Ausgabe 
14.10.1890
 
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Bekanntmachung.

Betreffend: Den Herbstfaselmarkt des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg pro 1890. Der diesjährige Herbstfaselmarkt

abgehalten werden.

Die aufgetriebenen erkannten Thieren eine Geldprämie bewilligt, zur Disposition gestellt haben.

Von der Preisbewerbung sind Gemeindefasel ausgeschlossen, desgleichen Fasel,

Fasel werden durch eine hierzu bestellte

des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg soll Mittwoch

Commission gemustert und wird den Eigenthümern der als preiswürdig wozu der landwirthschaftliche Bezirks-Verein und die Kreisstadt Friedberg entsprechende Beträge,

Die eigene Züchtung der Thiere durch deren Eigenthümer erscheint nicht als die um 9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze sind.

eine Bedingung der Prämiirung.

Für Fasel, welche als tauglich befunden aber nicht prämtirt worden, wird auf Verlangen eine Wegvergütung ausgezahlt.

Nicht genügend gefesselte Thiere werden vom Platze weggewiesen. Die zum Abschlusse kommenden Verkäufe wollen Zu recht zahlreichem Besuche des Marktes wird hiermit eingeladen. Friedberg den 8. Oktober 1890. Der

Steckbrief. Gegen den Karl Martin Pfaff, Erlenbach begangenen Diepstabls einer Taschenubr, etnes Rocks, einer Weste und eines Hutes, das

dem Großh. Bürgermeister Herrn Stesinhäußer zur

geboren 13. November 1863 in Kaub, ist unterm 23. September 1890, 0 Hauptverfahren eröffnet und die Fortdauer der Haft verfügt worden. g

Anzeige gebracht werden.

Director des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg. D

r. Braden. c wegen eines am 31. August 1890 in Ober⸗

Da derselbe am 26 September aus dem Haftlokal in Vilbel entwichen ist, wird um wiederholte Festnahme desselben und Benachrichtigung hierher ersucht.

Gegen den Jakob Blatz, geboren am 26. August 1870 in Nieder Mörlen, November 1889 in Nieder-Mörlen den

Steckbrief. 30. September 1890, Haftbefehl erlassen worden, weil er am 26. habe. Es wird ersucht, den de Blatz zu verhaften, Großb. Amtsgericht Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Auguste, der Marie Steller von Oberrosphe; Ludwig Weigel von Steinheim; Pbilipp Velten von Burg Solms; knecht von Groß⸗Steinheim, zuletzt auf dem Nonnenhof bel Jibenstadt; von Wenings, dieselbe ist als Zeugin zu vernehmen; Joseph Engel von Lelbolz.

Unerledigte frühere Ausschreiben.

furt a. M. bringe ich in Erinnerung.

ist von Großh. Amtsgericht Bad Nauheim, Ph. Ludwig von da mittels Messers vorsätzlich körperlich verletzt Bad Nauheim vorführen und sofort Nachricht anher gelangen zu lassen.

Ehefrau des August Weingärtner von Framersheim; Gertrude Steller, Tochter Katharine Rupp Wittwe von Niedergirmes; Leonhardt Rieß, Dienst⸗ Christten Mörschel von Heuchelheim, seither bei Blerbrauer Rudelius in Friedberg;

Meine Ausschreiben gegen Stephan Cherinsky von Stebenschlößchen; Heilsberg; Justus Mosebach von Burghaun; August Marthel von Adlig Landeck; meine Steckbriefe gegen Margarethe Süß von Es pa;

Henriette Schreiel

Georg Neun von Wolferborn; Joseph Groß von Johann Jakob Engel von Frank

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Erledigungen. Erledigt die Steckbriefe gegen Christlan Theiß von Odenhausen, durch Gendarm Krieb in Friedberg; Johann Brötz aus Mainz; Konrad des Pn

Hedderich von Zeilbach, durch Gendarm Steinbach in Friedberg. Friedberg den 10. Oktober 1890.

