Ausgabe 
11.3.1890
 
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standen auf dem Standpunkte Szilagyis. Tisza wurde vom Kaiser empfangen und seine Demission angenommen. Der künftige Ministerpräsident ist Szapary. In das neue Cabinet kreten alle Mitglieder des bisherigen Cabinets Tisza, die vollkommen einig sind. Tisza bleibt Führer der liberalen Partei.

Frankreich. Paris, 8. März. Im heutigen Ministerrathe wurde die Wahl der Delegirten zur Berliner Conferenz besprochen Eine end giltige Eutscheidung ist noch nicht getroffen.. Carnot unterzeichnete das Dekret für die Er nennung Billot's zum Botschafter in Rom.

Spanten. Madrid, 7. Marz. Senat. In Beantwortung der Anfrage eines Senators sprach sich der Finanzmintster gegen eine neue Anleihe aus, welche dem Staatsschatze nur zeit. weise aushelfe und die dauernden Lasten des Staates vergrößere.

Italten. Mailand, 7. Marz. Anar chisten, welche mit einer großen Zahl aufrührert scher Mantfeste und Brandbriefe versehen waren, wurden heute verhaftet, nachdem sie heute Morgen noch bet beschaftsgungslosen Maschinenarbettern und Maurern Ruhestörungen anzuzetteln ver suchten.

Hier ist eine bedenkliche Arbeiterkrise aus gebrochen. Tausende von Bau, und Fabrik arbeern sind brodlos. Da Ausschreitungen befürchtet werden, traf die Polizei große Vor sichtsmaß regeln.

Rumänen. Bukarest. Königin Elisabeth ist neuerdings durch einen Bronchlalkatarrh an das Krankenlager gefesselt. Wie verlautet, wird ein Wiener Professor thelegraphisch nach hier berufen.

Die Regierung kündigte die Handelsver träge mit Belgien und Italien, die am 1. März 1891 ablaufen.

Aus Stadt und Land.

e Friedberg. Es ist ein schönes und dankens werthes Unternehmen, wenn Jemand das, was er auf Reisen gesehen und erlebt, einem großeren Kreise mitthetlt und auf diese Weise Freude und Belehrung wetterträgt So schilderte Reallehrer Opel am 6. Februar und 5 März im Volks bildungsvereln eine Reise, die er im vorlgen Jahre nach Frankreich unternommen. Während er im ersten Vortrag über das Reisen in Frankreich, das Leben in Parts, das für den, der die Quellen kenne, gar nicht so theuer wäte, über die Umgegend der Hauptstadt und einen Ausflug nach Havre berichtete, führte er im letzten Vos trag die Hörer durch die Weltausstellung, indem er überall interessante Einzelheiten bervor zu heben wußte. Auch der Eiffelthurm wurde ausführlich beschrieben. as zahlreich versammelte Publikum spendete dem verehrten Redner reichen Beifall.

r Bad Nauheim, 3. Marz. Am Samstag Abend fand im Saale des Hotel Sprengel dahter die gemein

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schaftliche Generalversammlung des hiesigen Spar und Vorschuß⸗Vereins, sowie der Pfennigsparkasse statt. Aus

dem Geschaͤftsbericht sel Folgendes hervorgehoben: Die Miegliederzahl hat sich um 6 vermehrt und beträgt nun mehr 3 0; ein Verlust ist nicht vorgekommen; ber Ge sammtumsatz betragt elrea Millton; die Stamman heile umsassen 127,340 M.; der Reservefonds beträgt 24,208 M.; an Verwaltungskosten wurden verausgabt 39,09 M.; an Reingewinn wurde erzielt 13,115 Die Pfennigsparkasse hat in den 81 Jahren ühres Be stebens im Ganzen 29,39 M. 69 Pf. gesammelt und 1,4503 M. 36 Pf. Zinsen gutgeschrteben. Ende 1888 summirten die verbliebenen Guthaben auf 11,153 M. 7 Pf wofür 423 Sparer eingeschrteben waren.

Allerlei.

