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nach Ohlau gefahren.— 18. Nov. Der Kaiser kehrte gestern Abend von der Jagd von Ohlau hierher zurück und reiste bald darauf nach Berlin weiter.
Oldenburg. Der Erbgroßherzog von Oldenburg der mit seiner Gemahlin eine Reise nach Ostindien unternehmen will, wird sich in Genua sammt seiner Dienerschaft auf dem Reichs— postdampfer„Bayern“ einschiffen und auf dem— selben zunächst nach Colombo reisen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Der Vice— präsident der galizischen Statthalterei, Loebl, ist zum Statthalter von Mähren ernannt worden.
Pest, 15. Nov. Das Abgeordnetenhaus ver— handelte heute die Wehrgesetznovelle. Der Honved— minister Fejervary führte aus, die Hauptprincipien des bestehenden Wehrsystems würden nicht geändert, blos eine intensivere Entwicklung sei beabsichtigt. Die Neuorganisation der Ersatzreserve bezwecke lediglich eine andersartige Verwendung des Land— sturmes behufs einer rechtzeitigen Ausbildung und entspreche dem Interesse der höheren Alters— klassen des Landsturmes. Eine Vermehrung des Heerstandes sei nicht beabsichtigt.
Schweiz. Bern. Die Regierung des Canton Bern hat den Bundesrath um Intervention bei der deutschen Regierung ersucht, wegen der plötz— lichen Aufhebung der nahe der Berner Grenze gelegenen deutschen Zollstation Lützel, da dies dem im Jahre 1828 mit Frankreich abge— schlossenen und gegenwärtig für Deutschland giltigen Vertrage zuwiderlaufe.
Dänemark. Kopenhagen, 15. Nov. An— läßlich des Regierungsjubiläums des Königs brachten heute Morgen 500 Sänger ein Ständ— chen dar. Der Festzug der Vereine, woran gegen 25000 Mann theilnahmen, brauchte an— derthalb Stunden, um am Schlosse vorüberzu— ziehen. Abends fand eine glänzende Illumi— nation statt.
— 17. Nov. Prinz Heinrich von Preußen reiste heute nach Kiel zurück.
Frankreich. Paris. Präsident Carnot un— terzeichnete ein Dekret betreffend die Errichtung einer Postdampferlinie zwischen Frankreich und Westafrika. Die Schiffe laufen abwechselnd von Havre und Marseille aus.
Großbritannien. London, 15. Novpbr. Im Unterhause erklärte heute Fergusson, er habe noch nichts davon erfahren, daß die Be— fehlshaber der deutschen und englischen Kriegs— schiffe vor Sansibar die Details für die Blockade der Küste bereits festgestellt hätten. Die fran— zösische Regierung nehme nicht an der Blockade der Sansibarküste Theil, dieselbe habe aber ein Kriegsschiff abgesandt, um speziell jedweden Miß— brauch der französischen Flagge zu beobachten und zu verhüten.
— 16. Nov. Im Unterhause theilt Unter— staatssekretär Gorst mit, daß Dinizulu gestern in Natal und Tschingana im Zululand verhaftet worden seien.
Italien.
Rom, 16. Nov. Im Senate
vertheidigte der Justizminister das neue Straf⸗ gesetz, auf die fortschrittliche Bestimmung des— selben, namentlich auf die Aufhebung der Todes— strafe hinweisend. Hinsichtlich der Artikel über den Mißbrauch des kirchlichen Amtes erklärte der Minister, die Regierung wolle nur, analog anderen Gesetzgebungen, verhindern, daß die Kanzel der Wahrheit zu einer Kanzel der Zwie— tracht und Unruhestiftung werde; gleichwohl sei eine bessere Präcisirung der Bestimmungen dieser Artikel angezeigt.
— 18. Nov. In Fortsetzung der Kammer⸗ berathung über die Vorlage betreffend die Re— form des Gesetzes über die öffentliche Sicherheit sprachen mehrere Redner für dieselbe, jedoch gegen die Beibehaltung der„Ammonizione“ (der besonderen polizeilichen Ueberwachung von Landstreichern, Arbeitsscheuen ꝛc.). Crispi be⸗ fürwortete die Aufrechterhaltung. Der Präsi— dent brachte hierauf folgende, von 29 Depu— tirten eingebrachte, von der Regierung nicht angenommene Tagesordnung zur Abstimmung: „Indem die Kammer die Beibehaltung der „Ammonizione“ nicht billigt, geht sie zur Tages— ordnung über.“ Die Tagesordnung wird bei namentlicher Abstimmung mit 124 gegen 38 Stimmen abgelehnt, die Abstimmung indeß für ungültig erklärt, weil die Kammer nicht be— schlußfähig ist. Die Abstimmung wird nächsten Montag wiederholt.— Der Senat genehmigte das Strafgesetz in geheimer Abstimmung mit 101 gegen 33 Stimme Die Verkündigung des Abstimmungsergebnisses erfolgte unter lau— tem Beifall.
