gestern Nachmittag hier ein und wurde am Bahn⸗ hofe vom Prinzregenten, den Spitzen der Be⸗ hörden und dem Officiercorps empfangen. Der Kaiser fuhr vom Bahnhof durch die prachtvoll geschmückte Straße nach dem Schlosse. Abends war die ganze Stadt glaͤnzend beleuchtet, auf allen umliegenden Höhen loderten Freudenfeuer. — 27. Okt. Der Kaiser kehrte um 3 Uhr Nachmittags von der Jagd zurück. Abends fand ein Diner statt, worauf der Kaiser mittelst Son⸗ derzuges nach Potsdam zurückreiste.
Dessau. Der Kaiser nimmt Ende November an den hiesigen Hofjagden Theil.
Pyrmont, 27. Oktbr. Die Fürstin von Waldeck ist heute auf Schloß Pyrmont gestorben.
Leipzig. Im Prozeß Geffcken soll dem „Berl. Tgbl.“ zufolge die Erhebung der Anklage seitens der Oberreichs-Anwaltschaft erst im November zu erwarten sein, und Geffckens Ueber⸗ führung nach Leipzig erst kurze Zeit vor der Hauptverhandlung erfolgen.
Stuttgart, 27. Okt. In einem gestern unter dem Vorsitze des Prinzen Wilhelm abge— haltenen Ministerrathe wurde beschlossen, gegen die hiesigen Verbreiter eines Artikels der „Münchener Neuesten Nachrichten“, betitelt„Un— liebsame Erörterungen,“ Anklage wegen Belei⸗ digung des Landesherrn erheben zu lassen. Untersuchung ist bereits eingeleitet
Ausland.
Belgien. Brüssel. Trotz Abmahnung der Regierung werden in mehreren belgischen Städten clericale Kundgebungen gegen Italien stattfinden.
Frankreich. Paris, 25. Okt. Kammer. Bei der Budgetberathung trat der Finanzminister für die Budgetaufstellung ein und betonte, das gegenwärtige Budget weise gegenüber dem Bud— get pro 1888 keineswegs eine Erhöhung auf; die Regierung sei bemüht, Ersparnisse zu machen. Der Minister ging auf das außerordentliche Budget ein, welches ein besonderes Interesse für die Berathung biete, und hob hervor, ge⸗— bieterische Nothwendigkeiten legten dem Lande die Nothwendigkeit auf, das außerordentliche Kriegsbudget noch mehrere Jahre fortzuerheben. Dasjenige dieses Jahres betrage 130 Million Francs. Der Kriegsminister habe außer den vor⸗ gesehenen 370 Million noch 548 Milion ver⸗ langt, was im Ganzen 918 Million ergebe. Hiervon seien bereits 220 Million votirt, daher noch 700 Million zu bewilligen. Unter Berück— sichtigung der Summe, welche im Budget pro 1889 zu votiren sein werde, würden noch etwa 600 Million auf die späteren Finanzjahre zu vertheilen sein. Es gäbe zwei Wege, die Aus— gaben zu decken: neue Steuern oder Anleihen An neue Steuern dürfe man nicht denken, viel— mehr müsse man die bereits bestehenden Steuern gerechter vertheilen. Die Einkommensteuer würde keine neue Last sein, sondern nur eine Abgabe zum Ersatz der anderen. Der Minister ersuchte, das Budget vor Jahresschluß zu erledigen.
Nach einer Rede Amagats, welcher gegen das Budget sprach und einer Erwiederung des Be— richterstatters Roche wurde die Generaldebatte
geschlossen.
— Graf Münster hat dem deutschen Consul in Havre Weisung gegeben, sich mit dem Unter— präfekten darüber zu verständigen, daß der Un⸗ terpräfekt und der Polizeicommissär dem Wieder—
anbringen des Consulatsschildes beiwohnen. — In der heutigen Versammlung der Sena
toren der republikanischen Linken wurde festge— stellt, daß die große Mehrheit des Senats der Revi sion abgeneigt ist, weil dieselbe zugleich gegen die parlamentarischen Freiheiten vorgehe
und die Executivgewalt compromittire.
