Spanien. Madrid, 21. Okt. Der Mi⸗ nisterrath einigte sich in der gestrigen Sitzung über die Frage, die militärischen Reformen be— treffend, so daß die Ministerkrisis als beseitigt gilt. Die Cortes werden Mitte December ein— berufen, um über militärische Reformen zu be— rathen.
Bulgarien. Sofia. Der„Pester Naplo“ bringt bezüglich Bulgariens Aeußerungen eines hervorragenden Diplomaten, wonach dem Prinzen Ferdinand die Gefahr der Vertreibung drohe, so lange er von den Mächten nicht anerkannt worden sei und im bulgarischen Volke keinen Anhang besitze. Zwischen dem Fuͤrsten und Stambulow herrscht kein Einklang. Thatsäch lich hätten zwischen Beiden vor einiger Zeit Mißhelligkeiten geherrscht und Stambulow neige heute sichtlich mehr zu Rußland.
Rußland. Petersburg. Nach einer Mel— dung des„Grashdanin“ aus Baku versprach das Kaiserpaar den Merw-Turkmenen seinen Besuch.
Aus Stadt und Land.
H. Friedberg, 22. Oet. Trotzdem der heutige Herbst⸗ Pferdemarkt schwach besucht war, fanden doch zahlreiche Verkäufe von Pferden und Fohlen statt. Die Händler hatten gute Fohlen verschiedenen Alters in den Ställen untergebracht, der Marktplatz war mit Fohlen und Pferden verschtedener Gattung zum Verkauf bestellt und verursachten besonders hier die Zigeuner mit ihren zum Verkauf feilgebotenen„edlen Rossen“ ein bewegtes Treiben. Jedenfalls ist das Zurücksein mit den Feld— arbeiten der Oekonomen, gleichwie an andern Orten, der Hauptgrund des diesmaligen schwachen Besuches ge wesen. Es sind uns zwischen 70 und 80 Verkäufe be— kannt geworden und bewegte sich das Geschäft haupt sächlich in Arbeitspferden, es haben hierin sogar einige Pferdehändler ausverkauft. Es wurden Verkäufe bis zu M. 1200. das Stück abgeschlossen. Für 21 jährige Fohlen stellten sich die Preise bis zu M. 1100. das Paar. Diesem entsprechend bewegten sich auch die Pretse in 1½j jährigen und Saugfohlen. Die Prämitrung von Fohlen seitens des Staates, des Landes Pferdezucht— vereins und des Pferdemarkt Comité's fand am Montag Vormittag durch Landstallmeister von Willich in Ge— meinschaft mit der Prämtirungs-Commission statt. Es wurden prämiirt für 2½“ und 11½j̃ährige Fohlen fol gende Besitzer: 1) Konrad Haub XVII. in Nieder-Weisel 50 M.; 2) Heinrich Ruppel in Kloppenheim 50 M.; 3) Bürgermetster Bopp in Bellersheim 40 M.; 4) Hau— mann in Rockenberg 40 M.; 5) Wilhelm Küchel in Butz 30 M.; 6) Georg Landvogt in Rockenberg 30 M.; 7) Philipp Best II. in Bruchenbrücken 30 M.; 8) Karl Wilhelm Schaubach in Nieder Florstadt 20 M.; 9) Karl Heil in Butzbach 20 M.; 10) Konrad Seib in Trais Münzenberg 20 M.; 11) Wilhelm Kuͤchel in Butzbach 20 M.; 12) Heinrich Oblemetz in Gambach 20 M.; für Saugfohlen: 13) Hermann Straßheim in Griedel 15 M.; 14) Georg Jehner II. in Schwalheim 15 M. Am Dienstag ging's ziemlich ruhig her. Die Commission beschäftigte sich mit dem Ankauf von Fohlen zur Verloosung, der leider sehr erschwert wurde durch die von einigen Pferde— händlern verlangten erböhten Preise.
d. Friedberg. Die allgemein günstige Aufnahme, welche das im Frühjahr d. J. im Hötel Trapp veran stalt'te Militär Concert gefunden hatte, hat den Besitzer desselben zu dem Vorhaben veranlaßt, für die kommende Wintersaison einen Cyklus von Künstler- und Militär Coneerten zu veranstalten, welche am nächsten Sonntag ihren Anfang nehmen werden. An dlesem Tage wird die Kapelle des Hessischen Jäger- Bataillons aus Marburg unter Leitung ihres Kapellmeisters H ntze ein auserwähltes Programm zum Vortrag bringen und wollen wir nicht verfehlen, die Einwohnerschaft Friedbergs und der Um
gegend hierauf aufmerksam zu machen, da eine belfällige Aufnahme des gewiß allseitig bewillkommneten Unter; nehmens die Ausführung des Profektes sichern würde.
