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Was eine tüchtige Hausfrau werth ist. (Schluß.)
Allerdings bietet die Arbeit der Hausfrau keine so großen und zeitweiligen Anstrengungen, wie die deine, aber das Weib kennt keinen Feierabend wie du. Unermüdet sind ihre Hande thatig vom frühen Morgen bis zum späten Abend und wie viele schlaflose Nächte bringt sie nicht am Lager des kranken Kindes zu ohne Murren und ist bei Tag wieder munter und in allen Ecken. Keine Arbeit ist ihr zu klein, kein Schmutzflecken zu unbedeutend, kein Bücken zu viel, bis alles im Hause in Ordnung ist und jedes seine Sache hat und überall Zufriedenheit und Wohlsein herrscht. Und welcher Muth, welche Geduld und Ausdauer gehören dazu, täglich dasselbe still und unbeachtet, ohne Dank und ohne Lob zu thun und ohne daß dadurch der Reichthum gemehrt wird, bloß um des Erhaltens Willen. Laß dein Weib nur einen Tag krank darnieder— liegen, welche Unordnung dann entsteht, überall und in allen Ecken fehlts, vor heimlichem Aerger vergeht dir die Schlaflust und wenn es lange währt, fühlst du wohl, daß die Wurzeln deines Wohlstandes untergraben sind.
Lerne einsehen, welche Aufgabe dein Weib in deinem Hause hat, damit du dieselbe nicht durch unzeitige Geringschätzung verkümmerst, lerne sie dafür achten und sie darin unterstüͤtzen.
Das ist ein Kapitalweib, sagst du dir, wenn du mit heimlichem Vergnügen ihre Thätig— keit beobachtest, wie leicht und fertig ihr die Arbeit von Händen geht, wie sie überall um sich her Behagen und Lebensfreude zu schaffen weiß. Es ist sicher, daß die Liebe der Ehegatten, die gegenseitige Achtung für einander für ein gedeihliches Familienleben unerläßlich sind, aber es ist eben so gewiß, daß Reinlichkeit und Spar⸗ samkeit und die stete Sorge für die Bedürfnisse des Lebens der Boden sind, auf welchem Behagen und Freuden am Familienleben wachsen, denn ihr Mangel ist die Ursache gar häufiger Unzufrieden⸗ heiten und Störungen des häuslichen Friedens.
Nimmer habe ich einen Mann emporkommen sehen, dessen Hausstand sich im Argen befand. Ein tüchtiges Weib ist im Stande, einen lieder— lichen Mann auszuhalten, nie aber vermag ein tüchtiger Mann mit einem gleichgültigen unhäus— lichen Weib weiter zu kommen, das sagte schon meine Großmutter.
Du wirst ferner nicht bestreiten, welche große und wichtige Aufgabe dein Weib in deiner Wirthschaft hat, denn weitaus der größte Theil täglicher Ausgaben geschieht für Nahrung und Kleidung, geht durch ihre Hände und wie viel kann da durch sorgfältige Verwendung und richtige Eintheilung erspart und gewonnen werden, wie manches ist durch flicken zu erhalten, das sonst neu angeschafft werden müßte, wie mancher Flittertand kann erspart werden, wenn die Frau einen klaren Begriff davon hat, wie nothwendig du jeden Pfennig brauchst. Du meinst, genug gethan zu haben, wenn du den Geldbeutel mög— lichst fest zuschnürst und stets thust, als ob es am Verhungern vorbeigehe. Willst du aber deinem Weibe die Bedeutung ihrer Aufgabe klar machen, so mußt du ihr vor allem Ver⸗ trauen schenken, du mußt ihr deine Lage aus— einandersetzen, dann wird sie mehr Lust zur Sparsamkeit empfinden, als bei deinem ewigen Klagen, daß zu viel draufgehe.
