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von Natalie und Milan betreffend, werde im Wesentlichen darin bestehen, daß für die Königin wie den König das Recht, in Serbien zu ver weilen, zeitlich umgrenzt und beschränkt werde. Die Königin sei fest entschlossen, jeder derartigen Zumuthung Widerstand zu leisten und werde sich darauf berufen, daß dieselbe eine Beschrän kung der staatsbürgerlichen Rechte, also eine Verfassungsänderung bedeute, wozu die kleine Skupschtina nicht competent sei, da die neue Ver fassung während fünf Jahren nicht abänderbar ist.

ulgarien. Sofia. DieSwoboda bespricht die Frage bezüglich der Anerkennung des Fürsten Ferdinand und erinnert an den jüngsten Beschluß der Pforte, diesbezüglich ein Rund schreiben an die Mächte zu richten. Der Be schluß sei durch die Intriguen Nelidoff's zu nichte geworden. Die Initiative in dieser Frage stehe der Türkei zu auf Grund des Berliner Ver trages. Die Türkei solle in Ausübung eigener Rechte entschieden selbst vorgehen, andernfalls würde Bulgarien die Türkei nicht mehr als suzerän betrachten können und selbst die seiner Wohlfahrt ersprießlichen Mittel suchen muͤssen. Die Türkei müsse sich unverzüglich erklären, wenn sie nicht eines Tages von neuen Ereignissen über rascht werden wolle.

Rußland. Petersburg, 7. Oct. Der Haus⸗ minister Woronzoff Daschkoff, der Commandirende des Hauplquartiers General v. Richter, der Chef der Kanzlei Graf Oissufjeff und dessen Gebilfe Baron Budberg sind heute bereits nach Berlin abgereist.

Auläßlich der Hochzeit in Athen begeben sich russischerseits der KreuzerAdmiral Korni loff, die PanzerfregatteMinin, das Kanonen bootTschernamoretz und der AvisoPsesuape, wahrscheinlich auch die PanzerfregattenWladi mir undMonomach nach dem Piräus.

Aus Stadt und Land. Bönstadt, 6. Oetober Wegen Verbrechens gegen

die Sittlichkeit, verübt an einem 16jährigen Mädchen,

wurde gestern Elias Müller von hier verhaftet. Derselbe machte noch gestern Abend im Haftlokale zu Altenstadt seinem Leben durch Erhängen ein Ende.

t. Rendel. Bet der dahler stattgehabten Gemeinde rathswohl haben von 170 Wahlberechtigten 100 ihre Stimmen abgegeben. Gewählt wurden die seitherigen Mitglieder K. Hock mit 81, Ph. Deweil mit 75 und P. Heep mit 73 Stimmen.

o. Petterweil. Unter schwacher Bethelligung fand die hiesige Gemeinderathswahl statt. 18 Stimmenberech tigte haben abgestimmt Folgende Ortsbürger wurden gewählt: G Lost, J. Michel, Chr Groß und K. Weber.

Schotten, 1. Okt. Gestern Abend wurde ein Mann namens Möller aus Grebenhain, im Walde in der Nähe der Stadt von drei Stromern angepackt und beraubt.

Allerlei.

st. Frankfurt. Die gefeterte Sängerin Marcella Sembrich, welche während der letzten zwei Jahre in Frankfurt nicht aufgetreten ist, hat mit der hiesigen Intendanz eine Vereinbarung getroffen, wonach die be rühmte Künstlerin anläßlich ihrer Gastsplelreise durch Deutschland im Frankfurter Opernhause singen wird. Das kurze Gastspiel welches sich auf höchstens zwei Abende beschränken wird, soll schon Anfang der nächsten Woche stattfinden.

Oberammergau. Der neunjährige Fischersohn Anton Schwarz in Schondorf, der bel heftigem Sturm in seinem gebrechlichen Kahne in den Ammersee hinausfuhr und einen mit dem Ertrinken kämpfenden Mann unter eigener Lebensgefahr rettete, wird die Rettungsmedaille bekommen. Der muthige Knabe erhielt durch eine Sammlung auch einen neuen Kahn und eine kleine Summe in seine Spar büchse.