s. Friedberg Die erste Probe-Vorstellung der Gießener Theatergesellschaft bot ein Schausplel, wie es in der„kunstliebenden“ Stadt Friedberg wohl noch nicht gesehen worden ist— vostreffliches Spiel vor leeren Stuͤhlen! Der Grund ist einfach: Die Annonee sprach von„Casinotheater“, ohne Angabe des Preises der Billete und der Verkaufs-Stellen, wodurch von vornherein der Irrthum erregt wurde, es handle sich um eine Theater— Vorstellung innerhalb der Castnogesellschaft. Allerdings sollten die Theaterzettel hierüber Aufklärung geben, allein die Vertheilung derselben fand viel zu spät statt, wenn hier überhaupt von einer Vertheilung die Rede sein kann. Denn soweit aus der Thatsache, daß in keine von einer ganzen Reihe sich für das Theater interessirender und darüber befragter Familten Theaterzettel gelangten, ein Schluß auf die unbefragte Menge zuverlässig ist, muß der betreffende Zettelträger sich seines ausdrücklichen Auf— trages, von Haus zu Haus zu gehen, in merkwürdiger Weise entledigt haben. Hoffentlich wird die Direetkon in ihrem eigenen Interesse bet den hoffentlich nicht auf— gegebenen weiteren Vorstellungen für bessere Publikatlon sorgen, was am sichersten durch detaillirte Anzeigen in unserem Anzeiger bewirkt werden dürfte, auch mit Rücksicht auf die Theaterfreunde der Umgegend, insbe— sondere von Bad Nauheim.
r. Bad Nauheim. Die Anzahl der Volapük-Kun⸗ digen und Erlernenden der ganzen Welt wird bereits auf zwei Milltonen geschätzt
Gießen. Der Reinertrag vom Lutherfestspiel be— ziffert sich nach nunmehriger Feststellung auf 4200 und einige Mark; die Kosten betrugen 6800 Mack.
Allerlei.
Paris, 21. Okt. In einer gestern in Lyon abge— haltenen Conferenz erklärte Lesseps, der Panamacanal würde Juli 1890 eröffnet werden.
Rom Die Zahl der Verunglückten beim Erdrutsch bei Potenza ist bedeutend größer, als anfangs gemeldet wurde. Die Rettungsarbetten werden andauernd durch starken Schneefall gestört. Die Telegraphen Leitung ist zerstört. Die Zahl der Passagiere, welche sich in dem verunglückten Zuge befanden, wird auf 350 bis 380 ge— schätzt. Die Zahl der Geretteten ist schwer festzustellen, weil viele derselben die Unglücksstätte eiligst verließen.
Handel und Berkehr.
Friedberg, 23. Oet. Fruchtpr. Watzen M. 19.50 bis M. 00.00, Korn M. 16.20- 00.00, Gerste M. 15.50 bis 16.00, Hafer M. 13.00— 00.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 24. Oetbr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.75—0.90. Eter 2 St. 13 Pf.
Grünberg, 20. Okt. Fruchtpreise. Weizen M. 19.50, Korn M. 16 20, Gerste M. 14 00, Hafer M. 13.20, Kartoffeln M. 3.50.
Gießen, 23. Oetbr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80- 0.85, Eter 1 St. 6—7 Pf., 2 St. 00 Pf., Käse per St. 4—8 Pf. Tauben per Paar M. 0.40— 0.60, Hühner per Stück M. 0.90— 1.00, Hahnen per Stück M. 0.90— 1.10, Enten per Stück M. 1.30— 1.70., Ochsen-Fleisch per Pfund 60—68 Pf., Kuh- und Rind- Fleisch 45—54 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ Fleisch 54—64 Pf., Kalbfleisch 4046 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.00— 7.00, Zwiebeln per Centner M. 4.00—5.00., Weißkraut per Stück 8 Pf.
