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Bekanntmachung.
Betreffend: Erbauung einer Kreisstraße von Dorheim nach Fauerbach mit Abzweigung nach Bauernheim.
Die Lieferung von 4430 cbm Cbausseesteinen(Basalt) und eirea 100 lidm Cementröhren von 0,25 und 0,50 m lichte Weite sollen Dienstag den 16. d. Mts.,
Nachmittags um 21½ Uhr, in dem Rathhause zu Bauernheim durch Bezirks bauaufseher Zörb II. zu Friedberg öffentlich vergeben werden.
Friedberg den 9. April 1889.
Steckbrief.
Amtsgerichts Butzbach vom 4. April 1889 wegen der Anschuldtgung: Vortheil verschafft zu haben, daß er sich in der Absicht, dies„ Dienstantritt unter Mitnahme des empfangenen Miethspfennigs von Mark heimlich entfernte. 2 Welse, wie unter 1., sich des Vergehens des§. 263 des Reichs Straf Gesetz Buchs gegenüber dem Balthaser Krämer in Rockenberg dadurch schuldig gemacht hat, daß er zu diesem als Knecht sich vermiethete, den Dienst aber nicht antrat und den empfangenen Miethpfennig für sich behielt, festzunehmen und, Großherzoglichem Amtsgericht Butzbach, andernfalls dem nächsten Amtsgerichte vorzuführen. Um sofortige Nachricht vor Zu⸗
14 Tage vor Petritag l. Js wenn im Großherzogthum Hessen betroffen, führung wird ersucht.
Steckbrief.
e Dienste nicht zu leisten, zu jenem als Schweizer auf Petritag l. Js. 8 Vergehen des§. 263 des Reichs⸗Straf⸗Gesetz Buchs; 2. daß er in gleicher
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Ritter, Kaspar, Dienstknecht, von Grüningen, geboren am 29. Oetober 1852 zu Wallen rod, verhetrathet, ist auf Grund Haftbefehls Großherzoglichen 1. Das Vermögen des Hermann Reitz in Butzbach dadurch beschädigt resp. sich einen unerlaubten
vermiethete und sich bald nach seinem
Fuchs, Kaspar, geboren am 17. Juli 1865 zu Lauter, ist auf Grund Haftbefehls Großherzoglichen Amtsgerichts Vilbel vom 4. April 1889 wegen
der Anschuldigung:„zu Vilbel, als er in Dilensten des Bäckermeisters Wechsler daselbst stand, verschiedene Kundengelder im Gesammtbetrage von 4 M. 4 Pf., welche er
vereinnahmt, sich rechtswidrig zugeeignet zu haben,“(Vergehen gegen 8 e Großherzoglichem Amtsgerichte Vilbel, andernfalls dem nächsten Amtsgerichte vorzuführen.
Steckbrief. Euler, Peter, Taglöhner, geboren am 1. März 1843 zu Arheilgen, ist auf Grund Haftbefehls Großh. Amtsgerichts Friedberg vom 9. April 1889 wegen der Anschuldigung:„in der Absicht sich einen rechtswidrigen Vermögens vorthetl zu verschaffen, das Vermögen des Bürgermeisters Rack in Dorn-Assenheim unter der falschen Vorspiegelung, daß er bei dem letzteren als Dienstknecht eintreten werde, um 3 Mark beschädigt zu haben,“ festzunehmen und, wenn im Großherzogthum Hessen
betroffen, Großherzoglichem Amtsgericht Frledberg, andernfalls dem nächsten Amtsgerichte vorzuführen.
Um sofortige Nachricht vor Zuführung wird ersucht.
F. 295/89.
Ausschreiben. Etwa vierzehn Tage vor Weihnachten vermiethete sich zu Ossenheim bei Friedberg ein sich Braun, Nikolaus, Taglöhner aus Groß- oder Klein⸗ Steinheim nennendes Individuum bei dem Pachter Schäfer daselbst für die Zeit von Weihnachten 1888 bis dahin 1889 als Viehschwelzer, ließ sich 3 Mark Miethpfennig geben, trat jedoch seinen Dienst nicht an und gab auch den Miethpfennig nicht zurück, sondern verschwand damit alsbald aus hiesiger Gegend. Der p. p Braun ist etwa 40 Jahre alt, don mittlerer Statur, trägt einen dunkelblonden Vollbart und treibt sich augenscheinlich unter falschen Namen herum. Um Anordnung geeigneter Recherchen bezüglich seines gegenwärtigen Aufenthalts, eventuelle Festnahme und sofortige Mittheilung wird ergebenst ersucht.
Erledigungen.
