Betreffend; Feldbereinigung in der Gemarkung Ober Wöllstadt.
Nachdem sich mehr wie ein Fuͤnftheil der betheiligten Grundbesitzer, welche mehr als die Halfte der betheiligten Fläche besitzen, unterschriftlich für die Feldbereinigung in der Gemarkung Ober⸗Wöllstadt erklaͤrt haben, und nachdem ferner die gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses erhobenen Einwendungen erledigt sind, hat die Großherzog— liche Obere landwirthschaftliche Behörde den Beginn der Feldbereinigungs— arbeiten für die Gemarkung Ober-Wöllstadt verordnet und den Unter—
zeichneten zum Vollzugscommissär ernannt,
Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, lade ich gleich zeitig sämmliche betheiligte Grund-Eigenthümer zu der in Gemäßheit des Artikel 16 des Gesetzes vom 28. September 1887 auf
Montag den 21. Juli l. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhause zu Ober-Wöllstadt stattfindenden Versammlung ein.
Diese Versammlung hat: 9
1. darüber zu beschließen, ob die im Grund- und Flurbuch ent— haltenen Größenangaben, oder ob die durch Vermessung zu ermittelnden Flächengehalte der Bereinigung zu Grunde zu legen sind,
2. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden
sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt,
werth der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Masse—
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Harheim.
Nachdem die Einleitung des rubre. Verfahrens beantragt, solches von der Großherzoglichen Oberen landwirthschaftlichen Behörde als zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Commissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung Vormittags von 10 bis 12 Uhr, in das Rathhaus zu Harheim auberaum t
der betheiligten Grundbesitzer auf Mittwoch den 23. Juli l. J., a weder persönlich noch durch gehörig Bevoll
Diejenigen betheiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt, mächtigte abstimmen, werden als für die Bereinigung stimmend angesehen. Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Bereinigungs—
im Bereinigsbezirk wohnenden Bevollmächtigten Friedberg den 30. Juni 1890.
Personen, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Franz Geißler, umh Friedberg, früher in Okarben und zuletzt in Dorheim bedienstetz Karl Gottschalk von Erfurt, Maurer zuletzt in Butzbach beschäftigt, jetzt angeblich in Offenbach; Johannes Muth, 19 Jabre alt, gebürtig aus Vilbel, zuletzt daselbst und in Frankfurt beschäftigt; Georg Friedrich Karl Reith, Kutscher, geb. am 2.7 Melchior Christ, Sohn der Johannes Christ Wittwe, von Wettsaasen; Joseph Ritt, von?, zuletzt am Zellengefängniß zu Butzbach, a
August Manthei von Adlig Landeck, Regierungsbezirk Marienwerder, zuletzt landwirthschaftlicher Arbeiter in Fauerbach b. Fr. N Erledigt: Das Ausschreiben gegen Karl Vogler von Dorheim, durch die Gendarmen Bach, Krieb und Steinbach in Friedberg.
zuletzt wohnbaft daselbst; geblich in Worms beschäftigt;
Friedberg den 6. Juli 1890.
Bekanntmachung.
fassen und
Friedberg den oder den Abschätzungs—
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Bekanntmachung.
zu bestellen, da eine weitere
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grundstücken, ferner, ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen. 0 3. die zur Vollzugscommission zu berufenden Sachverständigen un deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Betheiligt vorgebracht und berathen werden. ö In dieser Versammlung hat jeder anwesende betheiligte Grun Eigenthümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkel eine Mehrheit von Zweidritttheilen der Anwesenden und sind unter dieses Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Betheiligten verbindlich Kommen gültige Beschlüsse nicht zu Stande, so hat zu 1. durch Vermessung der Grundstücke die Ermittelung d Flaͤchengehalts derselben zu erfolgen, ö zu 2. die Vollzugs-Commission die erforderlichen Beschlüsse z
zu 3. die Großherzogliche Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen.
Bezirkes wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt,
erziehender Korbmacher von Ober Seemen; Wilhelm Becker vom
5 die Beitrage nach Bedürfniß erhoben, oder g
1
Obere landwirthschaftliche Behörde di 30. Juni 1890.
Der Vollzugs-Commissär. Dr. Wallau.
Der Vollzugs-Commissär. ö Dr. Wallau.
April 1865 zu Frankfurt und und jetzt an
Der Großherzogliche Amtsanwalt. Krämer.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Landgerichtsrath am Landgerichte der Prov. Starkenburg Bauer wurde zum Direktor bei diesem Gericht, der Amtsrichter Schäfer in Darmstadt zum Landgerichtsrath am Landgerichte der Prov. Starkenburg, der Staats— anwalt Dr. Güngerich in Darmstadt zum Amts— richter in Darmstadt, der mit Versehung des Dienstes eines Fabrik-Inspektors beauftragte Fr. Kraus in Darmstadt zum Fabrik-Inspektor, der Finanz-Aspirant Kissel aus Zwingenberg zum Hauptsteueramts Assistenten in Darmstadt, der Steuer-Kontrolleur Nispel zu Groß Umstadt zum Steuer⸗Kommissär in Lauterbach, der Amtsrichter Neundörfer in Mainz zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen ernannt, der Steuerrath Rau in Darmstadt, der Steuer— rath Schober in Friedberg und der Steuer— rath Hechler in Butzbach, auf Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer Dienste, in den Ruhestand versetzt und den beiden letzten die Krone zum Ritterkreuz IJ. Kl. des Philippsordens, dem in den Ruhestand versetzten Wachtmeister Böchner das Silberne Kreuz des Philippsordens verliehen.
