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sich ein Anwachsen der Schulden um 5,500,000 M. Zur Verzinsung der Schuld wurden 1,200,000 M. bewilligt, zugleich wurde die Regierung um Ein führung einer regelmaͤßigen Tilgung der Staats schuld ersucht. Der Zinsfuß der bestehenden Schuld soll nicht herabgesetzt, neue Anleihen aber nur mit% verzinst werden. Das erstere geschieht mit Ruͤcksicht auf die kleinen Kapitalisten, Minderjährige, Stiftungen u. s. w. Beim Kapitel Kreisämter wurde die Regierung aufgefordert, dafür zu sorgen, daß nicht Kosten, welche der Staat zu tragen habe, auf die Kreise abgewälzt würden. Dies wurde zugesagt. Für Bedürfnisse des Großherzoglichen Hofes werden 1,200,000 M. bewilligt, für die Arbeiter-Colo nie Neu-Ulrichstein, welche zur Bekämpfung des Stromerthums gegründet ist, 3000 Mark. Die Bekleidungszulagen der Gendarmen werden erböht. Die Ministergehalte wurden, seit fünfzig Jahren zum ersten Male, etwas erhöht. Die evangelische Kirche kann mit ihrem früheren Zu schuß von 175,000 M., da nicht mehr so viele Pfarrstellen unbesetzt bleiben können, nicht mehr auskommen. Der Ertrag der Kirchen-Steuer ist zwar ohne Erhöhung der Steuerausschläge bloß durch das Wachsen der Steuercapitalien von 320,000 Mark in den letzten zehn Jahren auf

Verurtheilter feststellen, werden angenommen, ebenso die einzelnen Paragraphen des Arttkels. Es folgt die Berathung des Antrags Johannsen betreffend die Revision des Gefängniß und Straf vollstreckungswesens. Nachdem Abg. Johannsen seine Anträge begründet, und Abg. Klemm die selben bekämpft hatte, erklaͤrte Abg. Windthorst, mit der Tendenz der Frage einverstanden zu sein. dieselbe gehöre jedoch ins Preußische Abgeord netenhaus. Johannsen zieht hierauf seinen An trag zurück und behält sich vor, einen anderen Antrag im Sinne Windthorst's zu stellen.

Durch Cabinetsordre ist jetzt befohlen, daß das Garde- und das dritte Armeecorps in diesem Herbst Kaisermanöver abhalten werden, außer sonstigen Uebungen wird auch eine Pon tonnierübung auf der Weichsel und eine Belage rungsübung bei Graudenz abgehalten werden.

DieN. Allg. Ztg. bemerkt über die russischen Vorschläge betreffs Bulgariens Folgen des: Es ist ein Irrthum, wenn man behauptet, die russischen Vorschläge bedürften der Unter stützung aller Mächte, um bei der Pforte An nahme finden zu können. Schon aus eigener Initiative kann und sollte die Pforte es für un gesetzlich erklären, daß Prinz Ferdinand von Co burg die Regierung von Bulgarien übernommen

350,000 Mark gestiegen. Hierdurch können aber g hat; denn diese Uebernahme widerspricht den Be die erhöhten Ausgaben nicht gedeckt werden. Da stimmungen der Berliner Congreßacte, und da man eine Erhöhung des Kirchensteuerausschlags die Pforte die Rechte der Suzeränetät über Bul jedenfalls vermeiden will, die katholische Kirche garien ausübt, so ist sie auch in erster Reihe auch, obgleich ihr nur die Hälfte soviel Einwohner berufen, verfassungswidrige Zustände als solche

wie der evangelischen angehören, 108,000 Mark erhält, so wurde der Beitrag für die evangelische Kirche auf 200,000 Mark jährlich erhöht. So

dann wurden bewilligt die Ausgaben für Uni-

versität und Polytechnikum mit ½ Million. Berlin, 22. Febr. DerReichsanz. bringt

folgendes Bulletin aus San Remo von heute Vor- mittag: Der Kronprinz hatte vergangene Nacht, länger andauernden Schlaf. Kein Fieber. Husten Die äußere Wunde

und Auswurf wie gestern. verheilt. 23. Febr.

einen guten Tag. weilte längere Zeit bei ihm.

Der Kronprinz hatte

schlafen. Das Befinden war während des ganzen gestrigen Tages und heute vortrefflich; er ist früh aufgestanden und äußerte sich selbst über sein Wohlbefinden.

während der ganzen Zeit durchaus normal und von Fieber nicht begleitet. Niemals erfolgten die Störungen seitens der Wunde oder der Kanüle.

