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Oberhessischer Anzeiger.

124.

geilage.

Fleischnahrung oder Pflanzenkost.

Eine kritische Beleuchtung des Vegetariantsmus.

1 Von Dr. W. Heß.

Wenn sich der Vegetarianismus in der neuesten geit mehr und mehr breit gemacht hat und die zahl seiner Anhänger eine ziemlich beträchtliche Iworden ist, so dürfte es auch für weitere Kreise cht uninteressant sein, über den Werth oder Imwerth dieser Lehre ein Urtheil zu bekommen. Jer Vegetarianismus ist nicht, wie so häufig

itt und Abe genommen wird, eine Erfindung unseres Jahr villgt. hunderts, sondern er war schon im Alterthume Jim 6 ter dem Namen desPythagoreismus bekannt.

1 on seiner weiteren Entwicklung ist uns allerdings

chts überliefert worden, und so müssen wir s mit der Thatsache seiner Existenz in unserer poche begnügen. Wir haben unter den Vege⸗ rianern zwei Richtungen zu unterscheiden. Pährend der strenge Vegetarianismus alle dem dhierreich entstammenden Produkte, also auch lise, Milch, Eier u. s. w., sowie die Mehrzahl ar Genußmittel, wie Kaffee, Thee, Bier, Wein, gewürze verwirft, sind die Anhänger der ge häßigten Richtung nur Gegner der Fleischnahrung. bie Grundidee, welche der vegetarianischen Lehre grunde liegt, können wir in zwei Sätze zu⸗ lr immenfassen: 1) Der Fleischgenuß äußert sowohl elsentkeller uuf die Moralität des Menschen wie auch auf seine

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Fleischnahrung kann völlig durch vegetabi lische Nahrungsmittel ersetzt werden. Was nun zunächst die Art des moralischen Nachtheils der Fleischnahrung betrifft, so behaupten die Vege tarianer, daß das Fleisch durch die Art seiner Gewinnung, durch das Töoͤdten von lebenden Wesen, eine sittliche Gefahr hervorrufe, denn das Ermorden von den Menschen ähnlichen Ge schöpfen mache roh und grausam und die Auf nahme von Fleisch unterstütze diese Wirkung wesentlich. Wäre dieser Vorwurf, dem übrigens eine gewisse Berechtigung auch wir nicht abstreiten wollen, in der That begründet und wären die Folgen wirklich so schlimm, wie oben angegeben, so müßten wir in den Verbrecherstatistiken unter der RubrikAngriffe gegen die Person unzweifel haft eine überwiegende Anzahl von Angehörigen des Schlachterhandwerks finden, denn bei den selben müßte doch die Rohheit am höchsten ent wickelt und die Grausamkeit am stärksten ausge bildet sein! Nun, wir brauchen wohl nicht zu versichern, daß dieses durchaus nicht der Fall ist. Gehen wir nun auf die allerdings nicht von allen Vegetarianern behauptete Schädlichkeit des Fleischgenusses für unsere Gesundheit näher ein, so finden wir bei sorgfältigster Prüfung keinen Grund, welcher eine solche Annahme rechtfertigen könnte. Vor trichinösem Fleische sind wir durch

Uhr an hesundheit einen schädlichen Einfluß. 2) Die

die Einrichtung der Fleischschau hinreichend ge

schützt, und andere schmarotzende Parasiten werden durch das Kochen resp. Braten desselben getödtet und somit unschädlich gemacht. Wie weiterhin von den Physiologen und Aerzten hinreichend bewiesen ist, findet eine nachtheilige Wirkung der Fleischnahrung nur da statt, wo dieselbe in zu großer Menge geuossen wird. Nicht etwa, weil irgend welche schädlichen Stoffe im Fleische ent halten wären, sondern weil im Gegentheil seines großen Eiweißgehaltes wegen, jener für die Er nährung so äußerst wichtigen Substanz, dem Körper mehr Nährstoffe zugeführt werden, als er verbrauchen kann. Hierdurch findet eine Ueber füllung des Organismus mit unbrauchbaren Stoffen statt, es wird die normale Zusammen setzung des Blutes, der Gewebe u. s. w. gestört, kurz, es treten jene Erscheinungen auf, die wir als Vollsaftigkeit bezeichnen und als deren sehr häufige Folgen Schlaganfälle, Gicht und ähn liche Krankheiten anzusehen sind. Wohlbemerkt ist dieses aber nur der Fall, wenn die Fleisch aufnahme eine übermächtig große ist. Wird, wie das in den meisten Fällen geschieht, die Nahrung neben Fleisch aus Vegetabilien zusam mengesetzt, so wird sich stets nur eine sehr vor theilhafte Wirkung desselben geltend machen.

(Schluß folgt.)

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Versteigerungs-Anzeige.

Die an den Staatsstraßen zwischen Ober-Wöllstadt und Nieder⸗Wöllstadt und zwischen Ilbenstadt und Assen⸗ heim vorkommenden abgängigen Alleebäume sollen Montag den 21. October l. J. meistbietend öffentlich versteigert werden.

Die Zusammenkunft findet statt des Vormittags um 8 Uhr an der Mühle bei Ober-Wöllstadt und um 9 Uhr nächst dem Chausseehaus bei Ilbenstadt.

Friedberg den 14. Ocober 1889.

Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg.

3754 Kranz.

Pfänder⸗Versteigerung

zu Friedberg.

Mittwoch den 30. Oetober l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in hiesigem Rathhaus die bis zu diesem Termin die Verfallzeit erreicht habenden, nicht ausgelösten noch renovirten Pfänder der hiesigen Pfand- und Leih⸗ anstalt gehörend, bestehend: in Gold, Silber, Taschen⸗ uhren, Weißzeug, Herrn- und Frauenkleidern öffentlich meistbietend versteigert werden.

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für Friedberg und Umgegend bei Friedrich Wagner.

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york. (Nr. 216.

Hierbei wird bemerkt, daß die Auslösung und Reno⸗ vatlon der Pfänder an den hierzu bestimmten Wochen⸗ tagen stattfinden kann, und daß das Pfandhaus von Montag den 28. October J. J. bis nach Beendigung der Versteigerung geschlossen bleibt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegen⸗ den Orte werden ersucht, dieses im Interesse ihrer Orts angehörigen bekannt machen zu lassen.

Friedberg den 10. October 1889.

Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.

3697 Steinhäußer.

Versteigerungs⸗Anzeige.

Dienstag den 22. October 1889, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in meinem Büreau nachstehend verzeichnete Gegenstände zwangsweise gegen Baarzahlung:

8 Stück baumwollene Hosenstoffreste von 14, 10, 4, , 3 und 11,2 Metern,

912 Meter grauen Cassenet,

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Versteigerung bestimmt.

Friedberg den 17. October 1889.

Bangel, 3780 Großh. Gerichtsvollzieher.

Obligations⸗Verloosung. Bei der am 23. September 1889 stattgehabten Ver⸗ ) loosung der Partlal- Obligationen der Gemeinde Spies⸗ heim wurden die Nummern 23 und 64 zu je 100 fl. zur Rückzahlung gezogen.

Die Inhaber dieser Obligationen werden hiermit auf⸗ gefordert, gegen Rückgabe derselben und der noch nicht

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fälligen Zinscoupons den Betrag am 31. Dezember 1889 bei dem Gemeinde⸗Einnehmer dahier in Empfang zu nehmen, indem mit diesem Tage der Zinsenlauf aufhört. Spies heim den 15. October 1889. r Großherzogliche Bürgermeisterei Spiesheim Keller.