— Asfahrt.— 3. Juni.
. — ertagen können die Gewerbetreibenden die
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1690.
Donnerstag den 5. Juni.
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Oberhessischer Anzeiger.
Dird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch f und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
oncen: Die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf., ein Beleg kostet 9 Pf. auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets durch die Post nachgenommen.
Annoncen von
1 1 genannter Behoͤrde vorzubringen.
Aegelitischen Friedhof, wegen Kanalarbeiten bis Friedberg den 4. Juni 1890.
Friedberg den 81. Mat 1890.
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Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
bueffend: Die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Ilbenstadt. 5 Die Verrechnung der durch die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Ilbenstadt entstandenen Kosten sowie die Zusammen⸗ ung und Vertheilung der durch die Meliorationen enstandenen Kosten liegen in der Zeit vom 7. bis 21. Juni 1. J. auf dem Amtszimmer Großherzoglichen Bürgermeisterei Ilbenstadt zur Einsicht offen und sind Einwendungen während dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses
zum 9. d. Mts. unfahrbar ist.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
Friedberg den 3. Juni 1890. 2349 Dr. Braden. N Bekanntmachung. 4 Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Kreisstraße Friedberg—Ockstadt, von der Ortsdurchfahrt Friedberg bis zum
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Person, bezüglich deren Aufenthalts Auskunft begehrt wird: Amalie Mädle, umherziehende Künstlerin, angeblich aus Fulda
Der Großherzogliche Amts anwalt. Krämer.
f Deutsches Reich. Friedberg, 3. Juni. Die Allerhoͤchsten Hrrschaften machten heute eine Spazierfahrt über Mder⸗ und Ober⸗Mörlen.
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Friedberg, 4. Juni. S. Kgl. Hoheit di Großherzog hatten beute den Gebeimen Fichenrath Director Dr. Diegel, den ev. Dekan Myer, den kath. Pfarrer Thöbes, den Ober— cnsrichter Sellheim, den Amtmann Dr. Wallau, Fumtlich von hier, sowie den Forstmeister Schnitt, pchn von Bad⸗ Nauheim mit einer Einladung u Tafel beehrt.
Berlin, 2. Juni. Der„Reichsanzeiger“ pilt mit, daß die Besserung im Befinden des Kisers in erfreulichster Weise fortschreitet; gestern Aechmittag unternahm der Kaiser die erste Der„Reichsanzeiger“ midet: Der Kaiser unternahm gestern seinen etzen Austritt. Die Besserung schreitet auf das erreulichste fort.
— 3. Juni. Die Reichstagscommission zur Viberathung der Novelle zur Gewerbeordnung tu heute zu ihrer ersten Sitzung zusammen. wurde sofort in die materielle Erörterung
buldurch Reichsgesetz begründeten Beschränkungen Cenenstand freier Uebereinkunft. iuigen Gesetz folgen hierauf folgende zwei Bätze: Zum Arbeiten an Sonn- und Feier— am können die Gewerbetreibenden die Arbeiter verpflichten.
orstehende Bestimmung nicht. 6 Festtage gelten, bestimmen die Landesregier— im. In der vorgelegten Novelle sind diese keen Absätze fortgelassen und statt derselben neuer 105 a in Vorschlag gebracht, Aer lautet: Zum Arbeiten an Sonn- und
enter nur insoweit verpflichten, als es sich Arbeiten handelt, welche nach den Be⸗ mungen dieses Gesetzes auch an Sonn und tagen vorgenommen werden dürfen. Welche als Festrage gelten, bestimmen unter Be⸗
e icht örtli d confessionellen i f een 7— der! des deutschen Handwerkes behandelt.— 3. Juni.
kältnisse die Landesregierungen.
de§ 105 eingetreten, welcher in Absatz wüber⸗ ertimmend mit dem bestehenden Gesetz und der 5 De elle lautet: Die Festsetzung der Verhältnisse deutschen Innungs-Handwerker Verbände nahm Vichen den stelbststaͤndigen Gewerbetreibenden den Befähigungsnachweis an und beschloß ferner, I den gewerblichen Arbeitern ist vorbehaltlich Petitionen an den Reichstag zu richten wegen des In dem gegen— lich Competenz der Innungsschiedsgerichte), sowie wegen
Commission wurden nun die Vorschläge der Novelle mit 12 gegen 12 Stimmen abgelehnt.