Spanien. Madrid, 18. Nov. Das Militär bleibt Tag und Nacht in den Kasernen consig— nirt, der königliche Palast erhielt eine militärische Verstärkung.
Portugal. Lissabon. Die Corvette„Rheina de Portugal“ und das Kanonenboot„Zambesi“ gehen demnächst zur Verstärkung der portugie— sischen Flotte an der ostafrikanischen Küste ab.
Rumänien. Bukarest, 15. Nov. Die Re⸗ gierung beabsichtigt die Aufhebung der Doppel— währung und die Einführung der Goldwährung. Die geschiedene Königin Natalie von Serbien ist gestern über Jassy nach Rußland abgereist.
Rußland. Petersburg. Der Minister der öffentlichen Verkehrsanstalten, Admiral Possiet, ist auf Ausuchen seines Amtes enthoben und zum Mitgliede des Reichsrathes ernannt worden.
Afrika. Sansibar. Einer Meldung der „Times“ von hier zufolge wurde am 16. Nov. der belgische Dampfer„Brabo“ mit 400 Sklaven an Bord auf der Höhe der Kuͤste von Sansibar von dem britischen Kreuzer„Griffon“ angehalten.
Pietermaritzburg, 14. Nov. Morgen beginnt in Ethsowe die Verhandlung gegen die des Hochverrathes und der Rebellion angeklagten Zuluhäuptlinge Undabuko und Somkali.
Aus Stadt und Land.
k. Friedberg. Wie wir von zuverlässiger Seite vernehmen, wird am kommenden, dem Andenken an unsere Verstorbenen gewidmeten Sonntag der hliesige Musikverein im Gottes dienste eine von Professor Dr. Bernhard Scholz
(Direetor des Dr. Hoch'schen Conservakorlums in Frank, furt a. M. und des Rühl'schen Veresns), für den evan⸗ gelischen Kirchen-Gesangverein in Musik gesetzte„Alturgle auf das Todtenfest“ singen. Dleselbe dürfte besonderez Interesse erregen aus zwel Gründen: elnmal weil der Componist(geb. den 30. März 1835 zu Malnz) unser engerer Landsmann ist, auf den wir Hessen stolz sein dürfen, sodann weil die von ihm gewählte Form völlig neu ist. Es ist die Form des eigentlichen Gottes dienstes nach evangelischen Grundsätzen. Die Tonkunst bescheldet sich mit der Aufgabe, den Gemeindegesang und das Bibel— wort gleich einem goldenen Geschmeide zu umrahmen, um Beldes in der ihm eigenthümlichen Kraft und Schönheit nur um so wirkungsvoller hervortreten zu lassen. Nach kurzem Orgelsviel intonirt der Chor die uralte Melodie „Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen“(Text und Melodie nach dem ersten luth. Gesangbuch von 1524); darauf beginnt zwischen Lturg, Gemeinde, Chor gleich⸗ sam eine Wechselrede über das, was eines Christen Herz am Grabe bewegt, der Liturg bietet die Schriftverheißung dar, der Chor feiert in seinen Klängen den der Gemeinde darin gegebenen Trost, die selige Gewißheit lebendiger Hoffnung, und Beides nimmt die Gemeinde auf in das ihr eigene Lied(„Jesus meine Zuversicht“), das sich an⸗ eignend, was Liturg und Chor gefeiert haben. Dann folgt Rede und Gebet, und Choralgesang mit Segen bildet den Schluß. Die Chorgesänge wollen also nicht, wie z. B. sonstige Musik⸗Stücke in ihrer Vereinzelung gehört und verstanden sein, sie wurzeln ausdrücklich im sonoren Ge⸗ meindegesang, aus dessen Vollstrom sie gleich leuchtenden Sternen auftauchen, ohne für sich selber und allein wirken zu wollen. Allerdings hat sich der„Musikverein“ eine schwere Aufgabe gestellt; er wird sie aber sicherlich zur Erbauung Aller lösen, und wir können dem Vorstand desselben nur dankbar sein dafür, daß er dies Werk zu Gehör bringt, das noch nirgends gesungen worden sst, sowie daß er nicht die Form eines Kirchen⸗Concerks, sondern die des Gemeindegottesdienstes für diese Dar; bietung gewählt hat, da nur ein solcher der rechte Rahmen ist, in welchem das in ziemlich kunstreichem Styl eom⸗ ponirte Werk wirken kann.