Der Großherzogliche Amtsanwalt: Lebrecht.

nur denen zu Gute kommen, die auf die wachsende Unzufriedenheit der breiten Volksmassen ihre Umsturzpläne unseres gesammten Staats- und Kirchenwesens gründen. Es erscheine daher die Betheiligung an antisemitischen Agitationen für nicht vereinbar mit den Christenpflichten und Amtspflichten der Geistlichen. Zum Schluß werden Verordnungsblatt der evangelischen Kirche der die Geistlichen ermahnt, auch an der Hebung des antisemitischen Agitation und der Stellung der materiellen Wohles des Volkes sich rege zu be evangelischen Geistlichen zu derselben widmet. theiligen, und durch mannhaftes Auftreten für Es heißt darin u. a.:Es sind zweifellos große jede Maßregel, die den Armen und Nothleidenden Nothstände unseres Volkslebens und schwere Ver- wirklich hilft, aber auch durch mannhafte Zurück sündigungen, zumal an unserem Bauernstande haltung von jeder lärmenden mit leeren Schlag begangen, welche eine Bewegung wie die antise- wörtern arbeitenden Massenkundgebung es dahin mitische erklärlich machen, und wir müssen es zu bringen, daß der Geistliche stets auf der Seite für ein Unglück halten, daß man auf jüdischer des Rechtes, der Wahrheit, der Liebe und des Seite die Berechtigung gewisser Klagen über das Friedens zu finden sei. Es ist zu erwarten, daß Verhalten vieler Geschäftsleute und Literaten eine derartige Mahnung von dieser Stelle aus nicht genug einzusehen scheint. Aber wir können nicht wirkungslos verhallen wird, damit einer uns doch unmöglich verbergen, einmal, daß an Agitation Abbruch gethan wird, welche heute den genannten Dingen sich auch viele, die den beinahe in gleicher Weise wie die Socialdemo Christennamen tragen und deutscher Nationalität kratie der Verhetzung der Klassen dient.

sind, betheilißt haben, und sodann, daß die ver⸗ Es wurde der Gerichtsschreiber Feick aus derbliche Macht, welche Mammonsdienst, Börsen Seligenstadt zum Gerichtsschreiber in Friedberg, speculationswuth, Schwindel- und Wuchergeist, der Gerichtsschreiber Wendeberg aus Fürth zum Ausbeutung der wirthschaftlich Schwachen erreicht Gerichtsschreiber in Seligenstadt, der Hilfsgerichts haben, eben doch zum guten Theil auf der Schwäche schreiber Schmeckenbecher aus Darmstadt zum beruht, mit der die sich christlich nennende Be- Gerichtsschreiber in Fürth, der Hilfsgerichts völkerung ihre bessere Einsicht, höhere sittliche schreiber Kalt aus Reinheim zum Hilfsgerichts Erziehung und angeborene deutsche Art verleugnet schreiber in Groß Umstadt, der Gerichtsvollzieher hat. Und darum können wir unter keinen Um- Vogt aus Lauterbach zum Gerichtsvollzieher in ständen für das, was eine gemeinsame Schuld Zwingenberg, und der Gerichtsvollzieher-Aspirant ganzer Volksklassen ist, und wofür diese, sofern Becker aus Roßdorf zum Gerichtsvollzieher in sie wirklich Christen sind, Buße zu thun und Lauterbach ernannt.

Besserung zu suchen haben, die jüdischen Staats Berlin, 11. Oct. Der Kaiser empfing vor bürger, in deren Reihen es doch wahrlich an seiner heute erfolgten Abreise nach Hubertusstock Beispielen wirklicher Milde und Gutthätigkeit, den italienischen Botschafter, welcher namens des an Mustern pietätvollen Familiensinnes nicht fehlt, Königs von Italien dessen Büste überreichte. und zwar diese ohne Unterschied allein verant- 10. Oct. Das socialdemokratischeBer wortlich machen. Wenn aber gar unter Anrufung liner Volksblatt erklärt, daß die Socialdemo des Christenthums eine Art Kreuzzug gegen die kraten für einen etwaigen Antrag auf Abschaffung Juden gepredigt wird, so müssen wir unter Be- des Jesuitengesetzes im Reichstage stimmen würden. rufung auf Wort und Vorbild unseres Heilandes, Halle. Nach der Präsenzliste sind auf dem der mit der Verkündigung der uneingeschränkten socialdemokratischen Parteitage in Halle 155 Samariterliebe das Judenthum seiner Zeit be- Wahlkreise vertreten; angemeldet sind 305 Ab schämt und in dem Leben der Völker statt des geordnete, aus London Joos und Fischer, aus Nationalstolzes und Rassenhasses das Panier der Zürich Beck, aus Wien Adler.

Deutsches Reich.