Preßburg, 5. Oet. Im großen, am Vorabend des Versöbnungstages mit über 1800 Personen gefüllten israelitischen Tempel entstand Feuerlärm, dem eine fürchter⸗ liche Panik folgte. Beim Drängen nach den wenigen vorhandenen Ausgängen wurden 30 Personen verletzt.

Rom, 6. Oet. Ein heftiger Orkan richtete gestern in der Provinz Cagliari großen Schaden an. Er zerstörte in der Stadt Quarto über 200 Häuser, aus welchen bisher 30 Leichen befördert wurden. Weitere Opfer sind, wie man befürchtet, unter den Trümmern begraben. In Quartueeia sind 30 Haͤuser eingestürzt.

Der Cocarnismus. (Schluß.)

Wenn das Cocain seine Vortheile hat, so hat es auch auf der andern Seite manche Un annnehmlichkeit. Man hat Leute gefunden, die in demselben Augenblick, in dem ihnen eine Ein spritzung gegeben wurde, von schweren Ohn

machten und Nervenzuckungen befallen wurden. Bei anderen wieder stellten sich wirkliche epilep⸗ tische Anfälle ein. Das ist die unangenehme Seite der Sache. Es hat dies auch den Eifer der von dem neuen Alkaloid eingenommenen Befürworter in etwas abgekühlt. Diese schweren Zufälle kennzeichnen den akuten Cocafnismus. Denselben rethen sich andere an, die ihre Ursache im chronischen Cocainismus haben. Die er⸗ wähnten drei Falle des Doktor Magnan wollen wir jetzt etwas näher erörtern. Der erste Kranke, ein Kaufmann von 48 Jahren, hatte im Jahre 1876 angefangen, sich Morphiumeinspritzungen zu machen, da er an heftiger Nierenkolik litt. Er blieb einige Zeit verständig und gebrauchte das Mittel mit großer Vorsicht. Zwei Jahre später jedoch begann er in einem Anfalle von Niedergeschlagenheit von dem Gifte täglich zu nehmen, ohne auf die beachtenswerthen Zufälle zu merken, die sich einstellten, wenn er einige Tage seine Einspritzungen vernachlässigte. Es ist dies die gewöhnliche Erscheinung bei allen An fängen von Morphiumsucht. Um sich von diesem Uebel zu heilen, entschloß er sich im Jahre 1886 Cocafneinspritzungen zu nehmen. Zu diesem Zwecke mischte er das Cocain Anfangs mit dem früher genommenen Gifte. Er brachte es bald auf eine Dosis von 1 Gramm den Tag. Zwei Monate später stellten sich die ersten An zeichen des chronischen Cocarnismus bei ihm ein. Er bekam zuerst täuschende Gesichtseindrücke. Es schien ihm, als ob alle Stühle und Sessel seines Zimmers zu tanzen anfingen. Eine an der Wand aufgehängte Tasche bewegte sich aufwärts bis zur Zimmerdecke und von da wieder zurück. Außerdem hörte er jeden Augenblick an seine Thür klopfen. Aus seinem Schlafe wird er durch Stöße und Muskelzuckungen geruͤttelt und plötz⸗ lich geweckt. Unter seiner Zunge fühlt er schwarze Würmchen, die er durch vieles Kratzen eins nach dem andern zu entfernen glaubt. Vermehrt er die Dosis des Giftes, so treten auch die Er scheinungen stärker auf. Dann bemerkt er am Ende seines Bettes fratzenhafte Schatten; ein Bienenschwarm umgibt ihn beständig und er hat entsetzliche Mühe, sich vor den Stichen dieser Thierchen zu wehren. Alles erscheint ihm klein; die Häuser, die Pferde scheinen ihm über Nacht kleiner geworden; er hat beständig denselben Eindruck, den Guilliver bei den Liliputanern bekam. Jeden Augenblick glaubt er, man habe ihm leicht auf die Schulter geklopft, und dreht sich deshalb plötzlich auffahrend um. Die Ge fühlstäuschung, die er unter der Zunge hat, dehnt sich auf seinen ganzen Körper aus; in seiner Täuschung beschäftigt er sich damit, unter den Mikroben, die auf seiner Haut sitzen, die der Cholera herauszufinden. Ein Apotheker von 44 Jahren ist der zweite Leidende. Auch er machte zuerst Morphium Einspritzungen, um die Schmerzen von häufig eintretenden Leberkoliken! zu lindern und auch er wurde von der Morphium sucht ergriffen, wie dies unausbleiblich ist, so daß er sich drei Jahre hindurch jeden Tag ein halbes Gramm Morphium einspritzte. Um sich hiervon zu befreien, griff er zu dem Cocarn, von dem er täglich zwei Gramm nahm. Am Anfang befand sich der Kranke ziemlich wohl; aber nach einigen Monaten bekam er Muskelzuckungen und nach Verlauf eines Jahres stellten sich wirkliche epileptische Anfälle ein. Zu gleicher Zeit zeigten sich auch die Gefühlstäuschungen. Sein Körper schien ihm ganz von Ungeziefer besetzt; das Ge sicht, die Kleider, die Gegenstände, die ihn um gaben, waren mit Mikroben bedeckt. Er riß sich die Haut auf und suchte in den Wunden die Mikroben mit seinen Nägeln oder mit der Spitze einer Stecknadel. Die allmählige Unter⸗ drückung der Cocaln-Einspritzungen führte nach und nach das Verschwinden dieser beunruhigenden Erscheinungen herbei. Der dritte Kranke ist ein Arzt von 39 Jahren, der 1882 das Morphium zum erstenmale gegen sehr heftige Kopfschmerzen gebrauchte. Er setzte diese Vergiftung bis zum Jahre 1887 fort. Damals der täglichen Ein

