge— schlossen. Nachts durchzog eine größere, theil— weise mit Laternen versehene Menge die Stein straße und bewarf die vorüberfahrenden Pferde— bahnwagen mit Steinen, wodurch zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert und einige Personen leicht verletzt wurden. Die Polizei trieb die Menge auseinander, ohne indeß von der Waffe Gebrauch zu machen. Seit 6½ Uhr heute Abend ist die Gaslieferung wieder aufgenommen worden.
Karlsruhe, 13. Mai. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden sind mit dem Gotthardzug hier angelangt und wurden vom Großherzog am Bahnhofe begrüßt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 12 Mai. Im Abzgeordnetenhause theilte Graf Taasse mit, der Kaiser habe die Delegationen auf den 4. Juni nach Pest einberufen.
Italien. Rom, 13. Mai. Kammer. Bei der Berathung des Budgets des Aeußern erklärte Crispi, die Politik Italiens sei keine Politik des Krieges, sondern des Friedens. Dieselbe könnten nur diejenigen angreifen, welche glauben, daß Italien am besten isolirt bleibe. Die Verträge mit den Verbündeten seien Defensiv, nicht Offen siv Verträge. Crispi leugnet, daß die Allianz politik Italien in Rüstungen stürze. Die Ent— wikelung der Militärkräfte, sowie die neuen Be festigungen bildeten einen Theil des Vertheidigungs planes, welcher seit 1881 studirt werde. Man ziele nicht darauf ab, anderen zu schaden, sondern die Grenzen und die eigene Unabhängigkeit zu vertheidigen. Die Regierung beabsichtige nicht, die gegenwärtigen Besitzungen in Afrika auszu— dehnen. Betreffs des vollkommenen Einver— nehmens mit England, das Italien auch ferner hin aufrecht zu erhalten wünsche, sei nichts zu besorgen. In der Kammer erklärte Crispi, er habe Grund anzunehmen, daß demnächst sich eine Handelsgesellschaft für die ostafrikanischen Besitz
Josef J.“, ein älteres Kasemaltschiff, wird von
ungen unter dem Protektorat Italiens bilde.
5 N Bulgarien. Sofia. Die Kammer N tagte die Verhandlung öber die Interp U die äußere. Politik betreffend, bis zur Herbst Afrika. Sansibar. Reichscommissar Ma Wißmann eroberte am 10. d. M. Lindi nach vg angegangenem Bombardement durch die deutschgg Kriegsschiffe. ö
Aus Stadt und Land. 2
Friedberg. Vom Empfang Sr. K. H. des Groß herzogs am 10. Mat wollen wir an dieser Stelle na nachtragen, daß Oberstlieutenant v. Schlegell vom 116. N und Gendarmerie Major Cullmann, beide von Gleß herübergekommen waren. Ferner hatte die hiesige Feun wehr ebenfalls am Eingange des Großh. Schlosses Au stellung genommen. ö
O. T. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 12. Mag
Stadtbaumeister Zörb berichtet über die eingelaufen Angebote von Arbeiten, welche für Pflasterung, Cang stirung der Bahnhofstraße vorgesehen sind. Die gebung derselben wird demgemäß beschlossen.— Weg eines mit der Staatsbehörde abzuschließenden Vertrag betr. die Ortsdurchfahrt am Mainzer Thor, bezw. Abl tung eines Stücks der Staatsstraße als Eigenthum g die Stadt wird der Baucommission unter Vorbehalt Gemeinderaths-Genehmigung Vollmacht ertheilt. Abschluß dieses Vertrags will der Gemeinderath mit Rut sicht auf den von Or. Aug. Trapp zugesagten Zuschi zu der Kanalisirung am Mainzer Thor auf das auf desse Grundstück ruhende Servitut verzichten— Eisenbahn angelegenheiten betr. verweist der Vorsitzende auf din Bericht einer Verhandlung im preuß. Herrenhaus, dessen Veröffentlichung ihm von der Redaction des Oberh. Anh, zugesagt worden war.— Wegen definitiver Anstellun eines Zeichenlehrers an hiesiger Realschule wird eine Et gabe an die erste Kammer beschlossen.
d. Wölfersheim. Am 15. und 16. Junk finde dahter das 25jährige Stiftungsfest der„Turngemeindtz Wölfersheim“, verbunden mit dem Turnfest des Gaues Hessen statt. Die Einwohner unseres Ortes und der Verein werden gewiß alles aufbieten, um den Besuchern genußreiche Tage zu verschaffen. Die Festwirihschast wurde an Gastwirth Thuy in Vilbel übertragen.
