Ausgabe 
13.12.1890
 
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Aus Stadt und Land.

Friedberg. Da die Vorträge im Volksbildungs verein gewöhnlich um 8 Uhr beginnen, bemerken wir, an dieser Stelle ausdrücklich, um Irrthümer zu ver meiden, daß der auf Samstag angekündigte Vortrag aus nahmsweise schon Uhr seinen Anfang nimmt.

E. V. Friedberg. Den Besuchern unserer Elsbahn wird hiermit die Beachtung folgender Punkte empfohlen: Zu und Abgang geschehe nur von der Pritsche aus; Betreten der Dämme, ebenso der behufs Ueberschwem mung oder Reinigung abgesteckten Theile ist unstatthaft. Papier, Gerten, Obstreste, Zündhoͤlzer, Clgarren stummel auf's Eis zu werfen verbietet sich für Jeden, der ein Interesse daran hat, daß die Bahn in gutem Zustand bleibt. Schlittenfahren muß bis zur Erweite rung der Eisfläche unterbleiben. Die Erwachsenen mögen darauf sehen, daß das Gesagte von der Jugend befolgt wird.

Büdingen. Die Volkszählung ergab 2822 Personen. Die Zunahme seit 1885 beträgt 105.

Mainz, 10. Dez. Ein Messerheld schändlichster Sorte treibt hier sein Unwesen. Gestern und vorgestern Abend zwischen halb 6 und 7 Uhr wurden an mehreren Stellen der Stadt junge Mädchen von einem Burschen angerempelt und dabei durch einen Stich in den Leib oder den Schenkel verwundet. Anscheinend sind diese verschiedenen Helden thaten durch ein und dasselbe Individuum verübt worden. Der Thäter wird in jedem Falle als ein junger Mensch von etwa 16 Jahren geschildert, der fast im Vorübergehen seinen schändlichen Streich verübte und sofort verschwun den war.

Allerlei.

Mannheim, 11 Dez. Die Schifffahrt auf dem Rhein und Neckar ist eingestellt, da der Neckar Treibeis führt.

Dortmund, 9. Dez. Um 3 Uhr stieß bei Station Dortmunderfeld der von Hörde kommende Zug auf den Wittener Zug. Im letzteren wurden viele Personen meist leicht verletzt, der Zugführer vom ersteren ist todt, dir Passagiere aber sind unverletzt.

Berlin, 10. Dez. Heute früh nach 3 Uhr brach in einem Hause des Schiffs bauerdammes ein größerer Brand aus. Ein Theil der Bewohner suchte vor An kunft der Feuerwehr den Ausgang der Straße zu ge winnen, wobei ein geisteskranker Taubstummer den Er stickungstod fand und drei andere Personen nicht uner hebliche Brandwunden erlitten. Die ruhig in ihren Wohnungen verbliebenen Bewohner wurden von der Feuer⸗ wehr gerettet.

Berlin. Professor Koch und Staabs arzt Pfuhl haben mit vierzehntägigem Urlaub eine Erholungsreise angetreten. Das Ziel der Reise ist jedoch noch nicht bekannt.

Berlin, 11. Dez. Die heute erschienene Nummer derMedizinischen Wochenschrift enthält einen Aufsatz des Stabsarzt Behring, Assistent am Koch'schen hygie⸗ nischen Institut, über das Zustandekommen der Diphtherie Immunität bei Thieren. In dem Aufsatz wird ausge⸗ führt, daß die respektablen therapeutlschen Wirkungen, welche durch Jodtrichlorid bei Thieren hervorgerufen wurden, das letztere keineswegs auch zu einem Diphtherle heilmittel für Menschen machten. Abgesehen von der starken Aetzwirkung des Mittels, hätten auch die vorsichtig an diphtheriekranken Kindern angestellten Versuche zur foretrten Anwendung des Jodtrichlorids nicht ermuthigt. Stabsarzt Behring betont, daß er keine Diphtherte-Hell⸗ mittel für Menschen habe, sondern erst danach suche.

Bremen, 10. Dez. Der berüchtigte Einbrecher Winkler, ein Bäckergeselle aus Deudorf, der allein in Sachsen ein Decenntum an Zuchthausstrafen verbüßt hat, und der Zuchthäusler Sachen, ein Schreiber aus Hörde, sind nach der Fr. Z. nächtlicherweile aus der Kranken zelle entflohen.

Paris, 9. Dez. Auf der Eisenbahnlinie Calals- Paris wurden 2 Ktsten, enthaltend eine Million Franken in Gold, gestohlen; man glaubt, die Diebe seien dieseben, welche vor eigigen Tagen aus dem Eilzuge Ostende Brüssel Amsterdam 750 000 Fr. entwendeten.

Das Maschinenwesen einst und jetzt stellt dieCentralzeitung für Optik und Mechanik in Vergleich: Nur Wenige dürften eine richtige Vorstellung haben, mit welchen Schwierigkeiten es noch vor 60 70 Jahren verbunden war, ein brauchbares Werkzeug aus Metall oder gar eine taugliche Maschine herzustellen. Man kannte damals weder Hobel⸗, Fräs-, noch Bohrma schinen; die Drechselbank und der Drillbohrer waren in der Hauptsache alles, was dem da maligen Mechaniker zu Gebote stand. Näh maschinen, die ja auch bei der Herstellung von Schuhwerk eine große Rolle spielen, hätte man damals gar nicht fertigen können. Alle Erfinder jener Zeit waren genöthigt, die Maschinen, die sie erdacht, eigenhändig ohne maschinelle Beihülfe anzufertigen, wobei sie vorher meist noch die erforderlichen Werkzeuge zu erfinden und herzu⸗ stellen hatten. Als der berühmte englische Mechaniker Clement 1814 als Meister in eine Londoner Werkstätte eintrat, fand er das Hand

er oft Tage lang an der Schmiede-Esse haͤmmern, feilen und bohren mußte, um das Gezähe zweck

