—
2 ů*˙⅛⁊˙Q2—
Friedberg den 17. Februar 1890.
Bekanntmachung.
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Bönstadt, II. Sache.
Nachdem sich mehr wie ein Fünftheil der betheiligten Grund-Eigen— thümer, welche mehr als die Hälfte der betheiligten Flaͤche besitzen, bei der am 2. November v. J. stattgehabten Abstimmung für die Feldbe— reinigung in der Gemarkung Böoͤustadt erklärt haben, und nachdem ferner keine Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbestaͤndigkeit des Ergebnisses erhoben worden sind, hat die Großherzogliche Obere land— wirtbschaftliche Behörde den Beginn der Feldbereinigungsarbeiten für die Gemarkung Bönstadt verordnet und den Unterzeichneten zum Vollzugs— Commissär ernannt.
Judem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe lade ich gleich— zeitig sämmtliche betheiligte Grund⸗Eigenthümer zu der in Gemäßbeit des Artekel 16 des Gesetzes vom 28 September 1887 auf Samstag, den 22. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhause zu Bönstadt stattfindenden Vetsammlung ein.
Bekanntmachung. 0
grundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfniß erhoben oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen
2) die zur Vollzugs-Commisstion zu berufenden Sachverständige und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen.
Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Betheiligten vorgebracht und berathen werden. In dieser Versammlung hat jede anwesende betheiligte Grund-Eigenthümer eine Stimme; die Beschlüßf erfordern zu ihrer Gultigkeit eine Mehrheit von Zweidritttheilen den Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht e schienenen Betheiligten verbindlich.
Kommen gültige Beschlüsse nicht zu Stande, so hat zu 1) dis Vollzugs⸗Commission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen; zu 2) di Großherzogliche Obere landwirthschaftliche Behörde die Sachverständigen
15 bestelle
AIEnepa. aner
Diese Versammlung bat:
1) zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt, werth der Grundstücke, oder durch Bildung und Verkauf von Masse—
Steckbrief. Gegen den Wilhelm Eichenauer, geboren am 22. August 1849 zu Ortenberg, zuletzt wohnhaft in Maar, ist von Großherzoglichem Amtsgericht Friedberg unterm 3. Februar l. J. wegen der Anschuldigung, am 23. Juni v. J. oder um diese Zeit zu Frledberg sich fremde bewegliche Sachen, nämlich zwei dem Kaufmang Peter Theis daselbst gevörige Packetchen neuer Schrankschlösser im Werthe von 7 Mark 20 Pfennig, in deren Besitz er auf eine nicht näher aufgeklärte Art und Weis gelangt war, rechtswidrig zugeeignet zu haben, Haftbefehl erlassen worden. Es wird ersucht, den zꝛc. Eichenauer zu verhaften, Großherzoglichem Amtsgericht Friedberg vor
führen und sofort Nachricht anher gelangen zu lassen.
oder den Abschätzungs⸗
und Schiedsrichter zu ernennen. Friedberg den 4. Februar 1890.
Der Vollzugs ⸗Commissär: Dr. Wallau.
Nuwoch lum dit. dörmnden n, B.
Erledigt: Das Ausschreiben gegen Johannes Luft und dessen Ehefrau von Hausen, durch die Gendarmen Steinbach in Friedberg und Oestreich in Butzbach. d lader
Friedberg den 6. Februar 1890.
Deutsches Reich.
Darmstadt Dienstag, den 11. d. M., hält der vierte Ausschuß eine Sitzung ab, in welcher der Antrag von Osann und Genossen wegen Verstaatlichung der Hessischen Ludwigs— bahn zur Beratbung steht.
— Dem Fabrikarbeiter Nietmann zu Alsfeld wurde das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„Für Verdienste“ verliehen.
