Allerlei.
Friedrichsdorf, 29. Oet. Bel dem nahen Dorfe Dillingen stürzte gestern Morgen eine Kiesgrube ein, wobei zwei in der Grube arbeitende Männer, der Land- und Gastwirth Geist und dessen Schwager, den Tod fanden. Die zur Hülfe herbeigeeilten Knechte konn ten die Verschütteten nicht mehr retten. Beide Männer waren Familtenväter.
München, 31. Oet. Der Geheimrath Professor von Nußbaum ist heute gestorben.
Siegen. Hler, in der Vaterstadt Adolf Diester: wegs, ist am Mittwoch zum Säkulärtage seiner Geburt ein Denkmal des großen Pädagogen enthüllt worden.
Berlin. Die gemeldete Auffindung der Leiche des Zimmermeisters Schaaf beruht, den Berichten verschie— dener Blätter zufolge, auf Erfindung.
Berlin. Vor dem Verbrauch sog. amerikanischer Scheibenäpfel, eines sich äußerlich sehr vortheilhaft re präsentirenden Backobstes, ist bereits vor einiger Zelt von den Behörden gewarnt worden. Nunmehr veröffent— licht das Reichsgesundheitsamt das Ergebniß der gericht— lichen Ermittelungen über die Beschaffenheit die Trocken⸗ obstes. Danach sind vor einiger Zeit in Hamburg und Altona mehrfach Sendungen solcher amerikantischer Schei— benäpfel bei den Händlern beschlagnahmt und den ge— richtlichen Chemikern zur Untersuchung übergeben wor den. Durch diese Untersuchungen wurde festgestellt, daß die Schelbenäpfel, die auf Zinkplatten getrocknet werden, 0,02 bis 0,43 pCt. apfelsaures Zinkoxid enthalten, was etwa die gleiche Wirkung wie schwefelsaures oder essigsaures Zinkoxid besitzt, also zu den Giften gehört und geeignet ist, die menschliche Gesundheit nachhaltig zu schädigen. Schon in kleineren Gaben bewirkt dies Gift Uebelkeit, Benommenheit des Kopfes, Schwindel anfälle, während wiederholte Anwendung heftige Stö rungen der Verdauung und Muskelkrämpfe herbelführt.
Antwerpen, 29. Oet. Buffalo Bill's West Truppe schiffte sich heute mit dem Dampfer„Belgenland“ der „Red Star Linie“ nach Philadelphta ein. Im nächsten Frühjahr soll eine neue Truppe von Amerika kommen, um die Vorstellungen auf dem Continente wieder zu be— ginnen.
Pest, 29. Oetober. In Laezhaza wurde der reiche Getreidehändler Bleier sammt seiner jungen Frau, zwei Kindern und den Dienstboten heute Nacht ermordet. Die Besitzung wurde ausgeraubt. Die That geschah durch bewaffnete Räuber.
Budapest, 30. Oet. In Erlau wurde gestern der städtische Kasstrer Juhasz sammt seiner Wirthschafterin bel hellichtem Tage in seiner Wobnung ermordet aufge funden. Aus der geöffneten Werthscheinkasse fehlen 70,000 Gulden in Werthpapteren, Eigenthum der grie chischen Gemeinde, deren Kassirer Juhasz ist, sowie mehrere Tausende an baarem Gelde und vtele Prettosen. Die Haushälterin, welche ihrer Abstammung nach 31 geuerin ist, soll von Räubern gedungen und von diesen dann ebenfalls ermordet worden sein Von den Thätern hat sich bis jetzt noch keine Spur aufgefunden
Madrid. Nach der ofsiztellen Statistik sind bis zum 20. October in ganz Spanten 5446 Personen von der jetzt erloschenen Cholera ergriffen worden und 2824 daran gestorben.