Leider werden aber diese häuslichen Tugen— den bei der Frau auf dem Lande noch so wenig erkannt, man versäumt es, den Mädchen die uöthigen Renntnisse und Gewandtheit im Kochen, Flicken, Nähen, Waschen beizubringen und die Unzufriedenheit über schlechte Speisen, über
Schmutz und Unbehagen wird zu den stehenden Gästen in ihrem zukünftigen eigenen Hause ge⸗ hören. Wie wenig wird es leider noch erkannt, daß die haushälterischen Tugenden des Weibes Kapitale sind, welche sich mit reichlichen Zinsen bezahlen und doch liegt es so sehr auf der Hand, denn ein tüchtiges Weib ist leicht im Stande,
Orte u. s. w. jährlich 500 M. zu ersparen gegenüber von einem unhaushälterischen oder gar putzsüchtigen Weibe, und diese 500 M. stellen ein Kapital von 12,500 dar— hat aber eine solche Reiche nicht an jedem Finger einen Hochzeiter hängen? f
Ich sage nicht, daß die Toͤchter aus wohl⸗ habenden Häusern nicht auch gute Haushaͤlterinnen sein können und daß nicht auch arme Mädchen häufig verschwenderisch und unhäuslich und daher doppelt arm sind, aber ich sage, daß einer ein schlechter Rechner ist, der nicht vor allem das Kapital im Weibe anschlägt. Ich glaube, daß wenn man die Eigenschaften guter Hausfrauen höher achten würde als Reichthum und diese stillen Tugenden besser zu schaͤtzen wüßte als äußeren Glanz und Flitter, sich auch die Weiber bald mehr auf dieselben verlegen würden. Wenn du klug bist, wirst du dieses Kapital in deinem Weibe aber auch zu schätzen wissen und einsehen, daß sie dich dadurch, daß sie den Haushalt mit Fleiß und Verständniß besorgt, viel mehr in deinem Bestreben, dir eine sorgen— freie Zukunft zu bereiten, unterstützt, als wenn sie nach Art vieler Frauen auf dem Lande in Stall und Feld mitarbeitet und dadurch den Haushalt vernachlässigt.— Bedenke auch, daß der beste Lohn für deine Arbeit das haͤusliche Behagen ist, das dir durch ein gutes und tüch⸗ tiges Weib jeden Tag zu theil wird, das dir deinen bescheidenen Besitz erst recht werth macht und deine Lust zur Arbeit stets neu belebt.
Wenn du diese Tugenden deiner Frau er— kennen und schätzen gelernt hast, so thue auch deinerseits alles, um ihr die schwierige und un⸗ dankbare Aufgabe zu erleichtern und es ist wenig genug, was sie von dir verlangt. Deine Anerkennung genügt ihr vollkommen und ein gutes Wort von dir ist der einzige Lohn, welchen sie verlangt, denn dieses ist der Sonnenschein, welcher dem Gedeihen der Pflanzen unentbehr— lich ist. Eine freundliche Miene, ein kleines Lob wenn es dir schmeckt, eine lobende Er— wähnung deinerseits über das was sie geleistet, wird ihr die Genugthuung bereiten, welche sie bedarf, um ihr ihre unscheinbare und doch so schwere Aufgabe zu erleichtern und sie mit neuem Muthe zu beleben.
Karge deshalb nicht mit einem guten Worte oder suche ihr gar noch mit Bemerkungen wie die heutigen die Aufgabe schwer zu machen, denn es würde mir leid thun, wenn du zu spät erst einsehen müßtest, daß eine tüchtige Frau der Segen des Hauses ist.
Hofrath Nothnagel über das Tabakrauchen.
Gelegentlich eines Krankheitsfalles, in welchem Herzschwäche mit all ihren schweren Folgen vor⸗ handen war und die Krankengeschichte nichts be⸗ merkenswerthes darbot, als den Umstand, daß der Patient— ein sehr kräftiger Mann in den Vierziger-Jahren— ein leidenschaftlicher Raucher sei, der von 4 Uhr früh bis 10 Uhr Abends die Pfeife nicht aus dem Mund ließ, sah sich Hofrath Nothnagel zu einigen allgemeinen Be⸗ merkungen über das Tabakrauchen veranlaßt. Er sagte unter anderm: Die Folgen des in mäßigem Grade genossenen Tabakrauchens sind keine nachtheiligen und können bei sonst gesundem Organismus bis ans Lebensende ertragen werden. Es ist bemerkenswerth, wie sehr sich der Orga⸗ nismus an das Nicotin, ein so gefährliches Gift, allmählich gewöhnt; nur hie und da treten die Wirkungen auf, wenn man eine stärkere Cigarre raucht, als man sonst gewöhnt ist. Hofrath Nothnagel bemerkte ferner, es werde an ihn häufig die Frage gerichtet:„Wann kann Jemand anfangen zu rauchen?“ Seine Antwort darauf sei:„Wenn man sich die Cigarren schon selbst verdienen kann.“ Es ist ein Luxusgenuß und diesen soll man sich selbst aus eigenem Ver⸗ mögen verschaffen können. Je früher freilich, desto schlimmer, desto schädlicher für das Nerven⸗ system und für die ganze Entwicklung, abge⸗
dir in einem großen Haushalte durch kluge Ein⸗ theilung, Ausnützung, Sparsamkeit am rechten
sehen davon, daß junge unerfahrene Individuen sich kein Maaß auflegen können. Der Tabak
setzt in eine behagliche Stimmung. Viele Raucher sind ungenteßbar, wenn sie noch keine Clgarre geraucht haben, es leidet ihr Humor darunter. Die zerstörende Wirkung des Nicotins auf das Nervensystem ist nicht so groß, wie man gemein⸗ hin annimmt, und es ist in dieser Beziehung unter
Caffein, Thein(im Kaffee und Thee) und den alkoholischen Getränken das unschädlichste.