Frankfurt, 22. Oetbr. Fruchtbericht. Hies. Weizen— mehl Nr. 0 M. 32—34, Nr. 1 M. 29.00—31.00, Nr. 2 M. 27— 28, Nr. 3 M. 25.50 26.50, Nr. 4 M. 21— 22, Nr. 5 M 18.00-19.00, Milchbrod- und Brodmehl im Verband
M. 55.50— 58.50, norddeutsche und westfälische Weizen mehle Nr. 00 M. 27.50— 28.50, Roggenmehl(hiesiges) Nr. 0 M 26 27, Nr. 0/1 M. 24— 25, Nr. 1 M. 22 bis 23, Nr. 2 M. 18.50— 19.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 18.50- 18.75, frei Bahn hier M. 19.50 bis 19.75, kurhessischer M. 19.75— 20, norddeutscher M. 19.75, russische Sorten M. 22.25 22.75, Roggne
hlesiger M. 16.25— 16.75, russischer M. 16.60—16 70, Gerste, Wetterauer, M. 16.25 16.50, Ried und Franken M. 16.50— 16.75, Saal und ungarische M. 19—2ʃ, Hafer, prima M. 14.75— 15, mittel M. 14 14.25, Ray
M. 27.50.— 28.50, Mals Me. 14.25, Erbsen M. 00—00, Roggenkleie M. 4.75— 5.00, Welzenkleie M. 4.25— 4.50,
Malzkeime M. 0.00 0.00, Moostorfstreu prima M. 1 35, Spelzspreu M. 1.50 1.60, Kartoffeln per 100 Kilo“ M. 4.50—5 steigend. Chllisalpeter per Februar⸗März 1889 M. 9.70— 9.80 ab Harburg. Sämmtliche Artikel bel Abe nahme von 200 Centner an. Rüböl im Detail M. 62.— 6,
Frankfurt, 22. Oet. Viehmarkt. Angetrieben waren 442 Ochsen, 27 Bullen, 602 Kühe, Sttere und Rinder, 248 Kälber, 312 Hämmel, 622 Schafe und 385 Schweine,
Die Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht- Ochsen 1. Qual. M. 61-64, 2. Qual. M. 5258,
Bullen 1. Oual. M. 39— 40, 2. Qual., M. 36— 38, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 50— 52, 2. Qual, M. 40— 44, Kälber 1. Qual. pro Pfund Schlacht gewicht 60—65 Pf., 2. Qual. 5458 Pf., Hämmel
1. Qual. 58 Pf., 2. Qual. 56 Pf., Schafe 1. Ougl 38 Pf., 2. Qual. 34 Pf., Schweine 1. Qual. 54 bis 55 Pf., 2. Qual. 52— 54 Pf. 1
Frankfurt, 23. Oet. Engros-Markt. Heu pro
100 Kilo M. 8.60 10.80, Stroh pro 100 Kilo M. 700 bis 8.80, Butter pro 50 Kilo M. 80 bis 83, Eier
das Hundert M. 6.00—7, Erbsen 100 Kilo M. 18 bis 23.00, do, geschälte M. 20-30, Linsen M. 34 bis 52, weiße Bohnen M. 23— 25.50, Mohrrüben 50 Kilo M. 4 bis 5., Preißelbeeren per Pfund 20— 25 Pf., Kartoffeln M. 6.00— 7.00, Blumenkohl 100 St. M. 20— 30, Kopfsalat M. 3— 5, Sellerteköpfe 100 Stück M. 8-10, Pfirsiche per Pfd. 70 Pf., Nüsse 100 Stück 40—50 Pf., Zwetschen per Pfd. 5—6 Pf., Aepfel per Pfd. 6 10 Pf., Birnen per Pfd. 5— 15 Pf, Melonen per Stuͤck M. 0.603, Trauben von 15 Pfennig an per Pfund, Einmachgurken 100 Stück M. 1.— 1.20, italienische Kastanien 30 34 Pf., Quitten 20—25 Pf., Haas M. 3.00 4.00.
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Farbenlehre. Von C. Meinhof.— 2 Beilagen. Geld⸗Cours. Frankfurt am 23. Oetober 1888.
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Beginn: Freitag Abends 4 Uhr 25 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 15 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 30 Min.
Wochengottes dienst von Sonntag den 28. Ockober an
Morgens 6 Uhr 45 Min., Nachmittags 4 Uhr 15 Min. 2
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