Berlin. Mit Major Liebert reisen heute, der„Post“ zufolge, 10 andere Officie e, der Assistenzarzt Dr. Steuben und 30 Uuterofficiere, nach Ostafrika ab.— Vor einigen Tagen machte die„Köln. Ztg.“ bei Erwähnung der Nachricht von der Besitznahme der Jusel Manda und Patta durch die bruisch⸗ostafrikanssche Gesellschaft die Bemerkung: die Sache könnte nicht als eine abgeschlessene angesehen we den, da über den Besitz der Jusel noch eine schieds gerichtliche Eut— schdung bevorstehe. Die„Post“ meldet nun in Uebereinstimmung damit, es schwebten Ver— handlungen zwischen Deutschland und England, um die Frage der Zugehörigkeit der genannten Inseln einem Schiedsgericht zu unterbreiten.
Dresden, 8. Febr. Die Königin ist noch krank, sie verbringt jedoch einen Theil des Tages außerhalb des Bettes. Die Kräfte kehren langsam wieder, doch ist das Allgemeinbefinden wesentlich besser.
München, 7. Jan. Im Reichs rats-Aus— schuß erklärte auch Prinz Ludwig den Placet— antrag schon aus formalen und der Verfassung herzuleitenden Gründen für unannehmbar. 8. Febr. Im Reichsratausschuß führte Prinz Ludwig aus, die Altkatholiken gehörten nicht der päpstlichen Kirche an; dieselben verwürfen die schon vor dem Vatikanum bestandenen Kirchen— lehren und besäßen eine getrennte Hierarchie. Der Prinz wünscht, daß die Altkatholikenfrage endlich erledigt werde und zwar am zweckmäßigsten, weil die Mehrheit der Reichsräte doch gegen den Kammerbeschluß sei, durch eine Tagesordnung, welche den Wunsch ausdrücke, daß die Staats— regierung mit den Kirchenbehörden eine endgiltige Regelung herbeiführe. Minister v. Crailsheim stimmte in Vertretung des Ministers v. Lutz dieser Motivirung bei und erklärte, die bayerische Regierung habe niemals die altkatholische Hie— rarchte anerkannt. Graf Preising widersprach. Schließlich wurde eine Tagesordnung ange⸗ nommen, worin es heißt, es sei noch nicht fest— gestellt, daß die Altkatholiken außerhalb der
Der Großherzogliche Amtsanwalt: r Juden Krämer. Fuledt katholischen Kirche ständen, und hinzugefügt wird,— 8. Febr. Die Deputirtenkammer nahm ö daß der Altkatholizismus eine vollständige Kirchen- den Gesetzentwurf betreffend die Errichtung neuer 1— trennung involvire, sowie daß ein Urtheil der Cavallerie-Regimenter an. Lamarzelle(Rechte) Kirchengewalt noch nicht vorliege. beabsichtigte, die Regierung betreffs der Verhaf⸗ die 0 Königstein, 7. Febr. Die Erbgroßherzogin tung des Herzogs von Orleans zu interpelliren,[bu au von Baden ist heute zum Besuch bei ihrer Mutter, wurde jedoch von seinen Freunden veranlaßt, I nfeten der Herzogin von Nassau, hier eingetroffen. seine Absicht nicht auszuführen.* Italien. Rom, 8. Febr. Kammer. Bei 1155 Ausland. der heute wiederholten Abstimmung über die“ g Oesterreich-Ungarn. Pest, 8. Febr. Tagesordnung des Minoritäts-Ausschlusses zur sd Abgeordnetenhaus. Finanzminister Weckerle legte Vorberathung des Gesetzentwurfs betreffend die D U einen Gesetzentwurf vor, wodurch den die Landes Sicherheitspolizei wurde dieselbe in namentlichg T e industrie fördernden Geldinstituten mit mindestens Abstimmung mit 147 gegen 47 Stimmen abge⸗ 4 h. fünf Millionen Actienkapital in den ersten fünf- lehnt, die von der Regierung acceptirte Tages⸗ zehn Jahren ihres Bestehens vollständige Steuer- ordnung der Majorität, welche die Regierung freiheit sowie andere staatliche Begünstigungen ermächtigt, die von den städtischen Behörden. gewährt werden. abhängigen Sicherheitsorgane aufzuheben, an—*— — Dem„Nemzet“ zufolge gestalteten sich genommen. 