ganze Verdauungsapparat leidet in größerem oder geringerem Maße. Raucher haben stets Rachen⸗ und Mundkatarrh; selten findet man einen Raucher mit einer ganz reinen Zunge, Der Katarrh kann hinuntersteigen, einen Kehl⸗
den Appetit durch Rauchen vertreiben kann. Noch schädlicher wirkt das Tabakrauchen auf
schwersten Störungen erfolgen. Man bemerkt da Herzklopfen, Unregelmäßigkeiten im Pulse; und es entwickelt sich später ein Zustand der Herzschwäche und Herzmuskel⸗Trägheit mit all den schweren Folgeerscheinungen, welche Hofrath Nothnagel an dem vorliegenden Krankheitsfalle nachwies(Schwellung, Wasserbauch leichter Lungenkatarrh, vergrößerte Leber und Niere, die zuweilen zum Tod führen können. Auch Kurzathmigkeit und asthmatische Anfälle kommen vor. Ferner entwickelt sich bei Rauchern Ge— sichtsschwäche, und in vielen Fällen hat man komplete Blindheit bemerkt, die erst verschwand, nachdem das Rauchen aufgegeben wurde. Tuber⸗ culöse dürfen nicht rauchen, wenn sie sich aber das Rauchen nicht abgewöhnen können, dann nur im Freien, keineswegs aber im Zimmer. Relativ am unschädlichsten ist das Pfeifenrauchen, zumal aus einer langen und sauberen Pfeife, allein die Pfeifenraucher sind die hartnäckigsten Raucher, und es bietet die Pfeife den Nachtheil, daß man die brenzlichen Produkte mit hinunter⸗ schluckt. Das Rauchen der Cigarretten hat den
geschluckt wird; es kommen da die häufigsten Verdauungsstörungen und Rachenkatarrhe vor, welch letztere gefördert werden durch die Manie, den Rauch durch die Nase zu blasen. Unter den Cigarren sind die Havanna entschieden die schäd⸗ lichsten. Hofrath Nothnagel kannte einen Ameri⸗ kaner, der 14 bis 15 der schwersten Havannah⸗ Cigarren täglich rauchte, bei dem sich schwere Herzsymptome einstellten, und da er hinter dem Rücken des Arztes sich doch Cigarren zu ver⸗ schaffen wußte, büßte er diese Leidenschaft mit dem Tode. Das Maßhalten ist das oberste Gesetz hier wie überall, das Maßhalten ist die erste Aufgabe, um einen echten Genuß zu haben. Wenn sich schädliche Symptome einstellen, muß man das Rauchen einschränken. Man muß sich
halten, weil man durch das Zerbeißen der Cigarre viel mehr brenzliche Produkte hinunter⸗ schluckt, als bei einer trockenen Cigarre; es empfiehlt sich daher, durch eine Spitze zu rauchen. Ob man eine Havannah oder eine gewöhnliche Cigarre rauchen soll, hängt freilich von anderen als sanitären Rücksichten ab, jedenfalls soll man nicht die schweren vorziehen, obwohl„manche unserer gewöhnlichen Cigarren aufs fürchterlichste wirken.“ Man hat vorgeschlagen, dem Tabak das Nicotin zu entziehen, aber das wäre gleich einem Wasser, wenn Wein verlangt wird; ge— rade das, was wir im Tabak suchen, die be⸗ täubende Kraft, wäre uns damit genommen,
da wo moͤglich vorbeugend einwirken.
Handel und Verkehr.
alter M. 19.00., Korn M. 14.00— 00, Gerste M. 14— 15, Hafer alter M. 14.00— 14.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
wirkt anregend auf das Nervensystem und ver⸗
Welche schädliche Wirkungen hat bei ge⸗ f sunden Individuen das Tabakrauchen? Der
kopfkatarrh erzeugen und die Verdauung schä⸗ digen; bei starken Rauchern liegt stets der Appetit darnieder, und es ist bekannt, daß man
das Herz ein, und von dieser Seite können die
großen Nachtheil, daß der Rauch dabei hinunter⸗
ferner hüten, die Cigarre mit den Zaͤhnen zu
In unseren socialen Fragen nimmt das Rauchen eine wichtige Stelle ein, und es muß der Arzt
Friedberg, 28. Aug. Fruchtpr. Watzen neuer M. 17.50
allen in diesen Bereich fallenden Giften, als 1
meistere Nie 3070
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* Frei vor den Kühe, versteig