Die Athmung ist vollkommen frei, Husten und 9 9

Auswurf sind noch vorhanden, aber geringer. Der Kronprinz hat sich in den letzten Tagen merklich erholt; die Kräfte wurden besser, der Appetit ist aut. Der hohe Patient bringt fast den ganzen Tag schon außerhalb des Bettes zu. Wenn das Wetter schön wird, so wollen die Aerzte das Ausgehen oder Ausfahren des Kron prinzen gestatten. Die Aerzte kommen täglich zweimal am Krankenbett zusammen und zwar Morgens und Abends um 9 Uhr. Neben der rein chirurgischen Behandlung, welche als nahezu beendigt anzusehen ist, werden lokal desinficirende Inhalationen von Terpentin und Cucalyptol an gewendet, dazu kommt namentlich eine kraftige Diät.

23. Febr. Der Bundesrath überwies den Gesetz-Entwurf, betr. die Erwerbs- und Wirthschafts⸗Genossenschaften, den zuständigen Ausschüssen, und stimmte dem Gesetz-Entwurfe über Abänderung des Artikels 24 der Reichs Verfassung Einführung fünfjähriger Legisla- turperioden bei.

22. Febr. Der Reichstag tritt heute in die zweite Berathung der Anträge Munckel und Rintelen betreffend die Entschädigung unschuldig Verurtheilter und die Wiederaufnahme des Ver fahrens. Nach unerheblicher Debatte, an welcher Regierungsvertreter nicht theilnehmen, wird Ar tikel 1 des Antrages Rintelen gegen die Stimmen des Centrums abgelehnt. Damit ist Artikel 2 hinfällig. Die Eingangsworte des Artikels 3, welche die Pflicht der Entschädigung unschuldig

Der Prinz von Wales ver- DieNational- Zeitung meldet: Der Kronprinz hat gut ge⸗

Heute sind es gerade 14 Tage seit der Operation; der Wund-Verlauf war

zu kennzeichnen. Sie bedarf dazu keines Con senses einer anderen Macht und noch weniger aller Großmächte. DieKreuzzeitung behauptet, daß zwischen Belgien und Holland einerseits und der Tripel Allianz andererseits den Tendenzen der Friedens liga entsprechende Verabredungen allgemeiner Natur existiren. Ein formeller Anschluß an die Friedensliga seitens der genannten Staaten be stehe nicht, könne auch bei der politischen Be deutung der letzteren nicht bestehen.

Nach Meldungen englischer Blätter aus

Verpflichtungen. Derselbe bestritt bestimmt, daß Salisbury's Politik Frankreich feindlich sei.

Spanien. Madrid. Die Regierungsblaͤtter erklären ein vonEl Paz, dem Organ Zorilla's, veröffentlichtes Dokument über den Abschluß eines Bündnisses zwischen Deutschland und Spanien vom 8. Maͤrz 1884, nach dem Fr. J. officiel für absolut erfunden.

Italien. Rom. Nach der Meldung der Kreuzzeitung von hier durfte es sicher sein, daß zwischen England und Italien Vereinbarungen wegen des eventuellen Schutzes der italientschen Küsten bestehen. Das gegentheilige Verhaͤltniß beruhe auf der Erkenntniß der gemeinsamen Interessen.

Einer Meldung aus Massauah zufolge haben die Truppen Ras Alula's Ghinda gaͤnz lich geräumt.

Serbien. Belgrad. Einer bulgartischen Deputation, welche dem König Milan eine Union zwischen Serbien und Bulgarien unter der Re gierung des Königs vorschlagen wollte, ließ der König bedeuten, daß er nicht geneigt sei, der artige Vorschläge entgegenzunehmen.

Rußland. Petersburg. Ein Consortium, welchem das Comptoir d' Escompte und die Ban que de Paris et des Pays bas nebst mehreren Brüsseler und Amsterdamer Firmen angehören, streckt dem russischen Finanzminister sechzig Million Rubel vor. Dieselben werden nicht zur Sub scription aufgelegt.

DerRegierungsbote veröffentlicht ein Communiqué, worin die Regierung ihre Auschau ung über die bulgarische Frage ausspricht. Nach näherer Ausführung wird betont, daß die Re gierung auf dem Boden des Berliner Vertrags stehe, die Pforte diesen auszuführen habe, und diese Erwägungen hätten die Regierung von An beginn der bulgarischen Krise geleitet und die selbe bewogen, von Haus aus jeden Gedanken an eine Eventualität der Wiederherstellung der Gesetzlichkeit in Bulgarien mit Hilfe von Ge walt abzulehnen.

Laut einer Warschauer Privatnachricht

Apia wurden zwei Samoa'sche Häuptlinge wegen Aufwiegelung der Eingeborenen zum Widerstande gegen die Partei, welche König Malietoa stürzte, von den Deutschen deportirt.

Mehr als 1000 deutsche Firmen werden nach dem Fr. J. an der internationalen Jubi läumsausstellung in Melbourne theilnehmen.