Weißenfels, 4. März. Heute früh entstand in der Kühn'schen Schuhfabrik Feuer, das alsbald die Ge bäulichkelten in Asche legte Als das Feuer bemerkt stand bereits die Treppe in Flammen, sodaß die Bewohner der oberen Raume sich über das Dach in das Nachbar: haus retten mußten. Einige wagten den Sprung in den Hof resp auf die Straße; lelder war nicht sogleich bemerkt worden, daß noch eine ganze Familie, die Eheleute Schuh macher Kramer mit 5 Kindern, fehlte. Erst später fand man die Eheleuten nebst vier Kindern entsetzlich verstümmelt und verbrannt vor. Ein Feuerwehrmann will Hilferufe gehort haben, doch set kurz darauf das betr. Stockwerk zusammengestürzt.

Peking. In Thuan(Tongking) ist vie Cholera ausgebrochen. Viele Mannschaften der dort stallontrenden französtschen Truppen wurden hingerafft.

Handel und Verkehr. Friedberg, 8. März. Buttermarkt. Butte 5 A, 0 0 2 4 r kos ver Pfund M. 0 85 1.00 Eter 1 St. 6 Pf. 2 St. 630 Gießen, 5. März

Auf dem heute und gestern dahler

abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrleben: 1484 Stück!

Rindoteh und 73 Stück Schweine. Die Preise hielten

W.. 349 70g 35 2010 376.67 88379 397870 442046 200 Fr.

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Nr 4 500

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wurde, Frettag den 14.: Geschlossen.

sich durch den lebhaften Handel den früheren gleich, Daß diesmal der Markt mit Schwesnen nicht so stark befahren war wie sonst, mag seinen Grund in der ungün⸗ stigen Witterung haben. Nächster Markt Dienstag den 18. und Mittwoch den 19. d. Me, am letzten Tage auch Krämermark(erster in 1890) und findet an diesem Tage, Morgens 8 Uhr, die Verloosung der Krämerstände für dieses Jahr statt.

Gteßen, 8. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund M. 0 90 1.0, Eler 1 St. 6 2 St. 9 Pf., Käse per St. 48 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 1.00, Hühner per St. M. 1.20 1,7% Hahnen per St. M. 1.60 2.00, Enten per St. M. 20) 2 50, Ochsenfleisch per Pfd. 6672 Pf., Kuh und Rindfleisch 56 60 Pf., Schwelnefleisch 60 70 Pf., Hammelfleisch 96 68 Pf., Kalbfleisch 52 60 Pf., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 4.204 50, Zwiebeln per Centner M. 00 bis 12.600

Frankfurt, 7. Marz. Engros Markt. Heu pro 100 Kilo M. 5.60 6.40, Stroh pro 100 Kilo M. 5,20 6.00, Haferstroh M. 4.80, Butter 50 Kilo M. 85 90, Weißkraut 00 Kilo M. 64, Wirsing 810 Pf. Rothkraut 15 20 Pf. Erbsen 100 Kilo M. 18 24, do, geschälte M. 22 32, Grünekern M. 14 16, Kartoffeen das Malter M. 3 bis 3.00, Zwiebeln per Ctr. M. 10, Rüböl(raff) 50 Kilo M. 30

Frankfurt, 8 März. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 1418 Pf., do, geschalte 16 20 Pf., fiische franzoͤsische Erbsen per Pfund 70 bis 80 Pf., Linsen 15-20 Pf., weiße Bohnen 16- 20 Pf., gelbe Kartoffeln per Gescheld 14 16 Pf., rothe Kartoffeln per Gescheld 12 bis 14 Pf., Mäuschenkartoffeln per Geschetd 40 25 Pf., Butter per Pfd. M. 1.00 1 20, Eter das Stück 4 bis 8 Pf., Blumenkohl kl. 40-70 Pf, Kopfsalat 00-00 Pf., franz, Kopfsalat 4 18 Pf., Sellerteköpfe 10 20 Pf., Romalnsalat per Stück O00 bis 00 Pf., franz. Romainsalat 7080 Pf., Zwiebeln 25 Pf., per Centner M. 6. 10. Carotten das Paͤckchen 4060 Pf., Kohlraben das Stück 00 Pf., gelbe Ruben die Portion 12 20 Pf., rothe Rüben 1520 Pf., Weißkraut das Stück 15- 30 Pf., Rothkraut 2030 Pf., Wirsing 12 20 Pf., Endtvien salat 00 00 Pf., Schwarzwurzel 5060 Pf., Cronberger Kastanten per Pfund 12 bits 16 Pf., italienische 15 18 Pf., franz. Sellerie 40 bis 50 Pf., frische dicke Spargel M. 3.00- 3 50., Suppenspargel 3050 Pf. neuer Lattig salat 2425 Pf., neue Rapunzel per Portion 0.70 bis 1.00 M