Nizza. Einer Meldung der„Agence Havas“ zufolge wurde der wegen Spionage angeklagte
deutsche Unterthan Kilian(auch unter dem Namen
von Hohenburg bekannt) zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe und 5000 Francs Geldbuße Auch wurde ihm auf 6 Jahre der
verurtheilt. Aufenthalt in Frankreich verboten.
offentlicht ein paͤpstliches Breve an den Cardinal Lavigerte. Der Papst dankt für Lavigieries Antisklaverei-Agitation und drückt die beste Hoff⸗ nung auf Hilfe seitens der Regierungen und auf Unterstützung durch Privatpersonen in Frank⸗ reich, Belgien, England, Deutschland, Portugal, Italien und Spanien aus. Die durch christliches und menschliches Recht bei aller Menschen-Frei⸗ heit geheiligte Kirche widerstrebte stets der Skla⸗ verei. Der Papst weist 300 000 Lire für die Antisklavereibewegung an.
— Der„Germania“ wird in einem Tele⸗ gramm von hier bestätigt, daß die Absendung einer vaticanischen Note über die Reise Kaiser Wilhelms bevorstehe. In der Note soll betont werden, daß die Kaiserreise die Abnormität der Lage des Papstes bewiesen habe und daß letz— tere mit der Zeit immer trauriger werde. Türkei. Konstantinopel. Der Sultan er⸗ mächtigte die Pforte zur Unterzeichnung der Suez⸗ canal⸗Convention ohne Protokoll und Vorbehalt. Serbien. Belgrad. Königin Natalie tele— graphirte auf die Mittheilung von der durch den Metropoliten Theodor ausgesprochenen Ehe— scheidung an letzteren, ihre Ehe sei, wie aus der Entscheidung des Metropoliten hervorgehe nach den Satzungen der hl. orthodoxen Kirche geschlossen und könne deshalb nicht aufgelöst werden durch eine Mittheilung im amtlichen Blatt. Der Metropolit möge Act davon nehmen, daß sie seine Entscheldung für null und nichtig und als jeder gesetzlichen Wirksamkeit entbehrend betrachte. — 26. Okt. Der König unterzeichnete heute eine Proklamation an das serbische Volk, welche die Wahlfreiheit verbürgt und die National⸗ Versammlung auf den 13. Dezember einberuft. Es sind allgemeine Ovationen in Vorbereitung, um dem König die Dankbarkeit für die ver⸗ sprochene freisinnige Verfassung auszudrücken. Man äußert hier die Ansicht, die Proklamation des Königs sei erfolgt, um die Aufmerksamkeit von dem Scheidungsacte abzulenken. Bulgarien. Sofia, 27. Okt. Fürst Fer⸗ dinand eröffnete heute die Sobranje mit einer Thronrede.
Rußland. Petersburg. Aus Kopenhagen wird gemeldet, daß der Zar seine Reise zum Regierungsjubiläum des Königs im November endgiltig aufgegeben habe.
— 26. Oktbr. Der russische Minister des Aeußern v. Giers feierte gestern sein 50jähriges Jubiläum als Staatsbeamter.
Warschau. Hervorragende Vertreter der In— dustrie und des Handels im Königreich Polen beschlossen, an der Pariser Welt-Ausstellung, den früheren Projekten entgegen, nicht theilzunehmen.
Batum, 27. Okt. Die kaiserliche Familie schiffte sich heute nach Sebastopol ein. Die Spitzen der Behörden von Batum waren am Hafen zugegen. Der Abschied von der Bevölkerung war der herzlichste. Auf dem Deck des Schiffes stehend, dankte das Kaiserpaar für die ihm dar⸗ gebrachten Ovationen. In Sebastopol wird der Kaiser eine Revue über die Schwarze Meer⸗Flotte abhalten und hernach mit seiner gesammten Fa⸗ milie, von der sich ein Theil augenblicklich in Livadia aufhält, die Heimreise antreten.
Amerika. New-Pork. Aus Washington wird dem„Newyork Herald“ telegraphirt: Präsident Cleveland hat den Gesandten in Lon⸗ don beauftragt, Lord Salisbury mitzutheilen, das gute Einvernehmen zwischen den Vereinigten [Staaten und England könne nur durch eine anderweite Besetzung des englischen Gesandt— schaftspostens in Washington gefördert werden. Die meisten Zeitungen verlangen, daß die Unionsregierung dem englischen Gesandten Sack— ville seine Pässe übersende.