Frankfurt. J. Rittershaus, der Heraus geber des Frankf. Journals, hat den Fürsten Bismarck in Friedrichsruhe interviewt. Leider mangelt uns der Platz, die eine ganze Seite des Journals füllende Unterredung auch nur auszugsweise wiederzugeben; wir müssen uns darauf beschränken, einige wenige Punkte her— vorzuheben. Bezüglich der deutschen Presse äußerte Bismarck sich auf die Frage, ob er noch von keinem Vertreter einer deutschen Zei— tung aufgesucht worden sei:„Von Deutschen Zeitungen? Nein, das ist eben nicht der Fall. Gerade die Zeitungen, die doch— bis zu einem gewissen Grade— von mir abhängig gewesen sind, fragen nicht nach mir. Ich bin eine ge— fallene Größe— man will damit nicht gerne zu thun haben. Die Presse hat hierzulande keinen Muth, sie ist feige... Sie sind der Erste von der deutschen Presse, der den Muth hat, zu mir zu kommen Auf die Frage, wie sich Bismarck zu den Nationalliberalen stelle,
antwortete er:„Mit den Nationalliberalen habe ich mich meist gut vertragen. Es ist mir das Wort in den Mund gelegt worden:„ich haͤtte sie einmal an die Wand gedrückt, bis sie quietschten.“ Dieser Satz ist mir niemals in den Mund gekommen; nie habe ich einen der— artigen Ausdruck gebraucht.“ Ueber Miquel äußerte er sich:„Die nationalliberale Partei hat bedeutende Leute. Miquel und Bennigsen sind außerordentliche Politiker. Miquel ist einer der besten Redner, die wir haben. Miquel ist jetzt Minister. Ich setze ganz besondere Hoff— nungen auf ihn. Mit ihm habe ich oft zu— sammengearbeitet und wir sind einig gewesen. Namentlich bei der Versöhnung des Centrums hat mir Miquel gute Dienste geleistet.— Wenn Einer die theilweise Verschmelzung der Parteien fertig bringt, so ist es Miquel!“ Vezüglich des Kaiserslauterner Mandats bemerkte Bismarck: „Mir ist diese Candidatur nahe gelegt worden, d. h., man hat mich von vertrauter Seite aus sondirt, ob ich das Mandat übernehmen wolle. Ich bin im Princip nicht gegen ein national— liberales Mandat, aber ich hielt jetzt den Zeit— punkt nicht für geeignet, in den Reichstag zu gehen.“ Ueber das deutsch-englische Abkommen sagte er:„Ich hätte das deutsch-englische Ab— kommen so nicht geschlossen. Mußte man Helgo— land durchaus besitzen— es war der Wille des Kaisers— so war es meiner Meinung nach wohlfeiler zu bekommen.“ Bezüglich der Arbeiter-Erlasse und der Arbeiterschutz Conferenz dußerte er:„Ich glaube nicht, daß Miquel überhaupt irgend welchen Antheil an den Er— lassen hat. Ich übernahm die Redaction und schrieb die Erlasse in der jetzigen Form nieder — als Diener des Kaisers.“—„Die Ergebnisse der Conferenz sind gleich Null. Es hatte Keiner den Muth, zu widersprechen, auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Die ganze Conferenz ist eine einzige Phraseologie; nicht eine Frage hat sie praktisch gelöst.“ Auf die Frage, aus welchen Gründen der Rücktritt des Fürsten er— folgt sei?, bemerkte er:„Ich muß über diese Frage die Auskunft verweigern... Es be—
standen Meinungsverschiedenheiten zwischen min und dem Kaiser, mehr noch: zwischen mir und meinem Collegen...“ Bezüglich des Socialisten gesetzes äußerte Bismarck:„Wäre ich in meinen Stellung geblieben Gesundheitsrücksichten haben mich nicht zum Rücktritt veranlaßt— sog hätte ich unbedingt eine Verschänfung des Socia⸗ listengesetzes beantragt... Es mag sein, daß meine Collegen diese Aeußerungen im Reichstage nicht gerne von mir gehört hätten... Mam hat das Gesetz fallen lassen; es muß sich inn der Zukunft zeigen, ob man ohne das Geseßz fertig werden kann.“
Berlin. Der Kaiser wird den Grafem Moltke beim nächsten Geburtstage ganz besonders 1 ehren. In der gesammten Armee und in dem Schulen sollen Festacte abgehalten werden. 5
— Das Fr. J. meldet: Finanzministen N Dr. Miquel hatte in den letzten Tagen wieder⸗ holt längere Unterredungen mit dem Reichs kanzler v. Caprivi. Der Finanzminister entwickelt eine ungewöhnlich rege Thätigkeit und ist, wis es heißt, mit einer Aufstellung eines Finant⸗“ planes beschäftigt, der, von den Etatsverhaͤll⸗“ nissen Preußens ausgehend, die Beziehungen fixirt, in welche das Reichsschatzamt zum Präs⸗ dialstaat des Reiches treten soll. Die Regelung dieses Verhältnisses erachtet Dr. Miquel für di N natürliche Voraussetzung zu einer Reform da Steuerwesens und zu einer Revision des Zoll tarifs. Daß beides in Rede steht, gilt für aus gemacht, und die Verständigung über ein festeh Einvernehmen zwischen dem Reichsschatzamt und dem preußischen Finanzministerium wird für se wichtig erachtet, daß es als die eigentliche Grund lage des Miguel'schen Finanzplans angesehen wird,
— 10. Juli. Der„Reichsanzeiger“ ver öffentlicht heute den Wortlaut des deutsch-eng lischen Abkommens in deutscher und enzlischeß Sprache.
Lauterberg(im Harz). Der Reichscom missär Major v. Wißmann leidet seit einigen Tagen an asthmatischen Beschwerden und hüt das Bett. a
Leipzig, 10. Juli. In dem heute da
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