7 die Einnahmen des ungarischen Staates im Neapel, 7. Febr. Das Zuchtpolizeigesetz ven- leich letzten Quartal um 21 Million Gulden günstiger urtheilte vier anläßlich der Unruhen an der Uni: ee gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres. versität verhaftete Studenten, den einen zu 30 3 — Eine Deputation der hiesigen deutschen Tagen, die übrigen zu sechs bis acht Tagen Ge— 1 died Arbeiter ersuchte den deutschen Generalconsul, fängniß. 1 dem Kaiser Wilhelm für seine in der Arbeiter“ Türkei. Constantinopel. Das Schlußpro⸗ frage ergriffene Initiative zu danken. tokoll zum deutsch⸗türkischen Handelsvertrag 10 Holland. Haag. Das Befinden des Königs wurde von den betreffenden Delegirten unter⸗ ist seit einiger Zeit so gut, daß er beabsichtigt, zeichnet. Verf am 19. Februar zu seinem 73. Geburtstage ein— 8. Febr. Der Minister des Auswärtigen“ g großes Galadiner auf Sch'oß Loo zu geben. von Montenegro, Vukovitsch, ist gestern hier[en Belgien. Brüssel. Belgien erklärte seinen eingetroffen. n deko. Beitritt zu der vom deutschen Kaiser angeregten Serbien. Belgrad. Die Handelsvertrags⸗ dun Arbeiterschutz Conferenz ohne Deutschlands Ein- verhandlungen mit Bulgarien wurden abgebrochen— ladung abzuwarten. und der serbische Delegirte Stefanovitsch zurück— Acer Frankreich. Paris, 7. Febr. Der Herzog berufen. nasch von Orleans(Sohn), welcher mit dem Grafen Bulgarien. Sofia, 7. Febr. Als neue Ein⸗—— von Paris, seinem Vater, heute Morgen hier zelnheit zu der Verschwörung gegen den Prinzen] Asen eingetroffen, wurde heute Abend in der Wohnung Ferdinand wird berichtet, daß die Verschwörer für da, des Herzogs von Luynes verhaftet und vor den den letzten Samstag früh 3 Uhr einen Sonderzug dus Polizeipräfecten gebracht, spaͤter nach der Con- nach Pirot bestellt hatten, in welchem der Prinz ban ciergerie. Der Herzog hatte ein Abdankungs- außer Landes gebracht werden sollte. Die militä⸗ 0 schreiben des Grafen von Paris sowie ein Mantfest rische Begleitung für den Fuͤrsten sei gleichfalls bes( 100 an das französische Volk bei sich. Die Verhaf- stimmt gewewesen; Führer derselben sollte Panitza 28 tung erfolgte auf Grund des Gesetzes betreffend selbst sein. Die Bestellung des Sonderzuges. die Ausweisung der französischen Prinzen.— habe zur Entdeckung der Verschwörung beige— ö 8. Febr. Der Herzog von Orleans erschtlen tragen. Bei der Untersuchung der Papiere Pa- En heute vor der achten Kammer des Corrections-nitza's wurden chiffrirte Briefe an Kalopkoff u, tribunals. Er erwiederte auf die Frage des gefunden, deren Schlüssel entdeckt worden sei. E Präsidenten, er sei nach Frankreich gekommen, Die bisherigen Aussagen Panitza's vor dem* um Militärdienst zu leisten und verlangte die] Untersuchungsrichter enthielten nicht Wichtiges, Nen Vertagung der Angelegenheit, um einen Advokaten sebenso belanglos sind die Erklärungen des Advo? 8 5 anzunehmen. Der Gerichtshof vertagte die Ver- kalen Matejeff. Späteren Mittheilungen zufolge F. handlung bis Mittwoch.
bestand ein Projekt, den Prinzen Ferdinand zu