spritzungen muͤde und da er außerdem gehört

hatte, daß das Cocain das Morphium ersch 05 und die Morphiumsucht heilen könne, fing g 10 M. an, sich täglich 2 Gramm dieses neuen Alkalad ft unter die Haut einzuspritzen. Kurze Zeit damm Jult 10 wurde er von Gehör- und Gesichtstäuschurge eh! befallen. Man nannte hinter ihm seinen Nane fle

Auf der Straße sah er vor seinem Hause sih Sun Leute aufhalten, die in Begriff waren, bei hn Sons einzubrechen. Er weckte seine Frau, welche suchtt. 0 aber niemand fand. In der Dunkelheit sah g ebm uf dicke Köpfe, welche nach und nach kleiner wurden 5 und sich dann wieder aufblähten, als wenn se aus Kautschuk gemacht und abwechselnd ausze blasen und entleert würden. Dieselben Gefühls, täuschungen, die seine Vorgänger gemartert hatten, ergriffen auch ihn. Er fühlte unter seiner Hul Cocarnkristalle, er kratzte seine Zunge wund und zog sich mit seinen Nägeln die Haut von ten 260 M Händen und vom Gesicht, um diese Kristalle u b entfernen, die ihn, wie er sagte, sehr belaͤstigen Seine Haut war fast empfindungslos; er fuͤhne 1 kaum, daß man ihn mit einer Nähnadel stah, ll Bis jetzt ist der Cocarnismus noch eine selten,

Krankheit aber der Warnungsruf ist erklungem, man möge sich vor dem neuen Gift hüten und es nicht Modeartikel werden lassen. Auch an anderes, jetzt so beliebtes Linderungsmittel, das en Antipyrin, thut Wunder in Fällen großer Net vosität und wird auch von den Leidenden ges priesen. Aber vergessen Sie nicht, daß es niemals

unbestraft bleibt, wenn man öfter die Nerve f lin thätigkeit durch eine chemische Substanz stoͤnt, asel wenngleich auch die Thätigkeit einen sehr heftigen 70 19 1 Schmerz zur Folge gehabt hatte. Vor fünf 70 1118 Jahren habe ich Ihnen zugerufen:Hüten Ste lg zu se sich vor dem Cocarnismus! Heute rufe ich Ihnen nselben ler zu:Hüten sie sich vor dem Antipyrinismus uc 9 sst gara N 1 0 Handel und Verkehr.. 5 10 Friedberg, 9. Oct. Fruchtpr. Waizen M. 1900 Päsche überz bis 00.00, Korn M. 16.000000, Gerste M. 14.40 bs ät durch A 00.00, Hafer M. 13.800000. Alle Preise verstehen Alleiniger sich auf 100 Kilo gleich 200 Zollpfund. Friedberg, 9. Oct. Buttermarkt. Butter koste n Der Prei