Beförderung von Getrelde und Kleie. Mit dem 1. März ist versuchswelse im Local und gegenseltigen Verkehr der preußtschen Staatseisenbahnen die Vergün stigung in Kraft getreten, daß die Beförderung von Ge treide(Wetzen, Roggen, Hafer, Gerste und Mats), sowte Kleie in Wagenladungen auch in loser Schüttung unter nachfolgenden Bedingungen zulässig sein soll: 1) Die Be⸗ forderung bat in gewohnlich gedeckten Wagen zu e erfolgen.

2) Die Verladung und die Sicherung des verladenen Gutes gegen Verstreuen ist die Sache des Versenders.

Die hierzu verwendeten Geräthschaften werden nach Maß gabe der allgemeinen Tarkfvorschriften frachtfrei an den Versender zurückbefördert. 3) Bet unverpackter Aufgabe ist vom Versender nach Vorschrift des Betriebsreglements besonders zu deelartren. 4) Bet bahnseitiger Entladung auf Antrag des Empfängers oder nach Ablauf der Ent ladeftist wird neben den Kosten für etwa erfolgte Be schaffung oder Anmtethung von Säcken eine besondere, aus dem Loealgütertartfe der in Betracht kommenden Verwaltung zu ersehende Gebühr erhoben.

Verloosung.

Madrider 100 Fr. Loose von 1868. Februar 1890. Heimzahlung am Nr. 57511 à 100,000 Fr. Nr. 1973 28017 a 1000 Fr. 139585 1267265 20928 263554 417674 346526 Fr. Nr. 89955 98598 169 7 258826 275152 318678 324311 326543 40271 420909 a 3 0 Fr. Nr. 2091 27679 11178 50198 97364 107153 137349 4716 167513 174583 175195 237799 22 91 312289 333782

Ziehung vom 1. Juli 1890.

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Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt Theater in Frankfurt. pernhaus. Dienstag den 11: Martha. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 12: Vorstellung bei ermäßigten Pretsen. Das Wintermärchen Außer Abonnement. Donnerstag den 3: Der Prophet. Gewöhnl. Preise. stag den 15. Norma liche Preise

Sam

Hlerauf: Puppenfee. Gewöhn

Sonntag den 16: Zum ersten Male: Vaterland. Große Oper in 4 Akten von Paladilhe. Große Preise.

Schausplielhaus.

Dienstag den 11. Das Bild des Signorelli. liche Preise.

Mittwoch den 12. Zum ersten Male: Nur kein Talent. Lustsptlel in 1 Akt von Waldau. Hierauf: Durchs Ohr. Gewöhnliche Preise,

Donnerstag den 13.: Gastspiel des K. K. Hofburgschau sptelers Ernst Hartmann. Die Wlderspänstige. Pe, truchlo: Herr Hartmann. Außer Abonn. Gr. Preise.

Freitag den 14.: Das Bild des Signorelll. Gew. Pr.

Samstag den 15.: Zweites und vorletztes Gastspiel des K. K. Hofburgschauspielers Ernst Hartmann. Die Die Journalisten. Dr. Bolz: Herr Hartmann. Gr. Pr.

Sonntag den 16. Letztes Gastspiel des K. K. Hofburg schauspielers Ernst Hartmann. Ein Erfolg. Marlow:

Gewoͤhn

Stadtkirchenbau Verein Friedberg. g Im Monat Januar und Februar 1890 gingen eln und werden mit herzlichen Dank bescheinsgt: 1 M. Zeugen⸗ gebübren von R; 1 M. N. N. von NR R; 1000 M. Geschenk der Geschwister Theobald aus dem Nachlasse der Fräulein Amanda Theobald; 100 M. durch Professor

Dr, Wesffenbach Geschenk der Geschwister N. N. dahler; N M. 20 Pf Geschenk von einem Kinde. Um weitere 90 Belträge werd freundlichst gebeten. 80 Friedberg den 1. März 1890. 140 Der Vorsitzende: Der Rechner:

Dr. Welffenbach. Heldt. 32 60 Buxkinstoff, aeanend zu einem Anzuge, 15 reine Wolle, nadelfertig zu M. 5.85 Pf., für 70

eine Hose allein blos M. 2.35 Pf., durch das N Nuxkin- Fabrik Depot Hettinger& Co., Frank- ö 1 furt a. M Musteraguswahl umgehend franeo. 809 20 ö 10 100

Geld- Cours.