Wöllstein, 10. Mai. Vom Blitze getroffen wurde; gestern Abend Lehrer Deforth von Dittelsheim Er starh bereits am nächsten Nachmittage. Deforth, erst 20 Jahrs alt, war in Neu-Bamberg als Lehrer angestellt.
Allerlei.
st Frankfurt. Die berühmte Sängerin Minnie Hauck, Kgl. preuß. Kammersängerin, wird im Frankfurt Opernhause Freitag den 16. in der Oper„Die Wider spänstige“ von Götz auftreten und bet dieser Gelehen⸗ heit zum ersten Male die für die Künstlerin vom bom⸗ ponisten nacheomponirte große Arie singen. Platzbestllungen, werden im Voraus an der Kasse des Opernhauses ent gegengenommen.
Chemnitz, 12. Mat. Gestern gingen in verschledenen Theilen Sachsens schwere Gewitter nieder. Die Gegend zwischen Wolkenstein und Wilischthal wurde von einen Schlossen Wetter heimgesucht. Der Bahnverkehr wal! dort zeitweise gestört. In der Umgebung von Scheiben, berg und Schlettau boten die Fluren den Anblick eine:“ vollkommenen Winterlandschaft. Die Bahnstrecke Dres den Cbemnitz war bei Oederau durch Schlamm und Gerölle, welches von einem Dammbruch herrührte, eine zeitlang vollständig gesperrt. Auch in der Gegend von Riesa und: Lunzenau gingen Unwetter nieder.
Berlin Das im Prozeß Warnebold und Genossem gefällte Urtheil lautet gegen Warnebold auf 2½ Jahr; Gefängniß, wovon 8 Monate als durch die Untersuchungt baft verbüßt angerechnet werden, gegen Haspelmann alf 2½ Jabr Gefängniß, wovon 9 Monate als verbüßt in An rechnung kommen, gegen Lübky auf einen Monat 0% sängniß, welche Strafe gleichfalls als verbüßt erachte!“ wird Kochanowski wird zu 30 M. Geldbuße verurtheilt,, gegen Laß und Grabowski serfolgt Fretsprechung. a
Lübeck, 12. Mat. Durch gestern in der hiesigen Gegend niedergegangene Gewitter wurden schwere Be⸗ schädigungen angerichtet. In Lübeck ist eine Frau von Blitz erschlagen worden. In Kulpin und Rostensdoi brachen große Feuersbrünste aus, außerdem noch vel Feuer im Lübeck'schen Gebtet. In Wittenberge zerschmet terte schwerer Hagel das Korn und die Gartenfrüchtt strichweise fiel auch starker Wolkenbruch. g
Lübeck. Die Obduetlon der ermordeten Tochter dig Oeconomleraths Petersen ergab einen Lustmord. Mörder hat die Schädeldecke mit einem großen Sti“ zertrümmert Der Staatsanwalt hat 500 M. Beloh ausgesetzt. Zwel Personen wurden verhaftet, darunter ein von der Staatsanwaltschaft verfolgter Brauer aug Schlesien..
Chur, 12. Mal. Gestern Abend ist das im Albuls thale gelegene, 200 Einwohner zählende Dorf Tiefen kasten abgebrannt.
Paris, 13. Mal. Im Finanzministerium wurden gestern Coupons von über 100,000 Franes gestohlen,
Rom, 12. Mai. Heute Vormittag wurde das Dach der großen Schießhalle, sowie der Triumphbogen al Eingange zu derselben durch einen heftigen Sturmwind. abgetragen und auch sonst mehrfacher Schaden an Fahne und Zielscheiben sowie an dem Luftballon auf dem Godard platzt angerichtet. Das Schießen wurde bis Nachmittag eingestellt, um den Schaden auszubessern. 7
Rom, 13. Mai. Aus Avlgliano wird gemeldeh
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daß daselbst die Kugelgteßeret abgebrannt set. 14 Menschis wurden getödtet, mehrere verwundet. 1
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