1888.
Donnerstag den 18. October.
M23.
1 Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch ö und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Oberhessischer Anzeiger.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
rag. Annoncen: die einspaltige 8 15 Pf.,
lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von
auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Untethosch Betreffend: Die Unterrichtsanstalten des Localgewerbevereins Friedberg. hats, Unterrit
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. Der lünnit. wird ersucht. 1 ur Friedberg den 15. October 1888.
eingeladen. Friedberg den 15. October 1888.
Benn machung.
Friedberg den 16. October 1888.
Das Großh. Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien und Schulvorstände des Kreises.
Wir empfehlen Ihnen, das im Annoncentheil abgedruckte Unterrichtsprogramm zu möglichst umfassender Kenntniß Ihrer Ortsangehörigen, insbesondere der Handwerksmeister, gelangen zu lassen und dieselben auf den Zweck dieses nützlichen Unternehmens des durch die Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbeverein unterstützten Localgewerbevereins Friedberg besonders aufmerksam zu machen, da diese Anstalt bislang sehr günstige Resultate erzielt hat.
Dr. Braden.
. Sonntag den 21. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, findet im„Hessischen Hofe“ zu Butzbach eine Versammlung der Sektion Butzbach des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg statt, in welcher Landwirthschaftslehrer Dr. Tobisch einen Vortrag über künstliche Düngung, Tief— und Drillkultur halten wird. Zu dieser Versammlung werden sowohl die Vereinsmitglieder, wie alle sonstigen Freunde der Landwirthschaft ergebenst
Der Sektions-Vorsitzende:
Hechler.
Ausschreiben. Um Auskunft über die dermaligen Aufenthaltsorte des Karl Rothschild früher Russensteinbrenner in Friedberg und des Karl Strauch aus Kohden
Der Großherzogliche Amtsanwalt: Hill.
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sehl, Viagasse. Friedberg den 17. October 1888.
3749
Steinhäußer,
Prämiirung selbstgezüchteter Fohlen.
Im Anschluß an unser Ausschreiben in obigem Betreff machen wir hiermit bekannt, daß uns durch den Schatzmeister des Landespferde— zuchtvereins ein weiterer Beitrag von 100 Mark aus der Großherzoglichen Staatskasse übermittelt worden ist, welcher zu gleichen Theilen den zwei besten von inländischen Züchtern angekauften Stuten, bezw. Stutfohlen als Prämien zufallen soll.
Die näheren Bestimmungen von 1—3 haben auch für diese Prämiirung Anwendung, der in 4 ausgesprochene Ausschluß jedoch nicht.
Im Auftrag: Vorsitzender des Pferdemarkt-Comitss.
Deutsches Reich. Darmstadt, 16 Oct. Der Landgraf von Hessen ist auf der Fahrt von Batavia nach Singapore über Bord gefallen und hat seinen Tod gefunden. Daarmstadt. Der Dirigent der Ober-Rech⸗ ben, gungs Kammer Rechnungsrath Wagner wurde iren!! zuf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste e In den Ruhestand versetzt und der Revier-Polizei⸗ Commissär Becht aus Darmstadt zum Polizei-Com— nissär 2. Kl. beidem Polizeiamte Darmstadt ernannt. 1 Berlin, 14. Oct. Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich nebst den Gefolgen begaben sich um 11 ¼⁰ Uhr nach der deutschen Botschaft in Rom, um Haselbst dem Gottesdienste beizuwohnen. Hierauf fand ein Dejeuner statt, an welchem auch der n 0 breußische Gesandte bei dem Vatikan, v. Schlözer, 1116 heilnahm. Nach dem Dejeuner überreichte eine 1 U Deputation der deutschen Colonie, bestehend aus
8 deutschen Consul v. Nast, dem Präsidenten 1
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bes deutschen Künstler-Vereins Gerhardt, dem Secretär desselben Vereins und dem Maler Tuben⸗
hal, dem Kaiser eine Adresse. Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich fuhren sodann nach dem Pantheon, legten daselbst auf den Sarg Victor
0 Sgmanuel's Kränze nieder und begaben sich nach 30— 10, em Quirinal zurück. Auf dem ganzen Wege bvurden der Kaiser und Prinz Heinrich von der 23. lle Straßen füllenden Bevölkerung mit be— geisterten Kundgebungen begrüßt.— 15. Oct, Der Kaiser ritt im Laufe des heutigen Vormit— sags im Garten des Quirinals spazieren und ahm später Vorträge entgegen. Nachmittags