Die Ausschreiben gegen: 1. Schwarzhaupt, Ernst Konrad, Dachdecker von Ramstadt; 2. Heinrich Stey von Günseldorf durch Gendarm Stein⸗
bach in Friedberg; 3. der Steckbrief gegen: Bohm, Konrad, von Knetzgau durch Fußgendarm Schmidt VI. zu Bergen und Gendarm Brähler zu Groß-Karben.
Friedberg den 10. April 1889.
Der Großherzogliche Amtsanwalt: Krämer.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Postpersonalnachrichten. Ernannt sind die Postassistenten Hirsch in Mainz, Ritzel in Gießen, Wagner in Grünberg Hessen und Walter in Darmstadt zu Oberpostassistenten. Versetzt sind der Telegraphen— inspekror Treutler von Darmstadt nach Düsseldorf, der Postinspektor Schmitt von Braunschweig nach Darmstadt, der Postsekretär Müller von Darmstadt nach Alzey, der Postassistent Platt von Berlin nach Mainz. Gestorben ist der Postexpediteur a. D. Steffan in Wöllstein(Rheinhessen).
— Es wurden: der Director der Realschule Dr. von Gall in Oppenheim zum Director der Realschule in Darmstadt ernannt; der Pfand— meister Feidner in Mainz, der Kreisdiener Rockel in Alzey und der Rendant Deiß in Darmstadt, sämmtlich auf Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer Dienste in den Ruhestand versetzt, sowie letzterem der Charakter als„Rechnungsrath“ verliehen.
Berlin, 13 April. Der Kaiser ist heute nach Oldenburg abgereist. Die Kaiserin Fried— rich reiste mit den Prinzessinnen-Töchtern nach Homburg ab.
Berlin, 12. April. Reichstag. Bei der Be— rathung des§ 18 der Altersversicherung erklärte Minister v. Bötticher, der Bundesrath könne ohne wirklich entscheidende Gründe nicht darauf verzichten, daß die Vorlage noch in dieser Session zur Erledigung komme. Die Vorschläge der Commission seien praktisch durchführbar und dem Hause zur Annahme zu empfehlen. Wolle man die von socialdemokratischer Seite vorgeschlagene progressive Einkommenstener schaffen, dann müͤsse man die Vorlage noch über die griechischen Kalenden hinaus hintenansetzen. Abg. Buol ist mit der progressiven Reichseinkommensteuer ein— verstanden und ersucht solches gründlichst zu er— wägen, gleichviel ob das Zustandekommen des Gesetzes dadurch hinausgeschoben würde.
— Einer Reutermeldung aus Sidney zufolge ist die„Olga“ dort eingetroffen, sowie der Commandant, 2 Officiere, 30 Mann vom „Adler“ und die überlebenden Officiere des „Eber“. Dieselben kehren am 24. April an Bord des„Habsburg“ nach Deutschland zurück. 100 Mann bleiben als Wachtcommando in Apia zurück. Mataasa entließ seine meisten Leute.
Umarmung begrüßte. Am Eingange der Heilig— geist-Straße, wo eine Ehrenpforte errichtet wor— den war, hielt der Oberbürgermeister v. Schrenck eine Ansprache. Auf dem Wege bis zum Schlosse bildeten Truppen, Kriegervereine, Innungen und andere Vereine, sowie die Schulen Spalier; die Stadt ist prächtig geschmückt.
— Der Erbgroßherzog und die Erbgroß— herzogin von Oldenburg, die auf der Reise durch Indien begriffen sind, haben auf der Fahrt von Bombay nach Calcutta in Lebens— gefahr geschwebt. Sie erkrankten plötzlich unter Vergiftungs-Symptomen. Die Untersuchung er— gab, daß die Speisen, von denen sie genossen, in schlecht gereinigten Kupfergefäßen bereitet waren. Sieben Personen von der Reisegesell— schaft starben. Das erbgroßherzogliche Paar besindet sich auf dem Wege der Bessernng und hat die Heimreise bereits angetreten.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Pest, 13. April. Das Oberhaus nahm die Suezconvention sowie die Vorlage betreffs der Regulirungsarbeiten des Eisernen Thores, die Verstaatlichung der ersten Ungarisch-Galizischen Eisenbahn und der Ungarischen Westbahn an.
Schweiz. Bern, 12. April. Der Stände— rath stimmte nach dreitägiger Berathung dem Nationalrath in der Tessiner Angelegenheit zu, womit die Sache zu Gunsten des Bundesrathes erledigt ist.
Frankreich. Paris, 12. April. Im Senat
verliest der Präsident das Dekret, welches den
Senat zum obersten Gerichtshof für die Vor— untersuchung in der Angelegenheit Boulanger bestellt. Die von der Kammer beschlossene Er— höhung des Zolles auf Roggen und Roggenmehl wurde auch vom Senate angenommen.