Egypten. Suakim. Aus verschiedenen Quellen wird der Tod des Khalifen Abdullah, Nachfolger [des Mahdi, gemeldet, aber es mangelt noch an einer zuverlässigen Bestätigung der Nachricht. Der Feind bombardirt fortgesetzt jede Nacht die Forts und die Stadt aus mehreren Kano—
hält, wie aus dem Annoneentheil ersichtlich, der„Evang Verein“ seine erste Sitzung im Wintersemester. Da das seitherige Local für Schulzwecke verwendet werden mußte, so hat der Vorstand der hlesigen„Herberge zur Heimath“ dem Evang. Verein in zuvorkommendster Welse einen sehr schönen und gemüthlichen Raum für seine Versammlungen zur Verfügung gestellt. Wir hoffen auf eine recht zahl⸗ reiche Betheiligung der Vereinsmitglieder, besonders auch
Reformation, dessen auch in der Versammlung gedacht werden soll.
Comp. zeigt an, daß,
Aus Stadt und Land. 0 7 Frlebberg. Am nächsten Mittwoch, den 31. Oet.
am ersten Abend, dem gesegneten Gedenktage der deutschen
Allerlei. Berlin. Die hlesige Buchhandlung A. Ascher und
auf Veranlassung und unter Mitwirkung der Kalserin
scheinen wird. Die genannte Verlagshandlung wird die
Herausgabe der deutschen Ausgabe dieses Werkes be. sorgen. Dasselbe wird Mitte November erscheinen und den Titel führen:„Friedrich III. Kaiser.“
Berlin, 2. Oetbr. bauten Kreuzkirche fand heute in Gegenwart des Kaiser⸗
von Goßler, dem Consistorlal-Präsidenten Hegel, dem
meinde empfangen wurde, statt.
Hanau. Der dieser Tage auch von uns gemeldete „unheimliche“ Fund, Anlaß gegeben, hat, wie wir sofort äußerten, eine recht unschuldige Lösung gefunden. Wie der„. hört, sind die Fundstücke präparirte Menschenknochen, die jedenfalls im Besitze eines Mediziners waren. Wie die⸗ selben an ihren darüber fehlt noch jede Aufklärung.
Handel und Verkehr.
per Pfd. M. 0.75 0.90. Eter 2 St. 18 Pf. Gießen, N. Oetbr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80— 0.85, Eier 1 St. 7 Pf., 2 St. 13 Pf., Käse per St. 48 Pf., Tauben per Paar M. 0.40— 0.60, Hühner per Stück M. 0.90— 1.00, Hahnen per Stück M. 0.90— 1.10, Enten per Stück M. 1.30—4.70, Ochsen⸗Fleisch per Pfund 60-68 Pf., Kuh- und Rind? Fleisch 45—54 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel; Fleisch 5464 Pf., Kalbfleisch 40—46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.00— 7.00, Zwiebeln per Centner M. 4.00—5.00., Weißkraut per Stück 8 Pf.
Frankfurt, 26. Oet. Engros⸗Markt. Heu pre 100 Kilo M. 8.40 10.60, Stroh pro 100 Kilo M. 7.00 bis 8.80, Butter pro 50 Kilo M. 82 bis 85, Eier das Hundert M. 6.00—7, Erbsen 100 Kilo M. 18 bis 23.00, do. geschälte M. 20— 30, Linsen M. 34 bis 52, weiße Bohnen M. 23— 25.50, Mohrrüben 50 Kilo M. 4 bis 5., Preißelbeeren per Pfund 20— 25 Pf., Kartoffeln M. 6.00— 7.00, Blumenkohl 100 St. M. 20— 30, Kopfsalat M. 3—5, Sellerteköpfe 100 Stück M. 8—10, Pfirsiche per Pfd. 70 Pf., Nüsse 100 Stück 40—50 Pf., Zwetschen per Pfd. 5—6 Pf., Aepfel per Pfd. 610 Pf., Birnen per Pfd. 515 Pf., Melonen per Stück M. 0.603, Trauben von 15 Pfennig an per Pfund, Einmachgurken 100 Stück M. 1.— 1.20, italienische Kastanien 30— 34 Pf., Quitten 20—25 Pf., Haas M. 3.00— 4.00. Auf den Kartoffelmarkt angefahren 30 Wagen und kosteten per Malter M. 5.50—6.