— 3. Juni. Abgeordnetenhaus. Der Eisen— bahn-Nachtragsetat wurde erörterungslos in dritter Lesung angenommen. Betreffs der Sperrgelder will Windthorst, nach dem Fr. J., volle Ver— wendungsfreiheit für die katholische Kirche und empfiehlt seinen Antrag, auf Grund von neuen Verhandlungen der Regierung mit den Bischöfen, einen entsprechenden Gesetzentwurf in der künftigen Session einzubringen. Graf Limburg-Styrum erklärt, der Staat sei rechtlich nicht verpflichtet zur Verwendung der Sperrgelder im katholischen Interesse. Die Abstimmung der Conservativen hänge vom Centrum ab. Abg. Bruel begründet den Antrag, die Sperrgelder den Kirchenoberen zur Entschädigung der durch die Sperrung Ge— schaͤdigten und zur Bildung eines Emeritenfonds aus dem Reste zu überlassen. Der Cultusminister spricht sich gegen die Anträge der Abgg. Windt— horst und Bruel aus. Der Papst, wenn er auch zur Vorlage selbst nicht Stellung nehmen konnte, habe sich doch mit ihren maßgebenden Grundsätzen einverstanden erklärt. Es sei poli⸗ tisch unmöglich, eine Summe von 60 Million Mark den kirchlichen Oberen ohne jede Be— dingung auszuhändigen.
— 2. Juni. Der hier tagende Congreß der
§ 72 der Gewerbegerichtsvorlage(bezüg—
Abänderung des Krankenversicherungs— Gesetzes behufs Erleichterung der Bildung von Innungs-Gesellen-Krankenkassen und Verbands—
Arbeiten, welche nach der Krankenkassen für Meister, Gesellen und Lehr⸗ nur des Gewerbebetriebes einen Aufschub oder] linge, schließlich wegen Einführung obligatorischer
Unterbrechung nicht gestatten, fallen unter Arbeitsbücher. N Bum ene . Welche Tage eine Resolution an, in welcher die officielle Fest⸗
Die Versammlung nahm sodann
stellung aller gesetzwidrigen Vorkommnisse bei Streiks gefordert wird behufs Gewinnung des für die selbstständigen Handwerker unentbehrlichen Materials. Der Congreß beschloß ferner, eine Petition an den Reichstag zu richten wegen Ein⸗ schränkung des Haussirhandels und beauftragte die leitenden Innungsausschüsse, vorbereitende Schritte betreffs Stellungnahme gegenüber den Consumvereinen und wegen Schutzmaßregeln gegen schwindelhafte Bauunternehmer zu thun. Die Versammlung beschloß weiter eine Immediatein— gabe an den Kaiser, welche die gegenwärtige Lage
Der Innungstag beschäftigte sich heute mit den Organisations-Aufgaben der Innungsausschüsse der vereinigten Innungen und nahm darauf den Bericht der Deputation, welche dem Kaiser heute das Immediatgesuch des Innungstages überreichte, entgegen. Der Kaiser habe die Deputation äußerst huldvoll empfangen und erklärt, er und seine Regierung hätten wiederholt ihre Sympathie für den Handwerkerstand kundgegeben. Der Kaiser verfolge mit Interesse die Bewegungen des Hand— werkerstandes; es sei sein innigster Wunsch, daß das Handwerk die Stellung wieder einnehme, die es im 14. Jahrhundert eingenommen habe. Der Bericht wurde mit dem lebhaftesten Beifall auf— genommen. Mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser wurde der Innungstag geschlossen. Koblenz, 3. Juni. Der Erbprinz von Meiningen mußte wegen Unwohlseins die In— spicirung des Kaiserin Augusta-Regiments unter⸗ brechen und kehrt nach Berlin zurück. München, 3. Juni. Das Befinden des Staatsraths v. Lutz ist besorgnißerregend. Straßburg. Die vierte Wanderaus— stellung der Deutschen landwirthschaftlichen Ge— sellschaft wird am 5. Juni durch den Staat— halter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, eröffnet werden. Der Großherzog von Baden
trifft am Abend des Eröffnungstages hier ein.
— 3. Juni. Der vierte Verbandstag der deutschen Berufsgenossenschaften trat heute hier zusammen. Nach Erstattung des Geschäftsberichts durch den Vorsitzenden wurde auf Antrag des geschäftsführenden Ausschusses die Errichtung einer Centralstelle zur Arbeitsvermittelung für invalide Arbeiter beschlossen. Dir. Wenzel Berlin refe— rirte über die Durchführung einer Lohnstatistik seitens der Berufsgenossenschaften. Präsident Dr. Bödiker stimmte dem Vorschlage mit Wärme bei, glaubt aber, den Berufsgenossenschaften das Vorgehen in dieser Angelegenheit selbstständig überlassen zu müssen. Director Schlesinger-Berlin referirte über die Errichtung von Unfallkranken— häusern und Rekonvaleszentenhäusern für verletzte Arbeiter. Der Ausschuß wurde zu Maßnahmen für die Errichtung einer Pensionskasse für die Beamten der Berufsgenossenschaften ermächtigt. Als Ort des nächsten Verbandstages wurde München gewählt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Prag, 2. Juni: Der Landtag nahm in zweiter Lesung das Schul— aufsichtsgesez mit 167 gegen 52 Stimmen an