Osaka. Eine gewaltige Feuersbrunst hat am 5. September hier gewüthet. Es liegen jetzt über die Ka— tastrophe briefliche Mittheilungen vor: Der Brand zer— störte über 300 Häuser und richtete einen Schaden an, der ungefähr auf 20 Million Mark geschätzt wird; die Zahl der Obdachlosen soll 18,000 betragen, 100 Feuer wehrleute erlitten Verletzungen.
Newyork, 1. Nov. Bei einem Zusammenstoß eines Dampfers„Vizeaya“ mit einem Schooner sind neunzig Personen verunglückt. Der Schooner, welcher von Philadelphia nach Fallriver fuhr, heißt„Cornelius
Hargraves.“ 88 Aufruf.
Im Herrn geliebte Glaubensgenossen!
Die Decanatssynode hat am 4. September d. J. in Friedberg beschlossen, an alle evangeltsche Christen des Decanats und insbesondere an Diejenigen, welche ver— möge ihres Berufes in der Lage sind, auf weitere Kreise Einfluß zu üben, die ebenso herzliche als dringende Bitte zu richten, für eine würdige Sonntagsfeier sorgen zu helfen, insbesondere sich en den Sonntagen aller Arbei⸗ ten zu enthalten, welche bei guten Willen und richtiger Ueberlegung ebenso gut an den Werktagen verrichtet werden können. Zur Empfehlung dieses Beschlusses ge statten sich die unterzeichneten Mitglieder des Decanats Ausschusses an die hohe Bedeutung zu erinnern, welche die Sonntagsruhe für das religiös-sittliche und für das soelale Leben unseres Volkes hat. Wte läßt sich die christliche Gesinnung in den Gemeindegliedern erwecken und pflegen, wie ist überhaupt ein chrtistliches Volksle ben möglich, wenn Sonntagsarbeit den Menschen geistig und körperlich abstumpft, oder die rauschende Weltlust an Sonn und Fetertagen Herzen und Sinnen ganz in Besitz nimmt, den Geist zerstreut, die Gemüther aufregt und dem Menschen den Geschmack an edlen, reinen Freuden raubt? Während an den Wochentagen die Ehegatten bis hinauf in die höchsten Stände ihren verschiedenen Berufsarbeiten nachgehen müssen, sollte sie der Sonn— tag vereinigen und das Band, welches sie verknüpft zu einem innigeren machen. An diesem Tag sollte der Haus— vater von den Sorgen des Lebens sich befreit fühlen, mit den Seinigen an dem Gottesdienste Antheil nehmen, in Gottes freier Natur Erfrischung und Freude suchen und vor Allem an Gottes Wort sich erbauen. Aber wo der Hausvater sogar am Sonntage nicht von der Amts stube, dem Kontor, der Werkstatt, der Feldarbeit sich los machen kann, oder auch durch eine fast ununterbroche— nen Reihe von Festlichkeiten in Anspruch genommen wird, da leidet das Familienleben noth, der Sinn fur eine stille, glückliche Häuslichkeit geht verloren, und das Volk versinkt mehr und mehr in den Abgrund eines zügellosen Wesens, in welchem schon manche Nation, die über die heiligen Ordnungen Gottes sich hinweggesetzt
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hatte, untergegangen ist. Ist auch in unserer Gegend ö die gute alte Sonntagssitte noch nicht überall durchbro
chen, ja steht es in Bezug auf Sonntags ruhe bei uns, Gott sei Dank, immer noch günstiger als an anderen Orten, so hat doch die Unruhe an den Sonntagen entschleden zugenommen. Oft wird die Sonntagsstille durch zu⸗ wellen recht unnöthige Einkäufe, durch Arbeiten und dle letder allzuvielen Festlichketten, manchmal auch durch dle Ausbrüche eines rohen Genußtreibens gestört. Wir können dazu nicht länger schweigen. Unser christliches Gewissen treibt uns, an alle Glaubensgenossen die dringende Bitte zu richten:„Helft, daß uns der Sonn⸗ tagssegen erhalten bleibt! Enthaltet euch namentlich der Sonntagsarbeiten, welche den Werktagen zukommen, suchet mit eueren Angehörigen am Sonntag Erbauung und Etholung der Seele in Gottes Wort.“ Nur so werden wir unserem Volke das Evangelium und den Segen eines christlich-deutschen Familtenlebens erhalten.