Aus Darmstadt, 9. Oct., wird dem Fr. J. geschrieben: Angesichts der namentlich in Hessen in verstärktem Maße hervortretenden antisemi tischen Bewegung sind die Ausführungen von hohem Interesse, welche das Oberconsistorium des Großherzogthums in dem heute ausgegebenen

allgemeinen Liebe aufgerichtet hat, solches mit aller Entschiedenheit als unchristlich zurückweisen. In der Folge wird darauf hingewiesen, wie ge fahrvoll es sei, wenn man da, wo es gelte, vor Allem die eigenen Fehler einzusehen, die Unzu friedenheit der Massen auf angebliche Urheber ihrer Drangsale hinlenkt, die es nur zum Theil und sicherlich nicht ohne erhebliche Mitschuld der christlichen Bevölkerung selber sind. Der dadurch entfesselte Geist der Unbotmäßigkeit und Zucht losigkeit, der Begehrlichkeit und des Hasses werde

12. Oct. Die zum Congreß hier einge troffenen Mitglieder der socialdemokratischen Frak tion hatten heute Nachmittag eine Zusammenkunft. Heute Abend findet eine Begrüßungsversammlung statt, in der die Mandate von 375 angemeldeten Delegirten geprüft werden sollen.

Frankfurt, 9. Oct. Die Kaiserin Friedrich kam heute Vormittag kurz vor 8 Uhr mittelst Wagens von Cronberg hier an und fuhr mit dem Schnellzug über Mainz Bingerbrück nach Bonn. Von da wird sie über Köln Magde

burg nach Berlin weiterreisen, woselbst sie am 11. October Morgens eintreffen wird. ö

9. Oct. Die Commission zur Vorbe- rathung der Wahl eines neuen Oberbürger⸗

meisters hat einstimmig beschlossen, den jetzigen

Oberbürgermeister von Altona, Adickes, in Vor, schlag zu bringen.

Leipzig, 10. Oct. Der Rücktritt des Reichs gerichts-Präsidenten Dr. Simson ist entschieden; Versuche, ihn auf seinem Posten zu erhalten, sind, weil bei dem hohen Alter Simsons von vornher⸗ ein aussichtslos, überhaupt nicht gemacht worden.

Karlsruhe, 10. Oct. Staatsminister Turban ist auf sein Ansuchen unter Verleihung des Ordens Bertholds J. von Zähringen vom Präsidium des Ministeriums des Innern entbunden und dem Ministerialdirector Staatsrath Eisenlohr die Leitung desselben übertragen worden. Auf be⸗ sonderen Wunsch des Großherzogs bleibt Turban Präsident des Staatsministeriums.

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Oesterreich-Ungarn. Wien. Zur Ab wehr der durch die Mae Kinley-Bill drohenden Gefahren ist das Project, eine Art von Conti nentalsperre gegen Amerika zu errichten, aufge taucht. DasFremdenblatt bemerkt bezüglich der Handelsbeziehungen zu Deutschland, zunächst sei abzuwarten, auf welcher Basis die Vorschläge Deutschlands resp. Oesterreichs aufgebaut werden würden. Thatsächlich fand in Pest vor der deutschen Anregung eine Zollconferenz statt, bei welcher die ungarische Regierung sich über einen Tarifvertrag mit Deutschland günstig aussprach.

Schweiz. Bern, 10. Oct. Mit 74 gegen 14 Stimmen nahm der Nationalrath nach acht⸗ tägiger Berathung die neuen Zolltarife an.

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11. Oct. Der Bundesrath forderte Commissär auf, der Regierung von Tessin Leitung der cantonalen Angelegenheiten bis testens zum 14. October zurückzugeben, sich aber alle diejenigen Entscheidungen vorzubehalten, welche der Bundesrath nöthig erachte. Der Commissaß behält die Regelung aller auf die Abstimmung vom 5. October bezüglichen Fragen, leitet die Wahlen zum Verfassungsrath und die eidgenös sischen Wahlen am 26. October; er legt Velo gegen Maßregeln ein, welche die Ruhe und Ordnung stören können, dessen definitiven Ent- scheid der Bundesrath sich vorbehält. Der Bundes rath beruft zum 16. October nach Bern Ver treter beider Parteien, falls dies erfolglos bleiben sollte, beruft der Bundesrath sofort die Bundes, versammlung, damit der Wille der Mehrheit des tessinischen Volkes richtigen Ausdruck finde, Die Abhaltung von Volksversammlungen in Tessin ist verboten; dem liberalen Comits wurde wegen ausgedrückter Drohungen die schärfste Mißbilligs

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