Stuttgart, 21. Febr. Die Nachrichten aus Florenz lauten heute günstig. Das Befinden des Königs ist so weit vorgeschritten, daß Prof. Dr. Liebermeister gestern Abend Florenz verlassen konnte. Ein heute Nachmittag hier eingetroffenes Bulletin lautet:Die Rückbildung auf der Lunge schreitet stetig vorwärts. Langsame Erholung.

Freiburg i. B., 23. Febr. Prinz Ludwig ist heute früh 6 Uhr 5 Min gestorben. Das großherzogliche Paar ist heute gegen 10 Uhr mittels Sonderzugs, von einer großen Menschen menge empfangen, hier eingetroffen. Im Warte saal erstatteten die Leibärzte Bericht. Die Eltern begaben sich sofort an das Todtenlager des Prinzen Ludwig, der sie am letzten Freitag noch in voller Gesundheit begrüßt hatte. Die Todes nachricht erhielt das Fürstenpaar in Basel.

Ausland.

Großbritannien. London. Von gut unterrichteter Seite wird dem Fr. J. die Nachricht, daß die Regierung demnächst einen außerordent lichen Credit für militärische Zwecke zu beantragen beabsichtige.

22. Febr. Im Unterhaus wurde die Adresse angenommen. Bei der Debatte über die zweite Lesung der Adresse beantragte Laboushire ein Amendement und verlangte Mittheilung, ob Italien bindende Zusagen für den Fall eines Krieges zwischen Frankreich und Italien gemacht seien, eventuell falls solche gemacht seien, deren Mitthei lung an das Haus. Fergusson erwiederte, daß England keine weiteren Verpflichtungen einge gangen sei, wodurch das Militär und die Flotte engagirt würden, außer den dem Hause bekannten.

österreichischen Grenze mit dem Hauptquartier in Krzemieniee(Russisch-Podolien).

Aus Stadt und Land.

r. Frledberg. Samson, Oratorium in 3 Theilen von G. F. Händel, bildet das Programm des nächsten Concerts unseres Musikvereins, wofuͤr der 18. März in Aussicht genommen ist. Händels größte Oratorten, Messias und Samson, sind 1741 in 10 auf einander folgenden Wochen entstanden. Samson's erste Aufführung hat am 18. Februar 1743 in London stattgefunden.

Friedberg. Das hiesige Schullehrerseminar war im verflossenen Schuljahr besucht von 112 Zöglingen, die sämmtlich der evangeltschen Confession angehörten. Darunter waren Söhne von Landwirthen 54, von Lehrern 16, von Handel- und Gewerbetreibenden 19, von Beamten 18, von sonstigen Berufsklassen 5; aus Städten über 10,000 Einwohnern 3, aus Städten zwischen 10,000 und 2000 Einwohnern 33, aus Orten unter 2000 Einwohnern 76; vorbereitet in Präparandenanstalten 79, von Lehrern 12, in Realschulen 21; aus der Provinz Oberhessen 83, Starkenburg 27, Rheinhessen 2; zur Zelt der Aufnahme im sechzehnten Lebensjahre 5, im siebenzehnten 28, tm achtzehnten 38, im neunzehnten 24, im zwanzigsten 11, im einundzwanzigsten und älter 5. Die öffentliche Ent lassungsprüfung findet am 1. März statt, die Aufnahme: prüfung beginnt Montag den 26. März, das neue Schul⸗ jahr am 23. Aprtl.

Steln⸗ Bockenheim. Auf der Gemarkungsgrenze zwischen Wendelsheim und Stein- Bockenheim wurde vor einigen Tagen der Briefbote von Wendelsheim von einem Strolche überfallen. Derselbe verlangte das Geld und fuhr dem Boten gleichzeitig mit solcher Wucht ins Gesicht, daß beide, im Schnee ausgleitend, zu Boden fielen. Der Bote, wenig im Gesicht verwundet, war rasch wieder auf, und ein wohlgezielter Stockschlag über die Stirn machte den Strolch unschädlich. Der Briefbote ging dann seines Weges und machte Anzeige. Bis jetzt ist es der Polizei nicht gelungen, des Subjektes habhaft zu werden.

Allerlei.

Pest. Die Parajder(Ungarn) Post wurde zwisch en Corond und Palfalva ausgeraubt. Der die Post beglei tende Gendarm wurde ermordet, der Kutscher rettete sich. Das geraubte Geld beträgt 4000 Gulden.

Bern, 21. Febr. Infolge von Schneestürmen und Lawinenstürzen ist der Verkehr durch die Alpenpässe vom Canton Wallis bis zum kleinen Bernhard und Juller neuerdings unterbrochen, sogar zwischen Interlaken und Grindelwald. Das Schneewetter dauert fort.

desP. L. erhielt General Gurko das Ober- commando über das Observationscorps an der

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