Friedberg den 1. October 1890.
Der Decanats-Ausschuß. Meyer, Decan; Walz, Decanats Stellvertreter;
Friedberg. Bad Nauheim Schrimpf, Pfarrer; E Wießler, Rentler; Buß bach. Butzbach.
Geberinger, Gastwirtb, Bad Nauheim.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Dienstag den 4.: Lakmé. Gewöhnl. Preise.
Mittwoch den 5.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Der arme Jonathan. Die Puppenfee Außer Abonn.
Donnerstag den 6: Walküre. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 7.: Geschlossen.
Samstag den 8.: Die Fürstin von Athen. Hierauf: Die Loreley. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 9.: Rienzi. Große Preise.
Montag den 10.: Zum ersten Male: Page Fritz. Ope⸗ rette in 3 Aeten von A. Straß und M. Weinzierl. Kleine Pretse.
Schauspielhaus. a
Dienstag den 4.: Der Volksfeind. Gewöhnl. Preise.
Mittwoch den 5.: Der selige Toupinel. Gew. Preise.
Donnerstag den 6: Ehre. Gew. Preise. Außer Abonn.
Freitag den 7: Der selige Toupinel. Gew. Preise.
Samstag den 8.: Unsere Freunde.
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Vormitte
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Sonntag den 9.: Nachmittags 3½ Uhr: Ihr Corporal. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Die Haubenlerche. Gewöhnliche Preise.
Montag den 10: Zu Schiller's Geburtstag. Kabale und Liebe. Gewöhnliche Preise. Briefkasten. Mehrere uns zugekommene Artikel mußten wegen
Mangel an Raum für die nächste Nummer zurückgestellt werden. Die Redaetion.
Die Lieferung von Sheriff⸗ oder Kornstroh, 4— 50 Ctr., soll Mittwoch Nachmittag um 1 Uhr auf Großh. Bürgermetsterei ver— steigert werden. Ober Mörlen. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober Mörlen. Jeckel
Arbeits⸗Vergebung.
Samstag den 8. November. Vormittags um 10 Uhr, sollen im Gasthaus zum Berliner Hof zu Wobnbach die bet Neubau eines Schulhauses vorkommenden Arbeiten und Lieferungen öffentlich durch mündliches Gebot in Accord gegeben werden:
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Erdarbeit, lt. Kostenüberschlag 640,70 M. Maurerarbeit 3778,40„ Steinhauerarbeit 2602,40„ Zimmerarbeit 5475,30„ Dach deckeraubeit 1477,— Schreinerarbeit 356% 0„ Schlosserarbeit 1165,—„ Schmiedarbeit 210,.—„ Eisenlieferung 656,40„ Glaserarbeit 763,50„ Welßbinderarbeit 27 18,.—„ Spenglerarbett 277,90„ Lieferung von Mauersteinen 1360,.—„ 75„ Russeasteinen 4320,—„ 5„ Schwarz⸗ und Weißkalk 850,.—„
Schlacken und Grubensand 980,— Cement 40,—„ 5„ Mainsteinplatten 222,.—„ Zeichnungen, Voranschlag und Bedingungen liegen auf dem Bureau der Großh. Bürgermeistereil Wohnbach und des Unterzeichneten von Montag den 3. d. M. an zur Einsicht offen. Butzbach den 31. October 1890.
*
J. A.; Metzger, Bezirks bauaufseher.
4 gebrauchte Faß,
jedes 3¼ Ohm haltend und noch in sehr gutem Zu— stande, können billig verkauft werden von
Ossenheim am 31. Oktober 1890.