Frankfurt, 27. Oet. Wochenmarkt. Erbsen ganze per Pfd. 12— 18 Pf., do. geschälte 14—18 Pf., Linsen 1828 Pf., weiße Bohnen 16— 18 Pf., hiesige Kartoffeln per Gescheid 10—12 Pf., krause Endivien 6- 10 Pf, Butter per Pfd. M. 0.90— 1.10, Eier das Stück 6 bis 7 Pf., Radieschen 2 Pf. das Päckchen, Blumenkohl 2 bis 60 Pf., Kopfsalat per Stück 3—5 Pf., Sellerieköpfe 5—20 Pf., franz. Sellerie 40—50 Pf., Romainsalak 10-15 Pf., Wirsing per St. 10—15 Pf., Zwiebeln per Pfd.
wie wiederholt in Aussicht gestellt,,
Friedrich in England ein Buch über Kaiser Friedrich er
als Kronprinz und Ein Lebensbild von Rennell Rodd. Mik eine Einleitung von Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich, 1 b Deutsche Ausgabe von Sebastian Hensel.“ 94 Die Einweihung der neuer
paares, welches von den Ministern von Bötticher und menden Polizeipräsidenten und den Vertretern der städtischen Ge,
welcher zu allerlei Vermuthungen
Friedberg, 2. Oetbr. Buttermarkt. Butter kostet?
7—9 Pf., Kohlraben per Stück 4—6 Pf. Carotten dab
Feldsalat die Portion 00— tion 2030 Pf., Aepfel per Pfd. 15— 20 Pf., Birnen per Pfd. 5— 10 Pf., Zwetschen 8—10 Pf., Nüsse 100 St. 5060 Pf., Mauskartoffeln per Gescheid 20—25 Pf; Perlzwiebeln per Liter 50 Pf., kleine Essiggurken 100 Stüd 6070 Pf., Spinat 40—50 Pf., weiße Rüben 10 bit 15 Pf., Feldhuhn M. 1.50—2,
Frankfurt, 27. Oet. Der heutige Schweinemarkt war mit 684 Schweinen befahren. Für 1. Oual. wurde per Pfund Schlachtgewicht 54—55 Pf., 2. Qualität 9 bis 53 Pf. bezahlt. Für Spansäue, von welchen 175 am Platz waren und sämmtlich verkauft wurden, sind nach Qual. für das Pfd. 35—48 Pf. angelegt worden.
Väckchen 10— 12 Pf., Weißkraut per Stück 10— 20 Pf, 00 Pf., Rotherüben per Pon“
Hasen M. 3.—4. 0
Kriegsversicherungssache. 0
Die Lebensversicherungs⸗ und Ersparnißbank in Stut⸗ gart übernimmt auf Grund Beschlusses der am 20. d. M. stattgehabten Generalversammlung für ihre Versicherten die Kriegsgefahr:
1. für alle Wehrpflichtigen, für Berufssoldaten(Nicht kombattanten) und für die am Kriege sich wee ligenden Aerzte unentgeltlich;
2. für Berufssoldaten(Kombattanten) gegen eine während N
nen, allein das Feuer richtet nur wenig oder
Italien. Rom. Die„Köln. Volksztg.“ ver
⸗Ugar keinen Schaden an.
ihrer Dienstzeit alljährlich zu entrichtende Zuschlag⸗
prämie von 2 vom Tausend der Versicherungssumme⸗.
5. Dre g
Vora
Aufgebo warten Reserde, bereits daß die
ahlung
9.100
auszusch Fundort(Poppenwald) gelangt sind, 1
getroffen Versicher Kriegs! Die bin als seitigkeit Nächtwe bezw. b.
8
* des D 8
den wegen Naubel der An
boten
Privat Falle
verbüß Privat verurt!
ne öffentl.