per Pfund M. 0.901.10 Eler 1 Stück 7 Pf. Tui

Grünberg, 5. Sept. Fruchtpr. Weizen M. 19.40 liger. Korn M. 16.10, Gerste M. 14.50, Hafer M. 13.8% dn Priel Erbsen M. 00.00, Samen M. 00.00, Wicken M. 00.06. erabeg, e M. 0.00, Linsen M. 00.00. bad⸗Nauh leßen, 8. Oet. Auf dem heutigen Wochenmarl, il hi 301

kostete: Butter per Pfund M. 0.90 1.00, Eier 1 St. cd. bis 7 Pf., Käse per St. 57 Pf., Tauben per Pag

M. 0.500.60, Hühner per St. M. 0.90- 1.30, Hahnen per St. M. 0.50 1.00, Enten per St. M. 1.40 1.800 Ochsenfleisch per Pfd. 6672 Pf., Kuh- und Rindflelsc trag 5660 Pf., Schweinefleisch 6070 Pf., Hammelfleisch 7 50- 66 Pf., Kalbfleisch 50 60 Pf., Kartoffeln pin 100 Kilo M. 3.204.00, Zwiebeln per Ctr. M. 5.00, bis 6.00 Weißkraut pr. St. 510 Pf. Gänse pr. Pfd 5058 Pf.

Frankfurt, 7. October. Fruchtbericht. Hiesiges i enpfeh Weizenmehl Nr. 0 M. 33.50 34.00, Nr. 1 M. 30.00. 5 bis 31.00, Nr. 2 M. 25.50 26.50, Nr. 3 M. 24.500 5 bis 25.50, Nr. 4 M. 21.0022., Nr. 5 M. 17.0018.

Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M.54.50 57. Nord⸗ a ben fe deutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 26.00. 18 bis 27.00. Berliner Roggenmehl Nr. 0 ab Magdeburg 8 M. 24.30, Nr. 0/1 M. 23.10, Nr. 1 M. 21.85, frel dine große

theurer(ezgulsite Marken ca. M. 0.75 höher). Weizen, ab unserer Umgegend M. 19.00 19.25, frei hier M. 19.40 bis 19.50, fremder nach Qualltät M. 1921.50, Roggen, e fautelnn hiesiger M. 16.00 00.00, russischer M. 16.30 16.50, 112 Gerste, Franken(Ochsenfurter Gau) Ried und Wetter⸗ auer M. 17.00 19.00, Hafer prima M. 1515.50, mittel M. 14.5000, Mais(mized) M. 12.00 12.25, Roggenklele M. 8.809., Weizenkleie M. 7,758., Spelz⸗ spreu M. 2.40, Malzkelme M. 99.50, Chllisalpeter per Februar⸗März 1890 M. 18.00, Parität Frankfurt a. M. Raps per October M. 33.00 34.00, Räböl im Detall M. 72 74, Torfstreu M. 1.20. Die Prelse verstehen sich pro 100 Kilo ab hier, haufig jedoch auch loco auswärtiger Statlonen.

Frankfurt, 7. October. Viehmarkt. Der heutige Markt war mit 380 Ochsen, 15 Bullen, 557 Kühen, Stieren u. Rindern, 233Kälbern, 371 Hämmeln, 282 Schwel⸗ nen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfund Schlachtgewicht M. 68 70, 2. Qual. M. 4850, Bullen 1. Oual. M. 5153, 2. Qual. M. 48 50, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 6062, 2. Qual. M. 5055, Kälber 1. Qual. pro 1 Pfund Schlachtgewicht 6873 Pf., 2. Qualität 5762 Pf., Hämmel 1. Qual. 5860 Pf., 2. Qual. 4850 Pf., Schweine 1. Qual. 67-68 Pf., 2. Qual. 6566 Pf.

Frankfurt, 8. Oet. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 6.60 7.20, Stroh pro 100 Kilo M. 4.805.80, Butter 50 Kilo M. 92 95, Weißkraut das St. 8 12 Pf. Wirsing 8 10 Pf. Rothkraut 15 25 Pf. Erbsen pro

Ufer Frankfurt a. M., Mainz, Mannheim ca. M. 1.25, 8