k. Okarben. Im Laufe vergangener Woche sst ein Mann aus hiesiger Gemeinde geschieden, dessen Weggang allgemein bedauert wird. Pfarrer Orth verzog nach seiner neuen Stelle Herbstein. Zu Ehren des Schelden⸗ den versammelten sich hiesige Bewohner und befreundete Collegen aus der Umgegend zu einem Abschiedsessen, bel dem Lehrer Mohr des Scheidenden als eines Mannes gedachte, der Liebe gesäet und deshalb auch Liebe geerntet habe. Durch den Weggang Orth's verliert die Gemeinde nicht nur einen ausgezeichneten Kanzelredner, sondern auch einen tüchtigen Schulmann. Dies bekundeten die ihm seitens der Schulkinder übergebenen Geschenke. Möge er auch in seinem neuen Amtskreise in Segen wirken.
Allerlei.
Paris, 15. Nov. Vergangene Nacht ist die Waffen⸗ Fabrik in Chatellerault theilweise abgebrannt. Menschen⸗ leben sind nicht zu beklagen, der materielle Schaden ist beträchtlich. Die Herstellung des neuen Gewehrs ist un⸗ terbrochen, da das Werkzeugsgebäude vollständig zerstört ist. Die Verluste werden auf zwei Million Frones ge⸗ schätzt. Die Fabrik ist geschlossen; 400 Arbeiter sind be⸗ schäftigungslos. Ueber die Entstehung des Brandes ist noch nichts festgestellt.
Für die Brand⸗Beschädigten in Hünfeld gingen weitere Gaben ein, was wir mit herzlichem Danke quittiren: Von Pfarrer Vigelius in Steinfurt M. 5.00, Kaufmann C. H. M. 1. Um weitere Gaben wird gebeten,
Die Redaction.
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Betreffend: Coneurs über das Vermögen des Gast— wirths Carl Philipp Musch von Stamm— heim.
Zur Verhandlung über den vom Gemeinschuldner beantragten Zwangsvergleich ist auf Mittwoch den 12. Dezember l. J., Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt, zu welchem alle Betheiligten hierdurch vorgeladen werden. Der Vergleichs vorschlag, sowie die Erklärung des
Gläubigerausschusses sind auf der Gerichtsschreiberei
niedergelegt.
Altenstadt den 12. November 1888. Großherzogliches Amtsgericht Altenstadt. 4139 Hellwig.
Ein Pferdeteppich
wurde gefunden. Der sich legitimirende Eigenthümer kann denselben bei K. Baßmann in Kloppenheim gegen Erstattung der Inseratgebühren in Empfang nehmen.
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Mittwoch den 28. I. Mts., Vormittags 9 Uhr, werden in dem Großherzoglichen Landeszuchthause zu Marienschloß abgängige Inventarstücke, hierunter ungefähr 70 Stück Bettteppiche, sowle eine Parthie altes Eisen und Lumpen, gegen gleich baare Zahlung an den Meist— bietenden versteigert.
Martenschloß den 16. November 1888.
Großherzogliche Landes zuchthaus Direktion.
4173 Bornemann.
Ackerversteigerung.
Mittwoch den 21. d. Mts., Vormittags 108% Uhr, soll der in Fauerbacher Gemarkung gelegene Acker, Flur IV. Nr. 106= 2087 qm haltend, auf Antrag der Heinrich Schwalm's Erben einer nochmaligen letzten Versteige⸗ rung ausgesetzt werden.
Friedberg, 18. November 1888.
Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
Arbeits⸗Vergebung.
Die zur Chaussirung eines Feldwegs nöthlgen Arbelten und Materiallieferungen sollen Dienstag den 20. d. M., Nachmittags um 2 Ühr, auf dem Rathhause zu Assen⸗ heim öffentlich vergeben werden:
Chausstrarbeit, veranschlagt zu 205 Mark,
Brechen von Cbaussirsteinen 279„
Anfahren von Chaussirsteinen und Ab⸗
raum, sowie Verladen 250
Friedberg den 12. November 1888.
Zörb II., 4104 Bezirks bauaufseher.
Mittwoch den 21. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, findet auf unserem Büreau die Vergebung des Holzhauer⸗ lohn-Accords statt; in demselben wird den Accordanten auferlegt, sich vor Beginn der Arbeit auszuweisen, daß sie einer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Krankenkasse angehören. Butzbach den 15. November 1888. Großherzogliche Bürgermeisterel Butzbach, Kuͤchel.
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