2 4 hesuchte der Kaiser in Begleitung eines Flügel— e djutanten das Colosseum und den Palatinischen
Hügel. Während des Besuches trat heftiger
1 egen ein, so daß der Kaiser zur Rückfahrt sen 7 nen geschlossenen Privatwagen benutzte. Der 1 1 ton den Notabeln der deutschen Colonie und
tom deutschen Künstlerverein in Rom zu Ehren tes Besuches des Kaisers Wilhelm abgehaltene
Festcommers hatte einen überaus glänzenden] qusition der Staatsanwaltschaft wegen Majestäts—
Verlauf und war von etwa 400 Theilnehmern besucht, unter denen auch der preußische Ge— sandte von Schlözer, sowie der deutsche Consul sich befanden.— 16. Okt. Heute früh ver— kündigten Artilleriesalven die Abfahrt Kaiser Wil— helm's und König Humbert's vom Quirinal nach dem Bahnhof zur Reise nach Neapel. Das Wetter war prachtvoll. Auf dem Wege nach dem Bahnhofe wurden die Monarchen von nicht enden wollenden Zurufen begrüßt. Die in Zwischenräumen aufgestellten Militärmusikcorps spielten die preußische Nationalhymne. Die Spitzen der Civil- und Militärbehörden befan— den sich am Bahnhofe. Die Straßen und Häuser Neapels sind zum Empfange des Deutschen Kaisers aufs Prächtigste geschmückt. Fahnen, überwiegend deutsche, sind zu Tausenden ausgehängt. Ein Anschlag des Bürgermeisters fordert zum wür— digen Empfange des Kaisers auf.„Neapel habe schon viele fremde Herrscher in seinen Mauern begrüßt; jetzt komme der erlauchte Nachkomme Friedrichs des Großen und Wilhelms I., dem das italienische Volk aufrichtig zugethan sei. Von diesen Gefühlen möchten alle Zeugniß ab— legen.“ Nachmittags trafen Kaiser Wilhelm und König Humbert in Neapel ein. Der Empfang war über alle Maßen begeistert. Die Straßen waren von einer ungeheueren Menschenmenge er—
nützlich bewährten Schulgesetze verwahrt. dann wurde der Ausschußantrag über den An—
beleidigung in Berlin, Leipzig und Oberhausen beschlagnahmt. Die Meldung englischer Blätter, daß die Professoren v. Bergmann und Gerhardt beabsichtigen, Mackenzie zu verklagen, wird in bestimmtester Weise dementirt. Die deutschen Koryphäen lehnen es entschieden ab, sich noch weiter mit Mackenzie einzulassen. Jene Meldung ist lediglich eine Reclame Mackenzie's.
Hamburg, 15. Octbr. Der Zollanschluß Hamburgs und Altonas vollzog sich still und ohne Störung, die Eröffnung des freien Ver— kehrs ist voraussichtlich für den Donnerstag zu erwarten.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Der nieder⸗ österreichische Landtag beendete die Debatte über das Volks-Schulwesen und nahm mit vierund— vierzig gegen neun Stimmen eine von Magg be— antragte Resolution an, wonach der Landtag die Ueberzeugung ausspricht, daß der unversehrbare Fortbestand der Reichs- Volksschulgesetze von 1868 und 1869 von höchster Wichtigkeit für das Landes— wohl sei, und sich nachdrücklichst gegen alle Be— strebungen zur Unterwühlung der als gut und So⸗
trag Riegler, betreffend ein gemeinsames deutsch—
österreichisches Zollgebiet, zur Tagesordnung
füllt, alle Fenster, selbst die Dächer waren dicht überzugehen, angenommen; ebenso der Antrag, besetzt. Die Majestäten begaben sich in glaͤnzen- betr. die Einschränkung des Ehescheidungsrechts.
dem Wagenzuge nach dem Palais.
Frankreich. Paris, 15. Oet. Bei Vor⸗
— Nach den neuesten Nachrichten, ee des Verfassungs-Revisions-Entwurfs er—
der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft zugegangen sind, ist die Station Madimola am Kingani niedergebrannt worden. Der durch die Ver— wüstung entstandene Schaden beträgt mindestens 50,000 Mark. Drei Matrosen der„Möwe“, welche an Land gegangen waren, wurden von den Bewohnern von Woe ermordet.
— Die Mackenzie-Broschüre wurde auf Re—
klärte der Conseilspräsident Floquet, er halte es für nothwendig, durch die Vorlage den berech— tigten Wünschen des Landes zu genügen. Die Republik werde außerhalb der Disecussion bleiben, denn diese sei selbst eine Form des allgemeinen Stimmrechts, während bei der Monarchie von einem allgemeinen Stimmrecht keine Rede sein könne. Es handle sich darum, die republi—