Erfinder der Dampfmaschine, konnte seine erste Maschine nicht recht in Gang bringen, da es an genauen Vorrichtungen fehlte. Der erste Dampfcylinder, den er gießen ließ, zeigte sich undicht und war überdies an einem Ende fünf Millimeter weiter, als an dem andern. Ein guter Dampfcylinder darf aber in dieser Hinsicht keine Unterschiede über ½ Millimeter zeigen. Und mit welchen Unkosten waren dazu mal alle Arbeiten verbunden. Whiteworth, einer der ältesten Fabrikanten von Arbeitsmaschinen in England, hebt hervor, daß das Polieren von Gußeisenflachen vor 40 Jahren, da diese Arbeiten noch mit der Hand ausgeführt werden mußten, 12 M. pro Quadratfuß gekostet hat, während die heutige Metallhobelmaschine eine weit bessere Leistung für 10 Pf. bestreitet. Auch die ersten Stahlschreibfedern wurden durch Handarbeit her gestellt. Der Fabrikant Percy zahlte sür die ersten brauchbaren Stahlfedern 5 M. das Stück. Wenn man also liest, daß damals eine Stahl feder 20 M. kostete, so kann das nicht Wunder nehmen. Und doch werden diese Federn in der Gute gegen das gewöhnliche Fabrikat von heute zurückgestanden haben. Nachdem die Fabriken etwas in Fluß gekommen waren, mußte man noch immer 4, dann immer 2 M. für eine Stahlfeder zahlen, und noch lange hielt sich der Preis auf 1 M. das Stück. Heute bekommt man dafür schon ein Gros brauchbarer Federn!

Handel und Verkehr.

Butzbach, 10. Dez. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 0.950.00 M. Käse per Pfund 4546 Pf., Eier 2 Stück 15 Pfg.

Frankfurt, 10. Dez. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 14 16 Pf., gesch. 1617 Pf., Linsen 15 25 Pf., weiße Bohnen 1620 Pf., gelbe Kartoffeln per Gesch. 1012 Pfg., rothe Kartoffeln 1214 Pfg., Mäus chenkartoffeln 25 Pfg., Butter per Pfd. Mk. 1.15 bis 1.30, Eter das Stück 8 10 Pf., Blumenkohl hiesiger 20 bis 50 Pfg., Zwiebeln per Gescheid 3540 Pfg., per Centr. M. 56, Eskarol 5 10 Pfg., Endipien⸗ salat 6 12 Pfg., franz. Bohnen per Pfd. 7080 Pf.,

französische Sellerie 4050 Pfg., weiße Rüben 1020 Pfg., gelbe Rüben 46 Pfg., rothe Rüben 1230 Pfg., Teltower Rübchen 20 bis

25 Pfg., Wirsing 812 Pfg., Weißkraut 10-20 Pfg., Rothkraut 15 25 Pf., Rosenkohl Mk. 0 40 0.60, Schwarzwurzel 40- 70 Pfg., Obst, korbweise pr. Pfd.: Kochäpfel 79 Pfg., Tafeläpfel 12 16 Pfg, Goldret nette 12 14 Pfg, Graureinette 1012 Pfg', Borsdor fer 2025 Pf., Kochbirnen 810 Pfg., Tafelbirnen 2030 Pf., Mollebouches 2025 Pfg., Pfund birnen 25 Pfg., Nüsse 20 25 Pf., Kastanien 1218 Pfg., Rheingauer Trauben 40 Pfg.

Frankfurt, 11. Dez Fruchtbericht. Hles. Welzen⸗ mehl Nr. 0 M. 33.00 34.00, Nr. 1 M. 31.00 32.00, Nr. 2 M. 27.75 28.75, Nr. 3 M. 27.00 28.00, Nr. 4 We. 23.00 bis 24.00, Nr. 5 M. 18.0009.00, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 58.50- 60.50, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 27.75 28.75, Roggenmehl loco hier Nr. 0 M. 28.50 29.50, Nr. 0/1 M. 27 00 28.00, Nr. 1 M. 23.75 24.75. Obige Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig jedoch auch loco auswärtiger

Bitte.

Damit auch dieses Jahr eine Christbe scheerung für die hiesige Kleinkinder schule stattfinden kann, wird um gütige Bei steuer von Geld und sonstigen Gaben gebeten.

Zum Empfange erklärt sich jede der Unterzeich neten gern bereit.

Hilda Dieffenbach. Johannette Klipstein. Bertha Becker. Julie Sebastiani. Adele Braden. Elise Steinhäußer. Auguste Engel.

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Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. 3 Advent. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer.

werkzeug in so ungenügendem Zustande vor, daß

Gottesdienst in der Stadtkirche.

mäßig einzurichten. James Watt, der eigentliche)

Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Velte. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach.

Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; /7 Uhr: Austheilung der heil. Communkon. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.

2 Uhr: Christenlehre und Andacht, Gelb ⸗Cours. Frankfurt am 11. Dezember 1890. Geber. Nehmer, M. Pf. M. Pf. 20⸗Frankenstücke e 16. 14 16 do. 16. 11 16. 07 Dollars in Gold. 4. 19 4. 16 Ducaten 9. 70 9. 65 al ares, 9. 70 9. 65 Englische Sovereigns. 20. 30 20. 25 8 Fr. G. May,

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