— Merlin wurde zum Präsidenten der Un— tersuchungscommission des Staatsgerichtshofs ge— wählt.— Die vereinigte Rechte der Kammer nahm einstimmig den Protest gegen die Ein— setzung des Staatsgerichtshofes an, der eine Verhöhnung der Gerechtigkeit sei.— Es wird
— Ur. Peters hat nach dem„Fr. J.“ seinbestätigt, der Senator Naquet, sowie die Depu—
Vertragsverbältniß zur ostafrikanischen Gesell— schaft nunwehr vollig gelöst.
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Die Geschäfte des schiedene
tirten Laguerre, Laisant und andere, sowie ver— Journalisten in der Anklage gegen
Generalconsuls in Sansibar wird während der Boulanger, Dillon und Rochefort einbegriffen
Abwesenbeit des beurlaubten Michahelles Viceconsul Steifensand, der bereits unter Generalconsul Arendt in Sansibar thaͤtig war, wahrnehmen.
Oldenburg, 14. April. Der Kaiser traf heute früh unter Salutschüssen und Glockenge— laͤute und dem enthustastischen Jubel der zahl— reich herbeigeströmten Bevölkerung bier ein. Am Bahnhof wurde der Kaiser vom Großher— zog empfangen, welchen er durch zweimalige
Generalconsuls werden.
Holland. Haag, 12. April. Prof. Rosen⸗ stein und die übrigen Aerzte halten den Zustand des Königs in den letzten Tagen für etwas besser, da mehr Schlaf vorhanden und das Allgemein— befinden trotz großer Schwache etwas be— ruhigender ist.
— Die zweite Kammer nahm den Gesetz— entwurf betreffs der Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken an.
Großbritannien. London, 12. April.
Im Unterhaus brachte Staatssecretäͤär Worms
eine Bill ein, durch welche die Reglerung in den Stand gesetzt werden soll, die Zuckerprämien— Convention zur Ausführung zu bringen und durch Cabinetsordre die Einfuhr des durch Prämien subventionirten Zuckers zu verbieten, sobald die Majorität der Unterzeichner der Con⸗ vention entschieden habe, daß es sich um solchen Zucker handelt. Nach Erlaß der Cabinetsordre wird solcher Zucker gemäß der Zollgesetze wie falsche Münzen behandelt. Das Haus nahm in erster Lesung die Bill an. N
— Dem Auswärtigen Amt ging eine Depesche aus Sansibar zu, wonach Bushiri die franzoͤ— sischen Missionare in Bagomoya benachrichtigte, daß die Missionare von Mowapwa das Innere verlassen hätten und wohlbehalten in der Nähe der Küste angelangt seien.
Italien. Rom, 12. April. In der Kammer⸗ sitzung interpellirte Breganze den Kriegsminister, wie er innerhalb der Grenzen der jüngsten Votirungen des Parlaments und angesichts der politischen Situation in Abessynien die militärische Lage in Afrika zu regeln gedenke?
Rumänien. Bukarest, 12. April. Kammer. In der Beantwortung einer Interpellation über die äußere Politik des neuen Cabinets erklärte der Ministerpräsident Catargin: Neutralität sei die Devise der gegenwärtigen Regierung. Die— selbe werde die Frage der Ausweisung von
russischen Unterthanen studiren, um zu erfahren,
ob die Ausweisungen gesetzlich waren oder nicht. Carp meinte, das Wort Neutralität habe keinen Sinn in Kriegszeiten. Er verlangte, daß man die Propaganda der Panslavisten bekämpfe.
Rußland. Petersburg. Der„Regierungs— Anzeiger“ veröffentlicht die bekannte französische aktenmäßige Darstellung des Atschinoff Zwischen⸗ falls mit einem Auszug aus dem Bericht des russischen Viceconsuls Iwanoff, welcher in der— selben Angelegenheit nach Suky gesandt worden war. Paissi und Atschinoff behaupten, das Bombardement sei unerwartet gekommen und der von den Russen besetzte Platz sei nicht fran⸗ zösisches Eigenthum gewesen. Atschinoff ver⸗ sichert, die Franzosen hatten ihm 45,000 Rubel entwendet. Das Regierungsblatt enthält sich jeglichen Urtheils.
Afrika. Sansibar. Einer Meldung des Bureau Reuter zufolge ist von den englischen Missionen eine Nachricht hier welche meldet, englische, aus dem Innern in Bagamoyo eingetroffene Missionare berichteten, der Führer der Buschiri, verhandele mit Wiß⸗ mann wegen Friedensschlusses.
Aus Stadt und Land. W. Weber, Bankbureauchef in München,
Worms.
hatte dort eine Sammlung zu Gunsten des„Tambours
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eingegangen,
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246 des Reichs Straf Gesetz-Buchs) festzunehmen, und wenn im Großherzogthum Hessen betroffen, Um sofortige Nachricht vor Zuführung wird ersucht.
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