Frankfurt am 8. März 1890. 10 Geber Nehmer. 5 M. Pf. M. Pf. 2 20. Frankenstücke 2 16 28 16. 19 0 K do. in ½ 16. 21 16. 17. Dollars in Gold 4. 20 4. 16 1 Ducaten 4 f 9. 63 9. 59 f al fare 9. 65 9. 60 0 Englische Sovereignse, 20. 42 20. 8 1. Russische Imperfales. 16. 68 1

Verding von Bauarbeiten.

Die Ausführung der nachverzeichneten Arbeiten zum Neubau des Post- und Telegraphengebündes in Fried⸗ berg(Hesen) und zwar der:

Tischlerarbetten, veranschlagt zu 10286 M. 93 Pf.,

Schlosserarbeiten 3963 80

Glaserarbeiten 3409

Anstreicherarbetten 2864 soll im Wege der öffentlichen allgemeinen schriftlichen Anbietung, im Einzelnen oder zusammen vergeben werden und ist hierzu Termin auf 22. März d. J., Vormittags 11 Uhr, im Postbüreau zu Friedberg(Hessen) anberaumt.

Daselbst liegen Zeichnungen, Kostenanschläge und Be dingungen zur Elnsicht aus. Abdrücke des Gesammt kostenanschlages können gegen Posteinzahlung von 4 M. von dort besogen werden.

Bietungslustige wollen ihre Angebote, zu welchen Muster bei dem vorgenannten Baubüreau zu erhalten 1 sind, portofrel, verschlossen und mit bezüglicher Ausschrift verseben, bis zu dem bezeichneten Tage an den Architeeten Herrn Hartig in Friedberg(Hessen) einsenden, woselbst die eingegangenen Angebote in Gegenwart etwa erschle nener Anbieter eröffnet werden.

Es bleibt freie Auswahl unter den sämmtlichen Anbietern vorbehalten

Darmstadt, 6. Marz 1890.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor la vel.

N

150 10

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1 N 34

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1 1153

2* 2 0 g Lieferung.

Für das Bürgerhospital und Versorgungshaus soll 5 die Lieferung von

eirea 300 Latb Brod(zweite Sorte) und die erforder

lichen Brödchen,

3% Kilo Weizenmehl(Vorschuß),

1500 Ochsenfleisch nebst Nierenfett,

00 Kalb und Hammeelfleisch,

400 Schweinefleisch nebst Fett und Wurst,

300 Hülsenfrüchten,

300 Reis, Gries und Gerste,

100 gebrannten Kaffee,

150 Kern und Schmierseife nebst Soda, Branntwein, Salatöl, Crystallöl und Petroleum

für die Zeit vom 1. April bis 30. September d. J. ver⸗

geben werden.

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Ferner sollen Stoffe zu Confirmatlons-Anzügen, sowie

1 zu Kitteln für Männer, Blaudruck und Biber zu Kleider und Unterröcken für Frauen, Hemdenleinen, Handtücher und blaues Schuͤrzenzeug vergeben werden. 1 Angebote mit Muster sind bet der unterzeichneten Be⸗ hörde bis zum 19. März einzureichen. Friedberg den 10. März 1890. Großherzogliche Bürgermeisteret Friedberg. Steinbäußer.

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14 0 0 Ver Holz⸗Versteigerung. Freitag den 14. März, Vormittags 10 Uhr, kommt in dem Fauerbacher Gemeindewald, Distrikt Filzhardt und Eichberg folgendes Holz zur Versteigerung: 14 53 Nadelstämme mit 11 Festmeter Inhalt, 9 Nadelderbstangen, 36 Raummeter Nadelknüppel, 2560 Buchenxessig, erste Durchforstung, 3980 Nadelreisig, vierte Durchforstung, 12 Raummeter Nadelstöͤcke. Zusammenkunft am Obenberg an der Lehmgrube. Fauerbach v. d. H. den 10. Marz 1890.

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Herr Hartmann. Große Preise.

Großherzogliche Bürgermelsterel Fauerbach v. d. f 1185 i Winker. 8 1