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Georg Fr. Kopp.
4279
Bullen ⸗Ankauf.
Die Gemeinde Kaichen beabsichtigt einen zur Zucht tauglichen Bullen, Bernerbastard, im Alter von 15 bis 18 Monaten anzukaufen.
Verkäufer solcher Thiere wollen sich bei unterfertigter Stelle melden.
Kaichen am 30. October 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Kaichen. 4283 Weitzel.
Zeichnu ngen
für Stickereien auf Seide, Sammt, Plüsch u. s w., ebenso das Anfertigen von Schablonen für Sticke⸗ reien ꝛc werden schön ausgeführt bet
H. Wittig, Graveur im Hause des Herrn Schlosser—
4275 meister Rumpf, Kirchgasse 441.
Federn& Daunen
154 bei G. M. Reuss. Ein 14 Monate alter, schön geformter, gelbscheckiger
Zuchtbulle,
Garantie für reine Simmenthaler Rasse, steht zu ver— kaufen bei
Dortelweil, 27. October 1890. 4203 Bürgermeister Hensel.
Versteigerung.
Mittwoch den 5. November, Vormittags 9 Uhr anfangend, läßt Frl. Volk hier in ihrem Laden sämmtliche Wollewaaren, Kurz— waaren, Glasschränke, Glaskasten, Ladentische, Regale, sowie verschiedene Haus- und Küchen⸗ geräthe gegen Baarzahlung versteigern.
In Auftrag:
J. Butzbach, Auctionator. Ferner in Auftrag 2 Kinderwagen.
4285
Vorschuß-& Credit-Verein zu Friedberg Eingetragene Genossenschaft
1238 Kiel forel rußi bel
We
leste W 4298
mit unbeschränkter Haftpflicht. Ausweis pro Monat Oktober 1890. f 4282 Einnahme. 0 Kassebestand pro 1. Okt. 1890 M. 18882. f
Wechsel-Conto 56059.
* Belehnungs Conto 4 4 00.— Conto-Corrente A.„ 103213, 22 Conto-Corrente B.„ 54876. 72 Spar⸗Einlagen-Conto„ 77426. 49 Bank⸗-Conto„ 80201. 42 Effecten-Conto„ 32254. 65 Pfennig-Sparkassen- Conto„ 135. 50 Stammantheil Conto 2 402.— Reservefonds Conto 5 6.— Auswärtige Correspondenten 5 6156. 78 Wechsel-Zinsen-Conto 1 923. 35 Belehnungs-Zinsen Conto 5 64. 80 M. 434703. 54 Ausgabe. Wechsel-Conto M. 27020. 44 Belehnungs Conto„ 13770.— Conto-Corrente A.„ 154411. 44 Conto-Corrente B.„ 38480.— Spareinlagen-Conto„ 68577. 52 Bank Conto„ 45000.— Effeeten-Conto„ 22607 65 Coupons- und Sorten-Conto„ 17008. 70% Auswärtige Correspondenten 10 1754. 33 Hausreparatur⸗Conto 5 222. 60 Unkosten-Conto 1 1491. 40 Kassebestand pro 1. Nov. 1890„ 44359. 46 M. 434703. 54 Eingang. Ausgang. M. 93882.31 Wechsel⸗Conto⸗Corrent A. M. 78396. 74 „ 12304. 96 Wechsel⸗Conto⸗Corrent B.„ 21837. 58 „ 83503.55 Wechsel-Bank-Conto„ 5554.67 „ 19865.66 Wechsel-Giro⸗Conto„ 30324. 62 „ 11066. 17 Wechsel Auswärtige Corresp.„ 225.77 „ 5868527 Effeeten-Conto„ 28480. 62 Wee e M. 210820.—
Ein Monatsmädchen
wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Anz. 4286
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in Elsy
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